Neural Network-Based Data Communication System in Internet of Vehicles

Ökologien der Erde bestimmen die Gegenwart. Dabei gewinnt die in den 1970er Jahren von James Lovelock gemeinsam mit Lynn Margulis entwickelte Gaia-Theorie heute neue Erklärungskraft. Wenn Gaia bei Bruno Latour sogar zum allgemeinen Modell der Welterklärung im 21. Jahrhundert wird, gilt es, nach der Plausibilität zu fragen, die die Rede von Gaia aktuell entwickelt. Die vier Beiträge des Bandes geben hierauf eine Antwort, indem sie die metaphorologischen und begriffshistorischen Linien der Gaia-Theorie nachzeichnen und ihren Bezug auf zeitgenössische Computersimulationen in den Blick nehmen. So wird der gegenwärtige Ort des Wiederauflebens Gaias deutlich – und damit die Verschränkung von kybernetischen und organizistischen Ökologien mit der Annahme einer Programmierbarkeit von Umgebungen.

Der Aufstieg des Begriffs »Environment« zur Beschreibung der Gegenwart markiert den Einfluss, den das Nachdenken über Umgebungsrelationen und die Möglichkeit der technischen Gestaltung künstlicher Umgebungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewonnen haben. In geschlossenen artifiziellen Welten wie Raumstationen oder künstlichen Ökosystemen wird die Verschränkung des »Environments« mit den umgebenen Organismen zum Gegenstand einer Biopolitik, die heute in autonomen Technologien der Umgebungskontrolle neue Räume erschließt. Florian Sprenger verfolgt diese Transformation ökologischen Umgebungswissens mit dem Ziel, gegenwärtige Technologien besser zu verstehen, den Begriff unselbstverständlich zu machen und die biopolitische Dimension jeder Ökologie herauszuarbeiten.

In den 1970er Jahren bestimmte der Sachbuch-Bestseller „Ein Planet wird geplündert“ des CDU-Politikers und späteren Mitbegründers der Grünen, Herbert Gruhl, politische Debatten um Umwelt und Zukunft in der Bundesrepublik Deutschland. Wie konnte dieses Buch gerade in dieser Ära derart populär werden? Wie konnte Gruhls Vision an andere gesamtgesell – schaftliche Debatten einerseits, wie auch spezifische in diesem historischen Moment verortete Diskursformen andererseits anknüpfen? Wie gestaltete sich die öffentliche Reaktion auf Gruhls Thesen, und wie wurden diese sowohl von den Medien als auch den Lesern des Buches reflektiert, übernommen und trans – formiert? Welche Vorbilder hatte Gruhls Werk, welche rhetorischen und narra – tiven Strategien verfolgte es, und inwiefern trugen diese zu seinem Erfolg und seiner Anbindungsfähigkeit an Diskurse verschiedenster Bevölkerungsgruppen bei?

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Krebs, Stefan; Schabacher, Gabriele und Heike Weber (Hg.): Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken. Bielefeld 2018

Klaus Meier und Evelin Wittich (Hg.). Theoretische Grundlagen nachhaltiger Entwicklung, Beiträge und Diskussionen. RLS Manuskripte 64, Berlin: Karl Dietz Verlag

Uekötter, Frank und Jens Hohensee (Hg.): Wird Kassandra heiser? Die Geschichte falscher Ökoalarme, HMRG, Historischen Mitteilungen im Auftrag der Ranke-Gesellschaft, Beiheft 57, Stuttgart: Franz Steiner 2004, 98–111.

Österreich – Zweite Republik Befund, Kritik, Perspektive Band 19, Herausgegeben für die Kulturabteilung der Stadt Wien von Hubert Christian Ehalt

A. Paulsen, A. Sandberg (Hg.), Natur und Moderne um 1900. Räume – Repräsentationen – Medien, Bielefeld: transcript 2013

Ökologie und Literatur: Neue literatur – und kulturwissenschaftliche Perspektiven. Christiane Solte-Gresser und Claudia Schmitt (eds)

Tauber Altmühl Radweg: Abschnitt Treuchtlingen – Eichstätt

Immer an der Altmühl entlang führt der durch den Naturpark Altmühltal. Steile Hänge und beeindruckende Felsformationen begleiten dabei die Radfahrer auf der abwechslungsreichen Route, die hier besonders familienfreundlich abseits des Straßenverkehrs und eben im Tal verläuft.

Radfahren zwischen Fels und Fluss

Treuchtlingen begeistert Erholungssuchende mit seinem Thermalbad : Aus zwei staatlich zertifizierten Heilquellen sprudelt kostbares Heilwasser in die Thermalbecken; ein großer Saunabereich und die „Totes-Meer-Salzgrotte“ entspannen zusätzlich. Mit Wellenbad und Freibad bietet die Altmühltherme zudem Wasserspaß für Familien. Das Treuchtlinger Stadtschloss aus dem 16. Jahrhundert beherbergt übrigens ein Informations – und Umweltzentrum des Naturpark Altmühltal mit einer Informationsstelle zum GeoparkRies und das Posamentenmuseum.

