Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Abenteurer: Dennis Kailing hat auf seiner Reise viele Schwierigkeiten bewältigt, zum Beispiel hat er eine fragile Brücke in Timor überquert. Bild: Dennis Kailing

Mit einem Fahrrad hat der Gelnhäuser Dennis Kailing zwei Jahre lang die Welt bereist. Seine Begegnungen und Erlebnisse sind jetzt in einem Kinofilm zu sehen.

E s hätte auch schiefgehen können. Mit dem Fahrrad fast zwei Jahre lang mutterseelenallein in der Welt unterwegs sein, fast 44.000 Kilometer mit reiner Muskelkraft zu bewältigen in Ländern wie Iran und Malaysia, Mexiko und Nordamerika, Argentinien und Marokko – das klingt wirklich gefährlich. Allerdings nicht in den Ohren von Dennis Kailing. Er war gerade 24 Jahre alt, als er fast von heute auf morgen beschloss, mit seinem Fahrrad ferne Länder zu erkunden. Eine Entscheidung mit Tragweite, doch für Kailing in erster Linie ein Abenteuer.

    Folgen Ich folge

Zuvor war sein Leben in völlig geordneten Bahnen verlaufen. Im Jahr 1990 in Gelnhausen geboren, ging er dort zur Schule, machte sein Abitur und entschied sich für ein Bauingenieurstudium. Nach dem Bachelor jobbte er in Berlin, bis ihm klarwurde, dass ihm die Welt zu klein geworden war. Etwas Geld hatte er zusammengespart, doch für eine Weltreise über viele Monate, wie sie dem jungen Gelnhäuser vorschwebte, würde das nicht reichen. Oder vielleicht doch? Es würde allein auf die Art des Reisens ankommen, dachte sich Kailing. Er schaffte sich ein Fahrrad an, etwas Ausrüstung und ging zum Tropenarzt, um sich impfen zu lassen. Dann informierte er die Eltern im heimischen Gelnhausen über seine Pläne. Die hatten den Traum ihres Sohnes schon mehrfach vernommen, doch dieses Mal „meint er es ernst“, meinte die Mutter zu seinem Vater. Die Eltern hätten gar nicht erst versucht, ihn von seinem Vorhaben abzubringen, denn sie hätten gewusst, dass es sinnlos sein würde, erinnert sich Kailing und lächelt spitzbübisch.

„Mit einem Lächeln kommst du weiter“

Dieses Lächeln muss ihm geholfen haben, die Herzen vieler Menschen auf seinem langen Weg zu erobern. „Mit einem Lächeln kommst du weiter. Egal, ob am Flughafen, im Fahrradladen oder in kniffligen Situationen. Solange du gute Laune versprühst, wirst du wahrscheinlich bekommen, was du willst“, erklärt Kailing seine Strategie, die bei ihm ganz offensichtlich von Herzen kommt. Ein weiteres Motto für ihn heißt, auf die Menschen zuzugehen. In kleineren Orten, egal, in welchem Land, suchte er immer die Treffpunkte auf, an denen Einheimische zusammenkommen, wo sie reden und einkaufen. Oft sind das kleine Kioske am Straßenrand, dort lassen sich nach den Erfahrungen von Kailing gut Bekanntschaften schließen. So traf er immer wieder auf Leute, die ihn zum Essen in ihr Haus einluden und die den sympathischen Fremden bei sich übernachten ließen.

Häufig schlief er in seinem Zelt in freier Natur, aber auch an so ausgefallenen Orten wie in einer Schwimmhalle in Indien, auf der Ladefläche eines Kleintransporters, in der Frauenzelle einer Polizeistation in Mexiko, im Büro eines Bürgermeisters in der Türkei oder in einem Baumhaus in Peru. Kailing spricht Englisch und ein paar Brocken Spanisch, mehr nicht. Dafür brachte er während seiner langen Fahrt die Fähigkeit, sich mit Gesten, mit Händen und Füßen zu verständigen, zur Perfektion.

Https://m. faz. net/aktuell/rhein-main/hesse-reist-mit-dem-fahrrad-einmal-um-die-welt-16617123.html

Auf großer Radreise – Per Fahrrad auf Weltreise

Von Juli 2015 bis März 2020 waren wir auf großer Radreise um die Welt. Auf dieser Fahrrad Tour haben wir 37 Länder bereist, sind 37.000 km geradelt und haben uns dabei über 200.000 Höhenmeter erkämpft.

Wie es dazu kam und warum wir das getan haben, erläutern wir in diesem Artikel. Des Weiteren geben wir hier Hinweise, wo und wie wir über diese Radreise berichten.

Inhaltsübersicht

Was uns an Radreisen so gut gefällt

    Das Fahrrad ist das perfekte Fortbewegungsmittel, um ein unbekanntes Land oder eine fremde Kultur zu erkunden. Schnell genug, um zu reisen, aber langsam genug, um Landschaft und Umgebung ausgiebig wahrzunehmen.
    Wer per Fahrrad reist, erlebt überall enorme Kontaktfreudigkeit der Einheimischen und eine grenzenlose Hilfsbereitschaft. Man erweckt Neugier und kommt sehr schnell in Kontakt mit den interessantesten Menschen und Kulturen.
    Die Nähe zur Natur ist auf einer Radreise immer unmittelbar: Wetter, Tiere, Landschaft, Botanik,… man nimmt alles sehr viel intensiver wahr. Vor allem die Naturgewalten. Mit allen Sinnen.
    Dieses Natur-Erlebnis wird noch um eine ganze Ecke intensiver, wenn man wie wir im Zelt schläft. Bei jedem Wetter und in jeder Landschaft: bei Sturm, Schnee, Frost, Gewitter, Hagel, in der Wüste, in den Tropen,…
    Wartung, Pflege und Reparatur geht beim Fahrrad deutlich leichter von der Hand als z. B. beim Auto. Und wir lieben die Gewissheit, fast alle Reparaturen am Fahrrad auf Urlaub und Reisen selber bewerkstelligen zu können
    Auf einer Radreise erlebt man die abenteuerlichsten Geschichten. Hautnah. Und völlig unerwartet. Das macht das Reisen per Fahrrad noch spannender.

Irgendwann ist uns zudem auch bewusst geworden, dass Radreisen die schönste und einfachste Reiseart ist, um schonend und nachhaltig mit den Ressourcen unserer Welt umzugehen. Ein Aspekt, die im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel immer bedeutender wird:

Unsere kleinen Radreisen

Seit 1992 unternahmen wir fast jährlich eine Radreise und haben dabei Erfahrung gesammelt, Ausrüstung getestet und unsere Grenzen ausgelotet. Unsere Reiseziele lagen bei diesen kurzen Fahrradtouren aber fast ausschließlich in näherer Umgebung zu Deutschland, weil lange und kostenintensive Anfahrten zu fernen Ländern in keinem gesunden Verhältnis zu den relativ kurzen Unternehmungen standen.

Parallel zu unseren kleinen Radreisen ist dann ein großer Traum immer konkreter geworden: Eine große Radreise um die Welt, auf der wir all die Länder besuchen würden, für die uns die jährlichen 3 Wochen Sommerurlaub zu kurz erschienen. Und im Juli 2015 war es dann endlich so weit:

Auf großer Radreise

Wir starteten direkt von unserer Haustür mit den Fahrrädern samt Gepäck und ließen uns langsam Richtung Osten treiben. Die Betonung lag dabei auf „langsam“, denn wir wollten nicht durch die einzelnen Länder „jagen“, sondern so viel wie möglich mitnehmen von jedem Land und seiner Kultur. Das braucht Zeit.

Im Groben führte unsere Route von Deutschland über den Balkan und Zentralasien nach Südostasien und weiter über Australien und Neuseeland nach Südamerika.

