Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Laufräder

Laufräder unterstützen einen wichtigen Schritt in der Entwicklung Ihres Kindes: Mit dem Laufrad wird das Fahrradfahren lernen ein Klacks. Ob für Kindereinrichtungen oder zu Hause: bei Sport-Thieme können Sie aus einer Vielzahl von tollen Produkten wählen: Ein Laufrad aus Holz oder Stahlrohr, verstellbare Laufräder oder die Variante für Jugendliche und Erwachsene.

Sport-Thieme Tretroller „Maxi“ Blau

Sport-Thieme Tretroller „Maxi“ Rot

Infento Spielfahrzeug „Make and Move Kit“

Winther Viking Laufrad „BikeRunner“

Winther Fahrzeugständer

Winther Viking Laufrad „Lernfahrrad“, groß

Puky Laufrad „LR M“

Winther Viking Laufrad „Tandem“

Rabo Laufrad „Runner“

Rabo Laufrad „Zippl“

Jakobs Laufrad „Lernfahrrad Aktiv“

Jaalinus Laufrad „BikeRunner“

Rabo Tricycles Zweirad Maxi

Rabo Tricycles Zweirad Mini

Caborunner Laufrad „Carbon“

Winther Handgriffe für Winther Viking Kinderfahrzeuge

Winther Verbindungsschraube für Winther Kinderfahrzeuge

Bewertungen

Sport-Thieme Tretroller „Maxi“

Heidelinde schrieb:

Tolles Gefährt
Das Laufrad ist ideal für Kinder bzw. Erwachsene die nicht so fit im Laufen sind. Es ist eine Bereicherung für alle die gerne etwas flexibler unterwegs sind. Ich zum Beispiel bin täglich mit dem Laufrad auf tour, dabei begleitet mich mein Hund auch er hat Spaß beim spazieren gehen weil wir flotter unterwegs sind. Das tägliche fahren mit dem Laufrad stärkt den Gleichgewichtssinn. Durch meine Wirbelsäulen Operation ( Versteifung ) habe ich enorme Bewegungseinschränkungen, die ich so langsam mit dem Laufrad durch Training ausgleichen kann. Ich möchte dieses Gerät nicht mehr missen.

Laufräder-Kaufberatung: Kinder auf großer Entdeckertour

Ab welchem Alter können Kinder Laufrad fahren? Welches ist die richtige Laufrad-Größe? Welches Material ist das beste bei Laufrädern: Holz oder Metall? Was braucht ein gutes Laufrad? Ist eine Bremse bei einem Laufrad sinnvoll? Welche Laufrad-Bereifung ist empfehlenswert? Welche Schutzausrüstung brauchen Kinder beim Laufrad fahren?

1. Ab welchem Alter können Kinder Laufrad fahren?

Das richtige Alter zum Laufradfahren lernen ist etwa 2,5 Jahre. Dann sind Körperbeherrschung und Gleichgewichtssinn kleiner Kinder soweit entwickelt, dass das Fahren und Balance halten auf einem Laufrad leicht gelingt und sie die Geschwindigkeit kontrollieren können. Aber natürlich sind alle Kinder unterschiedlich entwickelt und es gibt Kinder, die sich auch schon mit 9 Monaten sicher auf einem „Einspurfahrzeug“ fortbewegen können. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt: Denn es gibt auch Laufräder für Jugendliche und Erwachsene. Laufräder mit 3 Rädern sind beispielsweise bei Menschen mit Einschränkungen sehr beliebt.

2. Welches ist die richtige Laufrad-Größe?

Entscheidend für die richtige Größe des Laufrads ist die Schrittlänge des Kindes: Das Kind sollte bequem auf dem Sattel sitzen und den Boden berühren können. Daraus ergibt sich, dass ab einer Körpergröße von 85 cm ein 10 Zoll Laufrad und ab einer Körpergröße von 90 cm ein 12 Zoll gewählt werden sollte. Alle weiteren Angaben entnehmen Sie unserer Laufrad-Größentabelle.

Welches Laufrad für welche Körpergröße:

Laufradgröße

Körpergröße

Schrittlänge

Altersempfehlung

Bitte beachten Sie, dass die Zoll-Angabe nur eine ungefähre Größenangabe ist. In der Regel werden heutzutage Fahrradbereifungen nach der Europäischen Reifen – und Felgennorm ETRTO bezeichnet (ETRTO = Breite – Innendurchmesser in Millimeter). Diese Bezeichnung ist eindeutig und erlaubt eine klare Zuordnung der Felgengröße.

3. Welches Material ist das beste bei Laufrädern: Laufrad aus Holz oder Metall?

Für welches Material Sie sich beim Kauf eines Laufrads entscheiden, hängt maßgeblich von der gewünschten Haltbarkeit ab. Und die ist sicherlich bei Laufrädern für Kindergärten und Grundschulen wichtiger als für Laufräder im privaten Gebrauch. Während ein Laufrad aus Metall auch einem starken Regenguss trotzt oder eine Nacht im Freien verzeiht, sind Holzrahmen etwas empfindlicher. Sie sollten unbedingt vor Feuchtigkeit und Nässe geschützt werden. Doch auch hier ist die Qualität entscheidend: Qualitativ hochwertige Lauflernräder aus Holz sind bei richtiger Pflege langlebig. Im Allgemeinen sind Rahmen aus Holz viel leichter als vergleichbare aus Metall und für die Kleinen leichter zu handhaben. Unser Tipp: Achten Sie auf GS-Zeichen und TÜV-Siegel. Sie sind eine gute Entscheidungshilfe.

