Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Der Trend zum E-Bike hält an. Doch nicht nur das Verkehrsmittel boomt: Auch die Zahl an Unfällen, bei denen Pedelecs beteiligt sind, steigt. Höchste Zeit also, den Aspekt Sicherheit auf dem E-Bike genauer zu beleuchten und Maßnahmen vorzustellen, mit denen Du als E-Bike-Nutzer Dein persönliches Unfall-Risiko reduzieren kannst.

E-Bikes als Teil der Verkehrswende

Seit einigen Jahren steigt die Anzahl der E-Bikes in privaten Haushalten kontinuierlich an: von 1,6 Millionen 2014 auf über sieben Millionen im Jahr 2021. Die Vorteile des E-Bikes machen es für viele Nutzer deutlich attraktiver, auch etwas längere Strecken auf dem Fahrrad, statt mit dem Auto zurückzulegen. Diese Entwicklung sehen wir als wichtigen Teil der Verkehrswende. Insbesondere wenn für regelmäßige Fahrten wie dem Arbeitsweg Pedelecs statt PKW genutzt werden, hilft das die Verkehrssituation zu entspannen und die Umwelt zu entlasten. Als Dienstrad-Anbieter freuen wir uns natürlich besonders darüber, dass der Trend zum E-Bike auch durch die Möglichkeit des Leasings gefördert wird, weil die Anschaffung für Arbeitnehmer so deutlich günstiger wird.

Unfall-Risiko E-Bike

Die Kehrseite dieser positiven Entwicklung: Auch die Zahl der Unfälle, an denen E-Bikes beteiligt sind, steigt. Das mag unter anderem daran liegen, dass es mehr E-Biker gibt, die verunfallen können. Auch fehlende und zu schmale Radwege, die zum Beispiel Überholmanöver gefährlich machen, und die insgesamt nicht auf die schnell wachsende Zahl an Pedelecs eingerichtete Infrastruktur werden von einigen Akteuren kritisiert. Wir sind optimistisch, dass bei der Verkehrsplanung in Zukunft zunehmend auch die Anforderungen des steigenden Rad – und E-Bike-Verkehrs berücksichtigt werden. Deine individuelle Sicherheit auf dem Pedelec kannst Du aber schon jetzt mit ein paar einfachen Maßnahmen erhöhen.

Unsere Tipps für mehr Sicherheit auf dem E-Bike

Auch wenn viele E-Bikes sich optisch nicht mehr wesentlich von klassischen Fahrrädern unterscheiden, gibt es doch Besonderheiten, die Du berücksichtigen solltest, um Dein persönliches Unfallrisiko zu minimieren. So sind Pedelecs nicht nur schneller, sondern auch schwerer als Fahrräder ohne Motor, sodass der Bremsweg länger sein kann.

Und hier sind sie – unsere Tipps für sicheres Fahren mit dem E-Bike:

    Helm tragen! Leider für viele immer noch keine Selbstverständlichkeit, aber in unseren Augen das wichtigste Accessoire beim Fahrradfahren. Auffallen: Auch die richtige Kleidung trägt zu mehr Sicherheit beim E-Bike-Fahren bei. Sie sollte Dir ausreichend Bewegungsfreiheit lassen und auffällig genug sein, damit Du im Straßenverkehr nicht so schnell übersehen wirst. Beraten lassen: Wie schwer darf mein E-Bike sein? Welche Größe passt zu meiner Statur? Diamant-, Trapez – oder Tiefeinsteiger-Rahmen? Und vielleicht sogar ein ABS-System? Eine gute Beratung beim Fahrradfachhändler vor Ort hilft Dir, ein E-Bike zu finden, mit dem Du sicher unterwegs bist. Ausprobieren: Teste bei einer Probefahrt, wie es ist, auf einem E-Bike zu fahren und ein Gefühl für Beschleunigungs-, Brems – und Kurvenverhalten zu bekommen und lass Dir von Deinem Bike-Händler die Besonderheiten im Umgang mit Pedelecs erklären. Trainieren: Bevor Du Dich mit Deinem neuen E-Bike zur allmorgendlichen Rushhour ins Getümmel des Großstadtverkehrs wirfst, solltest Du eine gewisse Routine beim Fahren entwickeln, um auch in schwierigen Situationen sicher reagieren zu können. Unter anderem der ADFC bietet dafür in einigen Städten auch Sicherheitstrainings speziell für E-Bike-Fahrer an. Umsichtig fahren: Gefährliche Ausweichmanöver und Vollbremsungen kannst Du vermeiden, indem Du vorausschauend fährst und auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick behältst. Für Deine eigene Sicherheit solltest Du zum Beispiel berücksichtigen, dass Autofahrer die Geschwindigkeit von E-Bikes oft falsch einschätzen.

PS: Die meisten unserer Tipps für Sicherheit im Verkehr gelten natürlich nicht nur für Pedelec-Nutzer, sondern tragen auch zu mehr Sicherheit auf allen anderen Fahrrädern bei.

Sicher unterwegs auf Deinem eigenen E-Bike

Einen Helm für sicheres Radfahren hast Du schon, aber das E-Bike fehlt Dir noch? Wie wäre es dann mit einem Dienstrad von Bikeleasing? Damit kannst Du als Arbeitnehmer bei der Anschaffung Deines E-Bikes bis zu 40 % sparen.

Https://bikeleasing. at/blog/fahrradunfaelle-vermeiden

E-Bikes: Diese Verkehrsregeln gelten für Elektrovelos

Elektrovelos sind weder Fahrräder noch Mofas. Welche Verkehrsregeln gelten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Mit dem E-Bike unterwegs: Das sollten Sie wissen

Für die schnellen E-Bikes (bis 45 km/h) braucht es ein «Billet» der Kategorie M. Wer weder Auto – noch Töff fahren darf, muss die Mofaprüfung ablegen.

Erlaubt sind E-Bikes auf Velowegen und Velostreifen. Die langsamen (bis 25 km/h) auch auf Fusswegen, wo steht «Velo gestattet». Mit den schnellen E-Bikes darf man dort nur bei abgeschaltetem Motor herumdüsen.

Beleuchtung am E-Bike ist auf allen öffentlichen Verkehrsflächen nötig, auch tagsüber. Das Frontlicht genügt, wenn die Sichtverhältnisse gut sind.

Was genau ist ein E-Bike?

Das E-Bike ist ein normales Fahrrad mit einer elektrischen Tretunterstützung. Sobald man in die Pedale tritt, unterstützt ein spezieller Motor die Bewegung, und man kommt mit deutlich weniger Kraft schneller vorwärts. Rechtlich gelten E-Bikes als Motorfahrräder. Dabei wird zwischen langsamen und schnellen Elektrovelos unterschieden: Die langsamen – sie gelten als Leicht-Motorfahrräder – haben einen Motor bis 500 Watt, und ihre Tretunterstützung reicht bis maximal 25 km/h. Der Motor der schnellen E-Bikes ist bis zu 1000 Watt stark, ihre Tretunterstützung reicht bis zu 45 km/h (siehe Vergleich unten).

Brauche ich für das E-Bike einen Führerausweis?

Das hängt vom Velotyp ab. Wenn Sie ein langsames E-Bike fahren, brauchen Sie keinen Führerausweis. Für ein schnelles dagegen einen der Kategorie M. Das heisst, wenn Sie kein Auto – oder Töffbillett haben, müssen Sie die Mofaprüfung ablegen.

Wie alt muss man sein, um ein E-Bike zu fahren?

Mindestens 14-jährig. Allerdings brauchen Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 auch für langsame E-Bikes einen Führerausweis der Kategorie M.

Wo darf ich mit meinem E-Bike fahren?