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Unsere ursprüngliche Routenplanung haben wir seit dem Start mehrfach verändert. Teils lag das an den Empfehlungen der Ortskundigen und teils an Hindernissen, die wir nicht beeinflussen konnten. Die hierfür erforderliche Flexibilität hatten wir zwar von vornherein mit eingeplant, doch es blieb immer eine große Herausforderung:

Unsere Reiseberichte der Fahrrad-Weltreise

Natürlich haben wir unsere Reise-Erlebnisse und Abenteuer in Reiseberichten festgehalten. Im Folgenden findest du diese Reiseberichte in chronologischer Reihenfolge:

Die Reiseinfos zu den Reiseländern

Aus unseren Erfahrungen auf großer Radreise haben wir zusätzlich Länder-Reiseinfos erstellt, in denen wir Reisetipps zu allen wichtigen Themen geben: Klima, Kultur, Versorgung, Infrastruktur, Gefahren, Besonderheiten, Einreise-Bestimmungen und vieles mehr. Das ist sicher wertvoller Input für dich, wenn du ebenfalls einen Urlaub in dem betreffenden Land geplant hast. So findest du zum einen Infos für alle Arten von Reisen und darüber hinaus viele „spezielle Infos für Radreisen“:

In diesen Reiseinfos fokussieren wir uns hauptsächlich auf selbstorganisierte Low-Budget-Reisen und Reiserouten abseits der überlaufenen Touristenpfade. Wir geben Tipps zu preiswerten Unterkünften und Transportmitteln, orientieren uns an Zeltübernachtung und eigener Campingküche und sprechen Empfehlungen für lohnende Besichtigungsobjekte aus, die preislich erschwinglich oder frei zugänglich sind.

Was du in unseren Länderinfos nicht findest: Hotel-Empfehlungen, Spritpreise, Restaurant-Tipps, Infos über Party-Meilen und Shopping-Center sowie kommerzielle Angebote für Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten.

Fanden wir überzogene Preise oder wurden auf der Reiseroute oder bei Besichtigungen in unseren Erwartungen enttäuscht, bringen wir das in unseren Reisetipps und den Reiseberichten deutlich zum Ausdruck.

Unsere Reisefotos

Aus den Fotos von unserer großen Radreise haben wir auch noch pro Reiseland eine Galerie erstellt. Diese Galerien sind für manche Länder sehr umfangreich geworden. Darin spiegelt sich aber vor allem das enorme Ausmaß an Eindrücken wider, die wir auf großer Radreise zwangsläufig erfahren. Denn diese Art zu Reisen verspricht intensiven Kontakt zu den Einheimischen und viele spannende Geschichten.

Unsere Reisevideos

Zusätzlich haben wir auf unserer Radreise um die Welt auch Videos gedreht. Daraus werden wir in Zukunft noch größere Reisefilme schneiden.

Was du aber jetzt in unserem YouTube-Kanal schon findest, sind über 500 kleinere Video-Clips mit bis zu 1 Minute Spiellänge, in denen wir unsere Eindrücke und Erlebnisse auf der Reise festgehalten haben. Du findest diese Filme nach Reiseländern sortiert in verschiedenen Playlists: Unsere Videoclips

Interessante Orte & Sehenswürdigkeiten

Entdeckten wir auf großer Radreise besondere Orte, dann widmen wir ihnen einen separaten Artikel. Zu finden sind sie unter der Rubrik „Reiseziele“ im Unterordner „Sehenswürdigkeiten“. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf unbekannte Reiseziele und Orte abseits der ausgetretenen Touristenpfade.

Zu den interessanten Orten zählen wir außergewöhnliche Städte, besondere Gebäude, religiöse Einrichtungen, aber auch sehenswerte Touristenstraßen, Parks, landschaftlich herausragende Regionen oder Örtlichkeiten, Kuriositäten und Superlative. Halt alles, was uns stark beeindruckt hat auf großer Radreise.

Natürlich schreiben wir in dieser Rubrik auch über die bekannten Sehenswürdigkeiten und Orte dieser Welt. So ist diese Rubrik mittlerweile auf fast 100 Einzel-Artikel gewachsen:

Außergewöhnliche Dinge unserer Welt

Ebenfalls schreiben wir über besondere Dinge, die uns stark beeindruckt haben auf großer Radreise. Das können außergewöhnliche Tiere, Pflanzen oder Landschaftsformen sein, oder kulturelle Handlungen, besondere Geschichten aus der Historie oder anderes. Halt alles, was wir bemerkenswert fanden. Zu finden sind diese Artikel in der Rubrik „Praktische Tipps“ im Unterordner „Unsere Welt“:

An der Vielfältigkeit der Themen in dieser Rubrik lässt sich auch ableiten, wie hoch die Erlebnisdichte auf großer Radreise ist: Das relativ geringe Reisetempo ermöglicht uns, sehr intensiv und tief in Geschichte und Kultur eines Landes einzutauchen.

Warum wir hier berichten

Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Veröffentlichungen einen Nutzen stiften können und Gleichgesinnte inspirieren. Aus unserer Planungsphase im Vorfeld der Radreise wissen wir, wie mühsam es sein kann, die notwendigen Informationen für eine große Reise zusammenzutragen. Unser Blog soll ein Wissenspool für genau diesen Zweck sein.

So finden sich in unserem Blog Beschreibungen zu bewährten Reiserouten, Infos zur Beschaffenheit der Infrastruktur eines Landes, Hinweise zu den passenden Jahreszeiten für die einzelnen Länder und unsere Erfahrungen mit der Ausrüstung oder mit besonderen Problemen auf großer Radreise.

Durch unsere detaillierten Beschreibungen gewinnst du einen ersten Eindruck von vielen Regionen und Ländern. Das ist sicher sehr hilfreich für die eigene Suche nach neuen Reisezielen und die Reisevorbereitung für deinen Urlaub mit oder ohne Fahrrad.

Das könnte dich auch interessieren:

Wenn dir die Beschreibung unserer Radreise und die vielen Tipps auf unserem Blog gefallen, freuen wir uns. Als kleines Dankeschön könntest du

Https://www. fahrrad-abenteuer-reisen. de/auf-dem-rad-nach-asien-2/

Weltreise mit dem Fahrrad planen, organisieren, überleben

Eine Weltreise mit dem Fahrrad zählt sicher zu den letzten großen Abenteuern unserer Zeit. Doch damit eine solche Radreise um die ganze Welt auch erfolgreich verläuft, ist eine gute Vorbereitung notwendig.

Dabei geht es um Routenplanung, Visa-Beschaffung, Gesundheitsschutz, Finanzierung und vieles mehr. Da verlierst du bei der Planung leicht den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen.

Damit das nicht passiert, hilft dir der folgende Leitfaden: Wir haben alle wichtigen Elemente einer vollständigen Weltreise-Organisation für dich zusammengestellt. Der Guide für deine eigene Weltreise mit dem Fahrrad.

* Dieser Beitrag enthält Werbelinks.

Inhaltsübersicht

Deine Erfahrungen aus kleinen Radreisen

Sicher ist dir das Fahrradfahren nicht neu und vermutlich hast du auch schon mehrere kleinere Radreisen unternommen. Wenn nicht, bekommst du hiermit schon deine erste Aufgabe:

Unternehme weit vor der geplanten Weltreise kleinere Radreisen, um erste Erfahrungen zu sammeln und eine gewisse Routine im Umgang mit Fahrrad-Reparatur, Gepäcktransport, Zelten, Kochen und all den anderen Tätigkeiten im Radreise-Alltag zu erlangen. Das müssen keine mehrwöchigen Unternehmungen am anderen Ende der Welt sein. Sondern hierzu reichen Ausflüge in deiner unmittelbaren Umgebung über zwei, drei Tage oder eine Woche.

