Wie lange kann ein normaler Mensch mit dem Fahrrad fahren

Ein Stündchen Rad fahren, gut, wenn auch nicht jedermanns Sache bei dieser Hitze. Sechs Stunden? Puhhh. Aber 24 Stunden, einen ganzen Tag und eine Nacht lang?

D er Freiherr Drais von Sauerbronn hatte seine Laufmaschine noch nicht richtig zu Ende erfunden, da erhob sich schon die Frage: Wie schnell kann ein Mensch mit dem Ding werden, aus dem sich dann das Fahrrad entwickeln sollte? Bald war klar: Jeden Wanderer lässt es hinter sich, sogar manchen Reiter. Radler gegen Rennpferd waren Ende des 19. Jahrhunderts beliebte Wettbewerbe, das Auto war noch nicht so richtig in Sicht.

Und wie lange überhaupt, wie weit kann ein Mensch Rad fahren, in einer Stunde, in sechs, in einem halben Tag, in 24 Stunden? Gar nicht so einfach zu beantworten, kommt ganz darauf an: Mann oder Frau? Was für ein Fahrrad? Ein Bahnrennrad mit dem Segen des Radsportdachverbands UCI? Oder soll es ein Rekord werden nach den Regeln des HPV, des deutschen Ablegers der World Human Powered Vehicle Association?

Da kommt dann nicht bloß der Lenker einer Zeitfahrmaschine zur Anwendung, sondern das technisch Machbare eines Muskelkraftfahrzeugs mit einer aerodynamisch geformten Karosserie aus Karbon und Nylon. Stehender oder fliegender Start, zwei oder drei Räder?

„Man muss ein bisschen bekloppt sein“

Aus den vielen verschiedenen Rekordmöglichkeiten ragen zwei heraus: Das eine ist der Stundenweltrekord. Den ersten stellte der spätere Erfinder der Tour de France, Henri Desgrange, vor 125 Jahren auf – am 11. Mai 1893: 35,325 Kilometer auf der Bahn. Das ist eine Distanz, die heute so mancher Hobbyradsportler in 60 Minuten auf der Straße schafft, allerdings mit einem völlig anderen Fahrzeug als seinerzeit Desgrange.

Eine Stunde Rad fahren, das können wir uns alle vorstellen. Der andere besonders prominente Rekord sind die 24 Stunden: Einen ganzen Tag (und durch eine lange Nacht) Rad fahren, das kann kaum jemand richtig begreifen, das lässt einen bloß schaudern. Gibt es auf dem Fahrrad überhaupt etwas noch Langweiligeres als das? Runde um Runde, Stunde um Stunde angestrengt bis zur Volllast die Beine mit den Füßen fest auf den Pedalen kreisen zu lassen, aber dennoch nirgendwo anzukommen?

Wie lange kann ein normaler Mensch mit dem Fahrrad fahren

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die uns immer mehr und mehr abverlangt. Steigende berufliche Anforderungen, private Termine und Großstadthektik führen dazu, dass Menschen immer gestresster sind und diesen Druck kaum noch abbauen können. Körperliche Beschwerden wie etwa Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sind die Folge, langfristig kann es durch chronischen Stress auch zu Burnout oder Depressionen kommen. Daher ist es wichtig, erste Warnsignale des Körpers – seien es Schlafstörungen, Unruhe oder ununterbrochenes Grübeln – ernst zu nehmen und zu versuchen, für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen. Es gibt viele Mittel, Stress abzubauen. Sehr viele Menschen powern sich beim Sport aus, um ihre innere Ruhe wiederherzustellen. Das Fahrradfahren hat sich dabei als besonders wirksam erwiesen: Einer Forschungsarbeit des Universitätsklinikums Tübingen zufolge stärkt Radfahren die Psyche und kann sogar Depressionen vorbeugen. So stabilisiert das gleichmäßige Treten beim Radfahren die Psyche und erhellt die Stimmung der Radler. Doch die gleichmäßige, zyklische Bewegung hat auch eine beruhigende und entspannende Wirkung auf den Menschen. Gerade die körperliche Betätigung an der frischen Luft und im Grünen hat mehrere positive Effekte:

    vermehrte Freisetzung von Glückshormonen Verbesserung des Körpergefühls emotionale Harmonie

Wer während der gemütlichen Radtour die ersten wärmeren Sonnenstrahlen des Jahres und den Duft des Frühlings genießt, lenkt darüber hinaus die Gedanken von den Problemen und unzähligen Aufgaben auf das Hier und Jetzt und macht die Fahrradtour somit zu einer Art Meditation. Es geht nicht um sportliche Ergebnisse, sondern vor allem um Erlebnisse in der Natur. Doch auch, wer seine sportliche Leistung steigern will und sich immer wieder Ziele auf seinen abenteuerlichen Radtouren steckt, reduziert Anspannung und Sorgen. Kein Wunder, dass das Fahrradfahren eine tolle Möglichkeit ist, um Stress abzubauen und Depressionen vorzubeugen. Stressgeplagte und Burnoutgefährdete sollten das Radfahren also unbedingt mal ausprobieren. Es macht den Kopf frei und vermittelt ein Gefühl von Freiheit.

Hier können Sie die große Fahrrad-Test-Ausgabe des Radfahren-Magazins als Printausgabe oder E-Paper bestellen!

Gesundheit für den ganzen Körper: Radeln als Ganzkörpertraining

Das Fahrradfahren wirkt sich nicht nur positiv auf die psychische, sondern auch auf die körperliche Gesundheit aus. Wer regelmäßig radelt, reduziert das Risiko für Fettleibigkeit, Herzerkrankungen oder Diabetes um die Hälfte. So hat das Fahrradfahren positive Effekte auf den ganzen Körper und ist somit ein tolles und gesundes Ganzkörpertraining. Egal, ob Atemwege, Gelenke oder Muskulatur, das Radeln hat zahlreiche Vorteile für die körperliche Gesundheit.

