Auto – aktueller Crash-Report: Diese Fahrzeuge haben die meisten Unfälle

Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Montags kracht es besonders häufig. Und nicht etwa im Winter geschehen die meisten Unfälle – sondern im Sommer. Neue Zahlen des Versicherers Generali verraten außerdem, welche Marke besonders häufig in Kollisionen verstrickt ist.

Auf Deutschlands Straßen kracht es zwar immer seltener. Dafür werden die Unfälle immer teurer. 2019 hatte jeder elfte Fahrzeughalter einen Unfall (Schadenhäufigkeit: 9,1 Schäden pro 100 Fahrzeughalter). Im Jahr zuvor war noch jeder neunte Halter von einem Unfall betroffen (11,7 Schäden pro 100 Fahrzeughalter).

Jeder dritte Crash verursacht inzwischen einen Schaden von mehr als 2.500 Euro. Wie es dazu kommt, erklärt Roland Stoffels, Deutschland-Vorstand des Versicherers Generali: „Es sind immer mehr Autos mit Assistenzsystemen und technischen Hilfsmitteln auf unseren Straßen unterwegs. Entsprechend werden viele der kleineren Unfälle, beispielsweise beim Ein – und Ausparken, verhindert. Entsteht dann aber doch ein Schaden, sorgen die Reparaturen der teuren Hilfsvorrichtungen für höhere Kosten.“

Die Versicherung hat mehr als 270.000 Kfz-Schäden analysiert. Ihre Daten ergeben einen umfangreichen Unfall-Atlas. t-online nennt die wichtigsten Zahlen.

BMW und Audi ganz vorn

Fahrer von teuren Autos melden besonders häufig einen Schaden. Allen voran die Besitzer eines BMW mit einer Schadenhäufigkeit von 14,4 Prozent, dicht gefolgt von Audi-Fahrern (14,1 Prozent). Zum Vergleich: Skoda liegt mit einer Häufigkeit von 4,0 Prozent auf Platz 10.

Das ist die Unfall-Hauptstadt

Im dicht besiedelten Ruhrgebiet und im Rheinland knallt es besonders häufig: Hagen (Schadenhäufigkeit: 20,9 Prozent) und Düsseldorf (17,8 Prozent) sind Deutschlands unfallreichste Städte. Dahinter folgen München (16,1 Prozent), der Kreis Starnberg (15,8 Prozent) und Gelsenkirchen (15,7 Prozent). Deutlich weniger Schäden entstehen in vielen ländlichen Gebieten. Den geringsten Wert von (5,7 Prozent) hat der Landkreis Lichtenfels in Nordbayern.

Das Bundesland mit den meisten Schäden

Auch hier liegen die dicht besiedelten Regionen vorn: Neuer Tabellenführer ist Hamburg (12 Prozent) vor Berlin, der früheren Nummer eins (11,7 Prozent). Deutlich besser schneiden beispielsweise Bayern (8,4 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (8,3 Prozent) und Brandenburg (7,6 Prozent) ab.

Am häufigsten kracht es montags

Beinahe jeder fünfte Crash (knapp 18 Prozent) ereignet sich am Montag, nicht einmal jeder zehnte (8,5 Prozent) geschieht an einem Sonntag.

Das geht am häufigsten kaputt

Scheiben und Scheinwerfer: Sie machen mehr als jeden vierten registrierten Schaden (rund 28 Prozent) aus. Sehr zum Ärger der Versicherer, deren Kosten durch diese Schäden immer höher werden: „Glasschäden konnten vor einigen Jahren noch relativ günstig repariert werden. Heute müssen Frontscheiben meist komplett ausgetauscht werden. Damit verbunden ist oft eine teure und erneute Einrichtung der verschiedenen modernen Assistenzsysteme“, sagt Generali-Deutschland-Vorstand Stoffels.

Übrigens: Nicht im Winter mit seinen häufig vereisten und glatten Straßen geschehen die meisten Unfälle – sondern in den warmen Sommermonaten. „Wir gehen davon aus, dass viele Fahrer in den kalten Monaten vorsichtiger auf den Straßen unterwegs sind, während im Sommer durch Urlaubsreisen mehr Stress und Unruhe auf Deutschlands Straßen herrscht“, sagt Stoffels.

FAQ: Fahrradunfall

Fahrradunfälle werden häufig z. B. durch Fehler beim Abbiegen, Missachtung der Vorfahrt oder die falsche Nutzung von Fahrbahnen, Rad – oder Gehwegen verursacht.