Diese ersten Erfahrungen sind Gold wert. Sie schärfen deinen Blick für die Einschätzung der Machbarkeit. Denn je besser du deinen favorisierten Reisestil und deine Grenzen kennst, desto kleiner ist das Risiko, durch Fehler in der Planung unterwegs böse Überraschungen zu erleben. Und glaube uns: Du erlebst dann immer noch genug Herausforderungen und Abenteuer.

Wir selber haben vor unserer 5-Jahres-Weltreise den Anspruch auf unseren kleineren Fahrradtouren stetig gesteigert, haben Gebirge, extremes Klima und mangelhafte Infrastruktur ausgetestet; nur um zu erfahren, wo unsere Grenzen liegen und welche Ausrüstung wir für eine Weltreise benötigen würden.

Individualreise vs. Pauschalreise

Pauschalreisen haben ihren Reiz: Du kaufst alles aus einer Hand und musst dich um nichts kümmern. Die gesamte Reiseorganisation wird dir hier als Dienstleistung verkauft. Das hat allerdings seinen Preis und die Spielräume für Selbstbestimmung und individuelle Reisegestaltung sind gering.

Für deine Weltreise mit dem Fahrrad wird das anders laufen. Es gibt nämlich keine Reiseanbieter, die dir eine komplette Weltreise mit dem Fahrrad als Rundum-Sorglos-Paket anbieten. Und täten sie es doch, dann wären die Kompromisse bei Route, Reisealltag und Reisekosten sicher viel zu groß. Gehe also davon aus, dass deine Weltreise eine Individualreise wird, die du vollständig selber planen und organisieren darfst.

Von anderen Reiseradlern lernen

Du bist nicht der Erste, der sich auf eine Weltreise mit dem Fahrrad begibt. Das haben schon mehrere hundert Reiseradler vor dir getan. Und sie berichten fleißig auf vielen Kanälen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen (so wie wir auf dieser Website auch). Sie empfehlen Routen und geben Tipps zu Ausrüstung und Organisation.

Ihre Erfahrungen sind für dich eine unschätzbare Fundgrube. Sie erleichtern dir die Reise-Planung und – Organisation gewaltig. Nutze es als Ergänzung zu den Erfahrungen aus deinen eigenen Radreisen (siehe oben).

Deine Reiseroute

Vielleicht hast du schon eine konkrete Reiseroute im Kopf. Wenn nicht, suchst du dir aus den vielen Erfahrungsberichten der Weltenbummler eine erprobte Streckenführung heraus.

Du wirst feststellen: Es gibt einige Standard-Routen, die immer wieder befahren werden, weil sie sich halt bewährt haben in vielerlei Hinsicht. Und diese Standard-Routen kannst du individuell miteinander verknüpfen oder nach eigenen Wünschen abändern.

Der Vorteil: Du findest in den Beschreibungen und Erfahrungsberichten sehr viele Details für deine eigene Reise-Organisation. Das betrifft Visa-Beschaffung, Infrastruktur, Unterkünfte, Gelände-Charakter, Sehenswürdigkeiten, Mentalität der Bevölkerung, Sicherheit und vieles mehr.

Apropos Sicherheit:
Meide bei deiner Routenplanung auf jeden Fall Länder mit einem unberechenbaren Gefährdungs-Potenzial. Nehme die Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt (externer Link) sehr ernst und beobachte die politische Entwicklung deiner Wunschländer laufend, auch noch und gerade während der Reise. Plane auch Spielräume für unvorhersehbare Routen-Änderungen ein (Wegsperrungen, Reisewarnung, Routentipps der Einheimischen, usw.).

Allerdings reicht es nicht, auf der Karte einfach eine Route durch die Wunschländer zu ziehen. Du musst auch noch die folgenden Kriterien unter einen Hut bekommen:

    Einreise-Bestimmungen der Länder (z. B. zulässige Grenzübergänge) Abgleich zwischen Streckenlänge und max. Aufenthaltsdauer für jedes Land Berücksichtigung der radelfreien Zeiten (für Besichtigungen, Visa-Beschaffung, usw.) Prüfung auf passende Jahreszeiten.

Sind ungünstige Jahreszeiten (Regenzeit, Winter, Stürme) oder zu weite Strecken (Wüsten, Steppe, Tundra, usw.) unvermeidbar, überlege dir schon im Rahmen der Vorbereitung passende Lösungen: Ändere die Route, plane Reisepausen oder Arbeitsaufenthalte ein, baue das Trampen oder auch Kurzstreckenflüge mit ein. Recherchiere, wie andere Reiseradler das Problem gemeistert haben.

Beschaffe dir Kartenmaterial, um den geplanten Streckenverlauf durch die einzelnen Länder etwas detaillierter zu prüfen. Manche Details erschließen sich nämlich aus den digitalen Karten nicht.

Übrigens kann es die Orientierung unterwegs erleichtern, wenn du eine Karte in Landessprache im Gepäck hast. Denn die Einheimischen kommen nicht immer mit der digitalen Karte auf deinem Handy klar, wenn du mal nach dem Weg fragst.

Prüfe die Versorgungslage entlang der geplanten Strecke und insbesondere in der Zeit religiöser Feste vor Ort. So kann zum Beispiel in islamischen Ländern die Lebensmittel-Versorgung zur Zeit des Ramadan sehr eingeschränkt sein.

Achte auf das Höhenprofil und berücksichtige beim Aufstieg in Hochlagen (Pamir, Altiplano, Anden, usw.) die notwendige Höhenanpassung. Das kann dich empfindlich ausbremsen. Berücksichtige dabei auch immer die maximale Aufenthaltsdauer im Land.

Recherchiere nach den kulturellen Gegebenheiten im Reiseland: Religion, Umgangsformen, Kleiderordnung, verbotene Gesten, Sprache und Verständigung. Lege dir einen Basis-Wortschatz in der jeweiligen Landessprache an.

Die Reisedokumente

Was du auf einer Weltreise mit dem Fahrrad neben Reisepass und Impfausweis sonst noch so alles an Dokumenten brauchst, haben wir im folgenden Artikel detailliert beschrieben:

Für die Einreise benötigst du in vielen Ländern ein Visum. Und weil die Gültigkeit dieser Visa zeitlich begrenzt ist, wirst du die Visa-Beschaffung auf einer Langzeit-Reise von unterwegs angehen müssen. Plane das schon sehr genau vor Reisestart:

    Welche Botschaften kommen unterwegs infrage? Wie sind die Antrags-Bestimmungen? Wie viele Tage Wartezeit sind einzuplanen? Welche Kosten kommen auf dich zu? Welche Feiertage oder Feste könnten Einfluss auf die Öffnungszeiten der Botschaften nehmen? Du ahnst ja nicht, was dir da alles einen Strich durch die Rechnung machen kann.

Der Gesundheitsschutz

Recherchiere nach den gesundheitlichen Gefahren im Reiseland:

    Gibt es gefährliche Tiere oder Pflanzen? Ist das Leitungswasser genießbar? Ist Baden in den Gewässern unbedenklich möglich? Welche Reiseimpfungen werden empfohlen? Wie viel Vorlaufzeit benötigst du für alle Impfungen? Wie ist die medizinische Versorgung im Reiseland? Welcher Versicherungsschutz kommt infrage?

Deine Reise-Finanzierung

Dein verfügbares Budget muss mit deinem Reisestil und deiner Reisedauer im Einklang stehen. Zelten und Campingküche sind beispielsweise preiswerter als Hotel und Gastronomie. Erfasse am besten auf kleineren Radreisen deine Reisekosten und projiziere die Werte auf deine Reiseländer. Berücksichtige dabei, dass es preiswerte und teure Reiseländer gibt. Rechne auch die Kosten für Visa, Permits, Flüge und Verschleißteile mit ein.