    Stärkung der Atemwege: Die Atemmuskulatur wird gestärkt und die Ventilation der Lunge verbessert sich, da das rhythmische Treten beim Fahrradfahren die Lungen gleichmäßig mit Sauerstoff füllt. Auf diese Weise beugt das Radeln Infekten und Atemwegserkrankungen vor. Effektives Abnehmtraining und Muskelaufbau: Auch wer abnehmen will, sollte regelmäßig Fahrradfahren. Denn die Sportart kurbelt unseren Fettstoffwechsel an, baut Cholesterin ab und verbrennt pro Stunde rund 400 Kilokalorien. Damit ist das Radfahren wie geschaffen, um Fettleibigkeit vorzubeugen. Das liegt auch daran, dass das Biken den Aufbau der Muskeln im ganzen Körper fördert. Je mehr Muskeln der Mensch hat, umso mehr Energie wird dann auch im Ruhezustand verbrannt. Zusätzlicher Pluspunkt: Die Stärkung der Rückenmuskulatur hilft, die Wirbelsäule zu stabilisieren und kann auch bei Rückenleiden helfen. Schonendes Training der Gelenke: Gerade für Übergewichtige ist das Fahrradfahren Sportarten wie dem Joggen vorzuziehen. Denn das größte Gewicht des Körpers lastet auf dem Sattel, sodass die Gelenke, Sehnen und Bänder beim Radeln nur wenig belastet werden. Darüber hinaus werden alle Gelenkknorpel mit Sauerstoff versorgt. Beim Joggen dagegen müssen die Gelenke bei jedem Schritt das Zwei – bis Dreifache des eigenen Körpergewichts abfedern – gerade bei Übergewichtigen ist das auf Dauer sehr schädlich für die Gelenke. Ein starkes Herz: Wer regelmäßig in die Pedale tritt, stärkt und vergrößert auch seinen Herzmuskel und schafft es, seinen Ruhepuls zu reduzieren. Damit sinkt die Gefahr eines Herzinfarktes um bis zu 50 Prozent. Auch der Kreislauf wird in Schwung gebracht, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Schlaganfällen entgegenwirkt. Denn das Biken verbessert die gesamte Blutzirkulation und sorgt dafür, dass sich die Gefäße erweitern und elastischer werden.

Das Radeln hat also positive Auswirkungen auf die Gesundheit des ganzen Körpers. Eine dänische Langzeitstudie kam sogar zum Ergebnis, dass Menschen, die drei Stunden pro Woche Radfahren, eine um 40 Prozent niedrigere Sterberate haben als Menschen, die nicht Fahrradfahren.

Gehirnjogging mal anders: Radfahren zur Steigerung der Intelligenz

Sport hat jedoch auch eine positive Wirkung auf die Gehirnaktivität und soll die geistige Leistungsfähigkeit sogar mehr fördern als das Lösen von KörperSudokus oder Kreuzworträtseln. Sogar unser Gehirn profitiert also vom regelmäßigen Radeln: Es wird besser mit Sauerstoff und Glukose versorgt, gewinnt an Substanz und kann somit auch besser arbeiten. Dadurch kommt es langfristig zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, der Konzentrationsfähigkeit und des IQs. Durch die körperliche Betätigung wird der Botenstoff BDNF produziert, was die Entstehung neuer Nervenzellen – die sogenannte Neurogenese – begünstigt. Zudem wird das Gehirn beim Ausüben von Ausdauersportarten besser durchblutet und macht somit mental stärker. Darüber hinaus schult das Radfahren unsere Reaktionsfähigkeit und Koordination.

Am besten ist es daher, bereits so früh wie möglich mit dem Fahrradfahren zu beginnen. Werden Kinder vor motorische Herausforderungen gestellt, fördert das die Verknüpfungen im Gehirn. So hat die Hirnforschung herausgefunden, dass aktive Kinder, die beispielsweise viel Radfahren, auch bessere Leistungen in der Schule zeigen.

Fazit: Das Fahrradfahren ist ein Allheilmittel

Die zahlreichen positiven Auswirkungen des Radfahrens auf unseren Körper, aber auch auf die Psyche und unsere Gehirnaktivität zeigen, dass das Radeln tatsächlich als eine Art Allheilmittel und als Wundersportart angesehen werden kann. Also: Rauf aufs Fahrrad und die ersten Sonnenstrahlen des nahenden Frühlings genießen!

Längere Strecken zu fahren ist eine wahre Herausforderung, da sind vor allem Ausdauerfähigkeiten gefragt. Um längere Strecken zu meistern, braucht es Zeit, Energie und eine gute Vorbereitung. Wir haben mit zwei Canyon Athleten gesprochen, die sich bestens mit diesem Thema auskennen: Emily Chappell und James Hayden.

Jeder/jede Radfahrer/-in erinnert sich an die ersten 100 km am Stück, und Events wie das Rapha Women’s 100 haben viele Radfahrer/-innen dazu ermutigt, diese Herausforderung einmal im Jahr anzunehmen. Zu wissen, dass die eigenen Beine und die große Entschlossenheit einen über solch eine lange Strecke getragen haben, gibt einem ein wunderbares Gefühl der Zufriedenheit. Wenn du noch nie länger als ein, zwei Stunden im Sattel verbracht hast, brauchst du dich aber nicht abschrecken zu lassen. Langstreckenfahren erfordert nicht nur Fitness, sondern auch Taktik und Planung.

Langstreckenfahrten mit dem Fahrrad erfordern ein hohes Maß an Ausdauer, die über einen Zeitraum von Wochen, Monaten oder sogar Jahren für Ultradistanzfahrten aufgebaut wird. Die beste Methode, deine Ausdauer zu steigern, ist die, die für dich funktioniert. Jeder Mensch ist anders, also solltest du herausfinden, was für dich am besten passt und in deinem eigenen Tempo fahren.