Ab verläuft das Altmühltal durch die Fränkische Alb. An beiden Seiten des engen Tals erheben sich mächtige Kalkfelsen. Strategisch günstig thront die auf dem Umlaufberg über der gleichnamigen Stadt und lädt die zum Zwischenstopp ein. Die Burg Pappenheim steckt voller Freizeitmöglichkeiten: den Botanischen Garten und Historischen Kräutergarten, Natur – und Jagdmuseum, Folterkammer und Historisches Museum sowie den mittelalterlichen Turnierplatz, auf dem jedes Jahr im Sommer ein großes Ritterturnier stattfindet, gibt es zu entdecken.

Direkt am steht in Pappenheim die erste Weidenkirche Bayerns: Sie besteht aus vielen in die Erde gesteckten Bündeln von Weidenruten. Stahlrohre bilden das Rankgerüst, der Blick zum Himmel ist offen. Nach weiteren Genusskilometern erreicht man auf dem Solnhofen – und ist mitten in einer „Welt aus Stein“. Die Solnhofener Platten aus den hiesigen Kalksteinbrüchen haben die Region weltberühmt gemacht – sie bergen faszinierende der urzeitlichen Tiere und Pflanzen, die in der Jurazeit vor rund 145 Millionen Jahren im subtropischen Meeresklima im Gebiet des heutigen Altmühltals lebten und nun u. a. im Museum Solnhofen zu sehen sind. Kulturhistorischer Anziehungspunkt in Solnhofen ist die Sola-Basilika: In der karolingischen Kirchenruine finden sich Grundmauern und Reste von fünf übereinanderliegenden Kirchenbauten seit dem 6. Jahrhundert.

Weiter der Altmühl folgend radelt man durch. Der Markt ist mittelalterlich ummauert und bietet schöne Fotomotive. In der sanierten Dollnsteiner Burganlage befindet sich das Altmühlzentrum Burg Dollnstein. Vorbei am beeindruckenden Burgsteinfelsen verläuft die zur Bischofs – und Universitätsstadt. Das barocke Flair der Stadt – gemischt mit stilvollen und preisgekrönten Akzenten moderner Architektur – ist beeindruckend; der Residenzplatz zählt zu den schönsten Europas. Sehenswert sind auch der Dom mit Mortuarium, die Schutzengelkirche, das Kloster St. Walburg und die Eichstätter Willibaldsburg mit ihren Museen. In der ehemaligen Klosterkirche Notre Dame du Sacré-Cœur ist das Zentrale Informationszentrum für den Naturpark Altmühltal untergebracht; neben der barocken Kuppelhalle und Ausstellungen zu Kultur, Natur und Geschichte des Naturparks ist der Biotopgarten im Innenhof zu besichtigen.

Tauber Altmühl Radweg: Abschnitt Wertheim – Rothenburg o. d.T.

Wertheim am Main ist der Startpunkt des. Auf der ersten Etappe folgen die Radfahrer der Tauber nach Rothenburg o. d. Tauber.

Radfahren entlang der Tauber

Die an der beginnt in am Main und verlässt das mittelalterliche Städtchen mit Fachwerkhäusern, Stiftskirche, Engelsbrunnen und der Burgruine Wertheim Richtung Süden. Entlang der Tauber und der Bahnlinie ist vor Waldenhausen eine kurze Steigung zu meistern.

An der Waldenhäuser Wehrkirche vorbei geht es Richtung Reicholzheim, einem typischen Weinort des Taubertals. Man radelt rechts der Tauber, befindet sich aber auf der linken Uferseite. Vor Bronnbach müssen die nochmals eine Steigung überwinden. lohnt einen Abstecher. Tauberaufwärts geht es nun durch ein Waldgebiet. mit der darüber thronenden gleichnamigen Burg ist das nächste Ziel. Zwischen Feldern und unter der Bahnlinie hindurch wird Niklashausen (Heimat des Pfeifferhannes) erreicht.

Das Taubertal ist hier teilweise so eng, dass nur der Fluss, die Tauberbahn und der Platz zu haben scheinen. Bei Werbach (Liebfrauenbrunnkapelle) wird das Tal wieder weiter. Kurz nach Hochhausen ist schon zu sehen.

In der Altstadt von Tauberbischofsheim können mittelalterliche Häuser, das neugotische Rathaus, das Kurmainzische Schloss und der Türmersturm, das Wahrzeichen dieser Stadt, besichtigt werden. Im nächsten Abschnitt reichen die Weinlagen bis hinunter ins Taubertal. Der an der Tauber passiert die Orte Dittigheim und Distelhausen und erreicht. Der kleine Marktplatz und das Obere Tor sind die kulturellen Höhepunkte. Nach (Schauplatz des Bauernkrieges) radelt man über eine hölzerne Brücke bei Unterbalbach über die Tauber. Der verläuft nun im offenen Tal und folgt der Tauber über Edelfingen nach. Das Heilbad steht im Zeichen des Deutschen Ordens, das gleichlautende Schloss leuchtet weithin sichtbar weiß in der Sonne.