Stelle weit vor Beginn der Weltreise auf Online-Banking um und übe den Umgang mit Bank-App, Zugangs-Prozedur und fremden WLAN-Netzwerken. Beschaffe dir mindestens zwei Kreditkarten und informiere dich für jedes Reiseland über die beste Reisewährung und die Möglichkeiten zur Bargeld-Beschaffung. Da lauern viele Überraschungen. Halte auch Inflation und Falschgeld-Risiko für alle Reiseländer im Auge.

Berücksichtige zusätzlich die laufenden Kosten daheim während deiner Abwesenheit. Eine ruhende Krankenversicherung, laufende Verträge mit Ratenzahlungen, usw. Überlege dir, wie du damit umgehst.

Dein Reiserad

Für eine Weltreise mit dem Fahrrad benötigst du ein qualitativ hochwertiges und stabiles Reiserad. Das muss keine 5000 Euro kosten, aber bei der Auswahl der Komponenten solltest du einige Punkte beachten:

Https://www. fahrrad-abenteuer-reisen. de/weltreise-mit-dem-fahrrad-planen-organisieren-ueberleben/

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Heinz Stücke, 74, ist vom Beruf Radler. Er ist über 648.000 Kilometer gefahren und hat 196 Länder besucht. Seine Tour füllte 21 Reisepässe. Laut Travellers Century Club steht Stücke mit seinen 299 Destinationen kurz vor der diamantenen Mitgliedschaft, die es ab 300 Destinationen gibt. Dazu zählen auch Regionen und Territorien sowie nicht anerkannte Staaten. Von 1995 bis 1999 stand Stücke als „meistgereister Mann der Geschichte“ im Guinness Buch der Rekorde. In seiner ostwestfälischen Heimat Hövelhof will man ihm zu Ehren sogar ein kleines Museum eröffnen. Webseite Heinz Stücke

SPIEGEL ONLINE: Herr Stücke, wohin ging Ihre erste Radtour?

Stücke: Meine erste Reise führte mich 1958/59 rund ums Mittelmeer. Ich wollte die Welt sehen. Danach bin ich brav wieder nach Hause gefahren, nach Hövelhof in Ostwestfalen. Ich ging zurück in die Fabrik und arbeitete dort wieder als Werkzeugmacher.

SPIEGEL ONLINE: Wann ging es weiter?

Stücke: Im August 1960. Für diese zweite Reise verkaufte ich sogar meinen VW-Käfer, sie dauerte fast ein Jahr und führte mich bis nach Indien. Viel Geld hatte ich nicht. Deswegen heuerte ich auf einem norwegischen Schiff an, zwischen Bananen ging es über Singapur nach Russland. Doch das Fahrradfahren in Russland war sehr beschwerlich, auf Einzeltouristen waren die Russen nicht eingestellt. Ich wurde verhaftet, verhört und dann wieder freigelassen. In Moskau wies man mich aus, über Finnland und das Nordkap ging es zurück nach Ostwestfalen.

SPIEGEL ONLINE: Was war Ihr nächstes Ziel?

Stücke: 1962 nahm ich mir vor, mit dem Rad zwei Jahre lang nach Tokio zu fahren, zu den Olympischen Spielen. Doch daraus wurde nichts. Japan erreichte ich erst 1971. Es gab unterwegs so viel Spannendes zu erleben und zu entdecken. Irgendwann habe ich mir gedacht: Ich komme an, wenn ich ankomme. Und so langsam reifte die Erkenntnis, dass das mein Leben ist – und ich nicht zurück in die Fabrik wollte.

SPIEGEL ONLINE: Was für ein Rad hatten Sie damals?

Stücke: Unterwegs war ich mit meinem Torpedo-Dreigang-TriePad-Rad aus Paderborn. Den Hersteller gibt es nicht mehr, aber das Rad hielt bis heute durch.

SPIEGEL ONLINE: Wie haben Sie Ihre Reisen finanziert?

Stücke: Zunächst habe ich sehr wenig Geld ausgegeben. Bei Hunger mied ich Restaurants. Ich wartete, bis man mir ansah, dass ich hungrig war. Viele freuten sich, wenn ich bei ihnen zu Hause aß. Weil ich mit dem Rad fuhr, sah jeder, dass ich nicht viel Geld hatte. An mein Fahrrad habe ich eine Weltkarte mit meiner Route gehängt, das hat neugierig gemachte.

SPIEGEL ONLINE: Aber Sie mussten ja nicht nur essen. Wie haben Sie Ausgaben wie Ersatzteile oder Kleidung bezahlt?

Stücke: Ich habe eine Broschüre mit meinen Anekdoten von unterwegs verfasst. Ihr Umfang wuchs mit der Zeit von vier auf 20 Seiten. Wer es lesen wollte, konnte geben, was er wollte. Mal bekam ich 60 Cent, dann wieder 200 Euro pro Heft. In Kapstadt ging ich den Verkauf erstmals organisiert an. Ich habe meine Geschichte auch an Zeitungen verkauft oder in deutschen Klubs vorgestellt. So kamen manchmal Hunderte Dollar zusammen, in Japan 1972 waren es sogar 20.000 Dollar. Das reichte sechs Jahre lang. Außerdem verkaufte ich meine Fotos über eine britische Agentur. In den 51 Jahren habe ich vielleicht drei bis vier Monate gearbeitet.

SPIEGEL ONLINE: Wie teuer war das Leben unterwegs?

Stücke: Das hat sich stark verändert. In den Sechzigerjahren kostete mich ein Reisetag ein bis zwei Euro, Mitte der Neunzigerjahre waren es schon zwölf Euro.

SPIEGEL ONLINE: Gab es gefährliche Situationen?

Stücke: In Iran handelte ich mir Typhus ein und lag im Krankenhaus. In Sambia schossen mir Separatisten mit einer AK-47 in den großen Zeh, weil sie mich für einen Spitzel hielten. Das war sehr unangenehm. Ein zufällig vorbeikommender Deutscher brachte mich per Auto zu einer Erste-Hilfe-Station. In all den Jahren bin ich nie überfallen worden, Taschendiebstähle gab es schon. Mein Rad stahl man mir sechsmal, doch ich bekam es immer wieder zurück. Manchmal half mir sogar die Medien bei der Suche.

SPIEGEL ONLINE: Was sagte Ihre Familie zur Weltreise per Rad?

Stücke: Sie war davon nicht sonderlich begeistert, aber mein Vater akzeptierte es später. 1977 besuchte mich meine Familie für ein Wochenende in Arnheim. Nach all den Jahren hatten sie nur zwei Tage Zeit, denn am Montag mussten alle wieder an die Arbeit. Das hat mich schockiert, und so wollte ich es nicht. Mein Leben war so interessant, und das Heimweh wurde zu einer Heimangst.

SPIEGEL ONLINE: Wollten Sie in all den Jahren nie nach Hause zurück?

Stücke: Doch, das hatte ich tatsächlich vor und habe vielleicht zehnmal gesagt: In ein oder zwei Jahren bin ich wieder da. Erst wollte ich zur Fußball-WM 1974 zurückkehren. Dann wollte ich den legendären Marco Polo überholen, der 25 Jahre unterwegs war, schließlich alle Länder der Erde bereisen.

SPIEGEL ONLINE: Was ist der Unterschied zwischen Reisen mit 20 und mit 70 Jahren?

Stücke: Als junger Mann hat man einfach eine größere Begeisterung. Alles ist neu, doch mit der Zeit wird es doch zur Routine. Ich habe mich dazu entschlossen, mit dem, was ich am besten kann, mein Leben zu gestalten.

SPIEGEL ONLINE: Hören Sie nun auf zu reisen?

Stücke: Nein, Reisen ist mein Leben. Ende Juli war ich noch bei einem Globetrotter-Treffen in Freiburg an der Elbe und fuhr an der Küste entlang dorthin.

SPIEGEL ONLINE: Was planen Sie als Nächstes?