Zwei Menschen, die jede Menge Wissen zum Thema Langstreckenfahrten haben, sind Emily Chappell und James Hayden. Beide haben das Transcontinental Bike Race gewonnen, eine 4000 km lange Radtour quer durch Europa. Während Emily weiterhin überwiegend Langstrecken-Radrennen auf der Straße fährt, hat sich James auch in die Welt der Langstrecken-Mountainbike – und Gravelrennen gestürzt. Wir haben beide nach ihren Tipps gefragt, wie man am besten startet, wenn man längere Strecken fahren will.

Was ist Langstreckenfahren?

Über die Definition, was eigentlich eine Langstreckenfahrt mit dem Fahrrad ist, lässt sich streiten. Was für den einen eine Langstrecke ist, kann für den anderen eine relativ kurze Distanz sein. Für diesen Artikel beziehen wir uns auf Fahrten, die länger als 100 km sind.

Die Kunst liegt darin, es nicht gleich zu übertreiben. Taste dich über mehrere Wochen hinweg an deine anvisierte Streckenlänge heran.

Wie du deine Streckenlänge erhöhst:

Niemand schafft es über Nacht, von 0 auf 100 km+ zu kommen. Wie bei den meisten anderen Dingen auch, braucht es Übung, Erfahrung und Zeit. Emily Chappell ist eine echte Expertin auf diesem Gebiet und hat uns ein paar ihrer Langstrecken-Radtipps verraten, die es ihr ermöglicht haben, ihre Träume in Bezug auf Radsport zu verwirklichen.

Selbst die anspruchsvollsten Projekte fangen klein an, das gilt auch für Langstreckenfahren. Wenn du weißt, dass du in der Lage bist, bequem 70 km zu fahren, dann versuche, im Laufe einiger Wochen 10 km weiter zu fahren.

„Ich versuche, mich immer weiter von zu Hause zu entfernen, um noch mehr schöne Orte und Strecken zu sehen“, sagt James Hayden, der im spanischen Girona zu Hause ist.

Nach den Wintermonaten solltest du dich langsam herantasten, um ein Gefühl für deine aktuelle Fitness zu bekommen. Wenn das Tageslicht zunimmt und das Quecksilber steigt, wird es einfacher, länger zu fahren. Melde dich doch einfach für Radsportevents wie Jedermannrennen an. Das bringt dich in Form und du lernst gleichzeitig noch neue Leute kennen und hast Spaß dabei.

„Dir gewisse Ziele zu setzen – etwa 200 km, 300 km, 400 km, 600 km in einer Saison oder in einem Jahr – ist ein guter Weg, um dir eine Art Sprungbrett während der Saison zu schaffen und von dort aus weiter aufzubauen“, sagt Emily. „Ich plane auch gerne Besuche bei Freunden und Familie ein, die in einer entsprechenden Entfernung wohnen.“

Einer der häufigsten Fehler ist es, gleich zu Beginn der Fahrt ein wenig zu überdrehen und auf halber Strecke schlapp zu machen, weil das Tempo einfach zu hoch war. Wir haben alle auf die harte Tour gelernt, aber du kannst diesen Fehler von Anfang an vermeiden.

Wenn du vorhast, 8 Stunden lang zu fahren, solltest du etwas Energie für später am Tag aufsparen. Es ist leicht, sich zu Beginn einer Veranstaltung von der Aufregung der anderen mitreißen zu lassen. Aber wenn du dich auf dich selbst konzentrierst und zumindest in der ersten Hälfte innerhalb deiner Komfortzone fährst, hast du für den letzten Teil deiner Route noch Reserven, wenn das Ziel näher rückt.

„Ich habe über viele Jahre und Tausende von Kilometern herausgefunden, dass ich morgens am besten fahre, nachmittags langsamer werde und nach Sonnenuntergang wieder in Schwung komme“, verrät Emily. Zudem sagt sie, dass es oftmals einfacher ist, wenn man alleine fährt, da man keine anderen hat, mit denen man sich zwangsläufig vergleicht: „Versuche, längerfristig zu denken und überlege, welche Fortschritte du täglich machst und nicht, ob du in einem bestimmten Moment zurückfällst.“

Lange Strecken zu fahren bedeutet, dass du stunden – oder tagelang am Stück unterwegs bist. Manche Menschen ziehen es vor, alleine zu fahren, aber für andere kann die Motivation und die Gesellschaft von Mitfahrern eine große Hilfe sein, um durchzuhalten, wenn es schwierig wird.

„Es macht einen riesigen Unterschied, zu wissen, dass man Teil einer Community ist. Dass es Menschen gibt, die dich verstehen“, sagt Emily. Sie erklärt, dass diese Leute sowohl im realen Leben als auch in den eigenen Gedanken existieren können: „Ich nenne sie mein unsichtbares Peloton. Und wenn eine Tour wirklich hart wird, stelle ich mir manchmal vor, dass sie um mich herum oder vor mir herfahren, um mich in den Windschatten zu nehmen. Das ist einer der Gründe, warum soziale Medien auf langen Fahrten so ein Rettungsanker sein können – sie helfen dir, dich weniger allein zu fühlen.“

Jemanden zu finden, der die gleichen Ziele hat wie du, wird Wunder wirken und dir helfen, deine langfristigen Ziele zu erreichen.