4. Was braucht ein gutes Laufrad – Worauf beim Laufradkauf achten?

Damit das Fahren mit dem Laufrad viel Freude bereitet, sollte ein Laufrad über ein paar Annehmlichkeiten verfügen. Unsere Empfehlung: Verzichten Sie auf unnötigen Ballast wie Lenkertaschen, Fahnen usw. Gerade beim Erlernen der Technik ist es so schwerer, die Balance zu halten. Das gilt übrigens auch bei Kinderfahrrädern.

    Verstellbarer Sattel: Kinder wachsen sehr schnell. Mit einem verstellbaren Sattel wächst das Laufrad mit und Ihr Kind hat lange Spaß an seinem Gefährt. Achten Sie auch auf einen ergonomisch geformten Sattel, denn anders als bei einem Fahrrad schiebt das Kind das Laufrad an Sitz und Lenker vorwärts. Die richtige Satteleinstellung: Der Laufradsattel sollte so eingestellt sein, dass das Kind den Boden erreichen kann, wenn es sitzt und die Beine anwinkeln kann, wenn es fährt. Nur so kann es sich optimal abstoßen. Verstellbarer Lenker: Damit das Kind auch bei erhöhtem Sattel optimal auf dem Laufrad sitzen kann, empfehlen wir auf einen höhenverstellbaren Lenker zu achten. Besonders praktisch: Ein spezielles Lenkradpolster kann Verletzungen verringern. Die richtige Lenkereinstellung: Der Lenker des Laufrads sollte so eingestellt sein, dass das Kind möglichst aufrecht sitzt. Dabei sind die Arme leicht angewinkelt. Tiefer Einstieg: Für Kleinkinder empfehlen wir Laufräder mit tiefem Einstieg. So klappt das Aufsteigen und Absteigen und das Kind fühlt sich von Anfang an sicher.

5. Ist eine Bremse bei einem Laufrad sinnvoll?

Ob das Laufrad eine Bremse haben sollte oder nicht, ist abhängig vom Laufrad-Fahrer. Sehr junge Kinder sind oft nicht in der Lage, eine Handbremse zu bedienen. Zum einen ist die Hand häufig noch zu klein, um den Griff der Bremse zu ziehen. Zum anderen sind sie ausreichend mit dem Fahren und Lenken beschäftigt, um eine weitere Aktion auszuführen. Wir empfehlen, die Laufräder mit den Füßen zu bremsen. Für größere Kinder, Jugendliche und Erwachsene hingegen sollte das Laufrad mit einer Bremse ausgestattet sein, denn sie erreichen damit oft hohe Geschwindigkeiten.

6. Welche Laufrad-Bereifung ist empfehlenswert?

Laufräder gibt es mit PU – oder Vollgummi-Reifen sowie mit Luftbereifung. Hier ist der Untergrund entscheidend: Worauf fahren die Kinder am meisten? Während Reifen ohne Luft härter sind und besser auf festen Untergründen (Asphalt, Turnhallen usw.) fahren, federn Luftreifen besser und haften auch auf unebenen Untergründen. Aber Achtung: Luftreifen sind pannenanfälliger und müssen regelmäßig aufgepumpt werden.

7. Welche Schutzausrüstung brauchen Kinder beim Laufrad fahren?

Für das Fahren mit dem Laufrad empfehlen wir Ihnen, die Kinder mindestens mit einem Fahrradhelm und wenn möglich sogar mit Ellenbogen – und Knieschützern auszustatten. Besonders wichtig: Nach einem Sturz auf den Kopf ist der Helm eventuell beschädigt. Lassen Sie ihn vor dem weiteren Gebrauch von einem Fachmann überprüfen oder besorgen Sie gegebenenfalls einen neuen.

Bereiten Sie Ihre Kinder optimal auf das Fahrradfahren vor und entdecken Sie die hochwertigen Laufräder für Krippe, Kindergärten und Institutionen auf dieser Seite im Sport-Thieme Online-Shop.

Https://www. sport-thieme. at/Freizeitspiele/Kinderfahrzeuge/Laufr%C3%A4der

Wie Flüchtlinge in Berlin das Fahrradfahren lernen

Berlin – Als Annette Krüger den Kofferraum ihres Autos öffnet, zeichnet sich ein Lächeln auf Ramas Lippen ab. Die junge Syrerin ist begeistert, denn sie erblickt ein schwarzes Damenfahrrad. „Sogar mit einem Körbchen vorne“, sagt Annette Krüger fröhlich, als sie Rama ihr Fahrrad übergibt. Da lässt es sich die 28-Jährige nicht nehmen, gleich eine Proberunde durch die Hornstraße in Kreuzberg zu drehen.

Vor rund einem Jahr kam Rama mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann aus Syrien nach Berlin. Seit einigen Monaten hat Fahrradfahren für sie eine große Bedeutung. Sie bringt ihre Kinder mit dem Rad zur Schule, erledigt Einkäufe und entdeckt so die Hauptstadt. „Das Fahrradfahren macht mir Spaß, auch deshalb, weil ich so in Kontakt mit anderen Menschen komme“, sagt sie. Dabei hat sie das Radfahren erst im Herbst gelernt. Dank des Projekts #Bikeygees.