Stücke: Jetzt sortiere ich Dias, meine Gedanken und Notizen – eine Heidenarbeit. Dann möchte ich gerne mehrere Bücher über mein Leben schreiben und veröffentlichen. Wohl Mitte September geht es zurück nach Hövelhof. Dort stellt mir die Gemeinde eine kleine Wohnung zur Verfügung. Im Ort beginnt der Emsradweg, ich kann den Radlern Fragen beantworten. Sozialleistungen möchte ich auf keinen Fall und werde für die Miete arbeiten. Mein Leben zeigt, dass es auch ohne Staat gehen kann.

Https://www. spiegel. de/reise/fernweh/heinz-stuecke-aus-ostwestfalen-ueber-50-jahre-auf-dem-fahrrad-a-990874.html

HAST DU FERNWEH? ABENTEUERLUST?

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Https://www. rausgefahren. de/

In eineinhalb Jahren mit dem Fahrrad um die Welt

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Niko Krauland hat auf dem Drahtesel die Welt bereist.

Viele Menschen haben einen Traum. Einen Wunsch, der tief von innen kommt. Und der sich auch mit Geld nicht erkaufen lässt. Niko Krauland hat ihn sich erfüllt: eine Fahrrad-Weltreise.

N iko Krauland, Jahrgang 1988, war schon immer ein sportlicher Typ. Da lag sein Berufswunsch nahe: Lehrer – Sport und Geografie. Der gebürtige Steirer zog also nach Salzburg, um hier auf Lehramt zu studieren. Der nächste logische Schritt wäre der Start ins Berufsleben gewesen und erste Erfahrungen als Lehrer zu sammeln. Aber etwas hielt ihn davon ab. Ein Abenteuer, das er sich schon viele Jahre lang im Kopf ausgemalt hatte. Ein Traum, den viele träumen, aber die wenigsten in die Tat umsetzen: eine Weltreise.

Keine “herkömmliche” Reise um die Welt

Weil Niko erstens Sportler ist und zweitens so einfach und menschennah wie möglich reisen wollte, war von Anfang an klar: Die Weltreise sollte keine „herkömmliche“ Reise sein. So eine, bei der man sich in den Flieger setzt, von Kontinent zu Kontinent jettet, in hippen Hostels schläft und Strandfotos auf Instagram postet. Nein, Niko wollte am Boden der Tatsachen bleiben, mit allen Sinnen in fremde Welten eintauchen, an die eigenen Grenzen gelangen und die volle Dröhnung Intensität spüren.

Weltreise mit dem Fahrrad

Eineinhalb Jahre am Stück hat Niko deshalb auf dem Fahrrad verbracht: 17 Monate lang ist er durch die Welt geradelt. Die Route: Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Thailand, Laos, Kambodscha, Australien, Südafrika, Lesotho, Swasiland – und über Frankreich zurück nach Österreich.

Übernachtet hat er während seiner Weltreise in Hostels, aber auch bei einheimischen Familien, im Zelt, im Tempel, in der Moschee. 1.500 Stunden im Sattel und 21.500 Kilometer später zieht er sein Fazit: „Genieße jeden Meter und sei glücklich, dass du an diesem schönen Ort sein darfst!“ Das gilt nicht nur für’s Reisen, sondern für’s ganze Leben. Was Niko auf seiner Fahrrad-Weltreise sonst noch erlebt hat, hat er kofferpacken. at im E-Mail-Interview verraten.

Kofferpacken. at: Du hast bestimmt gute Tipps gegen Muskelkater, oder?

Niko Krauland: Gehe es langsam an und höre auf deinen Körper! Er wird dir sagen, wenn er eine Pause braucht. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Belastung. Bei mir hat es rund ein bis zwei Monate gedauert, bis ich einen guten Rhythmus finden konnte.

Kofferpacken. at: Was hast du an dieser Art des Reisens – einer Weltreise mit dem Fahrrad – am meisten genossen?

Niko Krauland: Das Rad ist wie eine Eintrittskarte für viele schöne Begegnungen. Mit dem Auto oder Bus kommt man kaum in kleine Dörfer, man fährt meist von Stadt zu Stadt und schläft in Hostels. Für mich sind aber die Strecken zwischen den Städten am schönsten. Durch das Rad kommt man sehr leicht mit den Einheimischen in Kontakt, weil der voll bepackte Drahtesel sofort das Interesse bei den Menschen weckt. Man kann nicht einfach ein Fenster schließen, man muss immer hellwach sein und ist den Menschen dadurch sehr nahe.

Neue Bekanntschaften im Iran In Thailand hat Niko Krauland in einem Tempel übernachtet. Nikos Rad-Weltreise sorgt stets für Aufmerksamkeit – auch in Lesotho.

Kofferpacken. at: Welche Landschaften haben dich fasziniert?

Niko Krauland: Ich bin durch extrem viele verschiedene Landschaften, durch Wüsten, Steppen, Wälder und durch den Dschungel gefahren – aber die Bergwelt hat mich am meisten begeistert. Besonders Tadschikistan war ein Erlebnis. Man fährt hunderte Kilometer an einem Grenzfluss entlang und sieht auf der anderen Seite Afghanistan und die Hindukusch-Gebirgskette. Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn die Menschen dir aus Afghanistan zurück winken.

Kofferpacken. at: Welche Begegnungen und Menschen haben es dir auf deiner Fahrrad-Weltreise angetan?

Niko Krauland: Ich wusste, dass die Iraner sehr gastfreundlich sind, aber diese Offenheit hat mich überwältigt. Ich musste erst lernen zu „nehmen“, weil die Großzügigkeit alles übertraf, was ich bisher kannte. Ich bekam zu essen, konnte in der Moschee schlafen oder wurde von den Menschen in ihr Zuhause eingeladen.

Vor allem die Berglandschaften haben Niko auf seiner Weltreise mit dem Fahrrad begeistert. Am Foto: Kirgisistan Übernachtung in freier Natur in Turkmenistan Mit dem Fahrrad durch Südafrika

Kofferpacken. at: Was können wir Österreicher von anderen lernen?

Niko Krauland: Ich dachte früher immer, dass wir in Europa extrem verschlossen und zurückhaltend sind. Aber als ich nun voll bepackt mit dem Rad unterwegs war, habe ich gemerkt, dass wir genauso freundlich und offen sind, wie die Menschen überall anders auf der Welt. Wieder macht das Rad den Unterschied. Es erzählt schon – ohne etwas zu sagen – eine eigene Geschichte und die Menschen werden neugierig. Und das ist in Lesotho genauso wie in Österreich.

Kofferpacken. at: Und was könnten andere von uns lernen?

Niko Krauland: Wie man gutes Schwarzbrot backt.

Kofferpacken. at: Du kamst voller Eindrücke von deiner Weltreise mit dem Fahrrad zurück. Welche davon prägen dich auch im öserreichischen Alltag?

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Bald geschafft: Schnappschuss in Lesotho.

Niko Krauland: Wenn man kein Problem in etwas sieht, dann gibt es auch keines. Man muss manches so nehmen wie es kommt und daraus das Beste machen. Wenn man einen Platten hat, muss man ihn reparieren, das ist aber kein Grund sich zu ärgern. Wenn sich vor einem die Straße auf einen Berg schlängelt, dann muss man hinauf. Wenn man sich ärgert, wird der Berg auch nicht verschwinden. Also genieße jeden Meter und sei glücklich, dass du an diesem schönen Ort sein darfst!

Https://www. kofferpacken. at/menschen/fahrrad-weltreise/

Annie Londonderry: Mit dem Fahrrad um die Welt

Geschichte Annie Londonderry: Mit dem Fahrrad um die Welt

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Es ist eine Sensation! Vor 124 Jahren steigt Annie Londonderry in Boston auf den Sattel: Als erste Frau der Welt will sie mit dem Fahrrad den Globus umrunden. Ihr Mann, ihre Kinder? Bleiben zu Hause. Eine abenteuerliche Tour beginnt. Oder?