Bei einem Fahrradunfall zahlt die Haftpflichtversicherung des Verkehrsteilnehmers, der den Unfall verursacht hat.

Nein. Nur weil ein Radler keinen Helm trug, wird ihm nicht automatisch eine Teilschuld am Unfall zugesprochen.

Wie kommt es zu einem Fahrradunfall?

Fahrradunfall mit Auto: Da Fahrräder weder über Airbag noch Knautschzone verfügen, kommt es bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug häufig zu Personenschäden.

Immer wieder erleiden – oder verursachen – Radfahrer einen Unfall im Straßenverkehr. In Deutschland wird geführt, um die häufigsten Unfallursachen und besonders gefährdete Personengruppen zu ergründen. So geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts von 2016 hervor, dass vor allem bei einem Unfall mit Fahrrad beteiligt sind.

Der ADFC Berlin wiederum ermittelte im Frühjahr 2018, dass in der Hauptstadt 65 % der Fahrradunfälle mit Personenschaden von Kraftfahrern verursacht werden, während für 65 % der Unfälle mit Sachschaden verantwortlich waren. von tödlichen Unfällen mit Fahrrädern.

Ein Fahrradunfall kann viele Ursachen haben

Es gibt, die zu einem Fahrradunfall führen können. Typische Verletzungen reichen hier von Schürfwunden und Hämatomen bis zu schweren Kopf – und Wirbelsäulenverletzungen. Leider ereignet sich auch immer wieder.

Kommt es nicht zu einem Personen-, sondern, wird ebenfalls von einem Fahrradunfall gesprochen.

Die für einen Unfall mit einem Fahrradfahrer sind vielfältig: mangelnde Erfahrung, Unaufmerksamkeit, Fehleinschätzung einer riskanten Situation oder Übermut. Meist führt dies in irgendeiner Weise dazu, dass wird, wodurch der Fahrradunfall zustande kommt. Unfallverursacher können dabei sowohl als auch sein.

Wie lässt sich einem Unfall mit einem Fahrradfahrer vorbeugen?

So profan es klingt, aber in vielen Situationen lässt sich ein Fahrradunfall vermeiden, indem alle Beteiligten die für sie gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) einhalten – dies gilt für Radfahrer ebenso wie für Fußgänger und Kraftfahrer.

Auch sollte jeder Verkehrsteilnehmer sein Verhalten immer und vorausschauend handeln. Mitunter bedeutet dies auch einmal, auf sein Recht zu verzichten.

So ist es z. B. prinzipiell erlaubt, mit dem Fahrrad. Kommt ein Fahrradfahrer aber auf diese Weise neben einem Lkw an der Ampel zum Stehen, begibt er sich damit oft in den toten Winkel des Fahrers. Erfasst dieser dann beim Rechtsabbiegen den Radfahrer, , kann ein solcher Fahrradunfall tödlich enden – obwohl niemand hat.

Vor allem Fahrradunfälle können tragische Folgen haben. Da Fahrräder im Gegensatz zu Autos weder über eine Knautschzone noch einen Airbag verfügen, bietet ein Fahrradhelm meist. Daher sollten auch alle Radfahrer darüber nachdenken, mit Helm zu fahren.

Fahrradunfall: Zahlt die Versicherung?

Auch bei einem Fahrradunfall zahlt grundsätzlich. Dies kann der Radfahrer oder ein anderer Verkehrsteilnehmer sein.

Unter Umständen steht verletzten Personen nach dem Fahrradunfall zu, welches von der Versicherung übernommen wird.

Es ist übrigens, dass bei einem Fahrradunfall ohne Helm dem Radfahrer zugesprochen wird. Tatsächlich besteht in Deutschland keine Helmpflicht für Radfahrer.

Zunehmender Radverkehr verursacht immer mehr Unfälle

Die Polizei Hannover stellt eine Unfallstatistik für den Radverkehr vor: Danach sind Radfahrerinnen und Radfahrer in wachsendem Ausmaß an den steigenden Unfallzahlen schuld.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle (blau) steigt. Immer öfter sind Radfahrerinnen und Radfahrer schuld (rot).

Hannover will den Anteil des Fahrrads am Gesamtverkehr von derzeit 13 Prozent auf 25 Prozent bis 2025 steigern. Ein zunehmendes Problem dabei ist die wachsende Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern und Radfahrerinnen: Seit 2011 ist diese um 523 (25 Prozent) gestiegen, und zwar auf 2.616 Unfälle im Jahr 2020. Davon wurden 59 Prozent von den Radfahrenden verursacht (2011: 35 Prozent).