Dahinter stecken drei Frauen: Katie Griggs, Annette Krüger und Anne Seebach – sie helfen und arbeiten in unterschiedlichen Flüchtlingsprojekten und Notunterkünften in Berlin. Im Herbst wurde Katie Griggs das erste Mal von einer Frau nach einem Fahrradkurs gefragt. „Es gab nicht viel und wenn es Angebote gab, dann kosteten sie Geld“, sagt die 40-Jährige. „Nachdem mich die dritte Frau nach einem Fahrradkurs fragte, beschloss ich, das selbst zu machen.“

Alles begann mit einem spontanen Treffen im Park am Gleisdreieck, über Facebook erfuhr Annette Krüger davon. Sie bot ebenfalls Fahrradkurse an, war damit in Unterkünften in Moabit aktiv. Gemeinsam mit Anne Seebach schlossen sie sich dann zur Initiative #Bikeygees zusammen. „Wir wollten unsere Kräfte bündeln, damit nicht mehr jeder für sich aktiv ist“, sagt Katie Griggs.

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Ziel des Projekts ist es, Flüchtlings-Frauen, aber auch anderen Frauen das Fahrradfahren beizubringen. Denn oftmals haben sie es in ihrer Heimat nicht gelernt. Mit einem Verbot habe das aber nichts zu tun, erklärt Rama. „Frauen nutzen in Syrien keine Fahrräder, da sie es nicht brauchen. Es gibt viele Taxis, Autos und Busse. Es gibt deshalb in Syrien auch viele Männer, die nicht Fahrrad fahren können.“ Zudem gebe es in ihrer Heimatstadt Damaskus auch keine Fahrradwege, sagt Rama. „Fahrradfahren ist nicht verboten, es ist einfach eine andere Kultur.“

Während Rama durch ihre Kinder, die bereits in Damaskus das Fahrradfahren erlernten, schon Berührung mit dem Vehikel kam, gibt es auch richtige Anfängerinnen unter den Teilnehmerinnen von #Bikeygees, sagt Annette Krüger. Zu Beginn starten die Frauen oft mit zwei Helfern an ihrer Seite. Mit stützenden Kräften am Lenker und einem Startschubser werden dann die ersten Versuche unternommen Die eine oder andere Schwierigkeit muss dabei schon überwunden werden, vor allem das Aufsteigen ist für viele erst einmal eine Hürde. „Die Rücktrittbremse ist aber der größte Feind“, sagt Annette Krüger und lacht. Da muss auch Katie Griggs grinsen. Denn selbst die radelnde Britin hatte bei ihren ersten Fahrten auf deutschen Rädern ihre Probleme. Die Rücktrittbremse ist wohl ein deutsches Phänomen.

Wie man anderen das Radfahren beibringt, darüber musste sich die 40-Jährige auch erst einmal informieren. Vor allem durch Youtube-Videos holte sich Anregungen. Mit dem Ergebnis ist Katie Griggs zufrieden: „Es geht oft sehr schnell. Und bisher haben es auch alle geschafft.“ Besonders freut sie der offene Umgang miteinander und das Vertrauen, das die Frauen den Projektleiterinnen entgegen bringen. Das sei nicht selbstverständlich. „Die Menschen, die geflohen sind, haben viel verloren, hier gewinnen sie etwas Positives“, sagt Annette Krüger. „Das Fahrradfahren steht für so viele Dinge – Unabhängigkeit, Freiheit, Freundschaften, Gesundheit, Spaß und Mobilität.“

In regelmäßigen Abständen finden die Fahrradkurse statt – mal direkt in den Unterkünften, mal in Parks und neuerdings in Kooperation mit dem Verkehrsübungsplatz in Moabit. Die Grenzen zwischen Lernenden und Unterrichtenden sind fließend. „Unsere Idee ist, dass die Teilnehmerinnen selbst ihr Wissen weitergeben“, erklärt Annette Krüger. Derzeit geben vor allem ehrenamtliche Helfer Unterricht, für Krüger ist das auch eine wichtige Art, um Verständnis füreinander aufzubauen. Viele der Helfer hätten vor dem Training noch keine Berührung zu geflüchteten Frauen gehabt. „Es ist eine Freude für beide Seiten zu sehen, wie Ängste abgebaut werden“, sagt Krüger. Das Wort Flüchtlinge kommt ihr dabei nie über die Lippen. Sie verwendet am liebsten das Wort Newcomer.

Mehr als 70 Frauen haben bereits im Rahmen von #Bikeygees gelernt, wie man fest im Fahrradsattel sitzt. Langfristig wollen die Projektleiterinnen auch technisches Wissen wie Reifenflicken und einfache Reparaturen sowie Verkehrsregeln vermitteln. Auch die Werbetrommel soll gerührt werden, mit Stickern und Flyern sollen Frauen angesprochen werden, die nicht über das Internet erreicht werden können.

Ermöglicht wird das vor allem durch Spenden. Um Werbemaßnahmen und vor allem Ausrüstung und Fahrräder bezahlen zu können, haben Katie Griggs, Annette Krüger und Anne Seebach ihre Idee zu einem Crowdfunding-Projekt gemacht. Daneben suchen die Frauen immer wieder Menschen, die das Projekt durch ihre Zeit unterstützen oder mit Sachspenden – allen voran natürlich Fahrrädern – aushelfen.