Steckbrief: Annie Londonderry

    Name: Annie Kopchovsky Geboren: 1870 in Lettland als Annie Cohen Familienstand: 1888 Heirat mit Max Kopchovsky; Mutter von vier Kindern Beruf: Mitarbeiterin in der Werbeabteilung einer Zeitung, nach ihrer Weltreise Journalistin und Rednerin Lebensleistung: Als erste Frau der Welt umrundet sie ebenjene mit dem Fahrrad. Ihre Reise startet sie in einem langen Rock und mit einem 19 Kilogramm schweren Damenrad. Im Laufe der Zeit steigt sie auf ein halb so schweres Herrenrad um und trägt Hosen. Mit Aktionen wie diesen wehrt sie sich gegen altmodische Vorstellungen. Gestorben: 11. November 1947 in New York

Wer ist Annie Londonderry?

Was für eine Reise! Als sich Annie Londonderry im Juni 1894 aufmacht, die Welt mit dem Fahrrad zu umrunden, jagt ein Abenteuer das nächste. Auf dem Weg von Chicago nach New York zum Beispiel springt entlang der Bahnstrecke ein Bandit hervor und stürzt sich auf die Reisende! Annie zückt ihren Revolver aus der Hosentasche, fällt dabei jedoch auf die Gleise – auf denen just ein Zug heranrast! Im letzten Moment hechtet sie zur Seite und überlebt.

Und dann, wenige Monate später in China: Gerade tobt dort der Erste Chinesisch-Japanische Krieg. Japanische Soldaten nehmen die Radlerin gefangen und werfen sie in eine dunkle, bitterkalte Zelle. Tagelang friert und hungert Annie, bis sie endlich eine Truppe von 40 französischen Soldaten befreit. Ein Wahnsinnserlebnis, stimmt’s?

Nun ja, stimmt nicht. Genauso wenig wie die Banditengeschichte. Wahr ist: Annie Londonderry aus Boston in den USA ist die erste Frau, die mit dem Fahrrad die Welt umstrampelt hat. Wahr ist auch: Sie ist eine begeisterte und talentierte Geschichtenerzählerin. Ob in Chicago, Paris oder Hongkong – den Journalisten, die sie unterwegs trifft, tischt sie eine Lüge nach der nächsten auf. Auch dass sie gar nicht Annie Londonderry, sondern Annie Kopchovsky heißt, verheimlicht sie erst einmal. Wer ist diese Frau also wirklich?

25.6.1894: Annie Londonderry bricht zu ihrer Weltreise auf

Bevor sie ihren waghalsigen Plan fasst, mit nichts als Wechselunterwäsche und einem Revolver in der Tasche loszuradeln, führt Annie Kopchovsky ein beschauliches Leben in Boston. Mit 18 Jahren hatte sie geheiratet, kurze Zeit später bekam sie ihr erstes Kind, dann noch eines und noch eines.

„Ich wollte mein Leben nicht immerzu zu Hause sitzen, jedes Jahr wieder ein Baby in meinem Schoß“, erzählt sie später in Interviews. Annie Kopchovsky will unabhängig sein, frei sein, berühmt sein! Da hört sie von der Wette zweier Geschäftsmänner: „10.000 Dollar darauf, dass eine Frau es niemals schafft, mit dem Fahrrad um die Welt zu fahren!“ Diese Summe entspricht heutzutage fast einer Viertelmillion Euro. Jetzt weiß Annie, was sie machen möchte…

Wenige Tage und einige Übungsstunden später steht Annie Kopchovsky mit ihrem neuen Drahtesel auf den Stufen des Massachusetts State House, eines prächtigen Gebäudes mit goldener Kuppel im Herzen Bostons. Es ist der 25. Juni 1894, ein sonniger Montagvormittag. Mehr als 500 Schaulustige haben sich versammelt.

Frauenrechtlerinnen jubeln ihr zu, ihr Bruder steht kopfschüttelnd in der Menge. Er hält sie für übergeschnappt. Schließlich lebt Annie in einer Zeit, in der man Frauen nur eines zutraut: gute Ehefrauen und Mütter zu sein. Sie dürfen nicht wählen gehen und arbeiten nur dann, wenn es der Ehemann erlaubt. Eine Frau, die allein den Globus umrundet? Ihre Kinder zurücklässt? Völlig irre, ein Skandal!

Annie grinst unbeschwert in die Menge. „Ich werde in 15 Monaten die Welt umfahren!“, verkündet sie, klettert auf den Sattel ihres knapp 19 Kilogramm schweren Rades und tritt in die Pedale.

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Wo genau Annie entlanggefahren ist, hat ihr Urgroßneffe Peter Zheutlin herausgefunden: Gewissenhaft sortierte er die Informationen aus Stapeln alter Zeitungen, um Annies Weltreise nachzuzeichnen. Auf ihrer Tour passierte sie von Amerika über Europa, Afrika bis nach Asien vier Kontinente

Irre ist sie dabei keineswegs, im Gegenteil. Annie Kopchovsky ist clever! Auf ihrer Tour findet sie immer wieder Unternehmer, die ihr Geld geben. Dafür hängt sie Werbeplakate an ihr Rad, pinnt sie sich an der Kleidung fest – und nimmt sogar den Namen einer großen Bostoner Wasserfirma an: Londonderry. Immer wieder schreibt sie Telegramme an Fahrradklubs und Journalisten, um auf sich aufmerksam zu machen. Und weil sie in Wirklichkeit gar nicht so viel Spektakuläres erlebt, lässt sie eben ihrer Fantasie freien Lauf, um in die Zeitung zu kommen.

Sie erzählt, dass sie einen Doktortitel in Jura hat, behauptet, sie sei eine reiche Erbin oder prahlt damit, dass sie als Medizinstudentin Geld damit verdient, Leichen aufzuschneiden. Nichts davon stimmt, aber die Journalisten kritzeln eifrig ihre Blöcke voll und freuen sich über die verrückten Geschichten. Sie hinterfragen sie nicht weiter – und Annie Londonderry wird berühmt.

In einem Punkt aber hat sie die Wahrheit gesagt: Am 12. September 1895 rollt sie in Chicago ein, nachdem sie wie angekündigt 15 Monate unterwegs war, von New York bis Paris, von Alexandria über Singapur und Yokohama. Dass sie währenddessen manche Strecke mit dem Dampfer oder Zug zurückgelegt hat? Nun, immerhin hatte sie das Fahrrad ja dabei…

Diese Geschichte stammt aus dem GEOlino Magazin Nr. 09/2018 „Echt urig!“. Hier könnt einen Blick ins Heft werfen.

Https://www. geo. de/geolino/mensch/19486-rtkl-geschichte-annie-londonderry-mit-dem-fahrrad-um-die-welt

Weltreise mit dem Fahrrad:
„Wir haben gelernt, den Moment zu leben“

Aus einer verrückten Idee wurde eine zweieinhalb Jahre dauernde Weltreise mit dem Fahrrad: Anita Burgholzer und Andreas Hübl wagten sich an die Erfüllung ihres Traumes und kehrten voller Zuversicht wieder heim.

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Manchmal braucht das eigene Leben eine neue Richtung. Seltsamerweise gerade dann, wenn alles prima läuft. So wie bei Anita Burgholzer (36) und Andreas Hübl (41). Die beiden sind seit 15 Jahren ein Paar. Sie ist Werbegrafikerin, er Betriebswirt und hat als Einkäufer in einem Unternehmen gearbeitet. Eine ihrer gemeinsamen Leidenschaften ist das Reisen. Alles fühlte sich gut an. Trotzdem verspürten die beiden eine Sehnsucht. „Wir suchten nach einer Chance, in unserem Leben etwas zu verändern“, erzählt Hübl. „Alles funktioniert – aber ob das unser Leben ist?“ Vielleicht rumorte in ihnen das Bedürfnis, sich einfach mal dem Ungewissen im Leben anzuvertrauen.