Auf Velowegen und Velostreifen. Mit langsamen Elektrovelos darf man auch Wege benutzen, die für Motorfahrräder gesperrt sind. Ebenso Fusswege, die mit «Velo gestattet» gekennzeichnet sind. Mit schnellen E-Bikes darf man das nur bei abgeschaltetem Motor.

Wie schnell darf ich fahren?

So schnell, wie es erlaubt ist. Das heisst: Sie müssen sich an die allgemeinen und signalisierten Höchstgeschwindigkeiten halten. In einer 30er-Zone gilt die Limite also auch für E-Biker – auch wenn ihr Gefährt keinen Tacho hat.

Darf ich Kinder mitführen?

Ja, Sie können bis zu drei Kinder transportieren – eines auf dem Kindersitz und maximal zwei in einem geschützten Veloanhänger.

Wie muss das E-Bike ausgerüstet sein?

Mit zwei kräftigen Bremsen, einer gut hörbaren Glocke sowie einem nach hinten gerichteten Rückstrahler. Schnelle E-Bikes brauchen zusätzlich einen Rückspiegel. Seit April 2022 müssen alle E-Bikes mit einem Tagfahrlicht ausgestattet sein – unabhängig davon, ob sie schnell oder langsam sind oder ob es sich um ein E-Rennvelo, E-Mountainbike oder E-Citybike handelt. Ab April 2024 brauchen schnelle Bikes zudem einen Tacho.

Welches Licht brauchts?

Mindestens zwei fest angebrachte, ruhende Lichter – vorn weiss, hinten rot. Die Leuchten können auch abnehmbar sein, während der Fahrt aber müssen sie am E-Bike befestigt sein – und nicht etwa an der Jacke des Fahrers. Auch ein Dynamo sowie zusätzliche blinkende Lichter – etwa hinten am Helm – sind erlaubt.

Wann und wo muss ich auch tagsüber mit Licht fahren?

Auf allen öffentlichen Verkehrsflächen. Dazu gehören auch Waldwege oder Bike-Trails, falls sie nicht ausschliesslich dem privaten Gebrauch dienen und damit nur einem bestimmten Benutzerkreis offenstehen. Wenn die Sichtverhältnisse gut sind, muss nur das Frontlicht eingeschaltet sein. Bei Dunkelheit oder Nebel auch das Rücklicht.

Was droht mir, wenn ich tagsüber ohne Licht unterwegs bin?

Eine Busse von 20 Franken.

Ist ein Velohelm obligatorisch?

Ja, für alle, die mit einem schnellen E-Bike unterwegs sind. Für die Fahrt mit einem langsamen gibts keine Helmpflicht. Wer seinen Kopf schützen will, trägt aber auch dann einen.

Brauche ich ein Kontrollschild fürs E-Bike?

Ja, falls Sie ein schnelles E-Bike fahren. Die Nummer und die dazugehörige Vignette erhalten Sie meist direkt vom Händler oder beim kantonalen Strassenverkehrsamt. Langsame E-Bikes benötigen kein Nummernschild.

Welche Versicherung zahlt, wenn ich einen Unfall verursache?

Bei einem schnellen E-Bike die obligatorische Haftpflichtversicherung, die Sie abschliessen müssen. Wenn Sie ein langsames E-Bike fahren, springt normalerweise die Privathaftpflicht ein. Sie kann bei schnellen Elektrovelos auch den Teil des Schadens übernehmen, der die Versicherungssumme der obligatorischen Haftpflichtversicherung übersteigt. Am besten überprüfen Sie Ihre Police, damit Sie sicher sind, was gedeckt ist.

Wie bei den Vierrädern gelten auch für Zweiräder gewisse Regeln. Erfahren Sie als Beobachter-Abonnent, welche speziellen Verkehrsregeln Velofahrer beachten sollten, wie Sie und Ihre Kinder mit dem Drahtesel am sichersten unterwegs sind und ob auf dem Velo eine Helmpflicht gilt.

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Elektrovelos sind im Trend und machen Spass. Diese 9 Eigenschaften gilt es zu beachten, wenn Sie ein neues E-Bike kaufen wollen.

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Norina Meyer ist Juristin und arbeitet seit 2013 für den Beobachter. Sie schreibt vor allem über Wohnen, Strafrecht, Verkehr sowie gesellschaftliche Themen und ist auch als Beraterin tätig. Mehr erfahren

4 Kommentare

Regeln für alle Velo-Arten, E-Bikes und Co:
Guter Allgemeinzustand, Bremsen-und Licht-Kontrolle, unbedingt notwendig: eine hörbare „KLINGEL“, welche auch benutzt wird (Rücksichtnahme andern VerkehrsteilnehmerInnen, FussgängerInnen gegenüber, zur Verkehrssicherheit)!
Unbedingte Helmpflicht für alle, transparente, gut sichtbare Westen für alle!!

Wann endlich handeln die Zuständigen/Verantwortlichen des Bundesamtes für Verkehr und diejenigen der „Kantönli’s“ ganzheitlich und aktiv betreffend notwendiger. Ausstattung (Zustand der verschiedenen 2-4-rädrigen Velo-Typen – ohne und mit Batterie: Lichter vorn und hinten, KLINGEL-Notwendigkeit), Ausstattung der FahrerInnen: unbedingtes Helm-Obligatorium (Verkehrschaos), transparente Weste, unbedingte, frühzeitige Benutzung der Klingel = Dorf, Land, Stadt.

Was ich am Ganzen E-Bike drumherum seltsam finde: der Begriff Mofa steht ja für „MotorFahrrad“ dazu zählen auch die alten Velo-Solex, welche ja (für alle, die diese nicht mehr kennen) einen „einhängbaren“ Benzinmotor hatten. Weshalb nun das E-Bike = Elektro-Motor-Fahrrad nicht in die Kategorie Motorfahrrad rein gehört und dieselben Bestimmungen einhalten muss ist mir nach wie vor ein Rätsel!! Auf dem Mofa, wie auch auf dem V-Solex muss man einen schweren, sichtbehindernden Motorradhelm tragen, eine Theorie-Prüfung ablegen und, und, und. Warum hier das E-Bike einen Sonderstatus einnimmt ist nicht nur unverständlich, sondern wie man im täglichen Verkehr mitkriegt eine echte Gefahr für beide Seiten!!

Wollen Sie damit sagen, dass es die „echte Gefahr für beide Seiten“ vermindern würde, wenn nun auch die Velofahrer einen „schweren, sichtbehindernden Motorradhelm“ tragen müssten? Oder plädieren Sie dafür, dass man diesen Helm auch für Töfflifahrer als nicht obligatorisch erklähren sollte?

Https://www. beobachter. ch/strassenverkehr/diese-verkehrsregeln-gelten-fur-elektrovelos-525966

Mein erstes Mal: So fühlt sich also E-Bike fahren an

Mein erstes Mal: So fühlt sich also E-Bike fahren an

14. März 2023 um 07:17 Uhr

Von Tobias Elsaesser

Da steht es also. Als Hausgast für zwei Wochen, inmitten einer eingeschworenen Gemeinschaft aus fünf Rennrädern. Das Honbike. Das erste E-Bike, das ich nicht nur sehe, sondern auch gleich fahren werde. Rein optisch wirkt es wie ein Fremdkörper, es nimmt doppelt so viel Platz weg wie ein Rennrad und es ist fast dreimal so schwer. Schon seltsam, aber ich will vorbehaltlos an die Sache rangehen. E-Bikes sind aus den Straßen nicht mehr wegzudenken, sie haben das Fahrradfahren revolutioniert, ein massentaugliches Verkehrsmittel tatsächlich noch massentauglicher gemacht.