Die Anzahl der bei diesen Unfällen beteiligten Radfahrerinnen und Radfahrer stieg auf 2.884 Personen (plus 604 oder 26,5 Prozent). Davon wurden 77 Prozent leicht, schwer oder tödlich verletzt. Unfällen ohne Personenschaden werden oft nicht polizeilich erfasst. Auffällig ist, dass 2020 bereits 49 Prozent Unfälle mit Personenschäden von Radfahrerinnen und Radfahrern verursacht wurden (2011: 25,8 Prozent). 2020 stieg der Anteil der Radfahrenden als Unfallverursacher gleich um 445 Personen (plus 69 Prozent) im Vergleich zu 2019 (2.433).

Unter den 1.549 Radfahrerinnen und Radfahrern, die Unfälle verursachten, wurde bei 160 als Ursache Alkohol festgestellt (anteilig seit 2011 konstant). 133 fuhren auf der falschen Seite. 117 fuhren falsch in den Verkehr ein. Je 42 machten Fehler beim Abbiegen und an der Ampel. 34 missachteten die Vorfahrtsregeln. 32 missachteten die Rechts-vor-Links-Regel. Häufigste Unfallursache war damit auch bei Radfahrern der übliche Grund „anderer Fehler“. „Diese eher unspezifische Unfallursache erfasst in der Regel einen Unfallhergang, der nicht klar einer anderen Unfallursache zugeordnet werden kann“, so die Polizei Hannover.

Die Zahl der Unfälle wächst ganzjährig. Besonders im ersten (plus 43 Prozent / plus 113) und dritten Quartal (plus 44 / plus 282) haben sich die Unfälle unter Beteiligung des Radverkehrs seit 2011 deutlich erhöht. Für den Januar ergibt sich in den letzten zehn Jahren eine Steigerung um 116 Prozent (plus 80). Der Fachhandel weiß längst: Die Kundschaft fährt zunehmend ganzjährig.

Grundsätzlich ist von Montag bis Freitag eine vergleichbare Anzahl an Verkehrsunfällen unter Beteiligung des Radverkehrs erkennbar. Für das Wochenende sind geringere Werte festzustellen, die in den letzten vier Jahren aber kontinuierlich angewachsen sind. Die meisten Unfälle ereignen sich am Nachmittag.

Bei der Verursachung von Verkehrsunfällen ist bei allen Altersklassen eine deutliche Zunahme zu erkennen. Auffällig dabei ist, dass beispielsweise Erwachsene im Jahr 2011 noch 26 Prozent, im Jahr 2020 jedoch schon 49 Prozent der Verkehrsunfälle verursachten. Bei den durch Verkehrsunfälle getöteten Radfahrenden sind Alte deutlich überrepräsentiert. Die Polizei Hannover erklärt dies körperlichen Einschränkungen, etwa Vorerkrankungen und Komplikationen im Heilungsverlauf. Auffällig ist, dass in Bezug auf Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten die Anzahl der betroffenen Alten (plus 55 Prozent / plus 31) und Erwachsenen (48 Prozent / plus 48) in den letzten zehn Jahren sehr deutlich gestiegen ist, während die übrigen Altersklassen auf einem vergleichbaren, deutlich niedrigeren Niveau verbleiben. Dies mit der verstärkten Nutzung von Pedelecs als Teil des Radverkehrs, insbesondere durch finanzstärkere, höhere Altersklassen, zu erklären. Männer sind mit 60 Prozent häufiger an Verkehrsunfällen im Radverkehr beteiligt als Frauen mit 37 Prozent und überwiegen auch als Verursachende.

Die erst seit 2013 gesondert erfassten Verkehrsunfälle unter Beteiligung eines Pedelecs haben sich seitdem um 739 Prozent (plus 325) vervielfacht. Dabei handelt es sich aber im Vergleich zum Radverkehr noch um eine geringe Gesamtanzahl von Verkehrsunfällen (2020: 14 Prozent aller Verkehrsunfälle unter Beteiligung des Radverkehrs), doch dieser Bereich wird immer wichtiger für die Verkehrssicherheit, das weiß die Polizei. Bei 53 Prozent dieser Unfälle waren die Elektroradfahrerinnen und – fahrern schuld. Im Jahr 2013 lag dieser Wert noch bei 41 Prozent.