Das Fahrrad mitversichern: Bei der Wüstenrot Haushaltsversicherung

Vor zehn Jahren machten sie Radurlaub auf der Insel Socotra vor Jemen. Drei Wochen lang genossen sie die Fortbewegung auf dem Drahtesel. „Per Rad ist man schnell genug, um Distanzen zu überwinden – und langsam genug, um Natur, Land und Menschen kennenzulernen.“ Damals keimte in ihnen eine Idee, die ihnen zunächst selbst nicht geheuer war. Aber das Vorhaben ließ nicht mehr abschütteln. Ein irrer Plan: Sie wollten auf ihren Fahrrädern die Welt umrunden.

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„Also haben wir auf unseren Traum hingespart“, sagt Hübl. „Und jeden Monat ordentlich was beiseitegelegt.“ Im Mai 2010 waren sie reif, ihr bisheriges Leben zurückgelassen. Sie verkauften ihre Autos, kündigten ihre Wohnung. Nun ja, sie wussten, dass sie in ihre alten Jobs zurückkehren konnten. Dennoch lag die Zukunft vor ihnen wie ein weißes Blatt Papier. „Wenn man sowas macht, dann konsequent“, so Hübl. „Zwischen drei Monaten und drei Jahren Reisedauer konnten wir uns alles vorstellen.“ Es wurden zweieinhalb Jahre daraus.

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Bei 10 Grad Außentemperatur und Nieselregen starteten sie im heimischen Steyr. Jeder mit Packtaschen um die 40 Kilogramm am Gepäckträger. Über Tschechien und Polen ins Baltikum und weiter nach Skandinavien. „Wir haben viel gecampt, bei schlechtem Wetter haben wir uns eine Unterkunft gegönnt.“ Im August landeten sie mit dem Flieger in Island für sechs Wochen. Im September flogen sie weiter nach Las Vegas. Von dort ging’s fünf Wochen lang durch die Nationalparks des Südwestens Richtung Mexiko.

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„Je länger wir unterwegs waren, desto mehr Routine kriegten wir“, berichtet Hübl. „Vieles wird einfacher.“ Allein schon das tägliche Lager aufschlagen: einen Platz suchen zum Wildcampen, Zeltaufbauen, waschen, kochen. „Wir haben immer mehr unseren Rhythmus gefunden und unsere Leistungsansprüche überwunden. Jeder hat ja einen anderen Wohlfühlrhythmus.“ Sie erlebten sich nochmal auf ganz andere Weise. Fanden heraus, wie ehrgeizig jeder von ihnen ist. „Ohne Konflikte ging es bis zum Schluss nicht ab.“

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Auf dem Weg zur mexikanischen Grenze lernten sie die Ressentiments von Südstaatlern kennen. Immer wieder wurden sie gewarnt, nach Mexiko einzureisen. „Die werden euch umbringen, wurde uns prophezeit“, lacht Hübl. Tatsächlich „haben wir uns in Mexiko sehr willkommen gefühlt“. Drei Monate radelten sie durchs Land, erlebten die Einheimischen als „offen und temperamentvoll. Wir haben Mexiko zum Schluss richtig geliebt.“ Denn dort spürten sie zum ersten Mal auf ihrer Reise „die Freiheit und das Glück, unterwegs zu sein“. Diese Kunst, den Alltag zu improvisieren, den Moment zu leben. „Die Menschen lachen viel und strahlen eine große Zufriedenheit aus, obwohl es ihnen materiell oft sehr schlecht geht.“

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Das nächste Vierteljahr radelten sie durchs tropisch heiße Zentralamerika. „Unser Sehnsuchtsziel war Südamerika“, sagt Hübl. In den Anden, auf bis zu 5.000 Höhenmeter schlägt das Herz zweier Österreicher eben gleich ein bisschen heimatlicher. Ein Jahr brauchten sie für die 13.000 Kilometer bis hinunter nach Feuerland. Immer an der Westküste entlang: Kolumbien („ein sehr radbegeistertes Volk“), Peru, Bolivien, Chile, Argentinien. Schließlich erreichten sie Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt.

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Zwei Jahre lang waren sie bis dahin unterwegs. „Die Räder haben wir heute noch. Nur die Verschleißteile haben wir gewechselt.“ Passiert ist ihnen nie etwas. „Nie wurden wir bestohlen oder überfallen.“ Von Feuerland ging es per Flugzeug nach Mumbay und Goa. Zwei Wochen chillen am Strand. „Wir haben uns mit gutem indischem Essen aufgepäppelt.“ Ihre Reise hatte die beiden so sehr zusammengeschweißt, dass sie sich von einem Hindu-Priester verheiraten ließen. Weiter ging es nach Nepal, wo sie eine Woche in einem Meditationszentrum ausspannten. Per Flug dann in den Iran, „Pakistan war uns zu gefährlich“. Über die Türkei zum Donaudelta und den Strom entlang nach Österreich. Jeden Monat ein Pensum von rund 1.500 Kilometern.

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Die Weltumradlung hat ihr Leben verändert. „Wir sind optimistischer und mutiger geworden“, beschreibt es Hübl. „Wir haben heute weniger Angst vor der Zukunft und gelernt, den Moment zu leben.“ Anita Burgholzer hat sich als Grafikerin selbstständig gemacht. Hübl ist für drei Tage pro Woche in seine alte Firma zurückgekehrt, in die Qualitätskontrolle. Nebenher haben sie über ihre Weltreise ein Buch geschrieben und einen Vortrag produziert, um ihrem Publikum von ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu berichten. Missionieren wollen sie mit ihren Erfahrungen nicht, aber Impulse geben: „Die Leute sollen rausgehen aus dem Vortrag und das Bedürfnis verspüren, eine eigene Richtung einzuschlagen.“

DAS BUCH ZUR WELTUMRUNDUNG MIT DEM FAHRRAD

Die leidenschaftlichen Radnomaden erzählen von ihrem intensiven Leben im Sattel, das sie 36.500 km durch 35 Länder und 3 Kontinente führt. Das im Eigenverlag erschienene Taschenbuch mit 304 Seiten kann für 15,90 Euro zuzüglich Versand auf der Website bestellt werden:

Https://www. mein-leben. at/lebensgeschichten/weltreise-mit-dem-fahrrad-wir-haben-gelernt-den-moment-zu-leben. html

Interview mit Sven von Sven Globetrotter

Kann man mit dem Fahrrad um die Welt reisen

Sven berichtet auf seiner Seite sven-globetrotter. com von seinen Abenteuern mit dem Rad. Im April steht der Start seiner großen Weltreise an. All das macht er trotz oder gerade weil er schon den einen oder anderen Schicksalsschlag erlebt hat und auch andere unterstützten möchte. Wir finden das super und haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Fahrrad. de: Was war auf deinen Reisen bisher dein schönstes Erlebnis?
Sven: Wenn ich ehrlich bin gibt es das nicht. Es gibt beim Reisen so viele tolle Dinge, dass ich mich nicht festlegen könnte. Da sind Sachen dabei wie, dass ich im Bernsteinzimmer in Russland war, etwas was ich mein Leben lang schon in den Medien verfolgt habe. Ich war auf den Spuren von Marilyn Monroe in Hollywood, ich habe früher ihre Filme geliebt. Ich stand am Grand Canyon mit meinem Fahrrad, fünf Jahre nachdem mich die Ärzte als Pflegefall abgeschrieben haben. Ich habe dem Papst in Rom die Hand gereicht und mein Fahrrad stand neben dem Petersdom, da stand bestimmt noch nie ein Fahrrad. Es ging mit dem Rad über die Alpen und durch endlose Wälder Russlands zum Nordkap. Alles für sich Highlights und doch könnte ich mich nicht für ein schönstes Erlebnis entscheiden. Müsste ich mich festlegen, dann würde ich bestimmt sagen, dass das schönste ist jeden Tag die Augen auf zu machen.