Im Deutschordensmuseum wird die Geschichte des Ritterordens lebendig gehalten. Für die Gesundung gibt es die Bad Mergentheimer Heilquellen und den zur Entspannung einladenden Kurpark. Durchs Tal geht es auf ebener Strecke nach Igersheim mit der Burg Neuhaus. Danach beschreibt die Tauber eine Kurve und entlang des Flusses, vorbei an Streuobstwiesen gelangen die Radfahrer nach. Der Ort ist bekannt für seine steilen Weinhänge und die edlen Tropfen.

Ein Weinlehrpfad bringt Interessierten den Weinbau näher. Parallel zu den Tauberhängen führt der nach. Das Stadtbild um den Marktplatz ist ein in sich geschlossenes Ensemble mit Tauberländer Dorfmuseum, Schloss, Schlossgarten und Orangerie. Das Schloss stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde in der Renaissance zu einem romantischen Wasserschloss umgebaut. Weiter geht es auf ebener Strecke der Tauberquelle zu. In Tauberrettersheim führt die Radtour über die Steinbrücke von.

Am Rande des Bürgerwaldes und entlang der Tauber gelangen die Radfahrer in die Festspielstadt Röttingen. Dort kann der Museumsweinberg oder das Weinmuseum besichtigt werden. In der herrlichen Flusstallandschaft führt der Klassiker über Bieberehren – die Tauber windet sich an uraltem Baumbestand vorbei – nach. Die Kleinstadt mit fränkischem Fachwerk beheimatet in der Herrgottskirche den weltberühmten Marienaltar von. Gegenüber der Herrgottskirche ist das Fingerhutmuseum.

Der liegt nun oberhalb der mit schönen Aussichten. Weinbewachsene Hänge grüßen bei Tauberzell, bevor nach Wiesen und Feldern, zwischen Tauber und bewaldeten Hügeln, Detwang erreicht wird. Hier ist der Kreuzigungsaltar von Tilman Riemenschneider ebenfalls einen Halt wert. Der Aufstieg nach erfolgt über die steinerne Doppelbrücke auf der Südseite. mit seinem historischen Zentrum und der umlaufenden Stadtmauer ist ein städtebaulicher Höhepunkt in der Ferienlandschaft Liebliches Taubertal und das Ziel der ersten Etappe auf dem.

RadL Radtour 7: Kreuzbachtal

Wir starten am S-Bahnhof Richtung Nordosten in die Mühlstraße, überqueren die Rutesheimer Str., fahren den markierten Mühlenradweg abwärts bis kurz nach der Felsensägemühle bei den Hauerlöchern (). Hier links durch die S – Bahnunterführung nach Gebersheim bis zur Höfinger Straße. Rechts (Radwegweiser Weissach) nach 80 m links, die Heimerdinger Straße hoch (Sportstätten), nach 630 m rechts, am Waldrand links zum Sportheim. Am Waldrand entlang zum Kinderspielplatz, hier links zur Str. Rutesheim – Heimerdingen, diese überqueren und in das Tanzwegle, am Waldrand rechts, nach 1,5 km rechts (Radwegweiser Flacht). 300 m nach dem Waldrand rechts hoch zum Ettlesberg mit Friedensallee (, vom Start ca. 10 km). Geradeaus weiter, nach 500 m geradeaus, nach 300 m links hinab Richtung Weissach, nach 300 m Weggabel links in die Bergkiefernstraße. Bei der scharfen Linkskurve gerade hinab (keine Durchfahrt für Autos) in die Rutesheimer Straße bis Schild „Vorfahrt achten“. Hier rechts (Einbahnstraßen), nach 60 m links in die zurückführende Einbahnstr., bei der KSK rechts in die Hirschstr., nach 120 m links in die Hindenburgstraße. Beim Schild „Vorfahrt achten“ rechts, nach 100 m beim Gasthaus Krone rechts die Iptinger Str. hoch, nach 1,2 km sehr schöner Rast – und Kinderspielplatz (), weiter immer geradeaus nach Iptingen (vom Start ca. 17 km). In Iptingen Richtung Vaihingen/ Enz, vor der Brücke links in die Vogelsangstraße. Nach 180 m rechts in die Kappelhalde, und geradeaus in den Feldweg, nach 380 m geradeaus den Talweg entlang. Wir bleiben immer an der linken Talseite, bis nach einer leichten Steigung im Wald der Weg sich gabelt (vom Ortsende Iptingen ca. 3 km). Hier rechts steil abwärts (Achtung ca. 75m steinige, schlechte Wegstrecke, am besten schieben!). Im Tal noch vor der Brücke links, nach 400 m vor dem Weiher rechts. Wir fahren den Wiesenweg im Tal entlang, links der Riedberg (NSG, ). Beim Auftreffen auf den Asphaltwegrechts, bei den ersten Häusern von Aurich rechts, vor der Brücke links, nach 100 m rechts in die Hirsauer Straße. Nach 450 m geradeaus (Radwegweiser Enzweihingen) und geradeaus in den Feldweg, bei der Weggabel rechts bleiben nach 570 m rechts über eine kleine, mit großen Steinen begrenzte Brücke und sofort links auf den Wiesenweg nach Enzweihingen. Geradeaus bis zur Str. Enzweihingen – Riet (Schild „Vorfahrt achten“). Schräg rechts die Straße überqueren und auf dem Radweg vor der Fa. Krempel nach Riet. Am Schild „Vorfahrt achten“ (Straße Riet – Hochdorf) rechts zum Schloss (), vor der Brücke links in die Strudelbachstraße. Nach 200 m den Radwegweisern folgend links, rechts, links, rechts zur Strudelbachhalle (Biergarten, ). Geradeaus weiter auf dem Radweg nach Eberdingen. Am Schild „Vorfahrt achten“ (Straße Eberdingen – Hochdorf) links Richtung Hochdorf (), nach 200 m rechts (Straßenschild Bleichberg) nach 60 m links in die Hirschstr., nach 80 m rechts in die Silcherstr., nach 180 m links in die Buchenbergstr., nach 100 m am Haus Nr. 1 rechts und geradeaus hinauf in den Panoramaweg. Auf der Höhe geradeaus, auf dem Panoramaweg bleiben und zum Waldeck mit Bank und schöner Aussicht (vom Start ca. 35 km). Geradeaus weiter, nach 320 m rechts in den Wald bis zur Straße Eberdingen – Hemmingen, hier links bis zum Kreisel, erste Ausfahrt Richtung Heimerdingen, sofort nach links die Straße überqueren und in den Weg (blauer Punkt) nach Heimerdingen. An der Straße Heimerdingen – Hemmingen rechts, sofort links über die Bahnfleise und geradeaus in den Höfinger Weg. Auf diesem am Stättehof und Ritterhöfe vorbei nach Höfingen. An der Pforzheimer Str. (Schild „Vorfahrt achten“) links, nach 220 m rechts Richtung Leonberg ins Glemstal, nach der Bahnunterführung rechts in den Glemstalradweg und über diesen zum S-Bahnhof Leonberg.