Für wie viel ist das Rad verantwortlich, für wie viel der Fahrer?

Ich will wissen, wie das ist, ich freu mich drauf, muss aber zugeben: Ich bin ein wenig nervös, denn ich bin es gewohnt, ein Fahrrad hundertprozentig unter meiner Kontrolle zu haben. Wie wird es sein, voll verantwortlich mit der Energie umzugehen, für die ich nicht voll verantwortlich bin, weil ein gewisser Prozentsatz von einem Motor kommt? Gerade auch, wenn ich immer wieder E-Bikern begegne, die in einem enormen Tempo um eine Kurve fahren und dabei ein wenig so aussehen, als wüssten sie nicht, was sie gerade tun. Für wie viel ist das Rad verantwortlich, für wie viel der Fahrer?

Ich gehe auf Nummer sicher und fahre erstmal ohne Motorunterstützung fünf Kilometer aus der Stadt raus. Ich will in dem Wirrwarr von Einbahnstraßen, rechts vor links, Fußgängerüberwegen, kleinen Kreuzungen und Ampeln nicht Gefahr laufen, einen Fehler zu machen. Und ich will wissen, wie sich das Fahrrad so ganz ohne Unterstützung fährt. Es braucht ein bisschen, bis es auf Geschwindigkeit kommt, logisch, es ist ja auch recht schwer, aber es fährt sich wie ein ganz normales Fahrrad. Ich komme ohne große Mühe auf ein Tempo von knapp über 20 km/h (auf ebener Strecke), das Fahrrad läuft gut liegt ruhig in der Spur. Das schwere Vorderrad ist etwas unruhig, was man merkt, wenn man freihändig fährt, was man aber ohnehin nicht tun sollte. Eine ganz kleine Unruhe fällt aber auch schon auf, wenn man eine Hand vom Lenker nimmt – es ist aber nichts, was aus dem Rahmen fällt oder nicht beherrschbar wäre.

E-Bike, etwas modifiziert: Auf den gewohnten schmaleren Sattel und die Klickpedale wollte ich nicht verzichten.

Garmin Edge 530 – GPS-Fahrradcomputer

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Die ersten Meter mit Motor

Nach fünf Kilometern, auf einem lang gezogenen, asphaltierten Feldweg, ist der Moment gekommen und ich schalte die leichteste Unterstützungsstufe ein. Ich bemerke, wie ich einen ganz sachten, leichten Schub von hinten bekomme, der anhält, mein Puls geht runter, die Geschwindigkeit bleibt. Ich beschleunige ohne Probleme auf knapp unter die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, der Puls bleibt, wo er ist. Es fühlt sich angenehm an, das Rad läuft noch immer ruhig und scheint leicht zu kontrollieren. Mir fällt auf, wie wunderbar einfach das Rad auf Geschwindigkeit zu halten ist. Aber lässt es sich bei dem Schub, den ich spüre, auch genauso leicht und problemlos zum Stehen bringen? In der Tat. Die mechanischen Scheibenbremsen verzögern sanft und ich halte mühelos an. Sicher, der Bremsweg ist länger als ich es von meinem Rennrad mit vergleichbaren Bremsen gewohnt bin, aber das war zu erwarten. Gewisse Grundregeln der Physik lassen sich nun mal nicht aushebeln. Schwere Dinge sind schwerer zu beschleunigen und benötigen entsprechend mehr Kraft, um sie zum Stillstand zu bringen.

Uvex I-VO CC MIPS Fahrrad Helm

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Man muss sein Fahrverhalten anpassen

Nächster Test: Ich trete an und fahre nach wenigen Metern um eine enge 90-Grad-Kurve. Hier spürt man, welche Wucht auch die leichteste Unterstützungsstufe entfaltet. Nach wenigen Tritten ist der Motor da und treibt mich mit mehr Kraft und Beschleunigung um die Ecke als ich es gerne hätte. Immer noch zu kontrollieren, aber doch ein Zeichen, wie man sein Fahrverhalten und seine Kraft einem E-Bike anpassen muss. Ein konsequentes Antreten in der Kurve und in Schräglage – so wie ich es gewohnt bin – sollte man lieber lassen, wenn man nicht Gefahr laufen will, aus der Kurve zu fliegen.

Für die erste Fahrt habe ich eine Strecke gewählt, die knapp 25 Kilometer lang ist, hauptsächlich längere ebene Passagen hat, so wie einen etwas längeren, seichten Anstieg mit maximal fünf Prozent Steigung mit einer entsprechenden Bergab-Passage. Mein Test-E-Bike hat keine Gangschaltung, also benutze ich stattdessen die drei verschiedenen Unterstützungsstufen. Vom Ergebnis bin ich zugebenermaßen beeindruckt. Der Motor macht einem das Bergauffahren tatsächlich ungeahnt leicht. Dann beginnt eine etwa einen Kilometer lange Bergab-Passage, schnell ist das Fahrrad bei der Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Höchstgeschwindigkeit heißt in diesem Falle nicht die höchstmögliche Geschwindigkeit. Es ist die Marke, bis zu der eine Unterstützung durch einen Motor zulässig ist. Ab dieser Geschwindigkeit ist jeder auf seine eigene Kraft angewiesen – oder die Beschleunigung der Masse auf einer abfallenden Strecke. Ich schaffe es auf knapp 40 km/h. hier merkt man, dass das Fahrrad recht träge ist und auch bald sehr unruhig läuft. Was nicht verwunderlich ist und auch keine Kritik darstellen soll. Das Fahrrad ist für eine solche Geschwindigkeit nicht ausgelegt und auch nicht gedacht. Solange man es einfach nur das Gefälle hinunterlaufen lässt, liegt es ruhig in der Spur und lässt sich gut kontrollieren. Die Unterstützung des Motors scheint schleichend auszulaufen. Ich überprüfe diesen Eindruck auf ebener Strecke, und er bestätigt sich. Ab 26 km/h wird es langsam anstrengend, das Fahrrad auf Tempo zu halten, bei 25 km/h setzt der Motor langsam wieder ein und die Anstrengung nimmt ab. Es ist in beide Richtungen ein angenehm fließender Übergang. Ich kann nicht sagen, ob das normal ist oder ob ich bei der Auswahl des Testobjektes einfach Glück hatte – aber ich kann sagen: So sollte sich das anfühlen, einigermaßen natürlich.

Https://www. rtl. de/cms/mein-erstes-mal-so-fuehlt-sich-also-e-bike-fahren-an-5033466.html

Pedelecs – attraktiv, aber gefährlich

Um den steigenden Unfallzahlen bei Pedelecs entgegenzuwirken, sollen neben intensiver Aufklärungsarbeit zur Funktion bereits im Handel eine Einweisung und Probefahrten angeboten werden. Dafür spricht sich die DVW aus. Ortsvereine der Verkehrswacht und andere Anbieter sollen zusätzlich ihr praktisches Programm zur Handhabung von Pedelecs besonders für Senioren erweitern, da sie hier eine Risikogruppe bilden. Wirken sich diese Maßnahmen nicht positiv auf das Unfallgeschehen aus, muss der Gesetzgeber reagieren und technische Bestimmungen entsprechend anpassen.

2016 fuhren etwa 3 Millionen Pedelecs auf deutschen Straßen. Mit der jährlich steigenden Nutzerzahl erhöht sich überproportional das Unfallaufkommen. Meistens sind es Fahrfehler, denn das Handling unterscheidet sich merklich zum Fahrrad, vor allem die elektrische Tretunterstützung in Kombination mit höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten. Besonders ältere Verkehrsteilnehmer sind dadurch unsicher in der Handhabung und verunglücken häufig mit schweren Verletzungen. Sie bilden allerdings die Hauptnutzergruppe, da Pedelecs ihnen auch mit körperlichen Einschränkungen das Radfahren wieder ermöglicht.