Etwa zwei Drittel der Pedelec-Unfälle ereignen sich im Sommer. Die Anzahl der Unfälle im Winter hat aber in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Im ersten Quartal 2013 wurde ein Unfall erfasst, im Jahr 2020 belief sich deren Anzahl im Vergleichsquartal bereits auf 51. Dieser Trend wird bei einer Betrachtung der klassischen Wintermonate noch deutlicher: Während im Jahr 2013 im Januar und Februar noch kein Verkehrsunfall unter Pedelec-Beteiligung erfasst wurde, so sind es im Jahr 2020 bereits jeweils 16.

Im Gegensatz zum gesamten Radverkehr verunfallen Pedelec-Fahrer auch an Wochenendtagen fast so oft wie an Werktagen. Eine eindeutige Häufung ist bei Verkehrsunfällen im Pedelec-Verkehr ist am Vor – und insbesondere am Nachmittag zu erkennen. Arbeitspendler.

Die Anzahl der an einem Verkehrsunfall beteiligten Pedelec-Fahrenden hat seit 2013 sehr deutlich zugenommen (plus 418 Prozent / plus 323). Zudem verletzten sich Pedelec-Fahrer bei Unfällen leichter als andere Radfahrer. Auch dies steht sicher in einem Zusammenhang zum hohen Alter der E-Radfahrenden.

Pedelec-Fahrerinnen und – Fahrer verursachten etwa die Hälfte der Unfälle mit Personenschäden, an denen sie beteiligt waren. Hauptunfallursachen waren auch hier „andere Fehler“ (36 Prozent), also auch Überforderung mit dem E-Rad, etwa dem hohen Gewicht. Die Anzahl der alkoholisierten Unfallverursachenden auf Pedelecs ist gering und liegt etwa liegt auf dem Niveau des Radverkehrs. Unter den Pedelec-Nutzern kamen mit einer Ausnahme bisher nur Senioren ums Leben. Die Zahl Schwer – und Leichtverletzter hat sich bei Senioren und Erwachsenen seit 2013 vervielfacht.

Radverkehrspolitik ist nicht Aufgabe der Polizei, daher muss die unzureichende Infrastruktur in der Statistik keine Rolle spielen. Sicher sind bessere Radwege aber ein wesentlicher Faktor für mehr Verkehrssicherheit, auch in Hannover. Ferner gilt es anzumerken, dass trotz steigender Unfallzahlen Radverkehr sogar sicherer geworden sein kann, sofern das Radverkehrsaufkommen noch stärker steigt als die Unfallzahlen.

Im vergangenen Jahr gab es laut der aktuellen Verkehrsunfallstatistik von Destatis deutlich weniger Verkehrsunfälle. Die häufigste Ursache für Unfälle mit Personenschaden ist menschliches Fehlverhalten.

NOCH KEINE Kommentare

Wie bereits 2019 ereigneten sich sieben von zehn Unfällen mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften, berichtet das Versicherungsjournal auf seiner Webseite und beruft sich damit auf die Angaben von Destatis. Trotzdem wurden hierbei weniger als 30 Personen getötet. Knapp jeder vierte Personenschadenunfall geschah auf Außerortsstraßen, Autobahnen ausgenommen. Allerdings wurden ganze 58,6 Prozent aller Unfallopfer hier erfasst. Beinahe jeder neunte Getötete kam auf der Autobahn ums Leben, wobei hier nur 5,8 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden geschehen.

Laut Statistik ist jeder vierte Unfall mit Personenschaden auf menschliches Versagen zurückzuführen. Demnach wurden rund 88,5 Prozent der Unfälle, bei denen es Verletzte oder Getötete gab, durch Fehler von Pkw-, Kraftrad-, Lkw-, Fahrrad – oder sonstigen Fahrzeugführern verursacht.

Die häufigsten Fehler gab es mit 15,9 Prozent beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts – oder Ein – beziehungsweise Ausfahren in eine Straße. Dicht dahinter folgen mit 14 Prozent Vorfahrtsverletzungen sowie das Unterschreiten des nötigen Abstands zum Vorausfahrenden (12,3 Prozent). Zu hohe Geschwindigkeiten waren in 11,9 Prozent der Fälle die Ursache für Unfälle mit Personenschaden. Auf dem fünften Platz folgt die falsche Straßenbenutzung wie das Befahren einer Straße in verkehrter Richtung. Rund vier Prozent der Unfälle wurden durch Fahren unter Alkoholeinfluss, Fehlverhalten von Fahrzeugführern gegenüber Fußgängern beziehungsweise Fehler beim Überholen verursacht. Besonders deutliche Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr gab es mit jeweils einem Fünftel in den Kategorien „Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern“ und „Abstandsfehler“.

Nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamts waren einige der personenbezogenen Unfallursachen bei der Rückrechnung auf je 1.000 Beteiligte auch vom Alter der Fahrzeugführer abhängig. Demnach wurden Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und Abstandsfehler eher bei jüngeren Fahrern beobachtet, während bei älteren Fahrern eher Abbiegefehler und Vorfahrtsmissachtung zu Buche standen.

Verkehrsstatistik Unfälle und Senioren – weniger, aber schwerer

Ältere Menschen waren im Jahr 2021 – gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung – seltener in Verkehrsunfälle verstrickt als jüngere. Gleichzeitig sind diese Unfälle aber häufig gravierender.

Laut neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2021 66.812 Menschen ab 65 Jahren an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. Das waren 14,5 Prozent aller Unfallbeteiligten. Der Anteil der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und mehr lag dagegen bei 22,1 Prozent.

Die geringere Unfallbeteiligung dürfte unter anderem daran liegen, dass ältere Menschen nicht mehr regelmäßig zur Arbeit fahren und so seltener als jüngere am Straßenverkehr teilnehmen, wie es hieß. Im hohen Alter gehe dann auch die Nutzung von Auto oder Fahrrad zurück.

Statistisches Unfallrisiko steigt stark ab 75 Jahren

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, betrachtet die Statistik allerdings mit Bedenken. „Zum einen gibt es in der Altersgruppe weniger Führerscheinbesitzer, vor allem bei den Frauen über 75, zum anderen fahren Senioren häufig nicht so viel beziehungsweise nicht so lange Strecken“, sagte er. Bezogen auf die Fahrleistung sei Senioren daher eine ähnliche Unfallhäufigkeit zuzurechnen „wie der Hochrisikogruppe der 18- bis 25-Jährigen“.

Hinzu komme: Die Altersgruppe der 65- bis 75-Jährigen zeige in der Regel noch keine Auffälligkeiten im Vergleich zu jüngeren Autofahrern. „Die Dramatik steigt ab 75 Jahren“, sagte Brockmann zu den Erkenntnissen der Unfallforschung. Das seien allerdings rein statistische Werte: „Es gibt auch 80-Jährige, die super fahren können, und 65-Jährige, die bereits Schwierigkeiten haben.“

Unfälle mit Seniorenbeteiligung häufig schwerwiegender

Die Folgen bei Unfällen mit älteren Menschen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes häufig schwerwiegender. So verunglückten 2021 mehr als 45.000 Menschen im Alter von 65 oder mehr Jahren im Straßenverkehr. 868 von ihnen kamen dabei ums Leben und 11.169 wurden schwer verletzt.

Dabei betrug der Anteil der Seniorinnen und Senioren an allen Verunglückten 13,9 Prozent, bei den Todesopfern war er mit 33,9 Prozent wesentlich höher. Auch wurde fast ein Viertel der verunglückten älteren Menschen schwer verletzt, während bei den unter 65-Jährigen der entsprechende Anteil mit 15,7 Prozent deutlich geringer war.

Hier spiegele sich zum einen die mit zunehmendem Alter nachlassende physische Widerstandskraft wider, hieß es zur Begründung. Zudem nehmen ältere Menschen häufiger als ungeschützte Fußgängerinnen und Fußgänger am Verkehr teil und sind daher einem größeren Risiko für schwerwiegendere Verletzungen ausgesetzt.

Senioren im Auto oft Verursacher von Unfällen

„Senioren im Auto sind eher die Verursacher von Unfällen, als Fußgänger sind sie vielfach diejenigen, die einen Unfall erleiden“, sagt Unfallforscher Brockmann. Das wird auch durch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2021 bestätigt: In 68,2 Prozent der Fälle trugen Senioren hinter dem Steuer bei Unfällen die Hauptschuld. Bei den mindestens 75-Jährigen wurde sogar drei von vier unfallbeteiligten Autofahrerinnen und – fahrern die Hauptschuld am Unfall zugewiesen.