Das Hauerloch wurde erstmals 1535 urkundlich erwähnt. Es war Zufluchtsort von Mönchen. Die Felsen sind die markantesten im ganzen Glemstal. Während der Eiszeit, vor etwa 100.000 Jahren, schnitt sich die Glems immer tiefer ein, als Folge der Umlenkung der Ur-Glems in Richtung Nordosten. Vorher floss die Ur-Glems vom Schopflochberg Richtung Renningen.

Der Ettlesberg hat durch die schöne Lindenallee (Friedensallee) einen besonderen Reiz. Die Allee wurde leider von „Lothar“ etwas zerzaust, inzwischen wurde sie wieder mit jungen Linden aufgeforstet.

Ehemals ein Wasserschloss. Heute ist es im Besitz von Graf Ulrich von Reischach. Eine Besichtigung ist nicht möglich. Das „Schlösslein von Riet“ an der Stelle des heutigen Pfarrhauses gehörte bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts der Familie von Hohenheim. Die Vorfahren des berühmten Arztes, Naturforschers und Philosophen Theophrastus Bombastus Paracelsus von Hohenheim (1493- 1541) lebten hier in Riet. Auch der junge Paracelsus soll einige Jahre bei seinem Onkel in Riet verbracht haben.

Mit seiner Architektur ist das Keltenmuseum in Eberdingen – Hochdorf ein Anziehungspunkt für alle. Der besondere Reiz liegt im original – und materialgetreuen Nachbau der Grabkammer und der Grabfunde. Der Besucher erhält Einblick in die fernen Zeiten der frühkeltischen Fürsten und ihres Lebensstils. Jährlich kommen Tausende von Besuchern. Öffnungszeiten: Di.- Sa. 9.30- 12.00 Uhr und 13.00- 17.00 Uhr Sonn – und Feiertag 10.00- 17.00 Uhr

Um 550 v. Chr. wurde hier ein 40-50 Jahre alter Mann mit fürstlichem Pomp begraben. Über der Grabkammer errichtete man einen mächtigen Grabhügel von ca. 6m Höhe und 60 m Durchmesser. Das Ergebnis der Ausgrabungen 1978- 1979 war sensationell. Die Grabkammer wurde völlig unberaubt angetroffen. Goldener Totenschmuck lässt auf eine feierliche Aufbahrung schließen. Standesgemäß hatte man ihm seinen vierrädrigen, eisenbeschlagengen Wagen mit ins Grab gegeben.

Im 12. Und 13. Jh. Wurden die steilen Muschelkalkhänge gerodet und durch Trockenmauern terrassiert. So kam der Weinbau in das Kreuzbach – und Strudelbachtal. Die Kieser`sche Forstkarte von 1680-1687 zeigt an fast allen Südhanglagen Weinbaugebiete. Heute sind diese Hänge meist mit Sträuchern Bewachsen und bewaldet. Reste von Trockenmauern sind noch Zeugen vom ehemaligen Weinanbau. In Württemberg soll Anfang des 17. Jh. die Weinbaufläche vier – bis fünfmal so groß gewesen sein wie heute. Die weniger geeigneten Gebiete wurden zuerst vernachlässigt, mit dem 30- jährigen Krieg setzte der lange Niedergang voll ein.

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Cycling the World

Bei den Tipps und Hinweisen für Radreisen geht es diesmal um die Vereinigten Staaten. Der Artikel wurde als Gastbeitrag von Michael Sebicht aus Triebes in Thüringen erstellt.