Beschlussfassung

    Beim Handling von Pedelecs gibt es große Unterschiede. Die Aufklärung über die verschiedenen Antriebsarten und worauf grundsätzlich beim Kauf zu achten ist, ist zu verbessern. Händler sollten grundsätzlich ausführliche Probefahrten und Einweisungen anbieten. Verkehrswachten und andere Anbieter sollten verstärkt Kurse zur Handhabung von Pedelecs insbesondere für Wiedereinsteiger anbieten. Das Unfallgeschehen sollte kritisch beobachtet werden. Bei weiterhin überproportionaler Entwicklung sind gesetzgeberische Maßnahmen unausweichlich. Für diesen Fall ist beispielsweise ein Vorschlag zu entwickeln, mit dem die Beschleunigung und die maximale elektrische Tretunterstützung in einen Zusammenhang mit der eingebrachten Tretkraft gesetzt werden. Auf diese Weise kann das Pedelec sich ähnlich einem Fahrrad verhalten. Die Vorteile der ermüdungsarmen Fahrt über lange Strecken und der kraftarmen Bergfahrt sollen dabei erhalten bleiben.

Problemstellung

Obwohl nach dem Wiener Übereinkommen über den Kraftfahrzeugverkehr ein Fahrrad ausschließlich mit Muskelkraft bewegt wird, hat die Bundesregierung im Jahr 2011 Fahrräder mit einer elektrischen Tretunterstützung bis 25 km/h im Straßenverkehrsgesetz als Fahrräder normiert. Für Fahrräder mit einer solchen elektrischen Tretkraftunterstützung hat sich der Name Pedelecs eingebürgert. Neben den vorgenannten Pedelecs mit einer Unterstützung bis 25 km/h gibt es auch solche, die bis 45 km/h unterstützen. Letztere sind rechtlich Kleinkrafträder, für die infolgedessen alle Regeln dieser Fahrzeugklasse gelten. Der Verkehrsgerichtstag in Goslar hat sich im Jahr 2011 mit dieser Thematik befasst. Allerdings wurden Bedenken in Bezug auf die Sicherheit mit Hinweis auf die neue und umweltfreundliche Mobilität nicht ausreichend gewürdigt. Seitdem hat der Bestand an Pedelecs auf deutschen Straßen mit jährlich zweistelligen Raten zugenommen, aktuell befinden sich etwa 3 Millionen Pedelecs auf deutschen Straßen davon rund 97 Prozent mit einer Unterstützung bis 25 km/h. Wenngleich exakte Zahlen nicht vorliegen, ist doch unbestritten, dass ein Großteil der Nutzer im Rentenalter ist und das Fahrzeug damit überwiegend in der Freizeit benutzt wird. Neuerdings ist als Trend zu beobachten, dass jüngere Fahrer elektrisch unterstützte Mountainbike anschaffen. Diese werden allerdings häufig außerhalb öffentlichen Straßenlands bewegt und gehen damit nicht in die Unfallstatistik ein. In den letzten Jahren ist ebenfalls ein erheblicher Anstieg der Unfälle mit Personenschaden und Pedelec-Beteiligung festzustellen. Im Jahr 2016 wurden gegenüber dem Vorjahr 69 Prozent mehr Menschen bei solchen Unfällen getötet und 25 mehr Menschen bei solchen Unfällen schwer verletzt.

Dieser Trend setzt sich auch nach den vorläufigen Zahlen für 2017 fort und liegt weit oberhalb der Zuwachszahlen im Verkauf. Die Unfallzahlen von Pedelecs sind insofern nur begrenzt mit den Unfallzahlen von Fahrrädern vergleichbar, als mit Pedelecs in der Regel öfter gefahren wird und dabei längere Strecken mit höherer Geschwindigkeit zurückgelegt werden. Auf der anderen Seite werden diese jedoch überwiegend in der Freizeit und außerhalb geschlossener Ortschaften benutzt, womit die Unfallgefahr gegenüber dem Fahrrad eher geringer ist. Da diese Parameter jedoch im Jahr 2015 genauso wie im Jahr 2016 galten, ist die einzige Variable die Zunahme der Stückzahlen. Eine proportionale Unfallentwicklung würde also zwischen zehn und 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen. Offensichtlich haben wir es also mit einer überproportionalen Entwicklung der Unfallzahlen mit Pedelecs zu tun.

Stand der Wissenschaft

In verschiedenen Studien der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt sich, dass Pedelecs innerhalb jeder Altersgruppe schneller bewegt werden als Fahrräder. Insbesondere ist die Spreizung bei Pedelecs größer. Dies bedeutet, dass auch die Hauptnutzergruppe der Senioren auf dem Pedelec deutlich schneller unterwegs ist, als auf dem Fahrrad. Hinzu kommt, dass viele Senioren, die aufgrund körperlicher Einschränkungen kein Fahrrad mehr fahren konnten, wieder als ungeschützte Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr unterwegs sind. Ein vertiefter Blick ins Unfallgeschehen zeigt, dass die Unfallszenarien gegenüber der Nutzung von Fahrrädern sich deutlich unterscheiden. Auf dem Pedelec überwiegen sogenannte Fahrunfälle, häufig mit nicht angepasster Geschwindigkeit. Bei diesen ist auch der Anteil der Alleinunfälle deutlich gegenüber dem Fahrrad erhöht. Auch zeigen sich vermehrt Unfälle an Steigungen, in Kurven und vor allem im Gefälle. Zusammen genommen sind dies klare Hinweise darauf, dass die Nutzer ein Problem mit dem Handling dieses Fahrzeugs haben. Ein Zusammenhang dieses Befundes mit der hauptsächlichen Nutzung durch Senioren ist wahrscheinlich. Auch ist zu berücksichtigen, dass Senioren sich bei Stürzen oder (anderen) Unfällen häufiger schwere Verletzungen zuziehen und mit der Hinzuziehung von Polizei und Krankenwagen eher in die amtliche Statistik eingehen. Nicht bestätigen konnte sich jedoch die Vermutung, dass aufgrund höherer Beschleunigungswerte in Kreuzungssituationen Pedelec-Fahrer besonders gefährdet sind. Zwar verschätzen sich die Autofahrer im Versuch beim Abbiegen tatsächlich in der Geschwindigkeit des herannahenden Pedelecs, allerdings nie so, dass es zu kritischen Situationen kam.

Https://deutsche-verkehrswacht. de/positionen/pedelecs-attraktiv-aber-gefaehrlich/

FITNESS: Wie sportlich ist eigentlich das E-Bike? Sehr!

Das E-Bike ist seit mehr als zehn Jahren ein fester Bestandteil des Straßenverkehrs, zwischen 2011 und 2021 hat sich der Absatz dieses Fahrradtyps in Deutschland von 330 000 auf zwei Millionen gut versechsfacht. Doch bis heute hat das E-Bike ein Imageproblem.

„E-Bikes sind für faule, unsportliche ältere Personen“: In der „Fahrrad XXL E-Bike Studie 2020“, erhoben an der Hochschule Heilbronn, setzte jeder fünfte Befragte sein Kreuz hinter diese Aussage. Zehn Prozent bezeichneten die Nutzung eines elektrischen Fahrrads als Schummelei. Acht Prozent fürchteten gar, die Nutzung eines E-Bikes würde sie langfristig unsportlicher machen. Bevor E-Biker nun Bluthochdruck bekommen: kein Grund, sich aufzuregen. Die Forschung steht längst auf der Seite des E-Bikes.