Die Unfallursachen unterscheiden sich dabei von denen in jüngeren Altersgruppen. Häufiger wurde älteren Autofahrerinnen und Autofahrern vorgeworfen, die Vorfahrt missachtet zu haben. Auch Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein – und Anfahren war häufiger als bei Jüngeren. Dagegen wurde älteren Menschen deutlich seltener zur Last gelegt, den Abstand nicht eingehalten zu haben oder mit nicht angepasster Geschwindigkeit gefahren zu sein. Auch Alkohol am Steuer war deutlich seltener ein Thema als bei Jüngeren.

„Mobilität führt auch zu mehr Teilhabe“

Insgesamt spielen auch Einschränkungen beim Sehen und Hören bei Senioren eine größere Rolle bei Unfällen, so Heiner Sothmann, Sprecher der Deutschen Verkehrswacht. Autofahrern in fortgeschrittenem Alter könne der Schulterblick schwerer fallen, die Reaktionsgeschwindigkeit falle bei Senioren häufig langsamer aus. Insofern gelte es auch mit Blick auf den Verkehr, Senioren „fit zu halten“.

Gefragt sei aber auch Fingerspitzengefühl: „Mobilität führt auch zu mehr Teilhabe“, betonte Sothmann. Es gelte dann, Alternativen aufzuzeigen. So könne der Stadtverkehr mit zahlreichen stressigen Situationen schon vermieden werden, wenn etwa ein Park-and-Ride-Parkplatz angesteuert und die weitere Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortgesetzt werde.

Technik soll Senioren beim Fahren helfen

Auch mit Hilfe von Technik könne vieles erleichtert werden, sagte Sothmann. „Ein Notbrems – oder Einparkassistent machen schon ganz viel aus.“ Unfallforscher Brockmann sieht bei allem, was darüber hinausgeht, allerdings eher negative Aspekte für Senioren, etwa bei intelligenten Tempomaten. „Wenn innerhalb von Sekunden vom Assistenten auf eigenes Situationsbewusstsein gewechselt werden muss, ist das für viele Senioren zu schnell.“

Zur Verbesserung des Fahrverhaltens älterer Autofahrer spricht sich Brockmann für Rückmeldefahrten mit einem „Profi“ ab dem 75. Lebensjahr aus. Die Erfahrung aus eigenen Projekten sei positiv – Fehlerquoten seien auch Monate später noch besser. Eine klare Rückmeldung im Vier-Augen-Gespräch werde von den Betroffenen zudem meist besser aufgenommen als die mehr oder weniger klaren Anmerkungen von Kindern oder Enkeln.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete das NDR Fernsehen am 25. Januar 2023 um 19:30 Uhr in der Sendung „Hallo Niedersachsen“.

Seniorinnen und Senioren – Unfallstatistik

Im Jahr 2021 verunglückten laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 45.123 Menschen ab 65 Jahren im Straßenverkehr. 11.169 von ihnen wurden dabei schwerverletzt, 868 starben.

Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil verunglücken Menschen ab 65 Jahren seltener bei Verkehrsunfällen als jüngere. Sie sind jedoch überproportional häufig in schwere Verkehrsunfälle verwickelt. So lag ihr Anteil an allen Verunglückten im Jahr 2021 bei 13,9 Prozent. Bei den Verkehrstoten waren es jedoch 33,9 Prozent. Damit gehörte jeder dritte Verkehrstote zu dieser Altersgruppe.

Besonders gefährdet waren die über 75-Jährigen, denn aufgrund nachlassender körperlicher Widerstandskraft sind die Folgen von Verkehrsunfällen mit zunehmendem Alter gravierender.

    zu Fuß Fehler beim Überschreiten der Fahrbahn, mit dem Rad und Pedelec die falsche Straßenbenutzung, mit dem Auto Fehler beim Abbiegen, Rückwärtsfahren, Ein – und Anfahren sowie Vorfahrtsfehler, mit Motorrädern nicht angepasste Geschwindigkeit und Abstandsfehler.

Sofern im Jahr 2021 über 74-Jährige als Autofahrende an einem Unfall beteiligt waren, trugen sie in drei Viertel (75,9 Prozent) der Fälle die Hauptschuld an dem Unfall, an dem sie beteiligt waren.

Im Jahr 2018 veröffentlichte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Studie zu Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr, die einen Zusammenhang des Lebensstils älterer Autofahrender und ihrer Unfallgefährdung zeigte. So haben laut Studie besonders die älteren Autofahrenden ein erhöhtes Unfallrisiko, die einen sehr aktiven Lebensstil haben und Abwechslung und Spaß suchen.