Die Durchquerung der USA von der West – zur Ostküste war die vorletzte Etappe von Michaels mehr als 30.000 Kilometer langen Radweltreise, über die er ausführlich in seinem Blog berichtete. Im April 2018 startete er in Los Angeles und reiste gut drei Monate mit dem Fahrrad durch die Schluchten und Canyons Utahs und Arizonas, über die Berge der Rocky Mountains weiter in den Mittleren Westen bis hinauf in das Rustbeld bei Detroit. Auf einem kleinen Abstecher ging es dann weiter durch Kanada, ehe er Anfang Juli in Bostson an der Ostküste ankam.

Die Einreise in die USA kann eigentlich ohne viel Aufwand im Rahmen des Visa-Waiver-Programms erfolgen. Vor der Abreise muss man sich hierfür lediglich im elektronischen Reisegenehmigungsverfahren ESTA („Electronical System for Travel Authorization“) registrieren. Anschließend kann man sich drei Monate visumfrei in den USA bewegen. Die Kosten belaufen sich auf überschaubare 14 US-Dollar.

Weit komplizierter wird es, wenn man, wie ich, zuvor im Iran (oder in Syrien, im Irak oder im Sudan) gewesen ist. Liegt dieser Aufenthalt weniger als fünf Jahre zurück, kann die Einreise in die USA nicht über das Visa-Waiver Programm erfolgen. Stattdessen muss bei einer US-Botschaft ein reguläres Visum beantragt werden. Die Vorgehensweise bei der Beantragung des Visums richtet sich nach der jeweiligen US-Botschaft in dem Land, in dem das Visum beantragt wird. Also bei mir damals in Malaysia und somit von der US-Botschaft in Kuala Lumpur. Bitte beachtet auch, dass ihr auf jeden Fall einen persönlichen Interview-Termin mit der US-Botschaft vereinbaren müsst und sich somit das ganze Verfahren bis zu einer Woche strecken kann.

Obwohl es entlang der meisten Straßen keine separaten Radwege gibt, ist das Radfahren in den USA im Großen und Ganzen recht entspannt, denn die Highways sind großzügig dimensioniert und haben zu 99 Prozent einen breiten Standstreifen, welcher ideal als Radweg taugt. Zu beachten ist aber, dass auf den Interstate Highways (ähnlich unserer Autobahn) das Radfahren verboten ist und die Polizei bei Verstoß keinen Spaß versteht.

Wer dennoch dem Autoverkehr entfliehen möchte, sollte sich auf der Internetseite der „Adventure Cycling Association“ erkundigen. Deren Mitglieder haben über die letzten Jahrzehnte tausende Meilen an Radwegen zusammengefasst und stellen diese als Download zur Verfügung.

Grundsätzlich hat man in den ganzen USA eine gute Fahrrad-Ersatzteilversorgung. In jeder kleineren Stadt findet sich ein Fahrradhändler, der neben gutem Service auch ein umfassendes Sortiment von Ketten, Reifen, Bremsbelägen, Tretlagern usw. führt. Sucht man jedoch spezielle Teile oder Ausrüstungsgegenstände kann man oft verzweifeln, da viele Amerikaner mittlerweile Online bestellen und somit die Geschäfte nur noch ein schlankes Sortiment bieten. Die Erfahrung musste ich machen, als mir eine meiner Fahrradpacktaschen kaputt ging. Weder von Vaude, Ortlieb oder einem vergleichbaren Hersteller konnte ich einen wasserdichten hochwertigen Ersatz finden.

Einfach so das Zelt aufschlagen ist auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht überall denkbar. Die Flächen entlang der Straße sind oft eingezäunt und das Betreten ist verboten. Häufig gibt es ausgewiesene Campingplätze, welche jedoch eine satte Gebühr verlangen. Ausnahmen gibt es in den „National Forests“ und sogenannten „Wilderness Areas“. So war es z. B. ganz offiziell gestattet im „Valley of the Gods“ in Utah zu campen. Darüber hinaus laden auch einige kommunale Parks, insbesondere im Mittleren Westen der USA, zum kostenlosen Zelten ein. Diese bieten dann auch häufig Toiletten, Steckdosen, Sitzbänke und manchmal sogar WLAN.

Das Zelten auf privatem Besitz sollte man nach Möglichkeit meiden, da viele US-Amerikaner Schusswaffen besitzen und davon angeblich gelegentlich auch Gebrauch machen.

In den USA legt man alle Wege mit dem Auto zurück. Und selbstverständlich auch den zum nächsten Supermarkt, welcher nicht selten 30 Kilometer oder mehr entfernt ist. In den dominierenden Großmärkten wie Walmart, Safeway oder Alberts findet sich dann aber alles wie in Deutschland auch, wobei das Angebot natürlich vielfältiger ausfällt. Auf den ersten Blick kommen einem die Preise erheblich teurer vor, was jedoch teilweise täuscht, da Milch, Käse, Müsli und sogar Bier in größeren Verpackungen verkauft werden.

Ob man in den USA das Leitungswasser bedenkenlos trinken kann, weiß ich leider nicht zu beurteilen. Die Trinkwasserqualität unterscheidet sich regional erheblich und fast immer wird zur Desinfizierung Chlor hinzugefügt.