Https://www. berliner-zeitung. de/mensch-metropole/wie-fluechtlinge-in-berlin-das-fahrradfahren-lernen-li.42949

Ex-Radprofi Voigt: „Ganz wichtig ist der Helm“

Bei der Deutschland Tour treten Radprofis über mehrere Tage gegeneinander an. Dort gibt es auch Veranstaltungen für Kinder mit dem früheren Radrennprofi Jens Voigt. Der hat Tipps für junge Radfahrer.

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Kümmert sich um den Nachwuchs: Jens Voigt.

Als Radrennprofi hat Jens Voigt viele Rennen gewonnen. Auch bei der berühmten Tour de France war er mehrmals vorne mit dabei. Aufs Rad setzt sich der 50-Jährige immer noch, wenn auch nicht mehr als Profi. Derzeit ist er bei der „kinder Joy of Moving mini-tour“ dabei. Die gehört zum Programm des Radrennens Deutschland Tour. Jens Voigt hat den dpa-Kindernachrichten erzählt, was jetzt für ihn anders und wichtig ist.

Sie waren früher ein sehr erfolgreicher Radrennprofi. Heute bringen Sie Kindern das sichere Radfahren bei. Ist es schwierig, jetzt langsam zu fahren?

Ja, das ist eine Umstellung. Ich habe ja vor acht Jahren als Rennfahrer aufgehört. Da musste ich schnell fahren und im Rennen auch die Ellenbogen ausfahren. Heute fahre ich mit meinen Kindern auf dem Fahrrad zur Schule, und die dürfen vor mir fahren. Sicherheit, Helmpflicht und Spaß an der Bewegung sind jetzt wichtige Themen.

Was sollten Kinder beim Fahrradfahren unbedingt beachten?

Ganz wichtig ist der Helm. Ein gebrochener Arm heilt, ein gebrochener Kopf ist dann schon etwas anderes. Auch umsichtig, also vorsichtig fahren. Und immer bremsbereit sein.

Warum fahren Erwachsene oft ohne Helm?

Die Erwachsenen glauben, dass sie besser fahren können. Kinder sind natürlich unsicherer, weil sie gerade erst das Radfahren lernen. Erwachsene fahren teilweise schon 40 Jahre Fahrrad. Wenn man mit seinen Kindern fährt, sollten aber auch die Erwachsenen als Vorbild einen Helm tragen.

Was sollen Kinder machen, wenn sie, so wie Sie, Radrennprofi werden wollen?

„Dann sollte man mit den Eltern reden und sich an einen Radsportverein in der Nähe wenden. Da macht man erst mal ein halbes Jahr zur Probe mit seinem eigenen Fahrrad mit und schaut, ob das einem Spaß macht. Und die Eltern kann man nur ermutigen, ihre Kinder beim Sport zu unterstützen.

Https://www. kicker. de/ex-radprofi-voigt-ganz-wichtig-ist-der-helm-914648/artikel

Warum erwachsene Frauen nicht Radfahren können

Ich kann Radfahren – eine Selbstverständlichkeit? Nicht für Migrantinnen aus Ländern wie der Türkei. Neun Gießenerinnen haben sich mit einem Kurs einen Traum erfüllt.

Das Thermometer zeigt sechs Grad, der Himmel ist bleigrau. Jetzt zwei Stunden lang Radfahren? »Unsere Herzen sind warm«, versichert Vecihe mit leuchtenden Augen und schwingt sich auf den Sattel. Für die vier Frauen, die an diesem Vormittag vor dem Nordstadtzentrum zu ihrer Übungsrunde starten, ist das Fahrrad mehr als ein praktisches Fortbewegungsmittel. »Ich bin so glücklich«, »ich fühle mich frei«, »als könnte ich fliegen wie ein Adler«: Poetisch beschreiben die gebürtigen Türkinnen im GAZ-Gespräch, was es für sie bedeutet, endlich Radfahren zu können.

Von anfangs zwölf Teilnehmerinnen haben neun das Mobilitätstraining »Rauf aufs Rad; Frauen lernen Fahrrad fahren« mit einem Zertifikat abgeschlossen. Das Angebot kam vom Nordstadt-Programm BIWAQ (siehe Kasten) in Kooperation mit der Jugendwerkstatt und dem Alevitischen Verein.

Radfahren bedeutet den Kursteilnehmerinnen viel mehr als eine Möglichkeit, schnell und kostengünstig voranzukommen. »Ich bin seit 25 Jahren in Deutschland und habe immer den Radfahrern hinterhergeguckt«, erzählt Arzu Abaci (45). Geschmerzt, habe vor allem der Anblick von Paaren oder Familien, die zusammen unterwegs waren. »Es hat mir immer leid getan, dass ich hinterherrennen oder zu Hause bleiben musste, wenn meine Kinder Rad gefahren sind«, ergänzt eine 37-Jährige. »Sie waren glücklich, als wir letztes Wochenende zusammen eine Tour gemacht haben.« Ihr sei es außerdem wichtig, nun umweltbewusst unterwegs zu sein statt mit dem Auto.

Anfänge mit Tretroller

»Mir fehlte immer etwas«, sagt die 44-jährige Vehice. »Nun bin ich stolz.« Eine 40-Jährige berichtet von vergeblichen Versuchen, mit Hilfe ihres Mannes oder auf eigene Faust Radfahren zu lernen.