Internationale Studien weisen zudem darauf hin, dass das Alter allein kein erhöhtes Unfallrisiko bedeutet. Das ändert sich jedoch, wenn krankheitsbedingte Einbußen der Leistungsfähigkeit nicht mehr durch eine entsprechende Anpassung des Verhaltens kompensiert werden können.

Unfallstatistik: Hohes Risiko für junge Fahrer

Alkoholisierte Disco-Fahrten, jugendlicher Übermut und fehlende Erfahrung: Junge Fahrer verunglücken im Straßenverkehr nach Angaben des Statistischen Bundesamts doppelt so oft wie ältere Verkehrsteilnehmer.

Die ADAC Unfallforschung hat aus den Jahren 2005 bis 2020 analysiert: Wie, wo und wodurch ereignen sich die Unfälle junger Fahrer? Ausgewertet wurden alle Unfälle, zu denen ein Hubschrauber der ADAC Luftrettung gerufen wurde.

Oft kein anderer Pkw beteiligt

Bei 29 Prozent der Verkehrsunfälle von ist kein anderes Fahrzeug involviert. Sie sind somit deutlich häufiger an Pkw-Alleinunfällen beteiligt als ältere Fahrer (rund 18 Prozent). Das liegt vor allem daran, dass Fahranfänger aufgrund ihr Können nicht richtig einschätzen Deshalb sind sie auch häufig mit überhöhter und der Situation nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs.

Unfreiwillige Spurwechsel

Oft geraten die jungen Verkehrsteilnehmer ins ab oder – ohne dass weitere Fahrzeuge involviert sind. Fehler beim treten ebenfalls eher bei jüngeren Fahrern auf. Alkohol ist sowohl bei den älteren als auch den jüngeren Fahrern gleichermaßen ein Thema.

Der Autounfälle von 18- bis 24-Jährigen aus der ADAC Unfalldatenbank ereignen sich übrigens (Land-, Bundesstraßen usw.). Dass in der ADAC Datenbank weniger Unfälle innerorts gespeichert sind, liegt daran, dass diese zumeist schwere Verkehrsunfälle beinhaltet, die sich vor allem auf Landstraßen ereignen.

Fahranfängern fehlt Erfahrung

Krachen zwei Fahrzeuge ineinander, liegt das bei mehr als jedem fünften Unfall an einem Die 18- bis 24-jährigen verursachen bei Zusammenstößen mit anderen Pkw am häufigsten Unfälle, weil sie auf die Gegenfahrbahn geraten sind.

Auch hier kommt ins Spiel. Als Folge überschätzen junge Fahrer häufig ihr Fahrkönnen oder passen die Fahrzeuggeschwindigkeit nicht den Umgebungsbedingungen (Kurvenradius, nasse Fahrbahn etc.) an. Zudem werden zehn Prozent der Unfälle bei jungen Fahrern durch Fehler beim Überholen verursacht.

Junge Fahrer haben ältere Autos

Durchschnittlich haben 18- bis 24-Jährige ein, das fast ist, als das anderer Pkw-Fahrer. Im Vergleich zu neueren Modellen fehlt oft die hohe Sicherheitsausstattung. , mit denen die jungen Verkehrsteilnehmer verunfallten, waren, bei allen Pkw-Fahrern sind es lediglich 38 Prozent der Fahrzeuge.

Zudem sind aufgrund des eingeschränkten Budgets die Fahrzeuge der jungen Menschen meist kleiner. Neue Sicherheitsausstattungen werden oft erst in größeren Fahrzeugklassen verbaut.

18- bis 24-Jährige sind im Vergleich zu allen Pkw-Insassen beim Unfall häufiger (5,2 Prozent statt 4 Prozent). Folglich verletzen sich die nicht angeschnallten Insassen schwerer. Denn der Gurt ist eines der effektivsten Sicherheitssysteme im Pkw.

Begleitetes Fahren mit 17 wirkt

, die durch junge Fahrer verursacht wurden. Während im Jahr 2008 noch mehr als jeder dritte Unfall innerhalb der ADAC Unfalldatenbank von einem Fahranfänger verursacht wurde, war es 2019 nur noch jeder Fünfte. Dazu beigetragen haben dürfte auch das Programm „Begleitetes Fahren ab 17“, das 2008 deutschlandweit eingeführt wurde. Weitere Faktoren, die den Abwärtstrend begünstigen, können die neuere Fahrzeugflotte beziehungsweise das veränderte Mobilitätsverhalten junger Menschen sein. Auch das für Fahranfänger und junge Fahrer zeigt Wirkung

Statistiken zum Thema Straßenverkehrsunfälle

Die Anzahl der Verkehrsunfälle stieg in Deutschland bis 2019. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie sank die tägliche Mobilität und dadurch die Anzahl der Unfälle. Auch im Jahr 2021 lag die Anzahl der Straßenverkehrsunfälle unter dem Niveau des Jahres 2019. Obwohl die Gesamtzahl an Unfällen 2021 anstieg, ging die Zahl der Unfälle mit Personenschaden zurück. Die durch die Unfälle entstandenen Kosten beliefen sich im Jahr 2019 auf ca. 33,9 Milliarden Euro.