In Europa wurde bereits im 19. Jahrhundert das metrische System eingeführt, welches auf die Maßeinheiten „Zentimeter“, „Gramm“ und „Sekunden“ aufgebaut ist. Und heute wird es in fast allen Ländern der Welt genutzt, sodass z. B. die Distanz in Metern angegeben wird. In den USA hält man jedoch bis heute an Meilen, Pfund, Galonen, Kelvin etc. fest. Insbesondere beim Einkauf im Supermarkt ist dies anfangs sehr verwirrend, wenn die Flasche Milch eine halbe Gallone enthält und die Gemüsewaage alles in Unzen und Pfund anzeigt. Hier bedarf es ein wenig Übung bis man sich an die ständige Kopfrechnerei gewöhnt hat. Rechenfaule finden dafür sicherlich auch eine passende App für ihr Handy.

Seit 2014 ist der Erwerb und Konsum von Marihuana in einigen Bundesstaaten der USA legal. In lizenzierten „Retail Shops“ kann man das Cannabis problemlos erwerben und muss hierfür lediglich den Ausweis vorlegen. Der Konsum in der Öffentlichkeit ist jedoch nach wie vor verboten, obwohl sich offensichtlich kaum jemand daran hält. Denn an jeder Straßenecke kann man den süßlichen Geruch wahrnehmen. Und da der Besitz von Marihuana in vielen Bundesstaaten immer noch illegal ist, sollte man sich bevor man eine Landesgrenze überquert stets nach der aktuellen Rechtslage informieren.

Achtung! Wer unbedingt einmal das USA-Marihuana probieren möchte, sollte beachten, dass die meisten Sorten durch intensive Züchtung einen viel höheren THC-Gehalt als üblich haben. Den Joint sollte man sich daher nur zum Tagesende gönnen, da ansonsten die Fahrtüchtigkeit nicht mehr gewährleistet wäre. 😉

Amerikaner lieben den Smalltalk und so kann man zu jeder Tageszeit und bei fast jeder Gelegenheit in ein nettes Gespräch verwickelt werden. Und dies nicht nur wenn man mit dem vollgepackten Radel an einer Tankstelle auf der legendären Route 66 pausiert und dabei die Aufmerksamkeit von einem dutzend Motorradfahrern hat. Nein, auch bereits beim Einkaufen im Walmart oder bei einem Kaffee in einem der unzähligen Diner kommt man mit der Bedienung oder dem Gegenüber am Essenstisch zwanglos ins Gespräch. Häufig erfährt man bei solchen Unterhaltungen von den Einheimischen auch noch ein paar nützliche Tipps für einen weiteren Abstecher auf der Reiseroute.

Altmühltal-Radweg: Abschnitt Kipfenberg – Kinding

Von Kipfenberg, in dessen Nähe sich übrigens der geografische Mittelpunkt Bayerns befindet, geht es über Grösdorf in Richtung Ilbling. Dort fanden Archäologen das Grab des „Kriegers von Kemathen“. Er gilt als Urbajuware und ist samt Grabkammer als wertvollstes Exponat im Römer und Bajuwaren Museum auf der Burg Kipfenberg ausgestellt. Bevor wir Kinding erreichen, unterqueren wir Autobahn A9 und ICE-Trasse von München nach Nürnberg. Der Raum Kinding war schon immer Verkehrsknotenpunkt, treffen hier doch die Täler der Altmühl, Anlauter und Schwarzach zusammen. So kann die Marktgemeinde auch auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken – ein Mekka für Archäologen. Im Ortskern sollte man auf jeden Fall einen Blick in die im 14. Jahrhundert zu einer Kirche umgebauten Burg werfen.

Dialog „Abstraktion Leben“ in den Häusern Esters und Lange in Krefeld

Neue Ausstellungen in den Krefelder Häusern Lange und Ester mit Andra Zittel und Arbeiten von Sonia Delaunay. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Ausstellungen von Sonia Delaunay und Andrea Zittel

Die Kunstmuseen Krefeld zeigen unter dem Titel „Abstraktion Leben“ einen Dialog zwischen den Ausstellungen „Andrea Zittel. Personal Patterns“ in Haus Esters und „Maison Sonia. Sonia Delaunay und das Atelier Simultane“ in Haus Lange. Die US-amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin, Andrea Zittel, Jahrgang 1965, hat die Grenzen zwischen Kunst und Leben mit einem neuen Skulpturbegriff aufgebrochen. In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entstand eine ortspezifische Präsentation in Haus Esters. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts zählten Sonia Delaunay (1885 bis 1979) und ihr Ehemann Robert zu den Pionieren der abstrakten Malerei. Die Stadt Krefeld konnte 2019 ein Konvolut von rund 100 Textilentwurfszeichnungen der Künstlerin erwerben. Diese Zeichnungen aus dem Zeitraum 1920 bis 1950, die das Herz der Ausstellung in Haus Lange bilden, zeigen die überwältigende Bandbreite von Sonia Delaunays Erfindungsreichtum, ihren experimentierfreudigen Farbsinn sowie ihren offenen Umgang mit medienübergreifender Gestaltung.