Wenn man lange Strecken fährt, kommt man wahrscheinlich in Gegenden, die man vorher noch nicht kannte. Aber das ist keine schlechte Sache. „Ich finde, dass manche Touren durch neue Gegenden wie im Flug vergehen, da meine Sinne deutlich mehr beansprucht werden“, erklärt James und meint damit das Aufregende beim Entdecken neuer Orte. „Am besten recherchierst du vor der Tour ein wenig: Halte Ausschau nach neuen, interessanten Gegenden und informiere dich auch über das jeweilige Streckenprofil und das Wetter.“

Emily stimmt ihm in vielen Punkten zu, betont aber, dass die Art des Ausflugs die Strecke bestimmt. „Bei einem Rennen wählst du natürlich die kürzeste und flachste Route zwischen A und B. Wenn du auf ein Abenteuer aus bist, dann nimm dir so viel Zeit wie möglich, um auch Umwege und ruhigere Straßen einzuplanen. Meine schönsten Entdeckungen sind immer diejenigen, mit denen ich nicht gerechnet habe.“

Apps wie Strava, Ride With GPS, Komoot und Epic Ride Weather sind unverzichtbar für alle, die ihre nächste große Tour planen.

Leseprobe

Im Sommer fahre ich so oft wie möglich Fahrrad, mindestens jeden zweiten Tag. Mein Fahrrad ist ein Allrounder, super für die Stadt, aber trotzdem kein reines Citybike. Es ist auch kein richtiges Mountainbike. Dennoch kann ich Radtouren über Feldwege mit meinem Rad machen. Außerdem habe ich einen alten Fahrradanhänger, mit dem ich größere Einkäufe oder schwere Dinge transportieren kann.

Fahrradfahren ist vor allem eins: praktisch und effizient. Distanzen von zehn bis zwanzig Kilometern kann man wunderbar mit dem Rad zurücklegen. Ich bin flexibel. In Berlin bin ich meistens sogar schneller, als ich es mit dem Auto wäre, vor allem zur Hauptverkehrszeit morgens und abends. Außerdem kann ich mir als Student gar kein Auto leisten – und will es auch nicht.

Es kommt oft vor, dass mir ein Auto die Vorfahrt nimmt oder ich einfach übersehen werde. Als Radfahrer lebt man vor allem in so einer chaotischen Großstadt wie Berlin nicht ganz ungefährlich.

Ja, ich bin ein umweltbewusster Mensch. Radfahren ist für mich eine politische Aussage nach dem Motto: „Seht her, es geht auch ohne Auto!“.

Arbeit, Energie und Leistung

Beim Radfahren wirken gleichzeitig viele verschiedene Kräfte wie z. B. die Rollreibung oder der Luftwiderstand. Um Aussagen über die zu deren Überwindung erforderliche Leistung und Energie machen zu können muss man sich an einige Formeln aus dem Unterricht erinnern.

Leistung=Kraft \(\cdot\) Geschwindigkeit

Kennt man schließlich noch die Zeitdauer, während der eine bestimmte Leistung aufgebracht wird, so kann man die erforderliche mechanische Energie bestimmen.

Verständnisaufgabe

Berechne, wie viel Prozent seiner Leistung ein Radfahrer bei \(40\frac>>>>>\) benötigt, um gegen den Luftwiderstand anzukämpfen.

Dauerleistung

Die folgende Grafik zeigt, wie lange verschieden trainierte Personen eine bestimmte Dauerleistung aufrecht erhalten können.

Aufgabe

Entnimm dem Graphen, wie lange ein untrainierter Mensch und wie lange ein trainierter Mensch die Leistung aufrechterhalten kann, die für eine Radfahrt mit \(40\frac>>>>>\) nötig ist. Beachte den nichtlinearen Maßstab auf der Zeitachse.

Berechne, wie viele \(\rm\) in Form von Nahrung der Hochleistungssportler aufnehmen müsste, damit er den Energieverlust einer neunstündigen Radfahrt mit einer Geschwindigkeit von \(40\frac>>>>>\) ausgleicht. Gehe dabei von einem Wirkungsgrad des Körpers von \(25\% \) aus.

Fahrrad im Straßenverkehr

Durch die wird die Ausstattung eines Fahrrades vorgeschrieben. Sie können jedoch noch zusätzliche Vorkehrungsmaßnahmen treffen.

Bei einem Fahrradunfall können schwere Kopfverletzungen entstehen. Viele dieser Verletzungen können durch das Tragen eines Fahrradhelms vermieden werden. Daher sollte ein selbstverständlich sein – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

    Harte Außenschale aus reflektierendem Material Luftschlitze, die breit und durch Luftkanäle verbunden sind Gitter vor den Luftschlitzen zum Schutz vor Insekten Verschlussriemen, die fix mit dem Helm verbunden sowie einfach zu öffnen und zu schließen sind Helm muss der ÖNORM EN 1078 entsprechen und die CE – Kennzeichnung in der Helmschale tragen

Müssen einen tragen (Radhelmpflicht). Verantwortlich dafür, dass das Kind den Helm auch trägt, ist seine Aufsichtsperson. Das gilt auch für Kinder unter zwölf Jahren, die in einem Fahrradanhänger befördert oder auf einem Fahrrad mitgeführt werden.

Eine, vorzugsweise mit reflektierenden Streifen, ist vor allem bei schlechter Sicht und Dunkelheit wichtig.

Wichtige Verkehrsregeln

Für eine sichere Fahrt mit Ihrem Fahrrad gilt es wichtige Verkehrsregeln zu beachten.

    Beim Abbiegen immer ein Handzeichen geben. Beim Zufahren auf Kreuzungen das Tempo drosseln. Tempolimits einhalten und die Fahrgeschwindigkeit dem eigenen Können anpassen. Den Vorrang anderer beachten.

      Die Verkehrstafeln „Vorrang geben“ oder „Halt“ gelten auch für Radfahrerinnen/Radfahrer. Fußgängerinnen/Fußgänger haben auf dem Schutzweg („Zebrastreifen“) Vorrang. Schienenfahrzeuge und Einsatzfahrzeuge (z. B. Rettung) haben Vorrang.