Bei der Trainerin Christine Rhodes aus Hadamar – sie leitet seit neun Jahren Radfahr-Kurse mit Frauen und Männern aus bisherr 54 Nationen – gingen die Gießenerinnen methodisch vor. Zuerst übten sie auf Tretrollern, das Gleichgewicht zu halten. Zunächst mit einem Fuß im Bodenkontakt wagten sie sich aufs Rad.

»Unglaublich« fand Jutta Oerter den Ehrzeiz der Teilnehmerinnen. »Fast alle haben sich blaue Flecke zugezogen, sind aber immer sofort wieder aufs Rad gestiegen. Auch zum Verkehrskompetenztag sind alle gekommen.« Einige mussten für die Kursteilnahme Kinderbetreuung organisieren oder ihren Arbeitsalltag umstellen. »Das war es wert!« Die einhellige Botschaft der Frauen: »Danke!«

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Inzwischen wagen sich die meisten regelmäßig auf die Straße mit ihren Rädern, die sie von der Jugendwerkstatt leihweise bekommen haben. Einige üben regelmäßig mit Hans Günter Below, um noch sicherer zu werden. Achter fahren, Handzeichen geben, oder bei Gefahr richtig bremsen: Solche Lektionen vermittelt der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht mit viel Einfühlungsvermögen. 40 Jahre lang leitete der Polizeibeamte Radkurse für Kinder. Erwachsene Anfänger haben mehr Ängste und sitzen oft angespannt auf dem Rad, beobachtet er.

Schwimmkurs soll folgen

Die Vorbehalte aus der alten Heimat gegen radelnde Frauen spielten in Deutschland keine Rolle mehr, sagen die Teilnehmerinnen. Ihre Familien freuten sich mit ihnen. Eine Teilnehmerin räumt ein: »Meine Schwester kann schon lange Radfahren. Sie tut es aber nicht, weil sie sich schämt.« Sie selbst hat indes ein weiteres Tabu im Visier. »Als nächstes lernen wir Schwimmen«, strahlt sie, und die anderen nicken.

Nicht Radfahren können, das bedeute »Mangel an sozialer Teilhabe und einen eingeschränkten Bewegungsradius«, heißt es in der offiziellen BIWAQ-Bilanz. Welches Gefühl der Unabhängigkeit sie nun erlebt, beschreibt eine Absolventin so: »Wenn ich ohne Stütze Radfahren kann, kann ich auch vieles andere alleine machen.«

Https://www. giessener-allgemeine. de/giessen/warum-erwachsene-frauen-nicht-radfahren-koennen-11908864.html

Rad – Flügge (3 – 4 Jahre)

Ist das zarte Geschöpf dem passiven Passagierdasein bzw. seinem Spielgerät entwachsen und entsprechen körperlicher Reifegrad sowie motorische Fähigkeiten der altersgemäßen Durchschnittsentwicklung, schlägt dem Fahrrad seine Stunde. Das Eintrittsalter zum Radfahren bzw. die entsprechende Radgröße hängt nicht vom Alter sondern definitiv vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes ab. So können z. B. Frühstarter schon vor Vollendung des 3. Lebensjahres auf das Fahrrad umsteigen, während es für Spätzünder erst als Vierjährige Sinn macht.

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Beim Kauf eines Kinderrades sind Körpergröße und Schrittlänge (Innenbeinlänge) maßgebend. Die Schrittlänge beschreibt den Abstand zwischen Boden und Schritt und lässt sich ohne Schuhe messen, indem ein Buch waagrecht, höchstmöglich zwischen die Beine im Schritt geklemmt wird. Die Differenz zwischen Boden und Oberkante des eingeklemmten Buches ergibt die Schrittlänge. Als grober Richtwert gilt, dass die Innenbeinlänge mindestens 1 cm länger sein muss als die minimale Sattelhöhe des Fahrrades wobei für motorisch unsichere Kinder im Zweifelsfall die kleinere Radgröße vorzuziehen ist. Hier gilt der Grundsatz: Sicherheit geht vor Ergonomie. Stimmt das Verhältnis zwischen Beinlänge und Radgröße, erreichen beide Füße bei maximal abgesenkter Sattelstütze den Boden (mindestens Fußballen). Bei geübten Kindern reicht es aus, wenn sie mit Zehenspitzen den Boden berühren.

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Nur der beidseitige Bodenkontakt vermittelt im Stand Sicherheit und Selbstvertrauen. Üblicherweise stehen Körpergröße und Schrittlänge zwar in einem bestimmten Verhältnis zueinander, trotzdem sollte sicherheitshalber beides nachgemessen werden, um anhand der Parameter die optimale Radgröße zu ermitteln.
Es ist gar nicht so einfach, Kinderräder in guter Qualität zu bekommen, für die begründeter Maßen identische Qualitätsmaßstäbe wie für Erwachsenenräder gelten. Besonders zu achten ist auf Leichtlaufeigenschaft (Lagerqualität, Gewicht) wie sicherheitsrelevante Bauteile (z. B. Bremsen).

Der Einstieg in die Kinderfahrradwelt startet mit 12 Zoll – Klasse, die noch als klassisches Spielfahrrad gilt. Eine Rücktrittbremse ist zweckmäßig. Inwieweit ein Kinderfahrrad der 16 Zoll – oder 18 Zoll Größe sich als Einstiegsfahrrad eignet, hängt u. a. vom motorischen Entwicklungsstand und dem Alter ab.

