Radfahren mit Hund: Diese fünf Regeln sollten Sie kennen – wertvolle Tipps

Mit dem Hund eine Radtour machen – das klingt wie die perfekte Beschäftigung für Tier und Halter. Laut Paragraph 28 der Straßenverkehrsordnung dürfen von allen Tierarten auch nur Hunde am Fahrrad mitgeführt werden. Doch dabei gilt es einiges zu beachten.

1. Hund an das Fahrrad gewöhnen

Wer mit seinem Hund Gassi fährt, sollte sicher sein, dass das Tier auf grundlegende Kommandos zuverlässig gehorcht. Dazu gehören Richtungs – und Tempowechsel sowie das Signal, stehen zu bleiben. Zudem ist es wichtig, dass Ihr Hund wirklich Spaß an der Bewegung hat und an das Fahrrad und seine Geräusche gewöhnt ist – zum Beispiel ans Klingeln oder an die Bewegungen. Auch der Straßenverkehr darf das Tier nicht belasten. Generell sollten Sie Straßen mit einem hohen Verkehrsaufkommen vermeiden, wenn Ihr Hund neben Ihnen läuft.

Am besten machen Sie den Hund schon als Welpen mit dem Fahrrad vertraut. Dafür rollen Sie zuerst nur mit dem Rad an ihm vorbei. Wenn er auf der richtigen Höhe ist, loben Sie den Hund. Am sichersten läuft er rechts neben dem Fahrrad, diese Seite ist später auf der Straße dem Verkehr abgewandt. Mit der Zeit fahren Sie dann die ersten Meter und beobachten, ob Ihr Hund neben dem Rad bleibt.

Üben Sie am besten in einer verkehrsberuhigten Zone oder auf einem Parkplatz. Beginnen Sie nach dem Training mit kurzen Distanzen, danach können Sie die Länge der Strecke nach und nach etwas steigern.

2. Radfahren nicht mit jedem Hund möglich

Damit das Fahrradfahren für den Hund nicht zur Qual wird, sollte grundsätzlich gelten: Das Tier gibt das Tempo vor. Ideal ist ein leichter Trab, um den Hund nicht zu überfordern. Sie sollten sich also an die Geschwindigkeit des Hundes anpassen, denn er wird schnell laufen, selbst wenn er überanstrengt ist, weil er sein Rudel nicht verlassen will. Im schlimmsten Fall bricht er dann zusammen.

Hunde, die jünger als 18 Monate alt sind, sollten nicht mit auf die Radtour. Auch alten oder kranken Hunden sollten Sie eine Radtour nicht zumuten. Ab 18 Monaten ist ein Hund alt genug, um mitzulaufen. Dann sind Knochen und Gelenke ausreichend ausgebildet.

Schwere Tiere könnten dagegen ihre Gelenke zu sehr belasten. Leichte und mittelgroße Rassen wie Setter oder Border Collies und Windhunde sind dagegen gute Fahrradbegleiter. Auch Familienhunde wie Beagle oder Labrador sowie Hütehunde und Jagdhunde sind recht ausdauernd.

Hunde kurzköpfiger Rassen wie Möpse, Französische oder Englische Bulldoggen sollten dagegen nicht lange neben dem Fahrrad herlaufen. Sie eignen sich aufgrund ihres Körperbaus nicht zum Fahrradsport. Sie sind in einem Korb am Lenker besser aufgehoben.

3. Verhalten im Sommer und bei langen Touren

Vor allem im Sommer ist eine Fahrt in der Mittagshitze nicht ratsam. Hunde gleichen nur über das Hecheln und die Pfoten ihre Temperatur aus, der Fahrtwind, der Ihnen Erleichterung verschafft, ist dem Hund herzlich egal. Das ist so, als ob Sie mit einem Pelzmantel auf dem Fahrrad fahren und keinen Fahrtwind haben. Generell gilt es gerade bei längeren Touren, immer ausreichend Wasser und einen Napf mitzunehmen.

Durch das Mitlaufen neben dem Fahrrad allein wird der Hund geistig nicht ausgelastet. Dazu muss er schnüffeln und ganz in Ruhe die Gegend erkunden. Nur, um ihm Bewegung zu verschaffen, ist das gemeinsame Radeln nicht geeignet. Wichtig sind deshalb ausreichend Pausen, in denen sich der Hund alles erschnüffeln kann. Noch besser ist es, wenn der Hund gut gehorcht, langsam Rad zu fahren und das Tier machen zu lassen, was es will. Fahren Sie dabei aber unbedingt langsam, sonst sprintet der Hund los, weil er Angst hat, den Anschluss zu verpassen.

Mit einer gut geplanten Route abseits stark befahrener Straßen kann dann fast nichts mehr schief gehen. Für die Hundepfoten ist es übrigens angenehmer, auf natürlichem Untergrund zu laufen, nicht auf Asphalt. Im Sommer können Halter selbst mal eine Hand auf die Straße legen, um zu prüfen, wie heiß sie ist. Und wer abends in der Dämmerung unterwegs ist, sollte die Beleuchtung des Fahrrads prüfen. Zudem ist es gut, wenn auch das Halsband, das Geschirr oder die Leine leuchten oder reflektieren kann.

4. Richtiges Fahren mit Hundeleine

Beherrscht Ihr Hund das Laufen am Fahrrad perfekt und hört auf Ihre Kommandos, ist eine Leine in der Regel nicht immer notwendig. Grundsätzlich ist es aber meist sicherer, wenn Sie Ihren Hund beim Radfahren an einer Hundeleine führen. Befestigen Sie diese am besten an einem Brustgeschirr und nicht am Halsband. Zudem sollten Sie die Leine nicht an den Lenker binden: Anderenfalls drohen Stürze, falls der Hund plötzlich stehenbleibt oder in eine andere Richtung läuft.