    Tempolimits

      Ortsgebiet maximal 50 km/h Freilandstraßen maximal 100 km/h

    Wichtig ist die Sonderregelung für (= durch gleichmäßig unterbrochene Quermarkierungen gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Radfahrerinnen/Radfahrer bestimmter Fahrbahnteil), außer die Kreuzung wird durch eine Ampel oder durch die Exekutive geregelt:

    Achtung

    Wenn ein Verkehrsschild auf eine Geschwindigkeitsbeschränkung hinweist, dann ist diese genauso von Radfahrerinnen/Radfahrern einzuhalten (z. B. Zone 30 im Ortsgebiet).

    Abstellen von Fahrrädern

    Auf einem Gehsteig sind Fahrräder platzsparend aufzustellen, sodass Fußgängerinnen/Fußgänger nicht behindert und Sachen nicht beschädigt werden.

    Im Haltestellenbereich öffentlicher Verkehrsmittel dürfen Fahrräder nicht abgestellt werden, außer wenn dort ein Fahrradabstellplatz vorhanden ist.

    In Fußgängerzonen, in denen das Radfahren nicht erlaubt ist, dürfen Fahrräder geschoben und auch außerhalb allfälliger erlaubter Einfahrtszeiten abgestellt werden.

    Benutzung von Verkehrsflächen und Fahrverbote

      Fahrbahn. Ist allerdings eine Radfahranlage vorhanden, muss diese benutzt werden.
      (Ausnahme:U. a. nicht benützungspflichtige Radwege bzw. nicht benützungspflichtige Geh – und Radwege) „Radwege“ sowie „Geh – und Radwege“ Radfahrstreifen (für den Radverkehr markierter Teil der Fahrbahn, muss vom ruhenden und fließenden Verkehr freigehalten werden) Mehrzweckstreifen (ein Radfahrstreifen, der unter besonderen Umständen auch von anderen Verkehrsteilnehmerinnen/Verkehrsteilnehmern befahren werden darf) Radfahrerüberfahrt (durch gleichmäßig unterbrochene Quermarkierungen gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Radfahrerinnen/Radfahrer bestimmter Fahrbahnteil) Wohnstraßen Fußgängerzonen in Schrittgeschwindigkeit und nur dann, wenn dies durch Beschilderung ausdrücklich erlaubt wird Fahrradstraßen Begegnungszonen
      Gehsteig (außer zum Queren z. B. im Zuge der Zufahrt zu einem Fahrradabstellplatz) Gehweg Schutzweg: Das Befahren von Schutzwegen mit Fahrrädern in Gehrichtung der Fußgängerinnen/Fußgänger ist verboten; ausgenommen ist das Befahren mit Fahrrädern in Fortführung eines Geh – und Radweges, wenn links und rechts des Schutzwegs Quermarkierungen jeweils versetzt zu den Längsstreifen der Schutzwegmarkierung angebracht sind. Auf dem für Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmten Teil eines (getrennten) ‚Geh – und Radweges‘ Autobahn Autostraße Beschilderte Fahrverbote

    Das Schieben eines Fahrrades ist auf diesen Verkehrsflächen – ausgenommen Autobahn und Autostraße – erlaubt. Wer ein Fahrrad schiebt, gilt nicht als Radfahrerin/Radfahrer.

    Alkoholbestimmungen

    Strafsätze bei Übertretung

    Strafgrund Betrag in Euro
    Ab 0,8 Promille (0,4 mg /l Atemluft) 800 bis 3.700
    Ab 1,2 Promille (0,6 mg /l Atemluft) 1.200 bis 4.400
    Ab 1,6 Promille (0,8 mg /l Atemluft) 1.600 bis 5.900
    Verweigerung des Alkotests 1.600 bis 5.900

    Wer in einem durch Drogen beeinträchtigten Zustand Fahrrad fährt, muss mit einer Strafe zwischen 800 Euro und 3.700 Euro rechnen.

    Achtung

    Bedenken Sie, dass Rad fahren in alkoholisiertem Zustand ein Hinweis auf mangelnde Verkehrszuverlässigkeit sein kann. Stellt die Behörde mangelnde Verkehrszuverlässigkeit fest, kann Ihnen Ihr Kfz – Führerschein entzogen werden.

    Weitere Informationen zum Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrerinnen/Radfahrern und Rollerfahrerinnen/Rollerfahren finden sich ebenfalls auf oesterreich. gv. at.

    Rechtsgrundlagen

    Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie

    Wie lange kann ein normaler Mensch mit dem Fahrrad fahren

    Wenn man krank ist, ist Sport tabu. Doch wie sieht das nach einer Corona-Erkrankung aus? Wir sprachen mit Dr. Christopher Edler vom Radteam Bora-hansgrohe.

    Mehr als 32 Millionen positive Corona-Fälle (Stand Ende August 2022) gibt es in Deutschland inzwischen – Tendenz weiter steigend. Zwar erleben die meisten Erkrankten nur einen milden Verlauf der Virusinfektion, dennoch sind viele Menschen verunsichert, wenn sie an COVID-19 erkrankt sind. Das gilt insbesondere für solche, die in ihrem Alltag regelmäßig Sport treiben. Doch ab wann kann das Fahrrad wieder aus der Garage geholt werden?

    „In jedem Fall ist es wichtig, dass man lange genug Pause macht – und es auch dann vorsichtig angeht, wenn man sich bereits wieder gesund fühlt“, sagt Dr. Christopher Edler. Er ist Head of Medical beim deutschen Profiradteam Bora-hansgrohe und betreut unter anderem Athleten bei der Tour de France. Mit ihm sprachen wir darüber, was eine Corona-Infektion für den Körper bedeutet und was man nach einer Erkrankung beachten sollte – egal ob man Radprofi ist oder das Rad nur auf dem Weg zur Arbeit verwendet.

    Herr Dr. Edler, Sie sind Mannschaftsarzt beim Profiradteam Bora-hansgrohe. Inwieweit ist Corona nach wie vor ein Problem im Profisport?