Sonia Delaunay

Sonia Delaunay erhielt 1923 ihren ersten Auftrag von einem Lyoner Textilfabrikanten. Dieser veränderte ihre künstlerische Laufbahn auf bemerkenswerte Weise: Sie entwarf fortan im großen Stil Musterstoffe für Mode und Innenausstattung, die ihr zu internationalem Erfolg verhalfen – das Atelier Simultane war geboren. Sie und ihr Ehemann machten sich einen Namen durch die markenähnliche Verwendung des Begriffes „Simultane“, der sich auf ihre charakteristische Malweise mit sogenannten simultanen Farbkontrasten bezog. Sonia Delunay gelang es, die Errungenschaften dieser reinen Farbmalerei und der Abstraktion auf die Oberflächen des modernen Lebens zu übertragen, wobei Stoffe eine Schlüsselrolle spielten. „Wir sind sehr glücklich, unser bedeutendes Zeichnungskonvolut in Krefeld in einer innovativen und vielseitigen Ausstellung zeigen zu können. Im Kontext mit vielen noch nie öffentlich gezeigten Leihgaben können wir ein wichtiges Kapitel aus der Geschichte Sonia Delaunays präsentieren, das bislang unbekannt war“, sagt Katia Baudin, Museumsleiterin und Kuratorin der Ausstellung. Die Leihgaben kommen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz aus den Bereichen Mode, Textil, Mobiliar, Werbe – und Buchkunst, Film und Fotografie. Waleria Dorogova, Forschungsvolontärin Kunstmuseen Krefeld und Kuratorin, hat in den vergangenen zwei Jahren das Krefelder Zeichnungskonvolut und dessen Provenienz erforscht. Die Ergebnisse dieser Arbeit liegen unter anderem der Ausstellung zugrunde.

Neue Ausstellungen in den Krefelder Häusern Lange und Ester mit Andra Zittel und Arbeiten von Sonia Delaunay. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Andrea Zittels

In der Ausstellung „Personal Patterns“ in Haus Esters treffen Andrea Zittels geometrische Flächen auf Mies van der Rohes Architektur der 1920er-Jahre. Viele ihrer Arbeiten, insbesondere ihre jüngeren Skulpturen sind ähnlich wie die Mies-Häuser geometrisch-abstrakt und funktional zugleich und loten private Zonen gegenüber sozialen, öffentlichen Räumen aus. Die „menschengemachte Welt“ begreift Zittel als zusammengesetzt aus Panels. Panels sind beispielsweise ein Bett, eine Bushaltestelle oder ein Grundstück. „Zittel ergründet mit ihrer konzeptuellen wie experimentellen Praxis grundlegende menschliche Eigenheiten mitten im Leben. Sie hat angesichts aktueller sozialer und ökologischer Fragen, insbesondere um den Umgang mit Informationen und Materialien eine besondere Relevanz,“ erklärt Kuratorin Juliane Duft, wissenschaftliche Referentin an den Kunstmuseen Krefeld. Die Auseinandersetzung Zittels mit den Mies-Villen und deren Umfeld geht auf die Bauhaus-Jubiläumsausstellung „Anders Wohnen“ (2019) zurück. Damals entstand bereits eine ortspezifische Installation für das Hellerau-Sommerhaus von Haus Esters, die in 2022 durch Arbeiten für den Skulpturengarten erweitert wurden.

Zu beiden Ausstellungen erscheint ein Katalog. Die Ausstellungen enden am 26. Februar 2023. Die künstlerische Leitung von „Abstraktion Leben“ obliegt Museumsleiterin Katia Baudin. Sie hat auch diese aktuellen Ausstellungen initiiert. Die Kunstmuseen sind eine Kultureinrichtung der Stadt Krefeld. Weitere Informationen zu den Ausstellungen und dem Begleitprogramm stehen unter www. kunstmuseenkrefeld. de.

Weitere Themen mit Bildergalerie:

Stadt und Polizei ehren mutige Menschen für Zivilcourage Es gehört schon lange zur gemeinsamen Tradition der Krefelder Stadtverwaltung und der Polizei: Einmal im Jahre ehren die Polizeipräsidentin und der Oberbürgermeister gemeinsam mit dem Verein „Weisser Ring“ und der „Gesellschaft Bürger und Polizei“ Menschen, die in Krefeld im vergangenen Jahr besondere Zivilcourage bewiesen haben.

Krefeld als Ziel für hunderte Radfahrer aus Nordrhein-Westfalen Die Burg Linn in Krefeld war am vergangenen Wochenende gleich für zwei Fahrrad-Großveranstaltungen ein Start – und Zielpunkt: Etwa 1.400 Teilnehmende der NRW-Radtour machten dort am Samstag, 1. Juli, eine gut zweistündige Pause.

Schwimmbecken lockt vor Kulisse der Burg Linn zum Badevergnügen Anstatt des grünen Rasens befindet sich in der Vorburg der Burg Linn derzeit ein 13 mal 18 Meter großes Wasserbecken. Oberbürgermeister Frank Meyer eröffnete am 25. Juni das Krefelder „Wanderbad“, das im Jubiläumsjahr der Stadt seine erste Station vor der Burg hat.