Am besten umfassen Sie die Leine locker mit zwei vom Lenkergriff abgespreizten Fingern. Dann können sie jederzeit loslassen, wenn ihr Hund zu sehr zerrt. Im Fachhandel gibt es spezielle Fahrradleinen, die dem Hund durch ihre Länge viel Freiraum geben. Zudem wirken sie dämpfend, wenn der Hund zu stark zieht – oder die Verbindung wird mittels eines Klettverschlusses komplett unterbrochen. Darüber hinaus sind Übungseinheiten wichtig, damit Sie und Ihr Hund sich an den Umgang mit der Hundeleine auf dem Fahrrad gewöhnen können.

Hochstraßentour und Fahrradfestival an der Berliner Freiheit locken tausende Bremer an Mehr Freiraum fürs Fahrrad

Neue Vahr. Unter dem Motto „Mehr Platz fürs Fahrrad in der Stadt“ lud der ADFC Bremen mit seiner 11. „Hochstraßentour“ alle Fahrradfahrer ein, den sonst für Autos vorbehaltenen Raum in Bremen zu erobern.

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Neue Vahr. Unter dem Motto „Mehr Platz fürs Fahrrad in der Stadt“ lud der ADFC Bremen mit seiner 11. „Hochstraßentour“ alle Fahrradfahrer ein, den sonst für Autos vorbehaltenen Raum in Bremen zu erobern. Die vom ADFC geschätzten 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten vom Bahnhofsvorplatz, um über die Wallanlagen, die Neustadt mit der A 281 und Schwachhausen anschließend an der Berliner Freiheit in der Vahr anzukommen. Dort erwartete sie mit dem 20. Bremer Fahrradfestival ein gelungenes Fest rund um das Thema „Fahrrad“.

„Die vielen Teilnehmer durften alle ihre Fahrräder im Parkhaus parken, das ist schon toll“, freut sich Stefan Matthaeus, Mitglied im Vorstand des ADFC, auf dem Fahrradfestival, während im Hintergrund das „Weser Trio“ das Publikum mit eingängigem Rockabilly begeistert. Und um die zumindest symbolische Inbesitznahme des öffentlichen Raumes durch den Fahrradverkehr geht es auch bei der Hochstraßenausfahrt: „Die Tour ist dafür da, um zu zeigen, dass Fahrräder mehr Platz brauchen, da der Verkehr zu sehr auf das Auto ausgerichtet ist“, so Matthaeus, „für den Autoverkehr wird so viel Geld ausgegeben, da bleibt für das Fahrrad nichts übrig“. Das müsse sich ändern, findet Matthaeus und meint auch, dass zu wenig auf die Radfahrer eingegangen werde, zudem seien die Fahrradwege oftmals in einem schlechten Zustand. Und dazu gehört seiner Ansicht nach auch, die Fahrradstraßen in Bremen sinnvoll zu vernetzen: „Fahrradfahrer wollen aber komfortabel unterwegs sein, denn nur, wer komfortabel unterwegs ist, fährt gerne mit dem Rad“, „ist Stefan Matthaeus überzeugt, „deshalb müssen wir nach vorne schauen und sehen, was man besser machen kann“.

Der Blick nach vorne ist auch bei der Talkrunde mit Verkehrssenator Joachim Lohse Thema. Zusammen mit Tobias Wolf, Landesvorsitzender des ADFC, Jens-Christian Meyer von der BSAG, und Frank Springer, Centermanager der Berliner Freiheit diskutierte er über die Zukunft des Fahrradverkehrs in Bremen. Joachim Lohse verweist dabei auf die Verdreifachung der Ausgaben für das Radwegenetz in den letzten Jahren, spricht aber auch die schwierige Haushaltslage des Landes an. Das sieht Tobias Wolf ein, sagt aber auch: „Dann müssen vorhandene Gelder eben anders verteilt werden – weg vom Auto und hin zum Rad.“ Für den ADFC-Vorsitzenden steht fest: „Wir wollen viele Leute zum Umstieg aufs Rad bewegen, doch dazu muss das Radwegenetz verbessert und ausgebaut werden. Wenn die Rahmenbedingungen besser wären, würden noch mehr Menschen Rad fahren“. Ihr Angebot entsprechend ausgebaut hat die BSAG bereits: Mit breiteren Bahnen reagiert sie auf den zunehmenden Bedarf der Fahrgäste, ihr Rad in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren: „Das Angebot kommt immer besser an“, freut sich Meyer.

Wie viel Freiraum ein Radfahrer braucht

Viele Radler missachten Verkehrsregeln. Könnte man mit einer Kennzeichenpflicht die Zahl der Verkehrsverstöße eindämmen? Der Bund der Fußgänger und der Fachverband für Fußverkehr sind sich da nicht einig

Wir, die Lobby von 82 Millionen Fußgängern, fordern seit über 30 Jahren Kennzeichen für Fahrräder, die Radfahrende zu verkehrsgerechterem Verhalten anhalten – wie übrigens auch der Verkehrsgerichtstag. Denn bereits 1990 stellte das Bundesamt für das Straßenwesen fest, dass 92 Prozent aller Radler Verkehrsregeln missachten. Daran hat sich bis heute nur insoweit etwas geändert, dass sich die Anzahl der Pedaleure stark erhöhte und immer mehr von ihnen ihren Autofrust am schwächsten Verkehrsteilnehmer auslassen, indem sie auf Gehwege ausweichen, Passanten herrisch beiseiteklingeln und ihr sperriges Gefährt dort behindernd abstellen – in einer älter werdenden Gesellschaft ist so ein Verhalten inakzeptabel. Selbst Ordnungsbehörden haben inzwischen die Verfolgung der Verkehrsvergehen anonymer Radler aufgegeben.