Tabellenwerte: Kinderradgröße/Altersspanne in Relation relevanter Körpermaße (Durchschnittswerte)

Sicher ist sicher. Während der Übergangsphase zum selbständigen Radeln bzw. auf mehrtägigen Etappen macht es Sinn, den Radanhänger mitzuführen. Im Falle von Müdigkeit, Erschöpfung oder Lustlosigkeit bzw. bei verkehrsreichen Orts – Querungen kann der überforderte Nachwuchs kurzfristig „aus dem Verkehr gezogen werden“.

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Ist das „Objekt der Begierde“ angeschafft, naht der Tag, an dem sozusagen der Frosch ins Wasser springt. Als Übungsterrain für erste Rollversuche bieten sich überschaubare, verkehrs – und hindernisfreie Plätze mit guter Asphaltqualität an. Nach ersten Lernfortschritten können unter Aufsicht auch verkehrsberuhigte Spielstraßen mit einbezogen werden.
Rollt das Kind die ersten Meter über den Asphalt, heißt es Gleichgewicht halten, Arme und Beine bedarfsgerecht koordinieren, Bremsen, Anhalten und Absteigen – alles natürlich möglichst ohne umzufallen. Bis alle Bewegungsabläufe passgenau sitzen und eine saubere Fahrlinie auf den Asphalt gezaubert wird, braucht es seine Zeit. Doch wie heißt es so schön: „kein Meister ist vom Himmel gefallen“. Fahrsicherheit stellt sich peau a peau durch regelmäßiges Üben wie von selbst ein. Gehen Bewegungs – und Handlungsabläufe erst mal in Fleisch und Blut über, entsteht ein lockerer, ausbalancierter, fließender Bewegungsablauf. Zeichen, welch unvorstellbare „Rechenoperationen“ das Gehirn während des Drahtseilakts sensomotorischer Glanzleistung zu regeln hat. Übung macht eben den Meister“, denn alsbald wird das komplexe Aufgabengebilde des Radfahrens bewusstseinsfern im Automationsmodus überführt. Auch wenn vieles im Unterbewusstsein geschient, bleibt das Bewusstsein nicht gänzlich ausgeschaltet. Sehr wohl nehmen die Stöpsel ihre Fahrkünste mit stolz geschwellter Brust und strahlenden Kinderaugen wahr. Mit der Folge, dass sich Erfolgserlebnisse tief in den Gehirnwindungen eingraben und die Kleinen anspornt, freudig mit ihrem Gefährt immer wieder auf’s Neue auf die Pirsch bzw. „Abenteuerfahrt“ zu gehen. Und je öfter sie das tun, desto perfekter wird ihre Geschicklichkeit, Reaktionsvermögen, Körperbeherrschung und Ausdauer trainiert.

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Tipps für richtiges Radfahren lernen:

1. Früh übt sich
Radfahren beginnt lange vor dem ersten Kinderrad. Eltern sollen ihre Kinder frühzeitig an Mobilität gewöhnen. Ein Rutscher / Roller sind ideale Startfahrzeuge.

2. Stützräder nicht sinnvoll
Von Stützrädern wird abgeraten, weil sie nur trügerische Sicherheit bieten. Lieber etwas länger mit den ersten Fahrversuchen warten, denn der schwerste Schritt fürs Kind ist das Einpendeln des Gleichgewichts.

3. Üben im sicheren Umfeld
Die ersten Übungsfahrten auf dem Fahrrad sollten immer unter Aufsicht der Eltern auf Plätzen ohne Verkehr stattfinden. Sorgen Sie für ausreichende Gelegenheit, um die sichere Beherrschung des Rades (Gleichgewicht halten, lenken, anhalten, auf – und absteigen) im sicheren Umfeld zu erlernen.

4. Individuelle Fähigkeiten respektieren
Darüber hinaus muss die Persönlichkeit des Kindes berücksichtigt werden. Ist ein Kind sehr spontan und leicht abzulenken, sollte man behutsam starten und länger im “Schonraum” bleiben. Ausschlaggebend ist der individuelle motorische und sensomotorische Entwicklungsstand des Kindes.

5. Anschubsen statt schieben
Das Anfahren ist bei vielen Kindern das schwierigste, da hier die stabilisierenden Kräfte noch nicht ausstreichend wirken. Statt konstant zu schieben ist es besser, beim Anfahren durch kurze Anschubse zu helfen und das Kind so zum Rollen und schließlich zum Pedalieren zu motivieren.

6. Fallen will geübt sein
Wer versucht, sein Kind vor Stürzen, Schmerzen und Rückschlägen zu schützen, der handelt allzu verständlich. Doch es spricht sogar einiges dafür, die Kinder ruhig frühzeitig auch mal fallen zu lassen. Meist ist die Fallhöhe und Geschwindigkeit niedriger und damit das Verletzungsrisiko vergleichsweise gering. Das Kind muss das Fallen nämlich genauso lernen wie das Radfahren selbst. Ebenso sprechen psychologische Effekte für gelegentliches Stürzen zum Beginn des Radfahrens.

7. Den Blick gerade aus
Damit man optimal das Gleichgewicht halten kann, sollten Oberkörper, Kopf und Blick immer in Fahrtrichtung weisen. Eltern, die das Kind von hinten anschubsen lenken den Zögling ab. Besser ist es, rückwärts vor dem Rad vorzulaufen und sicherzustellen, dass der kleine Radfahrer immer nach vorne schaut.