Natürlich spricht auf den ersten Blick einiges gegen das Pedelec. Der Extraschub, den Radfahrer über den Elektromotor bekommen, senkt die körperliche Belastung pro gefahrenem Kilometer. Abhängig von Fahrweise und Strecke bringt es der klassische Radler auf einen Kalorienverbrauch von bis zu 600 Kilokalorien pro Stunde, während der Energieverbrauch beim E-Bike im kleinsten Unterstützungsmodus nur 300 Kilokalorien beträgt.

Aber Gesundheitseffekte lassen sich nicht allein in der Menge der verbrauchten Kalorien bemessen. Denn all das, was medizinisch für das Fahrrad als Sportgerät spricht, trifft auch auf seinen elektronischen Cousin zu. Das E-Bike ist ja kein Motorrad – der Motor springt erst an, wenn der Radler in die Pedale tritt. Die elektronische Unterstützung ist zudem gedrosselt; wer mit dem E-Bike schneller als 25 Stundenkilometer fährt, ist wieder komplett abhängig von Beinmuskulatur und Ausdauer. Und das kann durch das zusätzliche Gewicht des Akkus beim E-Bike ganz schön in die Beine gehen.

Eine Metaanalyse über 17 Studien zur kardiorespiratorischen Fitness bei E-Bikern im Vergleich zu klassischen Radlern belegt, dass Elektrobiker vorwiegend im herzgesunden moderaten Aktivitätslevel trainierten. Die Anstrengung beim E-Biken ist damit weniger intensiv als beim konventionellen Radfahren, aber höher als beim Walking.

Unterstützung mit Maß

Eine Studie an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde diesbezüglich noch genauer: 101 Probanden, die erst zwei Wochen mit einem E-Bike und dann zwei Wochen mit einem normalen Fahrrad unterwegs waren, zeichneten in dieser Zeit via App Dauer und Intensität der Fahrten auf. Das Ergebnis: Die Herzfrequenz war beim Elektroradeln nur etwa zehn Schläge pro Minute niedriger als beim Strampeln allein aus eigener Kraft. Die Vermutung von Studienleiter Uwe Tegtbur: Die Fahrer wählten beim E-Bike jenen Unterstützungsmodus, der ihnen das Fahren erleichterte, aber sie immer noch forderte. So hatten sie eine Herzfrequenz, die sich positiv auf ihr Herz-Kreislauf-System auswirkte.

Ebenso wie Joggen ist Radfahren ein erstklassiges Herz-Kreislauf-Training – mit dem Vorteil, dass die Runde auf dem Fahrrad deutlich gelenkfreundlicher ist als die Laufrunde und dadurch ideal für Menschen mit Übergewicht oder Gelenkproblemen. „Regelmäßiges Radfahren senkt den Blutdruck, beeinflusst Blutzucker-und Cholesterinwerte positiv und hält die Gefäßwände elastisch“, sagt Sportkardiologe Martin Halle, Direktor der Präventiven Sportmedizin und Sportkardiologie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Und das hat erfreuliche Folgen für die Lebenserwartung: „In Kombination mit gesunder Ernährung, wenig Alkohol und dem Verzicht auf Zigaretten kann man mit regelmäßigem Ausdauertraining sein Herzinfarktrisiko um 80 Prozent senken.“

Elektro hilft beim Einstieg

In einer britischen Studie wurde 18 übergewichtigen Typ-2-Diabetikern über einen Zeitraum von fünf Monaten ein E-Bike zur Verfügung gestellt. Im Schnitt legten die Probanden 21 Kilometer pro Woche mit dem Rad zurück. Der abschließende Fitnesstest am Ende belegte eine Steigerung der Ausdauer um knapp elf Prozent. 14 Prozent der Teilnehmer kauften sich nach der Studienphase ein eigenes Rad. Ein Ergebnis, das Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe diabetesDE, überzeugt: „Seit Jahren versuchen wir immer wieder, Menschen mit Diabetes Typ 2 dafür zu begeistern, sich mehr zu bewegen und ihre Fitness zu verbessern. Die elektronische Unterstützung kann besonders für solche Betroffene eine gute Motivation sein, mit dem Radfahren anzufangen.“

„E-Bikes sind perfekt geeignet, um gerade Menschen mit wenig Ausdauer und Trainingserfahrung wieder in Schwung zu bekommen“, bestätigt auch Sportprofessor Halle. „Der Motor ermöglicht ihnen, die Belastung selbst zu dosieren und somit eine Überlastung zu vermeiden.“ Das hat noch einen weiteren erfreulichen Nebeneffekt: Die Frusterlebnisse etwa bergauf oder beim Radausflug mit besser trainierten Freunden bleiben aus. Erfolgserfahrungen hingegen – auch wenn sie mit E-Unterstützung möglich wurden – machen nicht nur Spaß und stolz, sondern „stärken auch die sogenannte Selbstwirksamkeit, also den Glauben an die eigenen Fähigkeiten“, erklärt Sportwissenschaftlerin und Bewegungscoach Sabine Puhl. Sich von unten heranzutasten an die eigenen Leistungsgrenzen und diese langsam zu erweitern, ist langfristig besser, als an den eigenen Ambitionen zu scheitern: „Man sollte es sich gönnen, klein anzufangen.“

Gerade wenn es um die Gesundheit geht, gibt es „zu klein“ eigentlich gar nicht: Jedes Training ist besser als keins. „Schon ein zehnminütiges tägliches Radtraining – ob konventionell oder mit dem E-Bike – im moderaten Anstrengungsbereich verbessert den Kreislauf und die Herzgesundheit. Moderat heißt, dass man leicht ins Schwitzen und Schnaufen kommt“, erklärt Sportkardiologe Martin Halle, der innerhalb Münchens eigentlich alle Strecken auf zwei Rädern zurücklegt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren ein Aktivitätspensum von 150 bis 300 Minuten pro Woche. Das klingt nach viel, ist aber ein Leichtes für Menschen, die wie Halle im Alltag möglichst viel mit dem Rad unterwegs sind, ob nun zur Arbeit oder zum Einkaufen.

Prozent der E-Bike-Käufer hoffen auf eine Zeitersparnis

Quelle: Fahrrad XXL E-Bike-Studie 2020

Alternative für Pendler

Die Entfernung zum Arbeitsplatz beträgt bei 48,4 Prozent der berufstätigen Deutschen maximal zehn Kilometer. Eine Distanz, die vielen Menschen zu lang erscheint für das herkömmliche Fahrrad – aber ideal, um mit dem E-Bike bewältigt zu werden. Zumal man mit dem Bike gerade im städtischen Berufsverkehr deutlich schneller vorankommt als mit dem Auto. Die motorische Bike-Beihilfe verhindert, verschwitzt im Job anzukommen. Auf dem Rückweg kann es dann ja gerne etwas sportlicher zugehen.

Das werktägliche Radfahren zum Job hilft aber nicht nur, das Bewegungskonto im Sinne der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ordentlich aufzufüllen, sondern entlastet außerdem die Umwelt: Laut Bundesumweltamt sind die Kohlendioxidemissionen bei einem Pkw um das Vierzigfache höher als beim Pedelec.

Die sanfte, nach Belieben regulierbare Unterstützung durch den Motor bewirkt insgesamt, dass Hügel und Berge gefühlt flacher werden, Strecken sich kürzer anfühlen und Gegenwind endlich kein Thema mehr ist: Alle Argumente, die der innere Schweinehund beim traditionellen Radfahren gerne angeführt hat, lösen sich beim E-Bike in Wohlgefallen auf.