Wenn auch mittlerweile zwei Bundesverkehrsminister unser verständliches Verlangen nach Fahrradkennzeichen mit äußerst fadenscheinigen Gründen wie den Verwaltungsaufwand ablehnten, so bleiben wir als einzige bundesweite reine Fußgängerschutzorganisation am Thema dran. Was bei 44 Millionen Kraftfahrzeugen funktioniert, sollte für 77 Millionen Fahrräder auch möglich sein: Jedes neu gekaufte Fahrrad erhält ein festes Nummernschild. Damit entfiele auch der illegale Verkauf gestohlener Räder, da der rechtmäßige Vorbesitzer jederzeit feststellbar wäre und somit ein Drahtesel ohne Nummernschild unverkäuflich wäre.

Der Fahrradbesitzer muss eine Haftpflichtversicherung haben, deren Jahresvignette zusammen mit dem Verkehrssicherheits-Aufkleber des Händlers auf dem Kennzeichen klebt. Dieses Prozedere wird jährlich wiederholt, verbunden mit einem angemessenen Obolus für die erneute Überprüfung und einem einstelligen Eurobetrag für die Stadtkasse zum Bau und Unterhalt von Radwegen. Bereits vorhandene Fahrräder müssen bis zu einem Stichtag ebenfalls bei einem Händler oder in einer Fachwerkstatt geprüft und mit einem Kennzeichen registriert werden.

Ein Radfahrer taucht auf, wo er nicht hingehört. Er klingelt, drängelt, gefährdet, pöbelt. Und verschwindet dann unerkannt. Keine Chance auf Anzeige – man fühlt sich hilflos, wütend und ruft nach Nummernschildern auch am Fahrrad.

Kein Zweifel: Verkehrsverstöße von Radfahrern müssen eingedämmt werden. Aber es ist fraglich, ob Kennzeichen das richtige Mittel sind. Der Vorfall geht oft so rasch, dass man sie kaum lesen könnte. Das zeigt die Erfahrung mit Mofas und den neuen Elektrorollern, die Schilder haben müssen. Und um als Opfer ein Kennzeichen zu erfassen, ist man gerade nach dem übelsten Vorfall kaum in der Lage, dem Unfall mit Fahrerflucht. Zugleich müsste man sich das Aussehen des Radfahrers merken, denn der Eigentümer könnte später behaupten, nicht er sei gefahren. Eine Anzeige muss aufwendig erstattet werden. Und man braucht gute Zeugen, damit nicht später vor Gericht Aussage gegen Aussage steht und alles vergebens war.

Kennzeichen haben auch nur begrenzten Einfluss auf die Disziplin von Verkehrsteilnehmern und den Fußgängerschutz. Allzu viele Auto – und Motorradfahrer brechen trotz Nummernschildern regelmäßig Tempolimits, fahren noch bei „Dunkelgelb“ oder halten am Zebrastreifen einfach nicht an. Für mehr Sicherheit müssen wir ohnehin zuerst bei Motorfahrzeugen ansetzen: Bei Unfällen mit ihnen sterben 140 Mal mehr Fußgänger als durch Fahrräder.

Kennzeichen am Fahrrad würden also wenig helfen, aber sie würden auch Radfahrern Aufwand machen, die sich regeltreu und rücksichtsvoll verhalten.

Gezielt gegen Übeltäter richtet sich das französische Modell: Dort kostet eine Vielzahl von gefährdenden Verkehrsdelikten ein abschreckendes Bußgeld von 135 Euro – auch das Gehweg-Radeln. Für die Behörden ist es ein größerer Kontrollanreiz als der lächerliche deutsche 15-Euro-Satz. Und es hat Erfolg: Obwohl auch in Frankreich der Radverkehr wächst, kann man auf den Boulevards fast ungestört flanieren.

Öffentlicher Raum „Der Radverkehr ist ein Seismograf der Urbanität“

Wie sieht der Stadtverkehr der Zukunft aus? Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt mit der Ausstellung „Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt“, warum am Fahrrad kein Weg vorbeiführt.

Weltweit werden Städte größer und enger: Seit 1950 hat sich die Stadtbevölkerung verdoppelt, seit 2007 lebt über die Hälfte der Menschheit in urbanen Zentren. Nach Schätzungen der UN werden es 2050 zwei Drittel sein. Damit das Stadtleben lebenswert bleibt, braucht es viel Raum – Plätze, Grün – und Freiflächen. Doch gerade die Verkehrswege der oft alten Stadtzentren stoßen schon jetzt an ihre Grenzen. Die Ausstellung des Architekturmuseums in Frankfurt zeigte am Beispiel von Städten wie Kopenhagen, New York, Karlsruhe und Oslo, wieso das Fahrrad das Verkehrsmittel der Zukunft sein könnte. Ein Gespräch mit den Kuratorinnen Annette Becker und Stefanie Lampe.

„Rückeroberung“ bezieht sich im Wesentlichen auf das Platzangebot. Ich habe kürzlich ein Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert gesehen, darauf war eine Straße in Paris abgebildet, die heute noch benutzt wird. Auf dieser großen Straße fuhr eine Kutsche. Eine einzige. Für dieses Verkehrsaufkommen am Ende des 19. Jahrhunderts sind viele unserer Straßen angelegt. Aber in der Zwischenzeit hat sich natürlich viel verändert. Insofern geht es um eine Rückeroberung, nämlich des Platzes.

Es geht uns nicht darum, Lobbyarbeit für den Radverkehr zu machen. Aber uns ist etwas Entscheidendes aufgefallen, als wir die vielen internationalen Projekte zu einer zeitgemäßen Mobilität durchgeschaut haben: Der Radverkehr ist ein Seismograf der Urbanität. Wenn man in einer Stadt gut Rad fahren kann, wenn es also gute Radwege und auch genug Grünflächen gibt, dann ist das ein Hinweis auf eine Stadt, die eine hohe Lebensqualität besitzt. Deswegen scheint es uns sinnvoll, diese radgerechte Stadt zu forcieren.