    Dr. Christopher Edler: Das kommt ganz auf die Definition an. Wenn man es als Problem definiert, weil es die Pandemie noch gibt, dann ist es nach wie vor ein Problem. Schließlich gibt es immer noch regelmäßige Infektionen unter den Fahrern. Wenn wir aber den Umgang mit einer Erkrankung betrachten, dann haben wir inzwischen eine gute Routine. Fahrer, Trainer und Teammanager wissen, was auf sie zukommt, wenn sich ein Athlet infiziert hat – etwa, wenn es darum geht, dem Athleten eine Training – und Rennpause zu verordnen.

    Was macht Corona mit dem Körper eines Hochleistungssportlers? Und gibt es Unterschied zu Radfahrern, die beispielsweise nur mit dem Rad zur Arbeit pendeln oder Wochenend-Touren machen?

    Im Prinzip nicht, die Effekte des Virus auf den Körper sind die gleichen. Ein Tour-de-France-Profi hat genauso mit Muskelschmerzen und Müdigkeit zu kämpfen wie ein nicht-trainierter Mensch. Was wir allerdings beobachten, ist ein Unterschied bei der Ausprägung der Symptome. Hochleistungssportler haben ein starkes Herz und ein großes Lungenvolumen – sie werden also zum Beispiel weniger in Atemnot geraten als nicht-trainierte Menschen.

    Es kommt aber sicherlich auch auf die Virusvariante an, an der man erkrankt ist. Wir hatten Fälle mit langen Verläufen, wo ein Athlet wochenlang ausfiel. Gleichzeitig haben wir auch Fälle, wo jemand keine Symptome zeigt und nur ein paar Tage ausfällt. Für uns ist klar: Solange ein Fahrer symptomatisch und positiv ist, trainiert er nicht – da sind sich auch alle Fachgesellschaften einig. Das gilt selbstverständlich auch für Nicht-Sportprofis: Wer Symptome hat, sollte sich nicht belasten.

    Ab wann kann man sich denn wieder aufs Rad wagen?

    In der deutschen Sportmedizin gibt es eine Leitlinie, die besagt, dass man nach einem leichten Verlauf drei komplett symptomfreien Tagen wieder mit geringer Belastung anfangen darf. Wenn man dann trotz dieser leichten Belastung zehn weitere Tage beschwerdefrei bleibt, kann man den Körper auch wieder stärker belasten.

    Die Formulierung „leichter Verlauf“ ist dabei entscheidend: Wir unterscheiden zwischen symptomlosen Verläufen, milden, moderaten und schweren Symptomen. Unter einen leichten Verlauf fällt beispielsweise eine Erkrankung ohne Fieber, leichten Halsschmerzen, eine laufende Nase und ein leichtes generelles Krankheitsgefühl.

    Wie sollte man vorgehen, wenn die Symptome zumindest moderat waren?

    Wenn die Erkrankung schlimmer war, sollte man dementsprechend noch vorsichtiger sein. Wir machen beispielsweise bei allen Sportlern EKG-Tests und Lungenuntersuchungen – egal, wie mild oder stark ein Verlauf war. Auch eine Blutuntersuchung mit einer Kontrolle der Herz-Enzyme gehört dazu. Bei moderaten Verläufen machen wir sogar ein Herz-MRT. Letzteres ist allerdings für normale Bürgerinnen und Bürger nicht bei jeder Coronavirus-Infektion nötig.

    Dennoch ist es auch hier das oberste Gebot, Langzeitfolgen wie beispielsweise eine Herzmuskelentzündung zu vermeiden. Und das geht eben am besten, wenn man ganz vorsichtig ist und lieber länger als kürzer pausiert. Wenn man Fieber über 38,5 Grad, deutliche Kopfschmerzen, Atemnot in Ruhe, Schwindel und einen länger als drei Tage andauernden Husten hatte, dann sagen die Leitlinien, dass auch ein Nicht-Profi definitiv einen Gesundheitscheck machen sollte. Da geht es dann um eine Kontrolle der Blutwerte, ein Ruhe-EKG und eventuell einen Herz-Ultraschall.

    Was sollte man machen, wenn man sich unsicher ist? Und was wären Anzeichen, dass man am besten direkt zum Arzt gehen sollte?

    Grundsätzlich ist es nie verkehrt, bei einer Unsicherheit zum Hausarzt zu gehen. Da würde ich die Latte ganz niedrig hängen. Definitive Alarmzeichen wären Herzrhythmusstörungen, stolpernde Herzschläge oder Palpitationen mit plötzlich ganz starken Herzschlägen. Ebenfalls ein Warnzeichen kann sein, dass eine Belastung, die man vor Corona problemlos geschafft hat, nun plötzlich viel anstrengender ist. Etwa, wenn man auf dem Arbeitsweg normalerweise einen kleinen Hügel ohne Probleme bewältigt hat und man nun kaum mehr hinaufkommt.

    Jakobsweg mit dem Fahrrad

    Der Jakobsweg ist vor allem erstmal der bekannteste Pilgerweg der Welt. Er endet an der Kathedrale in Santiago de Compostela, und über 200.000 Menschen kommen dort jedes Jahr an.

    Die Frage, wo der Jakobsweg eigentlich beginnt, ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Die zwei häufigsten Antworten lauten “vor deiner Haustür” und “an der französischen Grenze”.

    Also ist der Jakobsweg irgendwie die Strecke von deinem Zuhause bis nach Santiago de Compostela, und sie führt wahrscheinlich durch Saint-Jean-Pied-de-Port und durch Pamplona – beides Orte an der französischen Grenze.

    Du kannst mit dem Rad zuhause starten. Die Strecke ist von Berlin etwa 2.700 Kilometer lang, und von Freiburg knapp 2.000 Kilometer. Du wirst etwa 3-5 Wochen dafür brauchen mit dem Fahrrad.