Das hat zur Folge, dass E-Biker nicht nur im Vergleich zu unmotorisierten Sportsfreunden eineinhalbmal so häufig aufs Fahrrad steigen, sondern auch im Durchschnitt doppelt so lange Strecken zurücklegen. Das summiert sich übers Jahr auf die durchschnittlich dreifache Kilometerlänge. Und macht damit auch den höheren Kalorienverbrauch der klassischen Radfahrvariante insgesamt wieder wett.

Https://m. focus. de/magazin/archiv/fitness-wie-sportlich-ist-eigentlich-das-e-bike-sehr_id_87778551.html

Warum fahren e-bikes nur 25kmh, wenn man mit einem guten normalen Fahrrad 30 oder schneller fährt?

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Hier wird von einer durchschnittlichen Geschwindigkeit ausgegangen. Durchweg 25 kn/h zu fahren, ist ohne Elektromotor gar nicht so einfach – schließlich sprintet das Pedelec auch den Berg mit fast 25 km/h hoch. Zudem ist die Zielgruppe der Standardradler, der die 25 km/h kaum als Durchschnittsgeschwindigkeit fährt, sondern eher 15-20 km/h.

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Es gibt auch die Bezeichnung „S-Pedelec“ für die schnellere Variante des Pedelec (gleichzusetzten mit dem E-bike). S für „speed“ oder „schnell“.

Nur mal so am Rande 😉

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Pedelecs unterstützen bis 25 km/h. Das heißt aber nicht, daß man nur 25 km/h fahren darf. Ich kann damit auch 70 km/h fahren, wenn ich es körperlich schaffe, oder bergab! Auf meinem Pedelec (motorunterstützt bis 25 km/h ; Univega Summit 2.0 ) ist ein Aufkleber: „bis 70 km/h“. So schnell schaffe ich es garnicht, nicht mal bergab!

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

E-Bikes bzw. S-Pedelecs fahren bis 45 kmh. Pedelecs fahren bis 25 kmh. Oder anders ausgedrückt: Da endet die Motorunterstützung, schneller fahren kann man allemal, ist aber anstrengend. Vom Gesetzgeber ist das so vorgegeben. Ohne Helm, Versicherungskennzeichen und ohne Moped-Führerschein (Pedelec) hat man da einfach Angst, daß zu viel passiert! Schnelle Autos sind ja auch bei (was weiß ich) 270 kmh so gedrosselt, daß sie nicht als tieffliegende Flugzeuge gelten. Dann bräuchte man ja einen Pilotenschein.

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Du kannst auch mit einem Pedelec über 25 km/h fahren – nur dann ohne Unterstützung, die sich ab ca. 26 – 28 km/h abschaltet (bergab. oder mit guter Beinmuskulatur). Anonsten liegt das an der gesetzlichen Lage 😉 – Fahrrad mit Hilfsmotor. Motorfahrrad. MoFa.

Der durchschnittliche Stadtradler fährt mit gemütlichen 10-15 km/h durch die Gegend. Hier denkt er aber schon, dass er mindestens mit 40 Klamotten unterwegs ist. Manchen Tachoneubesitzern öffnen sich beim ersten Blick auf die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit erst einmal die Augen und die Frage „kann das sein?“ kommt garantiert. Hatte schon einige Kunden, die meinten ihr Fahrradcomputer misst falsch – – –

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Zu 30 km/h: mit dem rennrad fährt man vlt 30 durchgängig, aber mit nem alltagstauglichen eher nicht. ich fahre meine täglichen 20 kilometer so zwischen 21 und 26 km/h, je nach wind und laune. die meisten leute fahren langsamer.

Zur beantwortung der eigentlichen Frage:
Weil der Gesetzgeber es so für richtig hält.
Wenn dir das nicht passt was die politiker so entscheiden solltest du es ihnen mitteilen.

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Um die 25 km/h durchgängig zu halten, musst Du schon ziemlich trainiert sein. Mit einem Pedelec kannst Du aber auch schneller als 25 km/h fahren, allerdings dann ohne Motorunterstützung. Abgesehen gilt die Beschränkung für die Motorunterstützung bis 25 km/h nur für Pedelecs, die rechtlich als Fahrrad gelten. Es gibt noch die „schnellen Pedelecs“, deren Motorunterstützung bis 45 km/h geht und E-Bikes, die tretunabhängig motorbetrieben sind (wie ein Mofa). Die beiden letzten sind allerdings Kraftfahrzeuge und unterliegen entsprechenden Vorschriften wie z. B. Versicherungspflicht, kein Personentransport (Kindersitz, Kinderanhänger), keine Radwege, auch keine Radwege in Parks, nicht durch den Wald etc.

Https://www. gutefrage. net/frage/warum-fahren-e-bikes-nur-25kmh-wenn-man-mit-einem-guten-normalen-fahrrad-30-oder-schneller-faehrt

Die 6 größten Vorteile eines E-Bikes in 2023

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Schon wieder nicht in einer Ampelphase über die Kreuzung gekommen. Spritpreise steigen. Erst die Suche und den Parkplatz dann auch noch bezahlen müssen. Den Bus nehmen, schön und gut, wenn die Mitfahrenden nicht wären und man nicht immer auf den ÖPNV warten müsste. Mit dem normalen Rad fahren ohne ins Schwitzen zu kommen – unmöglich. Von A nach B und wieder zurück zu kommen kann anstrengend sein, für Körper und Geist. Deshalb gehen wir in diesem Blogpost auf die wichtigsten E-Bike Vorteile ein. Denn E-Bike fahren macht nicht nur Spaß, es hat auch noch weitere Vorzüge.

Geringe Instandhaltungskosten

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Pedelecs oder E-Bikes unterstützen die fahrende Person bis zu 25 km/h und brauchen dafür kein Kennzeichen und auch keine Haftpflichtversicherung. Der Preis für eine einzige Tankfüllung beim Auto kostet ungefähr so viel, wie ein Jahr lang den Akku zuhause aufzuladen – und das ist vermutlich der größte E-Bike Vorteil überhaupt.

Schneller als Autos und Busse in der Stadt

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Schon 2014 hat das Umweltbundesamt dargelegt, dass ein Pedelec auf einer Strecke bis 8 km das schnellste Verkehrsmittel überhaupt im Stadtverkehr ist.

Selbst bei 10 km Distanz liegt es noch gleich auf mit dem PKW. Warum das so ist, ist schnell erklärt: Die Parkplatzsuche fällt deutlich kürzer aus und trotz der, im Vergleich zu PKWs, niedrigeren Durchschnittsgeschwindigkeit von Pedelecs, kommt man einfach schneller durch die Stadt.

Um nur einen Grund zu nennen: In Deutschland steht man mit dem Auto oft mehr als eine Ampelphase an derselben Ampel. Mit dem Fahrrad passiert das nicht.

Große Auswahl (am Anfang der Saison)

Die Corona-Pandemie hat die Verkäufe von E-Bikes beflügelt. Wer sich im letzten Sommer für den Kauf eines E-Bikes interessiert hat, hatte kaum eine Auswahl. Die Radständer der Anbieter waren sozusagen leer. Im jetzt beginnenden Frühjahr sieht das anders aus – nicht nur bei uns. Man hat eine echte Auswahl und auch die Lieferzeiten sind angenehm kurz.

SMAFO kann zum Beispiel momentan innerhalb von nur drei Tagen liefern. Bei gleichbleibenden Preisen für unsere E-Bikes.

Verschiedene Zahlungsweisen

Man muss E-Bikes nicht mehr unbedingt kaufen. Man kann sie durchaus auch leasen oder mieten. Darüber hinaus wird der Ratenkauf (z. B. durch Paypal) gerne in Anspruch genommen. Klar, man könnte das Geld auch ansparen und dann bar bezahlen. Doch so vergeht wertvolle Zeit!