Es ist ein Thema, was nicht jeden unmittelbar interessiert. Viele Menschen sind vor allem daran interessiert, wie sie ihre ganz persönliche Mobilität gut hinkriegen. Aber so können Sie natürlich keine Stadt, kein Gemeinwesen entwickeln. Ich würde sagen, es besteht Konsens, dass wir unsere Mobilität in irgendeiner Weise verbessern müssen – spätestens dann, wenn man jeden Morgen in einem langen Stau in die Stadt hineinfahren muss.

Hinzu kommt: Die meisten Städte wachsen, das 21. Jahrhundert wird auch das Jahrhundert der Städte genannt. Jeder im eigenen Auto – das ist beim heutigen Verkehrsaufkommen einfach keine Option mehr. Zahlreiche Bürgerinitiativen wie die sogenannten Radentscheide zeigen, dass immer mehr Leute feststellen: Da muss etwas getan werden. Bei den Radentscheiden in verschiedenen deutschen Städten fordern engagierte Bürger eine Verbesserung des Radverkehrs. In Berlin wurde bereits erreicht, dass es ein erstes Radgesetz gibt. Es wurde 2018 beschlossen und legt fest, dass die Stadt den Radverkehr fördern muss.

Es geht uns nicht darum, die Autos zu verteufeln. Uns ist an einer friedlichen Koexistenz gelegen. Aber das entscheidende Moment dieser friedlichen Koexistenz sind unsere Straßenräume – und die können Sie nicht vergrößern.

Es ist gesund und leise. Und schließlich: die Umwelt. Allerdings ist der Umweltaspekt nicht der, der die Leute aufs Fahrrad bringt. Das zeigen Umfragen in Fahrrad-Städten wie Groningen und Kopenhagen: Die Leute nehmen das Rad, weil es – zumindest auf kürzeren Strecken – das schnellste und praktischste Verkehrsmittel ist.

Wir denken, dass der öffentliche Raum auch schöner wird, ja. Ich glaube, wir haben gute Beispiele gefunden, die das demonstrieren. Als Architekturmuseum war uns natürlich wichtig, auch gestalterisch hochwertige bauliche Projekte zu zeigen.

Barcelona. Der Boulevard Passeig de St. Joan ist einfach unglaublich. Bei diesem Projekt gehen Stadtplanung, Verkehrsplanung und vor allem die Landschaftsarchitektur beispielhaft zusammen und schaffen neue qualitätsvolle Aufenthaltsräume. Mit vielen Sitzgelegenheiten, neuen Grünflächen und Spielplätzen wird der öffentliche Raum für alle aufgewertet, nicht nur für Radfahrer. Es gibt Städte, die in gestalterischen Fragen immer ganz vorn mitspielen und Barcelona gehört auf jeden Fall dazu.

Wir sehen definitiv das Potenzial für eine Veränderung. Das Fahrrad ist eben auch ein soziales Verkehrsmittel. Mit dem Rad bin ich nicht in einer stählernen Kapsel unterwegs, sondern ich interagiere mit dem Raum und den Menschen um mich herum. Ich erfahre, im wörtlichen Sinn, den Stadtraum anders, nehme ihn anders wahr. Das hat auch mit der veränderten Geschwindigkeit zu tun: Je schneller ich einen Raum durchquere, desto weniger nehme ich von ihm wahr.

Wie viel Freiraum ein Radfahrer braucht

Wenn ich wieder eine Beziehung eingehe, mache ich alles anders. Das habe ich mir geschworen, als ich nach sieben zweisamen Jahren allein auf dem Boden einer leer geräumten Wohnung saß.

Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, wollte ich die. Hand in Hand gegen den Rest der Welt. In der Realität verwandelten sich lange Partynächte in Spieleabende und Familienfeiern. Mein Freundeskreis? Existierte nicht mehr.

Wir waren tatsächlich eins, . Erst nach der Trennung merkte ich, wie mich das machte. Von nun an suchte ich in einer Beziehung vor allem eins: Freiraum.

Kann das falsch sein? Wie viel Freiraum braucht eine Beziehung und was passiert, wenn sich die Freiraum-Bedürfnisse eines Paares unterscheiden?

Um diese Fragen zu beantworten, suchte ich mir Hilfe. Bei einem Weltenbummler, einer alleinerziehenden Mutter und einem Paarberater.

Was bedeutet Freiraum in einer Beziehung für dich?

Dass ich mir einen Teil meiner Zeit selbst einteilen kann. Und dass nicht alles, was ich tue, im Konsens mit meiner Partnerin geschehen muss – wobei für mich die ist.

Ich muss manchmal zwei, drei Tage oder ein, zwei Wochen ins Ausland, aus dienstlichen Gründen, nicht weil ich so gerne Urlaub mache. Ich kann nicht jedes Mal eine Diskussion mit meiner Partnerin darüber beginnen.

Wie viel Freiraum bist du bereit zu geben?

Ich kann mir nichts nehmen, was ich nicht bereit bin zu geben. Das ist. Wenn ich zum Beispiel mit Freunden unterwegs bin, von denen meine Partnerin wenig hält, kann ich keinen Aufstand proben, sobald sie mit Leuten unterwegs ist, die mir nicht passen. Daran muss ich mich oft selbst erinnern.

Du wohnst oft woanders. Wie beeinflusst das dein Bedürfnis nach Freiraum?

Es gibt nicht viele Orte, an denen ich arbeiten kann. Bisher bin ich allein umgezogen, von Deutschland nach Skandinavien, von Skandinavien nach Asien. Bis jetzt habe ich noch keine Frau gefunden, für die ich würde. Ich schränke mich gerne ein – wenn ich dadurch mit der Person zusammen sein kann, die ich liebe.

Was bedeutet Freiraum für dich?

Zeit ohne den anderen zu verbringen. Aber auch die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, die den anderen vielleicht nicht erfreuen – ohne Angst haben zu müssen, dass eine Szene entsteht. Der andere sollte also nicht eingeschnappt sein, weil ich mal eine Zigarette rauche, ein Glas zu viel trinke oder ohne ihn feiern gehe.