    Solltest du nach Pamplona fliegen und von dort aus losradeln, so bist du etwa 8 Tage später in Santiago und bist etwa 830 Kilometer weit geradelt. Das ist übrigens die klassische Art den Jakobsweg mit dem Rad zu fahren.

    Wenn du unterwegs in deinem Pilgerpass die Stempel der Unterkünfte sammelst, so kannst du dir Pilgerbüro in Santiago deine sogenannte Compostela ausstellen lassen, die Pilgerurkunde.

    Die bekommt jeder Pilger, der mindestens 100 Kilometer zu Fuß oder aber 200 Kilometer per Rad auf dem Jakobsweg unterwegs gewesen ist.

    Es kommt tatsächlich sogar recht häufig vor: Laut aktuellen Pilgerstatistiken absolvieren etwa 10% der Pilger den Camino de Santiago per Fahrrad. Also über 20.000 Radler pro Jahr.

    Kurzum: Es ist ohne große Probleme möglich, den Jakobsweg mit dem Fahrrad zu machen.

    Die Strecke durch Spanien verläuft also weitestgehend identisch und vor allem immer parallel zum Camino Francés, und sie heißt als Radweg übrigens auch.

    Die Strecke der zu Fuß gehenden Pilger ist nicht komplett identisch mit dem Jakobsweg für Radfahrer. Denn manche Stellen sind einfach zu schwer passierbar mit dem Rad, und dort weicht der Radweg ab.

    Auf dem Jakobsweg haben die klassischen Fußpilger einen gewissen Vorrang, und sie werden vor allem in den Herbergen auch vorrangig behandelt. Das heißt, dass die Betten in erster Linie für Fußpilger vorgesehen sind und im Zweifelsfall auch an diese verteilt werden. Es ist schließlich auch weitaus problematischer für den Fußpilger, einen Ort weiter zu gehen, als für den Radpilger, sollten einmal alle Betten belegt sein.

    Darum nehmen viele Radpilger auch ein Zelt mit, schließlich macht das zusätzliche Gewicht vom Zelt fast nichts aus aus, wenn es mit dem Rad transportiert wird.

    Dennoch berichten die meisten Radler, dass sie auf dem Jakobsweg fast immer ein Bett in den Herbergen gefunden haben.

    Zu Fuß oder per Rad – das ist nicht dasselbe

    Es gibt aber auch ein paar Unterschiede zwischen den Pilgern zu Fuß und den Pilgern auf dem Rad, die ich hier erwähnen möchte.

    Wenn du zu Fuß die klassische Strecke gehst, so bist du 4-5 Wochen lang unterwegs. Das ist eine Zeit, die knapp länger ist als die Fastenzeit. Also genau die Zeit, von der viele sagen, dass man in ihr seine eigene Gewohnheiten ändern kann. Du kennst den Spruch: “was du 30 Tage lang geschafft hast, wirst du fortan immer schaffen”.

    Als Radler ist man für diesen Aspekt der inneren Einkehr wohl etwas zu schnell am Ziel.

    Wenn man Fuß-Pilger danach fragt, was für sie das Wichtigste am Jakobsweg war, so antworten sie fast immer: .

    Weil du zu Fuß jeden Tag immer wieder genau so weit kommst wie alle anderen auch, triffst du auch fast jeden Tag und jeden Abend auf dieselben Mitpilger. Es entstehen Gruppen, es entstehen Freundschaften und es springt ganz viel von dieser von einem zur anderen über. Das ist es, was die meisten am Jakobsweg so fasziniert – man ist plötzlich umgeben von lauter lieben Menschen, die irgendwie auf derselben Suche sind, . Und daraus entstehen ganz wunderbare Wendungen des Lebens, von denen fast jeder Pilger für den Rest seines Lebens schwärmt.

    Und genau das wirst du auf dem Fahrrad vermutlich nicht in derselben Intensität erleben können. . Das Gemeinschaftserlebnis wird weniger stark sein auf dem Rad.

    Es “fehlt” also vielleicht genau das, was den Jakobsweg so besonders macht.

    Darum sagen auch viele Pilger, dass “der echte” Jakobsweg nur zu Fuß erlebbar ist.

    Nun ja, ich würde sagen, er ist. Du folgst einem über tausend Jahre alten Pilgerweg. Du bist umgeben von lauter Pilgern. Du schnupperst dieselbe Luft, du schläfst in denselben Herbergen und du hast dasselbe Ziel. Doch zugleich huschst du irgendwie auch ein wenig darüber hinweg.

    Mein Fazit

    Der Jakobsweg ist eine großartige Radtour (die ich übrigens selbst auch schon geradelt bin). Wenn du also auf der Suche bist nach einer solchen besonderen Radtour, dann ist der Jakobsweg für dich genau richtig.

    Suchst du allerdings das “echte” Pilgererlebnis, so solltest du dir überlegen, ob du nicht lieber zu Fuß gehen möchtest.

    Radeln für gesunde Gelenke – Radfahren: Gesunde Bewegung bei Arthrose

    Radfahren ist der ideale Sport für Menschen mit Arthrose, da Muskeln und Gelenke schonend bewegt werden. Was Sie beachten sollten, lesen Sie hier.

      Kommentieren bei Facebook teilen bei Twitter teilen bei WhatsApp teilen via E-Mail teilen Seite drucken favorite
    Bewegung ist gut für die Gelenke

    Beim Radfahren wird die immer gleiche Bewegung wiederholt. Die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung sorgt dafür, dass die Gelenkknorpel besser durchblutet und vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert wird. Die Gelenkflüssigkeit wirkt wie eine Art „Schmiere“ zwischen den Gelenkflächen, die durch die Arthrose abgenutzt sind.