Gemeinsam für eine bunte Stadt: Sieben Künstler gestalten Wände Die Stadt soll bunter werden: Mit dieser Mission haben sieben Street-Art-Künstler in den vergangenen Tagen große Mauern, Wände und Freiflächen in der erweiterten Innenstadt mit Pinsel und Sprühdose bearbeitet. Entstanden sind sechs Wandgemälde.

Bildergalerie: Das war „Kultur findet Stadt“ 2023 Auch in diesem Jahr lockte am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein endlich wieder „Kultur findet Stadt“ etliche Kulturbegeisterte in die Krefelder Innenstadt. Etliche Kulturschaffende, Kreative, Designer und städtische Kulturinstitute zeigten ihr Können und ihre Angbeote.

Ruß im Gefieder: Exponate zeigen einstige Luftverschmutzung

Ohrenlerchen aus den Sammlungen des Field Museums (USA): Rußgefärbte Vögel (l) aus der Zeit der Jahrhundertwende (um 1900) und saubere Vögeln danach, als es weniger Ruß in der Atmosphäre gab. Foto: Carl Fuldner und Shane DuBay/ The University of Chicago and The Field Museum © Carl Fuldner und Shane DuBay

In US-Städten wie Detroit und Pittsburgh war die Luft vor hundert Jahren so verschmutzt wie heute in Peking. Davon zeugen Vogel-Exponate in Museen, die in ihrem Gefieder den Dreck der Vergangenheit bewahrt haben.

Chicago (dpa) – Aus dem verrußten Gefieder von Vogel-Exponaten in Museen haben Forscher das Ausmaß der Luftverschmutzung in Teilen der USA im vergangenen Jahrhundert rekonstruiert.

Sie konnten nachvollziehen, wie mit steigender Kohlenutzung die Luft zunächst immer rußiger wurde und wie sich später Umweltschutzmaßnahmen positiv auf die Luftreinheit auswirkten. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts sei die Luftverschmutzung schlimmer gewesen als bisher angenommen, berichten die Forscher in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Shane DuBay und Carl Fuldner von der University of Chicago hatten in drei Museen mehr als 1000 Exponate verschiedener Vögel gesammelt, die in den vergangenen 135 Jahren in der Region des sogenannten Rostgürtels der USA herumgeflogen waren. Der Rostgürtel ist eine riesige Industrieregion im Nordosten der USA, in der Städte wie Chicago, Detroit und Pittsburgh liegen. «Wenn man heute den Himmel über Chicago anguckt, ist er blau», sagt DuBay. «Aber wenn man Bilder aus Peking oder Delhi sieht, bekommt man eine Vorstellung davon, wie auch US-Städte wie Chicago oder Pittsburgh einmal waren.»

Berücksichtigt wurden Vögel fünf verschiedener Arten, die ein helles Brust – und Bauchgefieder besitzen – darunter die Ohrenlerche, die Heuschreckenammer oder der Rotkopfspecht. Ruß haftet an den Federn der Vögel und färbt sie sichtbar dunkel. «Wenn man diese Vögel anfasst, hinterlässt das Rußspuren an den Fingern», erklärt DuBay. «Diese Vögel filterten beim Herumfliegen quasi die Luft.»

Mit einem photometrischen Verfahren bestimmten die Wissenschaftler, wie viel – oder wenig – Licht vom Gefieder reflektiert wurde und damit, wie stark rußverschmutzt es ist. Die Messungen ergaben, dass die Rußverschmutzung des Gefieders bei Tieren aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts am höchsten war. Bis zur Mitte des Jahrhunderts hing sie eng mit dem Kohleverbrauch in der Region zusammen. «Wir waren erstaunt von der Präzision, die wir erreichten», sagte DuBay. «Zur Zeit der Großen Depression gab es einen scharfen Rückgang der Rußverschmutzung im Gefieder, weil der Kohleverbrauch sank.»

Um den Zweiten Weltkrieg herum nahm die Verschmutzung dann wieder zu, weil die Kriegsindustrie viel Kohle verbrauchte. In den folgenden Jahrzehnten entkoppelte sich schließlich die Gefiederverschmutzung vom Kohleverbrauch. Die bis dahin häufig verbrannte, stark rußende bitumenhaltige Kohle wurde durch eine rußärmere Kohle ersetzt, bessere Luftreinhaltetechnologien wurden entwickelt und nach und nach stellten die Städte zur Energieerzeugung auch auf Erdgas um, erklären die Wissenschaftler.

Die Tatsache, dass die Vögel aus der jüngeren Vergangenheit sauberer sind, bedeute allerdings nicht, dass es keine Probleme mehr gebe, sagte DuBay. Heute entließen die USA zwar deutlich weniger Ruß in die Atmosphäre als früher, dafür aber verstärkt weniger sichtbare Luftschadstoffe. «In der Mitte des 20. Jahrhunderts haben wir in die Infrastruktur und die Regulation der Brennstoffquellen investiert – hoffentlich lernen wir daraus und stellen heute auf ähnliche Weise auf nachhaltige, erneuerbare Energiequellen um, die effizienter und weniger schädlich für die Umwelt sind.»

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