8. Übung macht den Meiste
Sobald das Kind sicher auf dem Rad fahren kann, sollten Sie das Fahrradfahren bei möglichst vielen Gelegenheiten im Alltag einbauen.

9. Eltern als Vorbild
Die Vorbildfunktion der Eltern während der Entwicklung des Kindes zum sicheren Radfahren ist sehr wichtig. Sie sollten einen positiven und sichtbaren Umgang mit dem Fahrrad vorleben. Das beginnt schon im Säuglingsalter im Kinderhänger, wo die Kleinen bereits den Reiz des Fahrradfahrens erleben können. Im Kinderhänger erleben Säuglinge bereits vieles von dem, was später als Reiz des Radfahrens erlebt wird; Natur entdecken, die Elemente spüren, den eigen Körper erleben und Grenzen erfahren.

Https://www. bayernbike. de/themen/frueh-uebt-sich/04-rad-fluegge. html

Beliebter Rundkurs: Der Bodenseeradweg feiert 40–jähriges Jubiläum

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Ein Jubiläum steht an: Werbung für den Bodensee-Radweg an der Seestraße in Konstanz.

Der Bodenseeradweg ist einer der beliebtesten Radfernwege in Deutschland — dabei waren die Anfänge zäh. Nun wird die Route rund im den See 40 Jahre alt.

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Es kann schon mal eng werden, auch ganz ohne Autofahrer. Auf dem geteerten Weg zwischen Hagnau und Meersburg rollen die Radler in beiden Richtungen direkt am Bodenseeufer entlang, manche mit dicken Packtaschen am Gepäckträger. Dazwischen laufen Fußgänger, ein Kind ist mit dem Roller unterwegs.

Eine beliebte Strecke für Spaziergänger wie Radwanderer gleichermaßen, sobald die Temperaturen frühlingshaft werden. In diesem Jahr könnte es hier und anderswo am Bodensee noch einmal etwas voller werden, denn es wird Jubiläum gefeiert und entsprechend Werbung gemacht: Der Bodensee–Radweg geht in seine 40. Saison.

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad–Club (ADFC) listet die Route unter den zehn beliebtesten Radfernwegen in Deutschland auf. Auf 260 Kilometern verbindet er in acht Etappen Ziele wie die Blumen–Insel Mainau, die Gemüse–Insel Reichenau mit ihren Unesco–Welterbestätten, das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen, die Bregenzer Seebühne und historische Altstädte wie Konstanz, Lindau, Stein am Rhein und Meersburg.

Alpen– und Seepanorama lockten 2022 mehr Radurlauber an den Bodensee als jede andere Region in Deutschland — auf den Plätzen zwei und drei folgten der Raum Osnabrück/Emsland und das Allgäu.

Radfahren war nicht weit verbreitet

Dass der Bodensee–Radweg dermaßen an Zuspruch gewinnt, war bei seiner Gründung 1983 keine ausgemachte Sache. „Wir haben nicht gewusst, wie die Nachfrage sich entwickelt“, berichtet Wilfried Franke. Der Geograf gehört zu jenen, die den Bodensee–Radweg ins Leben gerufen haben, zum Gespräch am Yachthafen in Fischbach kommt er mit dem Rennrad.

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Wilfried Franke gehörte vor vier Jahrzehnten zu den Initiatoren des Bodensee-Radwegs. (Foto: Marcus Fey )

So sportlich ist Franke aber erst seit einigen Jahren unterwegs, Mitte der 1980er–Jahre war das für ihn noch kein Thema — und auch sonst nicht weitverbreitet im Süden Deutschlands, wie er sich erinnert: „Jeder hatte das Ziel, mit 18 den Führerschein zu machen und Auto zu fahren, und da will ich mich nicht ausnehmen.“

Idee aus dem Tourismus

In der Region ist Franke bekannt, er war mehr als ein Jahrzehnt Direktor des Regionalverbands Bodensee–Oberschwaben, im Sommer 2021 ging er in den Ruhestand. Die Einrichtung des Bodensee–Radwegs war eines seiner ersten Projekte als junger Beamter im Landratsamt Friedrichshafen, eigentlich war er zuständig für die Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs.

Die Idee für einen internationalen Fahrrad–Rundkurs um den See, einheitlich beschildert und beworben, kam von Touristikern. Franke sollte den Plan gemeinsam mit Vertretern der anderen Länder, Kreise und Kantone umsetzen.

Behörden unter einen Hut bringen

Keine einfache Aufgabe in den 1980er–Jahren. Schon gar nicht, wenn drei Staaten, diverse Länder– und Kreisbehörden unter einen Hut gebracht werden sollen. „Das klingt heute simpel“, erinnert sich Franke. „Aber wir hatten große Schwierigkeiten, die Ausschilderung verkehrsrechtlich in allen Partnergebieten zu integrieren.“

Kann ein 40-jähriges Kind Radfahren lernen

Blauer Himmel, blaues Wasser: Postkartenidylle in Wasserburg bei Lindau. (Foto: Rainer Weisflog/Imago )

Schilder für Fahrradwege gab es damals nicht, die flächendeckende weiß-grüne Beschilderung für Radler in Deutschland kam erst später, alles war auf Autofahrer ausgerichtet. Wie viele Behörden rund um den See für Straßen verantwortlich sind, kann Franke gar nicht sagen — allein im Bodenseekreis sind es drei: das Landratsamt sowie die Städte Überlingen und Friedrichshafen. Hinzu kommen Bund und Land für ihr jeweils eigenes Straßennetz.

Vollendeter Rundkurs erst 1988

Für alle akzeptabel war schließlich das Piktogramm eines Radlers mit seeblauem Hinterrad, der Reifen deutet als Pfeil einen Rundweg an. Es erinnert ein wenig an das Design des Grafikers Otl Aicher, der damals in Mode war. Die Umsetzung gestaltete sich zäh. Erst 1988, fünf Jahre nach dem Start, war der Rundkurs um den See wirklich vollendet.

Heute sieht man das Logo überall — wenn ein Schild nicht gerade von einem Trophäenjäger abmontiert wurde. Das passierte zu seiner Verwunderung aber immer wieder, sagt Franke: „Dass Leute mit dem Schraubenschlüssel durch die Gegend fahren und die Schilder abmontieren, das konnten wir selber nicht glauben.“

Beschwerden über Radler — und Fußgänger

Heute ist es die Aufgabe von Alexander Weimer, fehlende Schilder und sonstige Mängel aufzuspüren. Er ist Koordinator des Bodensee–Radwegs für die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft, hinter der die Tourismusverbände am deutschen Seeufer stehen. Zu Weimers Aufgaben gehört es, den Radweg abzuradeln und Schwachstellen auszumachen. Gerade geht es zum Beispiel darum, Stellen weniger gefährlich zu machen, an denen Radfahrer und Fußgänger einander begegnen. Schließlich gibt es immer mal wieder Beschwerden über rüpelhafte Radler — oder unaufmerksame Fußgänger.

Umso mehr, seit die Bodensee–Radler vermehrt auf E–Bikes umsteigen: „Fast jedes Hotel, jeder Gastrobetrieb hat inzwischen Ladestationen, auch die Reichweite der Akkus hat sich verbessert“, sagt Weimer und räumt ein: „Die Geschwindigkeit ist teils ein Thema.“

500.000 Radler erwartet

Und die Räder sind nicht nur schneller unterwegs, sondern auch in größerer Zahl. Die Tendenz, sagt Weimer, geht „definitiv aufwärts“: Mehr als 500.000 Radfahrerinnen und Radfahrer würden diese Saison wohl auf dem Radweg unterwegs sein. Bei einer Schätzung vor knapp zehn Jahren seien es noch 300.000 gewesen. Nach den Corona–Jahren werde nun auch die Rückkehr der ausländischen Urlauber erwartet.

Im Durchschnitt bleiben die Rad–Urlauber nach den Erhebungen der Tourismusverbände knapp fünf Tage am Bodensee. Besonders beliebt ist die Runde um den Obersee zwischen Bregenz und Konstanz. Rund um den Untersee ist es stiller, die Radwege etwa über die Halbinsel Höri gehören zu den idyllischen Flecken am Bodensee.

ADFC gibt vier von fünf Sternen

Der ADFC gibt der Route vier von fünf möglichen Sternen, was eine „sehr gute Qualität für Radfahrende“ darstelle, wie Verbandssprecherin Konstanze Meyer betont. Die Note ist aus verschiedenen Einzelbewertungen zusammengesetzt. Volle fünf Sterne gibt der Fahrrad–Fachverband für die touristische Infrastruktur am See — so gibt es alle paar Kilometer eine Servicestation mit Luftpumpe und Werkzeug zur Selbsthilfe bei Pannen.

Andererseits sieht der ADFC bei Wegebreite, Routenführung und Verkehrsbelastung mit drei Sternen noch Luft nach oben. Bis Ende des Jahres steht eine erneute Zertifizierung des Weges für die nächsten drei Jahre an.

Investitionen ins Radwegenetz

Die Verkehrsbelastung war schon in den Anfängen ein Thema am Bodensee–Radweg, erinnert sich Franke — aber die Situation ganz anders als heute. Radwege fehlten oft. Teils rollten die Radler gemeinsam mit dem Schwerlastverkehr über die Bundesstraße, etwa zwischen Überlingen und Bodman–Ludwigshafen. Die B31neu, über die der Fernverkehr inzwischen fließt, gab es noch nicht. „Es war klar, da muss was passieren“, so Franke.

In der Folge wurde stark in den Ausbau des Radwegenetzes investiert, wovon nicht nur die Bodensee–Urlauber, sondern auch einheimische Radler profitierten. 1987 bekam der Bodenseekreis, früher als andere, ein erstes Konzept für ein Radwegenetz, nicht nur am See, sondern auch im Hinterland. Das wurde inzwischen weiterentwickelt, gilt im Grunde aber noch immer.

Am besten im Uhrzeigersinn

Inzwischen gibt es Pauschalreisen mit Gepäcktransport und geführte Radtouren — Angebote, an die vor 40 Jahren noch niemand gedacht hat. Ein Tipp aus den Anfangsjahren hat aber nach wie vor Gültigkeit: Man sollte, sagen Kenner, den See am besten im Uhrzeigersinn umradeln. Dann fährt man in jenen Abschnitten, auf denen der Weg auch heute noch entlang der Autostraße führt, immer auf deren Seeseite.

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