Ich wünsche mir so viel Freiraum, Ich möchte spüren, dass ich ein eigenständiger Mensch bin, mit eigenen Problemen, die ich selbst löse. Ein vollkommenes „Wir“ kann sehr anstrengend sein.

Hat sich deine Meinung dazu geändert, seitdem du Mutter bist?

Definitiv. Die ist mir sehr wichtig, das soll so bleiben. Damit muss mein Partner klarkommen.

Du bist gerade in einer neuen Beziehung, was wirst du anders machen?

Durch Job und Kind habe ich ständig ein. Trotzdem möchte ich mir Freiräume schaffen, ein Buch lesen, mit Freunden oder der Familie telefonieren – auch wenn es mir schwerfällt, meinem Partner deswegen abzusagen. Ich will nicht das Gefühl haben, keinen Schritt mehr allein gehen zu können.

Angenommen ein Paar hat ein unterschiedliches Freiheitsbedürfnis. Kann das funktionieren?

Das ist durchaus üblich. Der Wunsch nach Nähe und Distanz wird zu einem großen Teil von unserem Bindungsverhalten gesteuert, das in früher Kindheit durch unser Verhältnis zu engen Bezugspersonen geprägt wird, meist den. So individuell wie jedes Elternpaar ist, so individuell ist auch unser Wunsch nach Intimität oder Freiraum. Wenn die Bedürfnisse nicht extrem ausgeprägt sind in ihrer Unterschiedlichkeit, funktioniert das gut, weil sich die Partner ergänzen. Gerade die Menschen mit einem großen Bedürfnis nach Nähe ziehen die Menschen mit einem großen Bedürfnis nach Freiraum an – und umgekehrt.

Wie signalisiere ich meinem Partner am besten, dass ich mehr Freiraum möchte?

Indem du setzt – und. Du wünschst dir am Tag mindestens zwei Textnachrichten, um dich geliebt zu fühlen? Dann. Dein Partner darf aber auch sagen: Meine absolute Obergrenze sind drei. Das funktioniert für alle Lebensbereiche eines Paares: Freizeitgestaltung, Umgang mit Freundeskreis oder Besuch der Schwiegereltern.

Und wenn mein Partner meinen Freiraum einschränken möchte?

Versuche zunächst, dies als Zeichen von Zuneigung und Wunsch nach Nähe zu definieren, also als etwas, das dich nicht bedroht. Dann definiere dein eigenes Bedürfnis und finde gemeinsam einen Weg, der Beiden gerecht wird. Einfach des Frieden Willen Zugeständnisse machen, wird auf Dauer der Beziehung schaden. Will dein Partner dein Smartphone kontrollieren, solltest du nicht nachgeben, auch wenn du „nichts zu verbergen hast“. Sonst bestätigst du ihn in dem Gefühl, seine Kontrolle sei gerechtfertigt.

Wäre es einfacher, wenn sich beide viel Nähe wünschen?

Solche Menschen werden oft gar nicht zueinander finden, weil sie sich finden.

Ich möchte besonders viel Freiraum. Heißt das, dass ich mich gar nicht binden will?

Nein, denn. Dir ist es eben wichtiger, deine Individualität auszuleben. In der Dynamik mit einem ängstlichen Partner geben dir dessen Bemühungen Bestätigung und Selbstwert. Nur wenn er dir zu nahekommt, wird dein Fluchtreflex aktiviert. Dein Partner wiederum wird deine Nähe suchen, weil er sich nun erneut um dich bemühen kann. Dein Fluchtreflex aktiviert seinen Nähereflex.

Sollte ein Paar gemeinsame Hobbys haben?

Paare benötigen Zeit zu zweit ebenso wie Zeit allein. Das Geheimnis ist, die zu finden und Verständnis für die. Vor allem, dass die Bedürfnisse sich anziehen und ergänzen. Ist ein Paar viel zu unterschiedlich, wird es sich gestresst fühlen und wahrscheinlich trennen.

Mein Fazit: Haben die Antworten der drei mir geholfen?

Ja, in der Theorie schon. In meiner Generation gibt es sehr viele – das muss nicht schlecht sein, das weiß ich jetzt. Genauso ist mir jetzt bewusst, dass Freiraum Akzeptanz erfordert. Dass ich akzeptieren muss, wenn mein Partner andere Bedürfnisse hat als ich. Jetzt muss ich nur noch bereit sein, diese.

Fahrradfreundlich, auch ohne Fahrrad-Gesetz

Karlsruhe ist laut ADFC eine besonders fahrradfreundliche Großstadt. Ein Fahrradgesetz wie in Berlin oder Nordrhein-Westfalen gibt es in Baden-Württemberg nicht, wohl aber eine grün geprägte Landesregierung und eine konsequente Rad-Politik.

Vom Wahlkampf bis zur Walforschung – das Zeitfragen-Magazin von Deutschlandfunk Kultur hat den Rundumblick für Sie. Montag bis Donnerstag sprechen wir über wichtige Debatten und Erkenntnisse aus Politik, Umwelt, Wirtschaft, Geschichte, Wissenschaft und Forschung.

Weißer Helm, dicke rote Jacke: Katrin Hillenbrand, Vorsitzende des ADFC in Karlsruhe, manövriert uns souverän durch die winterliche Stadt. Das ist in Karlsruhe auch nicht so schwer, denn es gibt knapp 20 Fahrradstraßen in der City.

Roter Teppich für Radlerinnen und Radler

An jeder Kreuzung wurde hier breit rote Farbe auf die Straße gepinselt, wie man sie von Radwegen kennt, erklärt die ADFC-Vorsitzende des Fahrradclubs in Karlsruhe: „Das ist eigentlich ganz schön. Da wird auch der Autofahrer drauf hingewiesen: Achtung, das ist eine Fahrradstraße. Hier quert viel Fahrradverkehr.“ Das solle zur Sicherheit beitragen.