    Durch die vermehrte Produktion von Gelenkflüssigkeit reiben die Gelenkflächen nicht mehr so stark aufeinander, Bewegungen sind weniger schmerzhaft. Außerdem enthält die Gelenkflüssigkeit Nährstoffe, die den Knorpel versorgen. Die Nährstoffe sind wichtig, damit der Knorpel, der natürliche Gleitschutz im Gelenk, gekräftigt wird.

    Die Vorbereitung: Das Fahrrad richtig einstellen

    • Auf dem Sattel sitzend sollte man mit ausgestrecktem Bein das untere Pedal mit der Ferse erreichen.

    • Der Lenker sollte deutlich höher sein als der Sattel. Die aufrechte Haltung belastet den Bewegungsapparat am wenigsten.

    • Die richtige Auflagestelle für das Pedal ist zwischen Ballen und Mittelfuß. Das Knie sollte beim Treten nicht ganz durchgestreckt werden – eventuell den Sattel niedriger stellen.

    Tipps zum Radfahren – Fahrräder richtig einstellen

    Radfahren – beliebter Sport, aber auch Mittel zum Zweck. Die einen quälen sich auf schnellen Rennrädern Berge hoch, andere brettern auf Hightech – Bikes durchs Unterholz und die Dritten lassen sich elektrisch bei der Stadttour anschieben. Eins gilt für alle: Nur mit der richtigen Radeinstellung wird’s gesund für Muskeln und Knochen. Wir zeigen Bild für Bild wie.

    Radfahren: Die Bewegung richtig ausüben

    • Für Menschen mit Arthrose eignen sich Fahrräder mit möglichst vielen Gängen; man sollte bevorzugt in kleinen Gängen fahren.

    • Die ideale Trittfrequenz liegt bei 80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute. Deshalb sollte man auch eher in niedrigen Gängen fahren. Die schnelle Trittfolge bei mäßigem Krafteinsatz schont Gelenke und Muskeln.

    • Wer unter Hand – oder Fingerarthrose leidet, sollte eine Schaltung wählen, die in den Griff integriert ist, eine so genannte Griffgangschaltung. Alternativ gibt es auch die Tretlagerschaltung, die mit der Ferse betätigt wird.

    • Bei akuten Schmerzen sollte man keinen Sport betreiben. Arthrose kann sowohl durch zu wenig als auch durch zu viel Bewegung entstehen. Auf jeden Fall sollte man seinem behandelnden Arzt die Schmerzen schildern und gegebenenfalls andere Schmerzmittel wählen.

    Dran bleiben: Bewegung ist wichtig für Menschen mit Arthrose

    • Den besten Effekt für die Gelenke erreicht man, wenn man regelmäßig trainiert, also mindestens dreimal in der Woche oder 30 Minuten jeden Tag.

    • Anfänger sollten mit kürzeren Touren beginnen und dann langsam steigern. Ebene Radfahrstrecken eignen sich für Menschen mit Arthrose besser als Strecken mit Steigungen.

    Alternativ zum Fahrrad kann man auch auf dem Hometrainer seinen Gelenken etwas Gutes tun. Auch hier sollte man auf die richtige Einstellung von Sattel und Lenker achten und keine zu hohe Wattzahl wählen. Ideal sind 25 bis 50 Watt und eine eher hohe Trittfrequenz.

    Sport nach der Gelenkoperation

    Nach dem Ersatz eines Gelenks, zum Beispiel am Knie oder der Hüfte, muss man keineswegs auf Sport verzichten. Wichtig ist, den individuellen Heilungsprozess zu beachten, der von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich sein kann. Ist die Operation ohne Komplikationen verlaufen, raten die meisten Ärzte ihren Patienten zu einer Sportpause von rund sechs Monaten. Bewegen kann und sollte man sich in dieser Zeit aber trotzdem. Zu Beginn bekommen die meisten Patienten Physiotherapie verschrieben, die sie dann anschließend zuhause fortsetzen. Auch leichte Spaziergänge sind in dieser Zeit erlaubt.

    Nach den durchschnittlich sechs Monaten Sportpause und wenn der Arzt „grünes Licht“ gegeben hat, kann man langsam wieder mit dem Radfahren beginnen. Dabei sollte man lieber häufiger kurze Touren wählen als auf einmal mehrere Stunden lang fahren. Um Stürze zu vermeiden sollte man kein zu unwegsames Gelände wählen. Der Sattel sollte etwas tiefer als sonst eingestellt werden, so dass man mit den Füßen den Boden erreichen kann. Ein Rad mit tiefem Einstieg erleichtert das Auf – und Absteigen. Für Menschen mit einer Kniegelenkprothese kann ein E-Bike eine Alternative sein; es vermindert vor allem bergauf den Kraftaufwand.

    Bei Ruhe – oder Bewegungsschmerz oder wenn sich das künstliche Gelenk instabil anfühlt, sollte man keinen Sport betreiben. Generell gilt aber, dass regelmäßige Bewegung die Haltbarkeit eines Implantats eher verlängert als verkürzt. Denn auch das künstliche Gelenk wird ja von Bändern und Muskeln gehalten, die bewegt werden müssen, um ihre Funktion erfüllen zu können.

    Nicht nur Radfahren

    Neben Radfahren, sind auch Schwimmen, Nordic Walking, Skilanglauf und Aqua-Fitness Sportarten, die für Menschen mit Arthrose oder mit künstlichen Gelenken gut geeignet sind. Weniger empfehlenswert sind zum Beispiel Ballsportarten wie Tennis oder Badminton, bei denen schnelles Anlaufen und Abstoppen, sowie schnelle Richtungsänderungen gefordert werden. Gegen Joggen ist nicht prinzipiell etwas einzuwenden; allerdings sollte man auf Schuhe mit einer guten Dämpfung achten, ebene Strecken wählen und lieber auf Waldboden als auf Asphalt laufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert