Ist Radfahren gut oder schlecht für die Wirtschaft

Rad+ App

Mit der DB Rad+ App nachhaltige Mobilität incentivieren

„Bezahlen mit Pedalen“ lautet das Motto bei DB Rad+. Mit der App können Radfahrende ganz nebenbei Kilometer sammeln und in teilnehmenden Städten bei lokalen Partner:innen gegen Prämien und Rabatte wie einem Kaffee oder einem vergünstigten Eintritt ins Museum eintauschen – gut für das Klima und den lokalen Einzelhandel.

Was wäre, wenn die Bürger:innen einer Kommune schneller von A nach B kommen und dabei weniger CO2-Emissionen verursachen? Was wäre, wenn sie damit die lokale Wirtschaft unterstützen und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl entsteht? Was wäre, wenn das keine Zukunftsmusik ist, sondern kurzfristig und kostengünstig umsetzbar? Mit DB Rad+ können Kommunen ihre Bürger:innen dazu bewegen, nachhaltig mobil zu sein und die Verkehrswende maßgeblich mitzugestalten.

Herausforderungen und Lösungen

Tab Kund:innen

Das Auto stehen lassen und Fahrrad aus dem Keller holen

Die Verkehrswende ist ein Projekt der Vielen, bei dem auch die Bürger:innen eine wichtige Rolle spielen. Vor allem in Städten, wo die meisten Menschen leben, zeitigen kleine Verhaltensänderungen große Effekte. Und die Vorteile des Radfahrens liegen auf der Hand. Ein Beispiel: Um in der Stadt einen Kilometer zurückzulegen, benötigt man laut Umweltbundesamt 15 Minuten zu Fuß, 13 Minuten mit dem Auto, 16 Minuten mit Bus und Bahn und nur 8 Minuten mit dem Fahrrad. Trotzdem nutzen viele Bewohner:innen in der Stadt das Auto, wenn das Fahrrad die bessere Altenative wäre. Wie können also Anreize geschaffen werden, damit mehr Menschen den Pkw stehen lassen und stattdessen in die Pedale treten?

Bürger:innen erradeln sich eine lebenswerte Stadt

Neben attraktiven Prämien, die gegen Radkilometer eingelöst werden können, sind die Meilensteine ein wichtiges Element der DB Rad+ App. Gemeinsam erradelt die Rad-Community eines Aktionsgebietes eine Kilometermarke und schaltet so eine gemeinschaftliche Belohnung frei. Die Meilensteine kommen allen Radfahrer:innen im Aktionsgebiet zugute – durch fahrradfreundliche Infrastrukturmaßnahmen und Events, die die Kommunen oder die Deutsche Bahn initiieren. Radfahrende können ihre Routendaten freiwillig und anonym an ihre Kommune übermitteln und so zu einer Anpassung der Fahrradinfrastruktur beitragen.

Tab Auftraggeber:innen

Zum Radfahren braucht es eine gut funktionierende Radinfrastruktur

Der Wunsch nach einer lebenswerten Stadt mit viel Grün, einem gut ausgebauten ÖPNV, sicheren Radwegen und vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten ist groß. Doch aktuell sieht die Realität in vielen deutschen Städten noch anders aus. Mit Autos gefüllte Straßen prägen das Stadtbild. Vor allem der motorisierte Individualverkehr verantwortet einen großen Teil der dortigen Lärm – und Luftverschmutzung. Mehr Fahrräder bedeuten freiere Straßen und mehr Flächen, die anderweitig genutzt werden können. Darüber hinaus ist Radfahren die gesündere Art der Fortbewegung. Doch noch sind die städtischen Radwegenetze zu schlecht ausgebaut, damit der Umstieg auf das Rad als meistgenutztes Alltagsverkehrsmittel gelingt.

Mobilitätswende stärken und Wirtschaft fördern – DB Rad+ als Teil Ihrer kommunalen Klimakampagne

Mit DB Rad+ können Menschen motiviert werden, in ihrem Alltag öfter das Fahrrad zu benutzen. Die gesammelten Kilometer können dabei nur in dem vorher festgelegten Aktionsgebiet ausgegeben werden, in dem sie erradelt wurden. Das stärkt die lokale Wirtschaft und motiviert zum Weiterfahren. Neben der Förderung nachhaltiger Mobilität im Stadtgebiet werden anonymisierte Routendaten generiert. Mithilfe der Daten können Kommunen einen tiefen Einblick in den Radverkehr erhalten und die Fahrradinfrastruktur gezielt verbessern.

Https://mobilitaetgestalten. deutschebahn. com/portfolio/reisendeninteraktion/digitale-loesungen/rad-plus

Welchen Effekt hat das Wetter aufs Radfahren?

Hand aufs Herz. Fahren Sie auch bei Regen Fahrrad oder sind Sie ein Schönwetter-Radler? Wirtschaftswissenschaftler der WWU haben herausgefunden, dass Münsteranerinnen und Münsteraner auch bei schlechtem Wetter viel öfter das Rad nutzen, als Menschen in anderen deutschen Städten. Die vergleichende Studie von 30 Städten in Deutschland analysierte erstmals die Verhaltensweisen der Radfahrer auf ungünstige Wetterbedingungen, wie zum Beispiel Regen, starker Wind oder extreme Temperaturen. Mit den Daten von 122 automatisierten Fahrrad-Zählstationen in den Städten und einem Schlechtwetter-Index, der sich aus Lufttemperatur, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, relativer Luftfeuchtigkeit und Bewölkung zusammensetzt, berechneten die Wissenschaftler stadtspezifische Wetter-Elastizitäten – eine Art lokaler meteorologischer Bequemlichkeitsfaktor – des Radverkehrsaufkommens.

Der Fokus der Untersuchung liegt vor allem auf den Pendelverkehren zur Arbeit, Schule oder Universität. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Wetter-Elastizitäten zwischen den Städten erheblich variieren. Städte wie Münster, Oldenburg und Göttingen sind in Sachen Radverkehr gut aufgestellt und verfügen schon seit vielen Jahren über ein ausgebautes Verkehrswegenetz, Parkmöglichkeiten und getaktete Ampelschaltungen. Für diese drei Städte konnten wir zeigen, dass der Radverkehr bei schlechtem Wetter um weniger als fünf Prozent zurückgeht. In Städten mit einer weniger stark ausgeprägten Fahrradkultur und mit eher schlecht ausgebautem Radwegenetz, wie zum Beispiel Herzogenaurach, Stuttgart und Würzburg, geht der Radverkehr um bis zu 30 Prozent zurück“, sagt Dr. Jan Wessel vom Institut für Verkehrswissenschaft der WWU.

Insbesondere ein hoher Anteil junger Einwohner und eine hohe Dichte des Radverkehrsnetzes gehen in der jeweiligen Stadt mit einer hohen Wetter-Resilienz einher – die Widerstandsfähigkeit gegenüber ungünstigen Wetterbedingungen. Die Ergebnisse legen darüber hinaus einen positiven Zusammenhang zwischen der Topographie und der Wetter-Resilienz nahe: Je flacher das Gelände, desto öfter wird das Rad als Alltagsverkehrsmittel genutzt. Im Zuge der vermehrten Nutzung von Pedelecs ist es denkbar, dass die Topgraphie in Zukunft an Bedeutung verliert. Als weitere Einflussfaktoren untersuchten die Wissenschaftler die Anzahl der Unfälle, der PKW-Besitz, die Bevölkerungsdichte, die Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Staubelastung in den Städten.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) setzt sich seit vielen Jahren für einen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur ein. „Damit das Radfahren bei jedem Wetter Freude macht und sicher ist, muss die Infrastruktur in den Städten weiter ausgebaut und zu zusammenhängenden Netzen verbunden werden – zum Beispiel durch geschützte Radspuren, Radschnellwege, Fahrradstraßen und genügend Radstellplätze. Die Studie der Universität Münster zeigt deutlich, dass auch die Qualität der Radverkehrsinfrastruktur das Radfahren positiv beeinflusst – selbst bei schlechtem Wetter“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Ist Radfahren gut oder schlecht für die Wirtschaft

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 7, 11. November 2020.

Https://www. uni-muenster. de/news/view. php? cmdid=11386

Fahrradfahren: „Ungesund und schlecht für die Umwelt“

Die Suche nach Geldmitteln macht erfinderisch. Das kann man derzeit in den USA beobachten. Die Haushaltskassen im Bundesstaat Washington sind klamm, aber wichtige Highways, die den Staat mit seinen Nachbarn verbinden, und Brücken sind überholungsbedürftig, darüberhinaus soll das Straßennetz ausgebaut werden ( In den USA bricht die Infrastrukur weg). Auf etwa 10 Milliarden Dollar veranschlagt ein Entwurf die Kosten zur Verbesserung der Transportinfrastruktur. Im sogenannten Transportation-Package sind nun zwei Posten enthalten, die direkt ans Nervensystem von Verkehrsteilnehmern angeschlossen sind.

Die Autofahrer müssten nach den bisher veröffentlichten Plänen mit einer Erhöhung der Benzinsteuer rechnen – um zehn Cent pro Gallone in den nächsten fünf Jahren – und das zu Zeiten, in denen Politiker ohnehin auf hohen Benzinpreisen herumreiten, um sich beim Publikum gefällig zu machen. Einer davon ist Ed Orcutt, der sich als guter Republikaner gegen die Erhöhung einer Treibstoff-Steuer ausspricht, weil sich viele Autofahrer nicht leisten könnten, noch mehr an den Tankstellen zu bezahlen.

Im Gegenzug zeigt sich Orcutt aber der anderen steuerlichen Maßnahme gegenüber aufgeschlossen, die unter den Radfahrern in Washington State für Diskussionen sorgt. Laut einem Bericht der Seattle Times sieht die Transportation-Package eine einmalige Steuer von 25 Dollar für den Kauf eines Fahrrads vor, das 500 Dollar und mehr kostet – „eine Geste“, so die Zeitung, „an die Auto – und Lastwagenfahrer, die sich darüber beklagen, dass Fahrradfahrer ihren gerechten Anteil nicht bezahlen“.

Die Konstellation Autofahrer vs Radfahrer ist bekanntlich konfliktträchtig. Sie musste nach den Veröffentlichung der Steuerpläne kommen. Als „unsinnig“ und unverhältnismäßig für Radfahrer wie auch für die Fahrradgeschäfte, als „out of proportion“ gegenüber der Steuer auf Autos, bezeichnete der Streetblog, die Absicht. Andere machten darauf aufmerksam, dass Fahrradfahren, wie wissenschaftlich erwiesen sei, Staatsausgaben spare und es schon deshalb keine Notwendigkeit für eine solche Abgabe gebe. Zudem würden viele Radfahrer auch Autos besitzen und damit schon Geld an den Staat bezahlen.

Aus der Frage, welcher Beitrag zur Straßenverbesserung gerechterweise von Radfahrern verlangt werden könne, ergab sich ziemlich rasch eine größere Diskussion in verschiedenen Veröffentlichungen – gut zusammengefasst von Eric Jaffe in Atlantic Cities, dort ist auch eine andere Position zu lesen, wonach manche „Bike-advocates“ gar nicht grundsätzlich gegen eine solche Steuer aussprechen: Weil sie sie als politisches Mittel begreifen, das zeige, dass Fahrradfahrer gewillt sind, ihren Beitrag zu leisten. Dies würde ihnen Möglichkeiten eröffnen, auch bei anderen Debatten im Zusammenhang mit Fahrradfahren Gehör und Einfluss zu finden. Man sei bereit für Deals, so könnte man das eingenommene Steuergeld doch dafür verwenden, Helme für Gemeinschaften zu kaufen, die das Geld dafür nicht haben. Wichtig sei, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie wertvoll Radfahren ist.

Auf ganz anderer Linie argumentiert der weiter oben genannte republikanische Politiker Ed Orcutt, Mitglied des Repräsentantenhauses in Bundesstaat Washington und ausgewiesener Freund der Autofahrer. Er sprach sich für die Fahrradsteuer au, weil Fahrradfahren „ungesund und schlecht für die Umwelt“ sei. Fahrräder seien schlecht für die Umwelt, weil die Fahrer einen höheren Herzschlag hätten und mehr atmen würden und damit mehr Kohlendioxid emittieren als jemand, der am Steuer eines Autos sitzt. Orcutt gab jedoch zu, dass er den Unterschied zwischen den Emissionen von Autos und Rädern nicht analysiert habe.

Https://www. telepolis. de/news/Fahrradfahren-Ungesund-und-schlecht-fuer-die-Umwelt-2024070.html

Pro und Contra: Was passiert, wenn alle aufs Rad umsteigen?

Im Sommer ist es einfach. Da steigen viele für ihr Alltagswege aufs Fahrrad um. Aber was wäre, wenn es nicht viele, sondern alle tun würden? Welche Auswirkungen hätte das eigentlich für uns und unsere Umgebung, wenn tatsächlich alle auf Dauer ihre Autos stehen lassen würden?

Neuer Abschnitt

Wissen MDR Wissen auf Youtube: Was wäre wenn.

MDR Wissen auf Youtube: Was wäre wenn.

Man kann es knapp zusammenfassen: Es wäre gut für Gesundheit, Psyche, Geräuschpegel, Luft und Portemonnaie. Und schlecht für etliche Bereiche der Wirtschaft.

Regelmäßiges Radeln trainiert den Herzmuskel und senkt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen um 50 Prozent. Für die seelische Gesundheit brächte der schwächere Geräuschpegel um uns herum Entspannung – Lärm ist nämlich ein gewaltiger Stressfaktor.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge ist schon ein mittlerer Schallpegel von mehr als 65 Dezibel ungesund, wenn man ihm länger ausgesetzt ist. Beispiel: Eine elektrische Motorsäge liegt bei 85, ein durchschnittlicher Pkw bei 75 DB. Das Fahrrad dagegen rollt bestenfalls mäuschenstill durch die Straßen, eine schlecht geölte Kette kann ein paar Dezibel Lautstärke verursachen. Nur die Klingel fällt mit 85 Dezibel auf, aber die soll man ja auch hören.

Über die Bewegung beim Radfahren baut der Mensch das Stresshormon Cortinson ab – das hätte erholsameren Schlaf und ausgeglichene Blutdruckwerte zur Folge. Entfiele der komplette Schadstoff-Ausstoß durch Pkw, würde sich das auch auf die Luft auswirken, Zahl und Folgen von Atemwegserkrankungen würden sich verringern. Und erst die ganzen Staus auf den Autobahnen zu Ferienbeginn. Die Liste lässt sich wohl unendlich fortsetzen.

Welche Branche würde gewinnen?

Fahrradhersteller, Rad-Vermietung, Rad-Werkstätten. Erste Anfänge des Rad-Booms erleben wir schon seit längerem – mit der Spezialisierung und Individualisierung des Fahrrads für jedes Lebensalter, verschiedene Nutzung: BMX-Räder, Kinderfahrräder, Mountainbikes, Treckingräder, Klappräder, Rennräder, Citybikes, und dazu diverse Typen von Lastenrädern. In Haushalten mit Radfahrern tummeln sich in Garagen und Kellern und Abstellräumen oft mehr Räder als Fahrer – zum klappbaren Citybike gesellt sich das Rennrad für die Freizeit und eins für die Ferien-Radtour, der Nachwuchs braucht ein Rad für den Schulweg und eins für die BMX-Piste.

Die Spezialisierung auf Lebens – und Nutzungsbereiche beschert der Radbranche zusätzliche Möglichkeiten:

Da gibt es reine Sporträder für die Offradtour durchs Glände – will man doch mit ihnen regulär auf der Straße fahren, müssen Licht, Klingel oder Gepäckträger extra gekauft werden. Scheinbar praktische Gadgets wie Schnellspanner für den Sattel, der wird dadurch so leicht auswechselbar – aber genauso leicht auch zu klauen. Es gibt Sättel für jeden Fahrradtyp und Po, anschraub – oder anklippbares Equipment wie Luftpumpen mit Luftdruckanzeige, verschiedenste Ventil-Arten, Radmäntel für jeden Belag, Schläuche etc. Zu der wohl am schnellsten wachsenden Branche im Bereich Fahrrad gehören die motorisierten E-Bikes.

In Deutschland hat der Umsatz durch Fahrradverkäufe seit 2009 mit 1,8 Milliarden Euro stetig zugelegt, 2018 lag er bei 3,16 Milliarden Euro. Seit 2016 steigt auch die Anzahl der Beschäftigten in der Fahrradindustrie – von 4.000 Menschen im Jahr 2015 auf knapp 13.000 im Jahr 2018.

Auch beim Zubehör wachsen seit 2010 die Ausgaben stetig – von 183 Millionen Euro auf gut 300 Millionen Euro im Jahr 2018.

Welche Branchen würden verlieren?

Der Umstieg hätte etliche wirtschaftliche Verlierer: Auto – und Zubehörhersteller, und – werkstätten, Gesundheits – und Pharma-Industrie, Versicherungen, Fahrschulen, Prüfgesellschaften.

Contra:

Für viele Branchen in der Wirtschaft ist der Umstieg aufs Fahrrad nicht wirklich wünschenswert. In der deutschen Automobilindustrie arbeiten über 800.000 Beschäftigte. Der Umsatz beträgt 426 Milliarden Euro (Stand 2017). Selbst der günstigste Neuwagen kostet rund 7.000 Euro. Und wer ein Problem hat, findet Hilfe in einer der 36.750 Kfz-Werkstätten.

Fahrräder gibt es je nach Modell schon ab 100 Euro. Die Räder brauchen keinen TÜV, Fahrer absolvieren weder Fahrstunden noch – prüfungen, geschweige denn Nachschulungen. Rad-Reparaturen kosten selten mehrere hundert Euro, Ersatzteile auch nicht. Städte würden mit Fahrrädern weniger Parkgebühren erwirtschaften als mit Autos, genauso wenig wie mit Knöllchen fürs Falschparken. Radler zahlen keine Versicherungen für ihr Fahrrad und keine regelmäßig zu entrichtende spezielle Steuer, weder fürs Fahrzeug an sich, noch für den Treibstoff – höchstens gegen Diebstahl.

Https://www. mdr. de/wissen/mensch-alltag/was-passiert-wenn-alle-radfahren-100.html

Ist Radfahren gut oder schlecht für die Wirtschaft

Köln (dpa/tmn) – Kalte Finger, nasse Füße, eine vor Fahrtwind schmerzende Stirn: Radfahren im Winter ist zum Abgewöhnen. Es sei denn, man ist richtig ausgestattet.

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Köln (dpa/tmn) – Kalte Finger, nasse Füße, eine vor Fahrtwind schmerzende Stirn: Radfahren im Winter ist zum Abgewöhnen. Es sei denn, man ist richtig ausgestattet.

Das altbekannte Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ gilt auch fürs Radeln. Allerdings kommen vor allem für E-Bike-Fahrer noch ein paar Tipps für die kalte Jahreszeit hinzu.

In der Kleidung sollte man zunächst etwas frieren: „Wenn man länger als zwei oder drei Kilometer unterwegs ist, sollte es einem auf den ersten Metern noch ein bisschen kühl sein“, sagt Stephan Behrendt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Köln. Denn wer sich zu dick einpackt, schwitzt schnell und kühlt dann umso schneller aus.

Um das Verhältnis von Körperwärme und Schweiß bei kalten Temperaturen ins richtige Verhältnis zu setzen, empfehlen Outdoorspezialisten das Dreilagen-Prinzip aus Wäsche, Isolations – und Wetterschicht. Wichtig ist, dass die Wäsche eng anliegt, dann transportiert sie den Schweiß auch nach außen. Über die Wäsche kommt die Isolationsschicht. Hier empfehlen Experten Daunenimitate: „Polyester – oder Polyamidgarn wird fein aufgesplissen und ahmt die Eigenschaften der Daune sehr gut nach, ohne bei Feuchtigkeit zusammenzufallen“, sagt Alexander Giebler vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Hohes Isolationsvolumen erreicht zum Beispiel Fleece.

Bei der Außenschicht hat der Radler je nach Wetter die Wahl zwischen Soft – und Hardshell-Kleidung. Softshell bedeutet: nur wasserabweisend statt wasserdicht. „Hier steht die größtmögliche Atmungsaktivität im Vordergrund, also das Vermögen des Materials, Wasserdampf nach außen zu lassen“, sagt Giebler. Dies sei im Winter besonders wichtig, da man unter Umständen sehr schnell aufheize. Peitscht allerdings der Regen, oder schneit es ohne Unterlass, muss die „harte Schale“ drüber: wasser – und winddichte Regenjacke sowie – hose.

Kopf-, Fuß – und Handschutz

Für den Kopf empfiehlt ADFC-Experte Behrendt eine Unterziehmütze aus Kunstfaser, da man dort besonders schnell auskühlt. Gut geschnittene Kapuzen passen auch unter den Helm. Nur sollten Radler schon beim Anprobieren darauf achten, dass sie das Gesichtsfeld eng umschließen und sich beim Drehen des Kopfes mitdrehen. Wer beim Abbiegen in die Kapuze schaut, beschwört im Verkehr gefährliche Situationen herauf.

Für mehr Isolation am Po gibt es spezielle Sattelhüllen. Radler, die mit Klickpedale unterwegs sind, die über die Schuhplatte Kälte in den Fuß leiten, können über Isolationseinlagen oder gar Heizsohlen gegensteuern, empfiehlt Behrendt.

Vor allem Radpendler werden im Winter spätestens den Rückweg in Dunkelheit bestreiten. Helle Kleidung sowie Reflektoren an Kleidung und Rucksack sind ratsam. Es gibt auch blinkende Winterhandschuhe.

Sichere Beleuchtung und vorsichtiger Fahrstil

Immer mehr Fahrradfahrer sind mit hellem und mittlerweile erschwinglicherem LED-Licht unterwegs. Hier sei es wichtig, den Frontscheinwerfer korrekt einzustellen. „In zehn Metern Entfernung sollte der hellste Punkt des Lichtkegels auf den Boden treffen“, so Behrendt. Dabei setzen Radler am besten auf Stromversorgung per Nabendynamo, denn die alten Seitenläufer greifen vor allem bei Schnee und Matsch sehr schlecht und lassen das Licht bestenfalls flackern.

Auf verschneiten Wegen sollte man in Kurven nicht zu schnell fahren oder zu stark zu bremsen, um nicht zu stürzen, sagt Behrendt. Ab einer Reifenbreite von 35 Millimetern könne man auch mit weniger Luftdruck fahren, um die Aufliegefläche zu vergrößern. So greife das komplette Profil, erklärt Giebler.

E-Bike-Fahrer schalten zum Anfahren am besten in die kleinste Unterstützungsstufe, um nicht wegzurutschen. Ist der Untergrund vereist, versprechen Reifen mit Spikes mehr Bodenhaftung. Die größte Gefahr lauert laut Behrendt jedoch tagsüber auf trockener Fahrbahn in schattigen Abschnitten: „Wo die Sonne nicht hinkommt, kann unerwartet Reifglätte herrschen.“

Mit einer eigenen Sorge müssen sich indes Pedelec-Fahrer herumschlagen: bei Kälte schnell schlapp machenden Akkus. Bei Lithium-Ionen-Zellen kann der Energieverbrauch im Winter laut pd-f manchmal doppelt so hoch sein wie unter Idealbedingungen. Bedeutet: Wer die Batterie schön warm hält, optimiert die Reichweite.

Https://www. sueddeutsche. de/wirtschaft/verkehr-so-kommen-radfahrer-gut-durch-den-winter-dpa. urn-newsml-dpa-com-20090101-181217-99-259660

Sachsen-Anhalt Radfahrer in Sachsen-Anhalt fühlen sich unsicher

Menschen, die in Sachsen-Anhalt mit dem Rad unterwegs sind, fühlen sich unsicherer als in den vergangenen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt der sogenannte Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Sachsen-Anhalt weicht damit vom bundesweitem Trend ab, nach dem sich das Sicherheitsgefühl verbessert hat.

Während sich Radfahrer in ganz Deutschland sicherer fühlen, hat das Sicherheitsgefühl in Sachsen-Anhalt 2022 abgenommen. (Symbolbild)

    Sachsen-Anhalt hat bei einer Erhebung des ADFC zum Radverkehr schlecht abgeschnitten. Viele Radfahrende fühlen sich demnach unsicher, weil es zunehmend zu Konflikten und Bedrängnis im Verkehr komme. Der ADFC-Landeschef beklagt eine unzureichende Personalsituation bei der Verkehrssicherheit und fehlende Planungskapazitäten.

Radfahrerinnen und Radfahrer in Sachsen-Anhalt fühlen sich im Straßenverkehr unsicherer als noch vor zwei Jahren. Das geht aus dem sogenannten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hervor. Demnach haben drei von vier Befragten in der neuesten Umfrage angegeben, sich als Radfahrende eher unsicher zu fühlen. Vor zwei Jahren waren es noch zwei von drei gewesen.

Sachsen-Anhalt schneidet schlecht im Fahrrad-Test ab

Sachsen-Anhalt unterscheidet sich dabei von der deutschlandweiten Tendenz. „Das Eklatante daran ist, dass der Trend im Bundesgebiet gegenläufig ist“, sagte Stephan Marahrens, Vorsitzender des ADFC in Sachsen-Anhalt, bei der Vorstellung in Magdeburg. Demnach fühlten sich die Menschen eigentlich immer sicherer auf dem Rad. Marahrens betonte, dass die gefühlte Sicherheit gerade im Radverkehr essenziell sei. Wenn sie fehle, würden viele Menschen das Fahrrad stehen lassen, obwohl sie eigentlich gern fahren würden.

Gesamtnote 4,3: Sachsen-Anhalt bundesweit im unteren Drittel

Nicht nur beim Sicherheitsgefühl, sondern auch in der Gesamtbewertung der Bedingungen zum Fahrradfahren schnitt Sachsen-Anhalt 2022 schlechter ab als noch 2020. Das Land erhielt erneut die Note ausreichend – der Wert sank von 4,0 auf 4,3. ADFC-Landeschef Marahrens nannte die Zahlen „besorgniserregend“. Viele Radfahrende fühlten sich im Verkehr nicht ausreichend wertgeschätzt und beklagen der Umfrage zufolge Konflikte mit Autos und mit Fußgängern.

Norman Dreimann (l.) vom ADFC Magdeburg und Stephan Marahrens (Mitte), Vorsitzender des ADFC Sachsen-Anhalt, bei der Vorstellung in Magdeburg

Besonders schlecht bewertet werde in Sachsen-Anhalt unter anderem die Fahrradausleihe, die Werbung und Beschilderung für das Radfahren sowie das Baustellenmanagement, durch das es häufig zu Gefahrensituationen komme. Auch über den ländlichen Raum hätten die Befragten kein gutes Urteil gefällt. Hier fehle es vielfach etwa an straßenbegleitenden Radwegen, sagte Marahrens.

Expertentalk: Kinder sicher mit dem Fahrrad transportieren

Schluss-Platzierungen für Halle und Magdeburg

Schlechte Bewertungen erhielten auch die Großstädte Halle und Magdeburg mit den Noten 4,3 und 4,4. Sie belegten von deutschlandweit 26 Städten mit 200.000 bis 500.000 Einwohner die Plätze 21 (Halle) und 24 (Magdeburg). „Das sind Ergebnisse, die einen aufwecken müssten“, sagte Norman Dreimann vom ADFC in Magdeburg. Wenn Politik und Stadtverwaltung nichts unternehmen, drohe man irgendwann auf den letzten Platz zu rutschen. „Das kann nicht die Zielsetzung sein“, sagte Dreimann mit Blick auf die angepeilte Verkehrswende.

ADFC-Landeschef Marahrens erklärte, die Gründe für das schlechte Abschneiden seien vielfältig. So hätten andere Bundesländer im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt schon längere Zeit den Radverkehr gefördert. Zum Teil liege das an der Geschichte. Allerdings gebe es hierzulande etwa auch zu wenig Personal für die Verkehrssicherheit. So solle der ADFC immer häufiger Veranstaltungen an Schulen durchführen, obwohl hierfür eigentlich die Verkehrswacht zuständig sei.

Radwegeplan des Landes: ADFC beklagt fehlende Planungskapazitäten

Grundsätzlich begrüßte Marahrens den Landesradverkehrsplan zum Ausbau des 4.700 Kilometer langen Fahrradwegenetzes. Allerdings bleibe man beim Bau von Radwegen bisher hinter den Ankündigungen zurück. Das liege vor allem an den fehlenden Planungskapazitäten. „Es ist Geld da, es muss nur auf die Straße“, erklärte Marahrens. Der Radverkehr sei „praktizierter Klimaschutz“ und eine Querschnittsaufgabe, der sich die Politik umfänglich stellen müsse.

Im Fahrradklima-Trend prüft der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium alle zwei Jahre, wie Menschen in Deutschland die Fahrradbedingungen in ihrer Umgebung einschätzen. 2022 wurde außerdem gefragt, wie gut das Radfahren im ländlichen Raum funktioniert. Deutschlandweit beteiligten sich 245.000 Menschen, in Sachsen-Anhalt waren es rund 4.600. Die Ergebnisse sind aufgrund der individuellen Teilnahme der Befragten nicht repräsentativ, allerdings lassen sich dem ADFC zufolge sehr gut Trends und Veränderungen ableiten.

Https://www. tagesschau. de/inland/regional/sachsenanhalt/mdr-sicherheitsgefuehl-im-radverkehr-hat-abgenommen-100.html

Radfahren in Graz

Graz ist Fahrradhauptstadt Österreichs. Viele Grazerinnen und Grazer haben in den letzten Jahren ihre Liebe zum Fahrrad, dem schnellsten, gesündesten und umweltfreundlichsten Fortbewegungsmittel in der Stadt entdeckt. Mit dem Umstieg auf das lärmfreie Zweirad haben sich unser Lebensgefühl und unser Mobilitätsverhalten verändert, gleichzeitig sind aber unsere Ansprüche an den öffentlichen Raum und seine Nutzung gestiegen. Moderne Verkehrspolitik hat die Aufgabe, die öffentlichen Räume neu zu verteilen und umweltfreundlicher Mobilität den Platz zu geben, den sie braucht. Mit der Errichtung von Wohnstraßen, Begegnungszonen, Tempo-30-Zonen und eigenen Fahrradstraßen können wir den Menschen wieder in den Mittelpunkt des Stadtlebens stellen, Radfahren und Zufußgehen fördern und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Uns ist aber auch wichtig, jenen Menschen Lust auf das Fahrrad zu machen, die noch keine Gelegenheit hatten, sich von den Vorzügen des trendigen Stadtflitzers zu überzeugen. Radfahrtrainings für Jung und Alt, Fahrradreparaturkurse, Beratungen zu Licht und Technik, Förderung von Lastenrädern oder das beliebte CityRadeln sind nur einige Highlights aus einem breiten Angebot für alle Radbegeisterten und jene, die es noch werden wollen.

Es gibt viele Gründe, .

. warum in Graz das Radfahren so beliebt ist:

    Radfahren ist gesund
    Immer mehr Studien kommen zum selben Ergebnis: Radfahren ist gesund. Eine halbe Stunde täglich radeln reicht aus, um das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Bewegungspensum zu absolvieren. Radfahren ist kommunikativ
    Beim Radfahren Menschen zu treffen und „Hallo“ zu sagen, ist mit dem Fahrrad immer möglich. So wird das Fahrrad zum Kommunikationsvehikel in einer lebenswerten Stadt. Radfahren ist kostengünstig
    Das Fahrrad ist ein kostengünstiges Fortbewegungsmittel, braucht wenig Platz und entlastet dadurch Straßen. Auch der Radwegebau ist – verglichen mit dem Straßenbau – günstiger. Radfahren ist im Stadtverkehr die Nummer 1
    Bei Vergleichsfahrten, die in Graz zwischen Fahrrad, E-Bike, Straßenbahn und Auto durchgeführt wurden, ist das Fahrrad das schnellste innerstädtische Verkehrsmittel. Radfahren macht Spaß
    Die Freude am Radfahren ist einer der wichtigsten Gründe, warum die Grazer:innen Rad fahren.

Das Radverkehrsnetz beträgt rund 150km Kilometer (Stand: 05/2022) und besteht aus Radwegen, gemischten Geh-/Radwegen (GRW), Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen und beschilderten Radrouten. 800 Kilometer der Grazer Straßen sind außerdem Tempo-30-Straßen, welche zum Radfahren gut geeignet sind.

Radkarte Graz

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Radkarte Graz

In der Radkarte finden Sie das zusammenhängende Radverkehrsnetz der Stadt Graz dargestellt. Die Radkarte gibt es online oder als pdf zum Download.

Gratis erhältlich bei:

    Verbund Linie ServiceCenter, Jakoministraße 1, 8010 Graz bei Graz-Tourismus, Herrengasse 16, 8010 Graz in der Fahrradstation am Grazer Hauptbahnhof in der Abteilung für Verkehrsplanung, Europaplatz 20, 8020 Graz in allen Servicestellen der Stadt Graz

Bestellung unter:

GPS-Tracks und Höhenprofile

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Die 13 Hauptradrouten in Graz

Für die 13 Grazer Hauptradrouten stehen Höhenprofile und GPS – Tracks zum Download bereit. Diese können direkt aus der Tabelle auf Ihr Smartphone oder Ihr Outdoor-GPS-Gerät übertragen werden.

GPS Tracks Höhenprofile PDF
HR1 Erzherzog-Johann-Brücke_Innenring – Gratwein HR1
HR2 Erzherzog-Johann-Brücke_Innenring – Gratkorn HR2
HR3 Ortweingasse_HR2 – Stattegg HR3
HR4 Rotmoosweg_HR3 – Niederschöckl HR4
HR5 Stadtpark_Innenring – Mariatrost HR5
HR6 Oper_Innenring – Ragnitz HR6
HR7 Jakominiplatz_Innenring – Raaba HR7
HR8 Erzherzog-Johann-Brücke_Innenring – Gössendorf HR8
HR9 Hauptbahnhof_HR12 – Thalerhof HR9
HR10 Puntigam_HR9 – Pirka HR10
HR11 Bertha v Suttner-Brücke_HR8 – Straßganger Bad HR11
HR12 Keplerbrücke_Innenring – Eggenberg HR12
HR13 Gösting_HR1 – Thalersee HR13
Innenring Innenring

Radoffensive

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Radoffensive 2030© Groove/Werner Krug

Im Herbst 2019 haben sich die Landeshauptstadt Graz und das Land Steiermark auf die größte Radverkehrsoffensive geeinigt, die jemals in Österreich in Angriff genommen wurde. Mit der Radoffensive 2030 machen wir Graz fahrradfreundlicher.

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Zuständige Dienststelle

Radstation Hauptbahnhof

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Ein sicherer Platz für Ihr Fahrrad.

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Https://www. graz. at/cms/beitrag/10122448/12063979/Radfahren_in_Graz. html

Fuß – und Radverkehr in Hessen

Nahmobilität bedeutet Mobilität über kurze Distanzen oder in kleinen Netzen wie zum Beispiel dem Arbeits – oder Einkaufsumfeld.

Lesedauer: 8 Minuten

Wer nahmobil unterwegs ist, ist dies meistens zu Fuß oder mit dem Fahrrad, nutzt aber zwischendurch auch mal Bus oder Bahn. Auf kurzen Strecken ist man so häufig schneller als mit dem Pkw, da man nicht im Stau steht und keinen Parkplatz suchen muss. Zudem steigern gute Bedingungen für den Fuß-und Radverkehr die Lebensqualität und Verkehrssicherheit für alle.

Die Stärkung des Fuß – und Radverkehrs ist deshalb ein zentrales Handlungsfeld der Mobilitätspolitik in Hessen. Wir sehen, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag und in der Freizeit immer beliebter wird und wollen die Infrastruktur deutlich verbessern.

Gute Bedingungen für den Fuß-und Radverkehr steigern Lebensqualität und Verkehrssicherheit.

Deutlich wird das Engagement der Landesregierung zur Stärkung der Nahmobilität auch bei der Finanzierung. In den Jahren 2023 und 2024 stehen für die Fuß – und Radwege in kommunaler Hand insgesamt 48 Mio. Euro an Fördermittel zur Verfügung. Für Radwege im Zuge von Landesstraßen stehen in diesen beiden Jahren weitere 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Hinzu kommen für Radwege an Bundesstraßen weitere 15 Millionen an Bundesmitteln, die in den Jahren 2023 und 2024 vom Land Hessen verbaut werden wollen. Ziel ist es, unser 25.000 Kilometer langes Radverkehrsnetz in Hessen – bei hohen Ausbaustandards – noch attraktiver und sicherer zu gestalten und gleichermaßen die verbleibenden Netzlücken im Radverkehr zu schließen.

Seit Januar 2021 unterstützt der Bund mit dem

Sonderprogramm „Stadt und Land“ Öffnet sich in einem neuen Fenster. Kommunen bei der Weiterentwicklung der Radinfrastruktur. Dafür stehen in Hessen in den Jahren 2021 bis 2023 zusätzlich rund 70 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung. Dadurch konnten bisher rund 100 Projekte gefördert werden. Bis 2028 sind weitere 55,5 Millionen Euro vom Bund in Aussicht gestellt worden.

Was wir tun

Rad – und Fußwege an Bundes – und Landesstraßen

Radwege an Bundes – und Landesstraßen liegen in der Verantwortung des Landes und werden von Hessen Mobil geplant, gebaut und unterhalten. Seit Jahren wird in Hessen an vielen Stellen an guten Rad – und Fußwegen gearbeitet.

Im Rahmen der Sanierungsoffensive 2016 – 2022, die zwischenzeitlich bis zum Jahr 2025 fortgeschrieben wurde, beabsichtigt die Landesregierung nicht nur den Sanierungsstau der Landesstraßen nachhaltig anzugehen, sondern entsprechend den Zielen der Nahmobilitätsstrategie des Landes Hessen auch den Radverkehr durch Verbesserung des Radwegenetzes zu stärken und auszubauen.

So wurden im Jahr 2016 die Planungen für ca. 60 neue Radwege an Landesstraßen zusätzlich in die Programmplanung bei Hessen Mobil aufgenommen. Zudem werden zahlreiche bestehende Radwege saniert. Zusätzlich zu dieser Programmplanung wurden in den Jahren 2020/2021 53 Radwegeprojekte an Landesstraßen identifiziert, die relativ zügig geplant und umgesetzt werden können. Diese zusätzlichen Radwegprojekte können durch die jeweiligen Kommunen im Rahmen einer Kooperation mit dem Land umgesetzt werden.

Von 2014 bis 2022 sind 49,6 Millionen Euro in den Neu – und Ausbau und in die Sanierung von Radwegen an Landesstraßen geflossen. Insgesamt konnten damit rund 97 Kilometer Radwege neu – und ausgebaut oder saniert werden. Im Jahr 2023 plant die Landesregierung an die Rekordinvestitionen des vergangenen Jahres anzuknüpfen und möchte weitere 13 Millionen Euro in Radwege an Landesstraßen investieren. Ab 2024 sind 17 Millionen Euro für neue Radwege an Landesstraßen geplant. Dies entspricht zehn Prozent des geplanten Etats für Landesstraßen. Zum Vergleich: im Jahr 2014 beliefen sich die Investitionen in Radwege mit 1,7 Millionen Euro nur auf knapp 2 % der sonstigen Investitionen im Landesstraßenbau.

Darüber hinaus sind zwischen 2014 und 2022 87,5 Millionen Euro in den Neu – und Ausbau und in die Sanierung von Radwegen an Bundesstraßen geflossen. In diesem Zeitraum konnten damit insgesamt 53 Kilometer Radwege neu – und ausgebaut oder saniert werden.

Jedoch erfordert der Bau eines neuen oder der Ausbau eines bestehenden Radweges eine Planung wie die eines sonstigen Straßenbauprojekts: Auch ein Radweg benötigt bestandskräftiges Baurecht. Daher hat die Landesregierung auch die Planungskapazitäten bei Hessen Mobil speziell für den Radwegebau deutlich erhöht.

Seit 2020 gibt es bei Hessen Mobil erstmal Gruppen von Planerinnen und Planern, die sich ausschließlich um den Radverkehr kümmert: Die Task Force Radwege wird die Planung von Radwegen deutlich voranbringen. Dazu wurden bei Hessen Mobil zahlreiche neue Stellen geschaffen.

2020 wurden drei Radverkehrs-Koordinatoren etabliert, die u. a. die Interessen von Hessen Mobil als zentrale Schnittstelle zu Kommunen, Radverkehrsinteressengruppen und Bürgern in der Fläche wahrnehmen. Es ist vorgesehen, in jeder der sechs Regionen von Hessen Mobil entsprechende Koordinatoren vorzusehen.

Bereits 2019 ist bei Hessen Mobil eine zentrale Steuerungsgruppe Radverkehr eingerichtet worden, um Hessen Mobil strategisch und organisatorisch im Radverkehr neu aufzustellen. Die Steuerungsgruppe hat die Aufgabe, die zahlreichen Aktivitäten von Hessen Mobil im Bereich Radverkehr zu bündeln. Seit Januar 2021 sind diese zwei Aufgabenbereiche in der neu aufgestellten Abteilung „Mobilität und Radverkehr“ aufgegangen.

Https://wirtschaft. hessen. de/verkehr/fuss-und-radverkehr

Anti-Radfahrer-City Hofheim: Nur eine Stadt in Hessen ist schlechter

Viel schlimmer geht’s wirklich nicht: Hofheim hat vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) erneut ein ganz mieses Zeugnis ausgestellt bekommen. Bei einem bundesweiten Test bekam die Kreisstadt die Gesamtnote 4,5. Sie landete damit auf Platz 425 von bundesweit 447 Orten vergleichbarer Größe – und auf dem vorletzten Platz in Hessen.

Zusatz-Info: An diesem Samstag (29.04.) wird gegen die Anti-Radfahrer-Politik in der Kreisstadt protestiert: „Hofheim bewegt sich“ ruft wieder zu einer Radler-Demo auf.

Es gibt sie wirklich, die Positiven Anmerkungen, mit denen der ADFC im großen Fahrradklima-Test 2022 die Stadt Hofheim bedenkt:

    Fahrräder dürfen im Öffentlichen Nahverkehr mitgenommen werden: Grün! Im Stadtgebiet finden sich Wegweiser für Radfahrer: Grün! Und es gibt auch Fahrrad-Abstellanlagen: Grün!

Das war’s aber auch schon. Und selbst bei diesen drei „grünen“ Punkten gab’s Keine 1 oder 2, sondern nur eine 3,2 bzw. 3,3. Für mehr reicht es in dieser Stadt nicht.

Mit einem Derart schwachen Ergebnis kommt man natürlich auch auf Landesebene nicht weit: Aus Hessen nahmen am großen ADFC-Test insgesamt 42 Orte vergleichbarer Größe (20.000 bis 50.000 Einwohner) teil. Hofheim wurde in dieser Gruppe Vorletzter.

Platz 41. Ist das nicht Ultra-peinlich?

Radfahrer bewerten Sicherheitsgefühl mit „5“

Nur nebenbei: Die Kreisstadt leistet sich sogar einen Nahmobilitätsbeauftragten: Thomas Jung, im Hauptberuf Versicherungsvertreter, untermauert sein angebliches Engagement für Radfahrer gerne mit dem Hinweis, dass er manchmal Mit dem E-Bike zur Arbeit fahre. Dafür wird dem FDP-Mann im Rathaus ein Büro (Raum 216), eine Telefonnummer wie auch eine Hofheim. de-Mailadresse zugestanden. Sein prächtiger Titel – offizielle Bezeichnung: „Leiter Geschäftsbereich Nahmobilität“ – kann nicht darüber hinwegtäuschen: Dieser Rathaus-Job ist nicht viel mehr als eine Shownummer. Ein bisschen heiße Luft. Sonst eigentlich nichts.

Die bittere Wahrheit lautet: Die meisten Lokalpolitiker der Kreisstadt Hofheim am Taunus haben Kein Herz für Radfahrer. Das deckt der ADFC-Testbericht Schonungslos auf: In sieben Kategorien gab es für Hofheim die Schulnote 3, in elf Kategorien eine 4, in neun Kategorien nur ein Mangelhaft (Note 5). Beispiele:

    Hindernisse auf Radwegen: Note 4,3. Spaß oder Stress: 4,5. Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer: 4,5. Konflikte mit Autos: 4,6. Winterdienst auf Radwegen: 4,8. Reinigung der Radwege: 4,9. Fahren im Mischverkehr mit Kfz: 5,0. Sicherheitsgefühl: 5,0. Fahren auf Radwegen und Radfahrstreifen: 5,0. Falschparker-Kontrolle auf Radwegen: 5,0. Breite der Radwege: 5,2. Fahrradförderung in letzter Zeit: 5,3. Öffentliche Fahrräder / Fahrradverleih: 5,3. Ampelschaltungen für Radfahrer: 5,3.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt Kaum Veränderung – und wenn, dann wurde es Schlechter: Winterdienst, Hindernisse auf Radwegen, Fahrraddiebstahl – wo sich im letzten ADFC-Test vor drei Jahren noch ein zarter Aufwärtstrend andeutete, ging’s diesmal wieder Runter.

Schlechter als Hofheim schnitt in Hessen nur Bad Hersfeld ab. Hofheim bekam exakt die Note 4,48, Bad Hersfeld musste sich mit 4,54 begnügen.

Auf den ersten Plätzen in der Hofheim-Gruppe kamen: Baunatal (Hessen, Note 2,5) vor Meckenheim (NRW, 2,6) und Coesfeld (NRW, 3,0).

Ist Radfahren gut oder schlecht für die Wirtschaft

245.000 Menschen machten diesmal beim Fahrradklima-Test mit. Die Zahl hat sich in zehn Jahren mehr als verdreifacht: Das zeigt das, dass Radfahren für immer mehr Menschen wichtig wird.

Kriftel wollen wir nicht unterschlagen: Die Gemeinde belegte Platz 3 unter den hessischen Orten mit bis zu 20.000 Einwohnern, im Bundesvergleich landete sie auf Platz 51 (von 474). Gesamtnote: 3,46. Nicht schlecht also! Hier wurde gleich Sechs Mal die Note „gut“ gegeben: für Geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung (2,0), Erreichbarkeit Stadtzentrum (2,2), Fahrradmitnahme in der Bahn (2,3), Wegweisung für Radfahrer (2,3), Zügiges Radfahren (2,4) und Konflikte Mit Fußgängern (2,9). Schlechteste Note: eine 4,9 in der Kategorie „öffentliche Fahrräder / Fahrradverleih“. Keine einzige Fünf!

Insgesamt haben an dem deutschlandweiten 10. Fahrradklima-Test des ADFC rund 245.000 Radfahrer teilgenommen. Sie bewerteten 1.114 Städte und Gemeinden, so viele wie noch nie. Aus Hofheim hatten sich 173 Radfahrer an der Untersuchung beteiligt: Wenigstens hier belegte die Kreisstadt Einen der vorderen Plätze. Aus Kriftel machten 50 Radfahrer mit.

Unterm Strich klingt die Bilanz des ADFC Ernüchternd: „Die Fahrradfreundlichkeit hat weiter leicht abgenommen und ist nur ausreichend“, heißt es im Fazit. Zwar seien leichte Verbesserungen in den Großstädten über 500.000 Einwohnern zu erkennen. Auf dem Land aber ändere sich das Fahrradklima Nicht Spürbar. „Zwar sind die Bedingungen zum Radfahren hier besser als in den großen Städten, weil mehr Platz vorhanden ist und es weniger Konflikte mit Autos gibt, doch von einer Verkehrswende ist im ländlichen Raum nicht viel zu spüren.“

Samstag ist wieder Demo – für ein radfahrer-freundliches Hofheim

Ist Radfahren gut oder schlecht für die Wirtschaft

Screenshot von der neuen Homepage von „Hofheim bewegt sich“. Ein Klick aufs Bild führt direkt zur Webseite.

Ihr Protest ist Nicht laut und knallig, sondern eher vorsichtig und rücksichtsvoll. Sie Kleben sich nicht auf den Straßen fest, sondern Treten in die Pedale. Eine Gruppe namens „Hofheim bewegt sich“ macht sich Für Ein radfahrer-freundliches Hofheim stark: Verlangt werden Gleiche Rechte für Radfahrer wie für Autofahrer, Mehr Radwege an Hofheims Hauptverkehrsstraßen, Sichere Schulwege, eine Echte Verkehrsberuhigung in der Innenstadt…

Das klingt alles Positiv und Zeitgemäß, das müssten jetzt nur noch die verantwortlichen Stadtpolitiker Kapieren. Erfahrungsgemäß kann das dauern, und bis dahin wird Gestrampelt: Die Radfahrer-Bewegung hat soeben ihre Webseite Generalüberholt, stellt dort ihre Ziele vor und gibt Aktuelle Informationen. So erfahren wir auch:

Die nächste Radfahrer-Demo ist am nächsten Samstag, 29. April, ab 11 Uhr – Treffen auf dem Kellerplatz.

Wer für ein radfahrer-freundliches Hofheim ist: Nicht zu Hause kleben bleiben – einfach mal Mitradeln!

Ist Radfahren gut oder schlecht für die Wirtschaft

Dieses Bild – wie auch unser Titelbild – zeigt den gewaltigen Fahrradständer, den die Stadtverwaltung vorm Rathaus aufstellen ließ. Für eine Kleinstadt ist er arg monströs geraten, aber immerhin: Er sorgte mit für eine der besten Zensuren, die Radfahrer der Kreisstadt im großen ADFC-Test gaben – 3,3.

Https://hk-newsletter. de/2023/04/24/anti-radfahrer-city-hofheim/

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