Wer hier Rad fährt, ist gleichberechtigt unterwegs. Aber: Eben nicht allein. Autos dürfen weiter auf Fahrradstraßen fahren. Jetzt lotst sie mich Richtung Karlsruher Schloss: „Wir biegen hier einmal rechts ab und kommen zu einer meiner Lieblingsstellen: der einzigen echten Fahrradstraße in Karlsruhe, wo tatsächlich kein Autoverkehr geduldet wird.“ Einhundert Meter Radlerinnenglück. „Es ist ein sehr kurzes Glück, das ist richtig. Hier ist es auch schon wieder vorbei.“

Laut ADFC fahrradfreundlichste Großstadt

Wer sonst in Köln, Stuttgart oder Duisburg auf dem Rad unterwegs ist, kann in Karlsruhe schnell ins Schwärmen kommen: Auf den Fahrradstraßen haben Radlerinnen und Radler Vorrang, viele Einbahnstraßen sind für sie in beide Richtungen freigegeben. In der City gibt es sehr viele Radwege, auch auf großen Straßen, und bei schlechtem Wetter darf man das Rad kostenlos in der Straßenbahn mitnehmen – nach der Rushhour ab neun Uhr.

Auf Druck der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ein landesweites Fahrrad-Gesetz verabschiedet. Kritiker befürchten allerdings, dass die Verkehrswende weiter auf sich warten lässt.

Im Zufriedenheitstest des ADFC von 2020 hat Karlsruhe auch genau deshalb zum zweiten Mal die beste Großstadtnote bekommen. 2004 war das noch ganz anders, erinnert sich Frank Mentrup. „Seinerzeit waren wir bei einem Mobilitätstest lediglich auf Platz 18 von 22 getesteten Städten.“ Das wollte die Stadt nicht auf sich sitzen lassen. Damals war Frank Mentrup zwar noch nicht Oberbürgermeister von Karlsruhe. Aber seit rund 16 Jahren macht die Stadt konsequent Radpolitik.

Radverkehrsanteil verdoppelt

Der Radverkehr hat sich so verdoppelt: Jede dritte Fahrt im gesamten Karlsruher Verkehr ist eine mit dem Rad. Die Fahrraddichte – in der City nicht zu übersehen. Die Stadt hatte 2005 ein 20-Punkte-Programm aufgelegt, um das Radfahren zu fördern. Das damalige Ziel – Fahrradhauptstadt werden – hat Karlsruhe erreicht.

Inzwischen spielt die Radpolitik eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität. Etwa 1,5 Millionen Euro gibt Karlsruhe dafür im Jahr aus, erklärt Oberbürgermeister Frank Mentrup von der SPD: „Es gibt ja auch zum Teil Radwegeförderung fast zu hundert Prozent in Kombination von Bund und Land.“ Diese sei wichtig, gerade in Zeiten klammer Kassen. Denn da „würde man doch den einen oder anderen Ausbau einer Radverbindung eher auf die lange Bank schieben, weil man sie sich schlichtweg aktuell einfach gar nicht leisten kann“.

Ein eigenes Fahrradgesetz hat Baden-Württemberg zwar nicht. Radpolitik hat in dem Flächenland trotzdem einen hohen Stellenwert. Die damals grün-rote Landesregierung hat schon vor fünf Jahren ein Konzept beschlossen, um mehr Radwege zu bauen.

„Wir wollen bis 2030 für das Gesamtnetz etwa 7000 Kilometer in Baden-Württemberg als Landesradnetz etabliert haben – mit hoher Qualität“, meint Verkehrsminister Winfried Hermann von den Grünen. Etwa 90 Prozent des Netzes gebe es schon heute, allerdings nicht mit hoher Qualität. „Manchmal zu schmal, der Belag ist nicht gut oder die Übergänge sind nicht sicher. Es gibt Netzlücken.“

Kein Mut zur Lücke

Um die zu schließen und den Ausbau in Städten und Gemeinden zu fördern, hat Baden-Württemberg in diesem Jahr 72 Millionen Euro ausgegeben – viermal mehr als noch vor vier Jahren. Für Radwege, Abstellplätze und neuerdings auch Radschnellrouten zwischen den Städten. Das hilft auch Karlsruhe.

Oberbürgermeister Frank Mentrup sagt, es gehe aber nicht nur um die reinen Ausgaben für den Radverkehr. Denn die Alternative zum motorisierten Individualverkehr müsse immer eine Kombination sein: aus Fahrrad, Carsharing-Angeboten und ÖPNV. „Da haben wir natürlich in Karlsruhe sehr gute Voraussetzungen, weil wir sowieso schon so ein weitverzweigtes, schienengebundenes ÖPNV-Netz haben, weil wir ja auch seit Jahren die Carsharing-Hauptstadt Nummer eins sind. Das heißt, sie finden innerhalb von 500 Metern überall in der Stadt auch eine Carsharing-Station – und dann zusätzlich noch das Fahrradprogramm.“

Fahrräder als gleichberechtigte Verkehrsmittel

Katrin Hillenbrand vom ADFC in Karlsruhe sagt: Das Fahrrad muss bei der gesamten Verkehrsplanung immer mitgedacht werden: „Das Fahrrad und Fahrradfahrer rücken schon mehr in den Mittelpunkt und werden mehr so wahrgenommen, dass wir gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind.“ Das sei lange Zeit nicht so gewesen. Aber: „Es wird die nächsten Jahre auch immer noch mehr kommen.“

Denn Karlsruhe hat sein Radprogramm erweitert: Zu einem Mobilitätskonzept, bei dem die Bürgerinnen und Bürger beteiligt wurden. Das Ziel: Mehr Platz fürs Radeln, zu Fuß gehen, Bus und Bahn fahren – und weniger fürs Autofahren. Denn bei allem Lob – da ist auch Luft nach oben, sagt Katrin Hillenbrand.