Etwa 16.400 Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich auf Deutschlands Autobahnen. Im Vergleich der Straßenkategorien ereignen auf Autobahnen in absoluten Zahlen vergleichsweise wenig Unfälle. Im Verhältnis zur Straßenlänge verunglücken und sterben jedoch mehr Personen auf Autobahnen als auf anderen Straßenklassen.

2021 waren rund 325.700 Personen an Unfällen im deutschen Straßenverkehr beteiligt. In diesem Jahr gab es zudem bundesweit rund 2.600 Verkehrstote zu verzeichnen. Das ist die niedrigste Anzahl der in Deutschland bei Verkehrsunfällen getöteten Personen seit 1950. Je eine Million Einwohner gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Ländern mit den wenigsten Verkehrstoten. Die meisten Verkehrstoten, gemessen an der Einwohnerzahl, gab es nach den aktuellsten Zahlen in Rumänien – dort gab es 93 Verkehrstote je eine Million Einwohner. Danach folgten Bulgarien und Lettland.

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Aufgrund unterschiedlicher Aktualisierungsrhythmen können Statistiken einen aktuelleren Datenstand aufweisen.

WIEN. Pkw-Lenkerinnen und – lenker unter 20 Jahren sowie jene ab 75 Jahren haben von 2018 bis 2022 anteilsmäßig am häufigsten Verkehrsunfälle verursacht.

Das geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor, die am Dienstag publiziert wurden. Im Gegensatz dazu seien Autofahrerinnen und – fahrer zwischen 45 und 49 Jahren am seltensten in Unfälle verwickelt. Männer verursachten Unfälle zudem öfter als Frauen, hieß es.

„Die beiden höchsten Anteile an Unfallverursacherinnen und – verursacher wiesen die ältesten Pkw-Lenkerinnen und – lenker auf. 83 Prozent der über 85-jährigen Pkw-Lenkerinnen und – lenker und 77 Prozent der 80- bis 84-Jährigen, die in den vergangenen fünf Jahren an Unfällen beteiligt waren, waren auch die Verursacherinnen und Verursacher“, wurde Generaldirektor Tobias Thomas zitiert. „Den dritthöchsten Wert gab es bei Lenkerinnen und Lenkern unter 20 Jahren mit einem Anteil von 72 Prozent“, hieß es. Nach der jüngsten Alterskohorte in der Statistik sei der Anteil kontinuierlich bis zur Gruppe der 45- bis 49-Jährigen abgesunken, die mit 49 Prozent am seltensten die Unfälle verursacht hatte.

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Unterschiede beim Geschlecht

Deutliche Unterschiede verzeichnete die Statistik Austria auch beim Geschlecht der Lenkerinnen und Lenker. „Insgesamt waren an Unfällen beteiligte männliche Pkw-Lenker im Zeitraum von 2018 bis 2022 zu 59 Prozent auch die Verursacher, verunfallte Frauen hingegen zu 53 Prozent“, hieß in einer Aussendung. Am stärksten zeigte sich der Geschlechterunterschied jedoch in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen: Hier waren 67 Prozent der männlichen Pkw-Lenker und 58 Prozent der weiblichen Pkw-Lenkerinnen hauptverantwortlich für den Unfall, in den sie verwickelt waren.

Thomas zufolge wurden die meisten Alleinunfälle wiederum von der Gruppe der unter 20-Jährigen verursacht. War jemand dieser Altersklasse hauptverantwortlich für einen Unfall mit Personenschaden, so handelte es sich zu 38 Prozent um einen Alleinunfall. „Im Gegensatz dazu wiesen die älteren Gruppen einen geringeren Anteil an den Alleinunfällen auf. Bei den 60- bis 64-Jährigen war der Anteil an Alleinunfällen mit 13,1 Prozent am geringsten.“

    können die Unfälle von 2022 nach den genauen Unfallorten abgefragt werden.

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