Auch bietet das Dienstrad Leasing über Anbieter wie JobRad oder Businessbike den Vorteil, dass durch die Gehaltsumwandlung ein E-Bike oft deutlich günstiger wird.

E-Bike fahren ist gut für die Gesundheit

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Die wichtigsten gesundheitlichen Vorteile des E-Bike Fahrens sind folgende:

    Verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit Gut für die geistige Gesundheit und Steigerung des Lebensgefühls Stärkung und Training der Muskulatur Verbesserte Koordinationsfähigkeit Stärkeres Immunsystem

E-Bike fahren bietet den Vorteil, dass man sich in der Regel nicht überanstrengt. Man hat den Motor als Unterstützung und kann sich an der Bewegung erfreuen.

E-Bikes sind umweltfreundlich

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

Wir können den Umweltaspekt nicht genug betonen. In 2020 wurden in Deutschland allein 604,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen produziert.

Neben der Freisetzung von Industrieabfällen spielten 46 Millionen Autos, die auf deutschen Straßen zugelassen sind, eine große Rolle. Einfach ausgedrückt: Je mehr Autos auf den Straßen unterwegs sind, desto mehr Probleme werden für die Umwelt verursacht.

Das E-Bike ist eine der praktischsten, erschwinglichsten und bequemsten Lösungen, um die CO2-Emissionen zu senken und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Natürlich verbraucht auch die Produktion von E-Bikes Ressourcen. Man hat aber in der Tat seine CO2 Bilanz in wenigen hundert Kilometern wieder ausgeglichen.

E-Bike fahren bringt ganz offensichtlich Vorteile mit sich. Der größte Pluspunkt eines E-Bikes ist jedoch der Fahrspaß. Wie leicht man einen Berg hoch fährt, wie egal einem Gegenwind wird, wie schnell man auf einmal in der Schule oder bei der Arbeit ist … das muss man erleben.

Wir versprechen: Die erste Runde mit dem E-Bike vergisst Du nicht! Falls Du noch nie auf einem E-Bike gesessen hast: Buch Dir eine Probefahrt mit einem SMAFO E-Bike!

Https://smafo. de/blogs/blog/die-6-vorteile-eines-ebikes

Ist es schneller, mit einem E-Bike zu fahren

Die Gefahr, mit einem Pedelec tödlich zu verunglücken, ist mehr als doppelt so hoch wie mit einem normalen, muskelbetriebenen Rad. Trotzdem behandelt sie der Gesetzgeber gleich. Geht das zulasten der Sicherheit?

Das geht ganz klar zulasten der Sicherheit, in der Regel aber zulasten der Sicherheit der Pedelec-Fahrer selbst. Denn meist sind sie die Geschädigten bei Verkehrsunfällen. Sicherlich könnte durch das Tragen eines Helmes im Falle eines Unfalls das Risiko von Kopfverletzungen, insbesondere auch schweren Hirnverletzungen, deutlich minimiert werden. Andererseits wäre bei einer Helmpflicht für Radfahrer zu befürchten, dass sich weniger Menschen für das Fahren mit einem Pedelec entscheiden und viele wieder auf Kraftfahrzeuge umsteigen. So überlässt man es den Nutzern von Pedelecs, eigenverantwortlich für ihre Sicherheit zu sorgen.

Fahrrad – und E-Bike-Fahrer werden bei den gleichen Verkehrsverstößen oft milder bestraft als Autofahrer, etwa beim gegenläufigen Befahren von Einbahnstraßen, aber auch was die Promillegrenzen für Alkohol betrifft. Selbst für E-Scooter gelten die Promillegrenzen der Autofahrer. Gibt man damit nicht ein völlig falsches Signal?

In der Tat hat der Gesetzgeber Pedelecs nicht als Kraftfahrzeuge eingestuft, sondern sie normalen Fahrrädern gleichgestellt. Die für Autofahrer festgelegten strengeren Promillegrenzen in Bezug auf Alkohol gelten mithin nicht für Fahrradfahrer und E-Bike-Fahrer. Autofahrer gelten ab einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille als absolut fahruntüchtig und können sich wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) strafbar machen. Im Gegensatz dazu liegt die Grenze bei Radfahrern bei 1,6 Promille. Als Begründung führt der Gesetzgeber an, dass an Radfahrer nicht so hohe Leistungsanforderungen gestellt würden wie an Pkw-Fahrer und dass von ihnen nicht so eine hohe Gefährdung ausgehe. Dem stimme ich zu. Zudem halte ich eine Absenkung der Promillegrenze auf 1,1 für Radfahrer nicht für zielführend, da sich Verkehrsteilnehmer dann wieder eher für das Auto und gegen das Fahrrad entscheiden könnten.

Gibt es typische Verkehrssituationen bzw. Konstellationen, bei denen sich Rad – und Autoverkehr besonders häufig in die Quere kommen?

Die Hauptproblematik ist das Anfahren und anschließende Rechtsabbiegen an Kreuzungen. Immer wieder kommt es vor, dass sich ein Radfahrer rechts an den Fahrzeugen vorbeischlängelt, die gerade an der roten Ampel stehen. So können Autofahrer den von hinten kommenden Radfahrer schnell übersehen. Dies gilt vor allem für Lkw, bei denen der tote Winkel entsprechend größer ist. Zu vielen Unfällen kommt es aber auch beim Ausfahren aus Grundstückseinfahrten. Dies einerseits, weil die Sicht für den Autofahrer eingeschränkt sein kann, andererseits, weil der Autofahrer nicht damit rechnet, dass ein vorhandener Radweg oft in beide Richtungen befahrbar ist und ein Radfahrer sich dann von der rechten Seite nähern kann.

Wie müsste nach Ihrer Erfahrung aus der Analyse vieler Unfälle eine sichere Rad – infrastruktur aussehen?

In jedem Fall müsste auf den Hauptverkehrsstraßen eine umfassendere Radinfrastruktur geschaffen werden. Dazu gehören mehr und besser vernetzte Radwege und separate Fahrradampeln, die versetzt zu den Ampeln für den motorisierten Verkehr auf Grün schalten. Soweit die Radwege entsprechend breit und baulich vom motorisierten Verkehr getrennt sind, sorgt dies für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl und eine höhere Akzeptanz bei den Radfahrern. Der vermehrte Bau sogenannter „Protected Bike Lanes“ wäre sicher sinnvoll. Gleichzeitig sollte dann aber die Nutzung sämtlicher Radwege für Radfahrer auch verpflichtend sein, und Verstöße dagegen sollten nachhaltig geahndet werden. Die Unsicherheit vieler Autofahrer, neben dem Radweg zusätzlich noch den rückwärtigen Verkehr auf der Straße beobachten zu müssen, da sich dort auch noch Radfahrer befinden könn – ten, wäre damit zumindest teilweise etwas eingedämmt. Bis dahin ist die Rücksichtnahme von allen am Verkehr Beteiligten erforderlich. Autofahrer müssen mit erhöhter Vorsicht fahren und Radfahrer auch auf der Fahrbahn respektieren. Ebenso müssen aber auch Radfahrer entsprechend handeln und die durch sie häufig als Bagatelle empfundenen Verkehrsverstöße unterlassen.

Seit gut zwei Jahren gilt für das Überholen von Radfahrern ein expliziter Mindestabstand von 1,50 Metern innerorts und zwei Metern außerorts. Konnten Sie in der Praxis schon beobachten, dass die Regelung das Radfahren sicherer gemacht hat?