Viele Radwege seien zu schmal, und auf der Straße fahren oft zu gefährlich. Die vielen parkenden Autos am Straßenrand seien auch ein Problem – vor allem in den ausgewiesenen Fahrradstraßen, wie wir bei unserer Tour durch Karlsruhe erleben: Minutenlang drängelt ein Auto hinter uns, kommt nicht vorbei. Weil fahrende und parkende Autos auf einer Fahrradstraße sich nicht vertragen mit viel Radverkehr. Der ADFC fordert mehr Mut von der Stadt.

Frank Mentrup findet zwar, die Radlerlobby nimmt sich manchmal ein bisschen zu wichtig, aber die Stadt will in den kommenden Jahren tatsächlich auch Autospuren in Radwege umwandeln, sagt er: „Am Ende muss es auch darum gehen, das eigene Auto abzuschaffen und damit vor allem auch im Innenraum unserer Städte wieder viele Flächen freizukriegen, die im Moment durch meistens 23 Stunden am Tag geparkte Autos einfach zugestellt sind.“

Nächster Meilenstein: Unterirdischer Autoverkehr

Katrin Hillenbrand kann das gar nicht schnell genug gehen, und direkt vor dem Büro der ADFC-Vorsitzenden hat es auch schon geklappt: Wo jetzt Fahrradständer stehen, hätten vor vier Wochen noch Autos gestanden. “Die haben wir jetzt für die Radstellplätze umwidmen können. Da sind wir wahnsinnig froh drum.“

Im Frühjahr freuen sich die Radfans auf das nächste Highlight: Ein neuer Autotunnel wird eröffnet. Der macht dann oberirdisch Platz für eine schnelle Radroute durch die City.

Umstrittene Verkehrsregelung in Frankfurt: Auf dem Fahrrad „angehupt und zur Seite gedrängt“

Verkehrsverbände veranstalten eine Aktion auf der Schloßstraße in Frankfurt, um auf die Probleme beim Radfahren aufmerksam zu machen.

Frankfurt – Mit einer Aktion haben die Verkehrsverbände ADFC und VCD in Frankfurt auf die Probleme des Radverkehrs in der Schloßstraße aufmerksam gemacht.

Mit einer Verkehrsregelung, welche die Straßenverkehrsordnung neuerdings zulässt. Radfahrerinnen und Radfahren sollen mitten auf der Fahrbahn fahren. Autos tuckern hinterher. Denn Autos dürfen sogenannte einspurige Fahrzeuge, zu denen auch Roller zählen, nicht mehr überholen. Auch gilt Tempo 30 auf dem Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Rödelheimer Straße.

„Das Überholverbot ist bei den meisten Kfz-Fahrerinnen und Fahrern aber leider noch nicht angekommen. Und Radfahrerinnen und Radfahrer fahren noch viel zu oft am rechten Straßenrand in der Dooring-Zone“, sagte Bertram Giebeler vom ADFC in Frankfurt. Mathias Biemann von der lokalen Gruppe des VCD wies darauf hin, dass Autofahrerinnen und Autofahrer in der Stadt 1,5 Meter Abstand beim Überholen halten müssen. Wo dieser Abstand nicht eingehalten werden kann, wie auf der Schloßstraße, regeln Verkehrsschilder das Überholverbot.

ADFC Frankfurt fordert: Mehr Kontrollen auf der Schloßstraße in Bockenheim

Die gleichen Schilder stünden in Mainz und in Stuttgart, mit demselben Ergebnis, sagte Giebeler: „Radfahrerinnen und Radfahrer werden angehupt und zur Seite gedrängt. Ein Bewusstsein für die Verkehrsregel ist bei vielen noch nicht vorhanden.“ Abhilfe lässt sich seiner Ansicht nach nur durch häufige Kontrollen schaffen. Die Verkehrspolizei sollte die Schloßstraße im Blick behalten und Verkehrsteilnehmer auf die Einhaltung der Regeln hinweisen, sagte er. „Der erste Schritt ist, die Regel zu kennen, der zweite Schritt, die Regel zu akzeptieren.“

Bei einer Kontrolle seien 30 von 450 Fahrzeugen auf der Schloßstraße zu schnell gefahren. Eine Verkehrsteilnehmerin sei mit 66 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, sagte Rainer Michaelis vom Straßenverkehrsamt. Weitere Kontrollen seien geplant. (Florian Leclerc)

Fahrrad-Tresen bauen DIY-Anleitung: Fahrrad in einen Bar-Tresen verwandeln

Wer ein altes in einen stilvollen Bar – verwandeln möchte, folgt einfach unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Dieses DIY-Projekt erschafft mit etwas handwerklichem Geschick ein einzigartiges Möbelstück, das ein Blickfang in jedem Zuhause oder Garten sein wird!

Der schönste Platz ist bekanntlich an der Theke, doch dieses individuelle Möbelstück kann auch als Stehtisch, als Sideboard oder als Pflanztisch eingesetzt werden.

Mit einer knalligen Lackierung springt das Üpcycling-Möbel noch mehr ins Auge. Bei gut erhaltenen Retro-Bikes kann aber auch die natürliche Patina des geliebten Rennrads für den besonderen Eyecatcher sorgen!

Ein Fahrrad vermutet man eher nicht in der Wohnung – zumindest nicht als Möbelstück. Dass es auch anders geht, stellt unser aktuelles Thema des Monats unter Beweis. Denn dieser auf Basis eines alten 28-Zoll-Herrenfahrrads ist so einzigartig wie vielseitig und lässt zudem viel Freiraum für die individuelle Weiterentwicklung.

Bar-Tresen aus Herrenrad bauen

Als coole Upcycling-Idee haben wir uns einen „Fahrradständer ” der besonderen Art überlegt: Aus einem ausrangierten Drahtesel haben wir mit geringem Aufwand eine aufsehenerregende gebaut!