Fahrrad. de: Im April soll es auf die große Weltreise mit dem Rad gehen, wie bereitest du dich darauf vor?
Sven: Diese Frage kommt sehr oft, die Antwort ist immer die gleiche. Es gibt eigentlich keine Vorbereitungen. Die Richtung steht fest, die zu besuchenden Länder auch, wobei ich bei genügend Zeit, noch hier und da einen Abstecher machen will. Für die Kondition mache ich nichts, ich fahre im Alltag immer Rad und fit wirst du, nach ein paar Tagen 12-14 Stunden Radfahren am Tag, von selbst. Die Topographie der Strecke schaue ich mir nie an, was nutzt es, wenn ich weiß, dass ich ein paar tausend Höhenmeter mache, ich muss so und so da lang. Was ich mache, ist mich mit der Pflanzen und Tierwelt zu beschäftigen, da kann es schnell mal eine Überraschung geben. Ja, und natürlich kümmere ich mich um Visa die ich brauche.

Fahrrad. de: Wie bist du auf die Idee mit der Weltreise gekommen?
Sven: Ich hatte 2009 eine Operation am Hirnstamm, man konnte nur die Hälfte eines Tumors entfernen und es gab Komplikationen, am Ende lag ich drei Monate auf der Intensivstation, von Maschinen am Leben gehalten. Als ich mich dann langsam wieder in ein normales Leben, ohne Maschinen mit Muskelaufbau auf dem Fahrrad und beim Schwimmen, zurück gekämpft hatte, da bekam ich 2011 die Diagnose >>Schwarzer Hautkrebs>Warum ich?

Fahrrad. de: Gibt es schon einen Plan was nach der Weltreise kommen soll?
Sven: Für 2019 habe ich noch nichts mit dem Fahrrad geplant, vielleicht will ich es ja gar nicht mehr sehen. Es wird bestimmt einige Vorträge geben, diese sind sehr beliebt und ich gebe einen großen Teil der Einnahmen für soziale Projekte weiter. Und ich werde mich an mein zweites Buch setzen, eins über die größte Reise meines Lebens, achtzehn Monate auf dem Fahrrad. 2020 will ich auf jeden Fall nach Tokio zu den Paralympics radeln, da war ich ja schon 2016 mit der Inklusionsfackel vom „Netzwerk Inklusion Deutschland“. Karl Grand der Stammfahrer von „Inklusion braucht Aktion“ und ich sind in einem Staffellauf auf dem Fahrrad über 12.000 km von der sibirischen Grenze über das Nordkap nach Lissabon geradelt. Wiedergetroffen haben wir uns dann, nach einem kleinen Flug über den großen Teich, in Rio zu den Spielen.

Fahrrad. de: Was ist für dich die Besonderheit am Radfahren?
Sven: Ich kann wieder Reisen, ich bin schwerbehindert und darf keine motorisierten Fahrzeuge mehr steuern. Motorräder waren meine große Leidenschaft, früher bin ich mit ihnen gereist. Ein Fahrrad ist wie ein Motorrad, man kommt überall durch, einfach ideal zum Reisen. Der große Vorteil vom Fahrrad ist aber, dass du nicht von irgendwelchen Tankstellen abhängig bist und du reist viel langsamer. Herrlich, nichts am Wegesrand fliegt einfach nur so an einem vorbei.

Fahrrad. de: Welche anderen Dinge neben dem Zweirad sind dir noch sehr wichtig?
Sven: Freiheit und Reisen. Machen können was man möchte. Der liebe Gott ist vielleicht ein toller Typ aber ich fühle mich am wohlsten, wenn ich ihn mal einen guten Mann sein lassen kann. Wobei das immer nicht lange anhält, ich bin immer auf der Suche nach Abenteuer und wenn es irgendwie geht versuche ich das so zu verbinden, dass es auch für andere noch einen Nutzen hat. Darum unterstütze ich so viele tolle Projekte. Ich mache das was ich mache ja so und so, warum soll ich dabei nicht helfen?

Fahrrad. de: Über welche Dinge freust du dich allgemein am meisten?
Sven: Wenn alles so läuft wie ich es mir gedacht habe, ein erhebendes Gefühl wenn alles schon einmal in deinem Kopf durchgespielt wurde und dann in der Realität klappt. Wie so oft im Leben geht aber nicht alles glatt, dann freue ich mich, wenn ich gleich einen Plan B habe.

Fahrrad. de: Welche Dinge ärgern dich allgemein am meisten?
Sven: Ignoranz und Stumpfsinn. Wenn Menschen nur an sich denken, die Gemeinschaft ist das höchste Gut, das wir haben. Zu oft im Leben setzen wir Menschen die Ellenbogen ein, es werden Leben riskiert wegen ein paar Sekunden die man im Straßenverkehr durch gefährliche Manöver gut machen kann. Man sollte mal versuchen sich so oft wie möglich in die Lage des schwächeren Verkehrsteilnehmers zu versetzen.

Fahrrad. de: Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
Sven: Noch viele Jahre zu leben und immer Reisen zu können ja und dabei auch noch anderen helfen zu können. Naja, das sind ja eigentlich schon drei Dinge. Mir reicht, wenn ich noch lange Lebe, den Rest kann ich ja selbst in die Hand nehmen….

Vielen Dank für das Interview Sven. Wer Svens Weltreise verfolgen und die Projekte unterstützen möchte, findet weitere Informationen auf seiner Seite Sven-globetrotter. com.

Über Sven Globetrotter

Auf seiner Seite sven-globetrotter. com berichtet Sven über sich, seine Rückschläge im Leben und wie er sich wieder zurück ins Leben gekämpft hat. Im April 2017 will er auf seine Weltreise starten und mit seiner Seite will er anderen Leuten, die vielleicht ebenfalls Rückschläge erlitten haben, neuen Mut geben. In seinem Blog, mit dem er bei der Blog-Wahl den 1. Platz unter den Radreise-Blogs belegte, berichtet er über unterschiedliche Touren, die er mit dem Rad bewältigt hat.

Über die Wahl der Top-Blogs

Als fahrrad. de haben wir 2015 das erste Mal die Wahl der beliebtesten Fahrrad-Blogs durchgeführt. Nachdem wir viel positives Feedback zu der Aktion erhalten haben, fand 2016 zum 2. Mal die Wahl statt. Noch sind wir dabei das Format stetig zu optimieren. So gab es 2016 zum Beispiel das erste Mal unterschiedliche Kategorien. Insgesamt haben im letzten Jahr über 200 Blogs teilgenommen und über 9.500 User haben ihren persönlichen Favoriten gewählt. Auch in 2017 soll es wieder eine Wahl der beliebtesten Fahrrad-Blogs geben. Wen das Ergebnis aus dem letzten Jahr interessiert, oder noch auf der Suche nach guten Fahrrad-Blogs ist, sollte sich die Seite mal ansehen: Top Fahrrad Blogs 2016

Über fahrrad. de

Als Spezialist für Fahrräder und Fahrrad-Zubehör bieten wir ein riesiges Sortiment an Markenprodukten. In unserem Onlineshop findet sich alles, was das Radsportler-Herz höher schlagen lässt. Egal zu welcher Uhrzeit, kannst du bei uns deine passenden Teile, Räder und Trikots bestellen. Du braust neue Schläuche oder Reifen? Kein Problem, egal ob Schwalbe, Maxxis oder eine andere Marke, bei uns wirst du fündig. Gewappnet für jedes Wetter bist du mit der passenden Kleidung von Vaude. Du hast Fragen zu einem Produkt oder bist dir unsicher bei der Wahl? Unser Service-Team steht dir gerne beratend zur Seite.

Https://www. fahrrad. de/info/interview-mit-sven-von-sven-globetrotter/

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