Die Praxis zeigt, dass die Mindestabstände beim Überholen von Radfahrern nach wie vor vielfach nicht ordnungsgemäß eingehalten werden. Da es so gut wie keine Polizeikontrollen in diesem Bereich gibt, werden Verstöße auch kaum geahndet. Die Neuregelung hat das Radfahren also bislang leider (noch) nicht unbedingt sicherer gemacht.

Fazit

Wer Menschen den Umstieg vom Auto aufs Rad oder Pedelec schmackhaft machen möchte, muss ihnen eine sichere Radinfrastruktur zur Verfügung stellen. Dass E-Biker für ihr gemeinnütziges Verhalten Leib und Leben riskieren, kann niemand ernsthaft verlangen. Es gilt daher, die Radwege noch weiter auszubauen, um die Sicherheit zu erhöhen. Fördergelder, die heute in den Kauf von E-Bikes fließen, wären hier besser investiert.

Https://www. auto-motor-und-sport. de/verkehr/e-bikes-als-autoersatz-zu-gefaehrlich/

Die neuen Easy Rider

Steigende unfallzahlen: so gehst du mit dem e-bike auf nummer sicher

E-Bikes liegen im Trend. Die Absätze der Fahrräder mit Unterstützungsmotor steigen stetig. Vor allem Ältere entdecken so das Radfahren wieder für sich – und wagen sich dank Akkuleistung auch auf größere Touren.

Das Nachspiel bietet einen Blick hinter die Kulissen des Sports. Was Fernsehkameras nicht einfangen können oder wollen, wird hier aufgegriffen. Randsportarten, das Vereinsleben, die Sportpolitik im In – und Ausland stehen gleichberechtigt neben Olympia, Fußball oder Formel 1.

Warum ein E-Bike fahren? Claudia Redeker – 67 Jahre, zwei E-Bikes – gibt beim Fahrradklub Bayern Sicherheitskurse. Sie antwortet auf die Frage: „Man kommt weiter. Es ist einfach nicht so anstrengend, gerade die Berge. Man fährt jetzt viel mehr mit dem Fahrrad, als wenn man ohne Motor fahren würde.“

Und was sagt Angelika Ranzinger, 65, die E-Bikes in Brandenburg verkauft? „Sonst trudelt man immer um die eigene Hütte rum. Und jetzt kann man eben auch mal 80, 100 Kilometer fahren, ohne dass man vor Erschöpfung vom Fahrrad fällt.“

Und Rolf Rentzsch, 78, der in anderthalb Jahren 1500 Kilometer auf seinem E-Bike zurückgelegt hat: „Es war so, dass ich ein Herzproblem hatte und meine Frau dann schneller war und ich wollte eigentlich immer nur mithalten.“ Sein E-Bike ist „im Prinzip ein Damenrad, mit tiefem Einstieg. Der Akku ist im Rahmen eingebaut, lässt sich leicht lösen und rausnehmen. Der Motor ist ein Mittelmotor, der im Tretlager eingebaut ist – so dass der Antrieb optimal ist.“

Die Wiederentdeckung des Radfahrens

25 Kilometer pro Stunde – das ist E-Bike-Speed. Die meisten der E-Bikes sind eigentlich sogenannte Pedelecs. Der Motor arbeitet erst, wenn in die Pedale getreten wird. Aber eben nicht so doll. Ist E-Bike-Fahren so etwas wie Sport ohne Schweiß? „Ich kann beim E-Bike ja die Unterstützung einstellen“, erklärt Claudia Redeker. „Und wenn ich jetzt nur auf eine geringe Unterstützungsstufe stelle, dann unterstützt es mich nur bei Bergen effektiv. Wenn ich dann trotzdem schnell oder mit viel Kraft trete, komme ich natürlich auch ins Schwitzen.“

Auf 70 Kilometer geht ihre nächste Tour. In einer Gruppe, viele mit E-Bikes. Mit Motor zurückfinden zu Mobilität: „Sicher werden viele Ältere damit jetzt wieder zum Fahrradfahren kommen. Die würden ohne E-Bike sicherlich gar nicht mehr mit dem Fahrrad fahren.“

Ein E-Bike will beherrscht sein

Ob auf langem, flachen Elbe-Radweg, bei Gegenwind auf Föhr oder auf Steilstraßen in Thüringen: Die neuen Easy-Rider überholen die klassischen Strampler spielend und entspannt. Aufrecht im Sattel, Blick in die Landschaft, Blick auf das Display – wegen der Schaltempfehlungen. Denn: Ein E-Bike will beherrscht sein. Es ist schon mancher leicht den Berg hinaufgekommen und nur zittrig wieder hinunter, erzählt Fahrrad – und E-Bike-Händlerin Angelika Ranzinger:

„Man muss vorausschauend Fahrrad fahren, weil man eine schnellere Durchschnittsgeschwindigkeit fährt. Man muss mit den Anderen rechnen, die nicht damit rechnen, dass du mit einem E-Bike fährst. Man muss sich auch einen gleichmäßigen Tritt angewöhnen, also nicht mal ganz schnell, denn wieder aufhören, denn wieder ganz schnell, wieder aufhören. Das ist nicht gut für den Motor, denn der kriegt dann immer einen Schub und dann wieder nicht und dann wieder Schub – gleichmäßig treten!“

Der klassische Radler braucht die Endorphine

Josef Herkenrath fährt richtig viel, einmal bis zum Nordkap, mit Gruppe. Er ist gut trainiert und genießt das Fahren – ohne Motor. Das einfache, direkte. „Wenn man Fahrradfahrer aus der Ferne sieht“, sagt er, „kann man natürlich sofort erkennen, ob das ein E-Bike-Fahrer oder ein herkömmlicher Fahrradfahrer ist. Beim E-Bike hat man so einen gewissen Trott.“

Er braucht die Anstrengung, spricht von Endorphinen und ozeanischen Gefühlen bei seiner Nordkap-Erfahrung. Gemischte Gruppen sieht er problematisch.

„Ich denke, dass ich auf eine andere Weise mental, aber auch physisch erschöpft war, als die Teilnehmer mit dem E-Bike. Da kannst du einfach nicht mithalten, das ist ein Riesen-Unterschied. Das hat mir auch eine Teilnehmerin immer gesagt, die mal kurz umgestiegen ist auf mein Fahrrad und gesagt hat: ‚Ich habe das Gefühl, als würde das Fahrrad auf der Fahrbahn kleben.'“

Die Ökobilanz ist zweifelhaft

150 Kilometer weit reicht eine Akkuladung bei Rolf Rentzsch. Dann muss aufgeladen werden. Aber was, wenn der Akku selbst fertig ist, nach 6,7 Jahren? – Hersteller und Händler sind verpflichtend an ein Recycling-Rücknahmesystem angeschlossen.

„Der Akku ist ein ziemlich teures Objekt“, sagt Rolf Rentzsch. „Der kostet zum Ersetzen wieder 600 Euro.“ Und dazu Josef Herkenrath: „Das sind Lithium-Ionen-Batterien. Der Rohstoff wird hauptsächlich in Südamerika abgebaut und ist eigentlich auch endlich. Die Produktion dieser Batterien machen die Ökobilanz recht schwierig.“

So möchte er nicht fahren. Aber er ist froh, dass es diese Fahrzeuge gibt. „Meine Frau fährt E-Bike. Früher konnten wir nie zusammenfahren. Jetzt ist es so, dass meine Frau und ich wunderbar zusammen Fahrrad fahren können, weil, es nicht immer den Ruf von hinten gibt: ‚Fahr nicht so schnell!‘ Oder weil ich sage: ‚Beeil dich mal.'“

Https://www. deutschlandfunkkultur. de/unterwegs-mit-dem-e-bike-die-neuen-easy-rider-100.html

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