    Akku-Bohrschrauber Eisensäge Farbsprühsystem Feile Handkreissäge mit Führungsschiene Schleifgerät Schraubzwingen Schreinerwinkel Stichsäge

Erster und entscheidender Schritt ist der Bau des Holzgestells, das für sicheren Stand sorgt und individuell an Ihr Fahrrad angepasst werden muss. Alternativ kann man eine solche Konstruktion auch aus Stahlprofilen schweißen, wir haben uns aber für den leichter zu vearbeitenden Werkstoff Eiche-Leimholz entschieden. Die Arbeitsplatte haben wir am Lenker und mit dem Sattel verschraubt. Ob Sie wie hier einen Kasten und/oder eine Schublade benötigen, liegt ganz an Ihnen. Das Möbel kann als Theke, Sideboard oder Pflanztisch eingesetzt werden.

Warum braucht man einen Bartresen aus einem alten Fahrrad?

Ein Bar-Tresen aus einem alten Fahrrad ist sicherlich eine originelle und einzigartige Idee für Heimwerkerprojekte, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass jeder einen solchen Tresen braucht. Die Entscheidung, ob man einen Bar-Tresen aus einem alten Fahrrad baut, hängt von individuellen Vorlieben, Bedürfnissen und dem Kontext ab. Hier sind einige Gründe, warum „man dringend einen Fahrrad-Tresen braucht“ – es nur noch nicht weiß:

Kreative Selbstentfaltung: Ein solches Projekt bietet die Möglichkeit, Kreativität auszuleben und ein außergewöhnliches Upcycling-Möbel zu schaffen, das bei Nachbarn und Freunden sofort für Gesprächsstoff sorgt. Nachhaltiges Upcycling: Das Projekt fördert die Wiederverwendung von Materialien und die Reduzierung von Abfall, was umweltfreundlich ist. Einzigartiges Design: Ein Bar-Tresen aus einem Fahrradrahmen kann ein einzigartiges und persönliches Designelement in einem Raum sein. Platzsparende Lösung: In kleineren Räumen kann so eine Bar Platz sparen (etwa als Frühstückstresen) und gleichzeitig eine funktionelle und dekorative Möglichkeit bieten, im Home Office rückenschonend im Stehen zu arbeiten. – Herausforderung: Für Menschen, die gerne handwerklich tätig sind, bietet dieses Projekt eine spannende Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu nutzen und etwas Einzigartiges zu schaffen. Veranstaltungen und Partys: Ein solcher Bar-Tresen kann bei geselligen Zusammenkünften, Gartenpartys oder Veranstaltungen als originelle Getränkestation dienen.
Überraschend aber wahr: Die Fahrrad-Theke lässt sich zu zweit leicht transportieren und ist schnell aus der Kellerbar in den Garten getragen!

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass nicht jeder die Zeit, das handwerkliche Geschick oder den Platz für ein solches Projekt hat. Die Entscheidung, ob man einen Bar-Tresen aus einem alten Fahrrad baut, sollte also die eigenen individuellen Präferenzen und Umständen beachten.

Abstand. Freiraum. Gutes Leben.

Corona ist nicht vorbei. Damit die Lockerungen gerade auch bestehen bleiben können, müssen wir uns weiter an die neue Normalität mit physical distancing gewöhnen. Deswegen braucht es weiterhin: Abstand.

Wir sind überzeugt, dass sich der Abstand mit dem Gutem leben vereinbaren lässt. Wenn wir den nötogen Freiraum dafür haben: Wir brauchen Austausch, Begegnung und Inspiration. Ohne all dies macht das Leben nur halb so viel Spaß, ohne Räume für das Gute Leben werden wir als Gesellschaft die Distanz-Gebote auf Dauer nicht eingehalten können,

Deswegen brauchen wir mehr Platz auf den Straßen, mehr Platz auf den Plätzen, in den Parks, in den Köpfen. Wir brauchen Freiraum für Begegnung, Gemeinschaft, Mobilität, Kultur. Wir brauchen Orte, an denen Gastronomie und Kultur stattfinden kann. Wir brauchen Freiräume auf den Gehwegen und in neuen Fußgänger*innenzonen, um mit Abstand aneinander vorbei zu kommen, wir brauchen Freiräume für Radfahrer*innen, um jenseits von Bus und Bahn bequem und sicher ans Ziel zu kommen.

Um Abstand und Gutes Leben zusammen zu bekommen, brauchen Menschen in der Stadt deswegen mehr Freiräume, nicht weniger.

Mit Spielstraßen, Kulturstätten und Pop Up Bike Lanes, mit Platz für Gastronomie und Parklets, mit konkreten Aktionen vor Ort und mit politischen Forderungen.

In unserer Aktionsliste sammeln wir Aktionen, die die Prinzipien hinter „Abstand. Freiraum. Gutes Leben“ beispielhaft umsetzen. Schaut gerne vorbei, verhaltet euch respektvoll (Abstand!), seid neugierig und bringt euch ein (Freiraum!) und genießt es verantwortungsbewusst (Gutes Leben!).

Bereits vor unserem Aufruf fanden die folgenden Aktionen statt – die wir hiermit nochmal ausdrücklich loben wollen!

    Die Petition Für einen lebendigen Kultursommer 2020 im öffentlichen Raum Kölns fordert auch in Corona-Zeiten „unseren gemeinsamen Sommer in Köln so wunderbar wie möglich zu machen“.

Über uns

Wir sind die Agora Köln – ein Netzwerk aus 160 Mitgliedern und vielen engagierten Menschen.

Tag des guten Lebens

Ehrenfeld, Sülz, Deutz, Agnes – und Eigelsteinviertel – seit 2013 wandert der Tag des guten Lebens durch die Kölner Stadtviertel.

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