Wie viele Kilometer radeln Radprofis pro Tag

Sicherlich gibt es keine intensivere Art, Deutschlands bekannteste und beliebteste Ferienstraße zu erfahren! Bei keiner anderen Art des Reisens wird den Sinnen mehr geboten. Die sich allmählich wandelnde Atmosphäre einer sich langsam verändernden Landschaft bleibt dem Autofahrer verborgen, weil er nur an den Höhepunkten hält. Dafür erschließt sie sich den Radlerinnen und Radlern auf ihrem gemächlichen Weg vom Main zu den Alpen oder von den Alpen zum Main buchstäblich auf jedem der 500 Kilometer. Und das alles auf ruhigen Wegen, auf speziellen Radwegen und auf kaum befahrenen Sträßchen abseits der motorisierten Hektik unserer Zeit.

Gut zu wissen : Fahrer von E-Bikes finden in beinahe allen Orten Ladestationen!

Schwierigkeiteinfach
Länge 498.26 km
Dauer 6300 Minuten
Aufstieg 3471.02 m
Abstieg 2854.73 m
Schwierigkeiteinfach
Länge 498.7 km
Dauer Minuten
Aufstieg 3503.9 m
Abstieg 2888.23 m

GPS-Tracks zum Download

Zur Ergänzung und weiteren Planung Ihrer individuellen Radtour finden Sie die interaktive Karte und die GPS-Daten auf unserer Homepage. Die Daten sind in neun Abschnitte aufgeteilt, die keinesfalls Etappenvorschläge darstellen. Die Richtung der GPS-Dateien ist von Norden nach Süden, also vom Main zu den Alpen. Der Höhenunterschied zwischen Würzburg und Füssen beträgt etwa 600 m, die sich bei einer siebentägigen Radtour auf etwa 85 m pro Tag verteilen, so dass der Höhenunterschied kaum ein Argument die Reiserichtung von Süden nach Norden darstellt. Es gibt einen viel wichtigeren Grund, die Richtung Nord-Süd einzuschlagen: die Hauptwindrichtung auf der gesamten Strecke ist nämlich West oder Nord-West, wer nach Norden fährt, hat also mit großer Wahrscheinlichkeit Gegenwind, nach Süden aber Rückenwind.

Detailinformationen & Etappenvorschläge

Aufgereiht wie eine Perlenkette präsentiert die Romantische Straße den Besuchern aus Nah und Fern eine Kostbarkeit nach der anderen: historische Altstädte, mittelalterliche Stadtmauern mit ihren Wehrtürmen und Toren, barocke Wallfahrtskirchen, romanische Klostermauern und die zu Stein gewordenen Träume des bayerischen Märchenkönigs gehören ebenso dazu wie wildromantische Flusstäler und Fischweiher, bäuerliche, über viele Generationen gewachsene Kulturlandschaft, schattige Wälder, ein urzeitlicher Meteoritenkrater und das ehrfurchtsgebietende Panorama der Ammergauer Alpen. Wer hier in die Pedale tritt, wird mit dem Schönsten belohnt, was Franken, Baden, Württemberg, Schwaben und Oberbayern zu bieten haben. Eindrücke warten genug auf einen Reisenden, der als Radwanderer genügend Zeit und Muße hat, all das Neue und Faszinierende auf sich wirken zu lassen.

Ausschilderung & Streckenverlauf

Die abwechslungsreiche und einzigartige Radtour von Würzburg nach Füssen erfordert nicht die trainierten Waden eines Radprofis, auch wenn einige Steigungen zu bewerkstelligen sind – kein Gebirge muss überquert werden. Im Pfaffenwinkel warten etwas längere, aber mit ganz kurzen Ausnahmen kaum steilere Anstiege, die aber auch von weniger gut trainierten Radlerinnen und Radlern problemlos zu meistern sind. Teilweise führt die Tour entlang romantischer Flusstäler: Tauber, Sulzach, Wörnitz und Lech sind die bekanntesten, in Donauwörth wird die noch junge Donau überquert. In Franken prägen Karpfenteiche und Waldwege die Landschaft, im Allgäu erfreuen zahlreiche große und kleine Seen den Besucher. Und nicht zu vergessen: ein reichhaltiges wie auch kulinarisches Angebot findet man nicht nur in den weltbekannten Städten sondern auch in vielen großen und kleinen Dörfern. GASTFREUNDSCHAFT wird groß geschrieben, schließlich ist die Romantische Straße auch als Deutschlands Festspiel – Genussroute bekannt. Der Radfernweg Romantische Straße ist sorgfältig und durchgehend ausgeschildert, als Rad-Weitwanderweg hat er sich in dieser Streckenführung seit den 80-er Jahren bewährt. Wer sich an die deutliche Beschilderung im Gelände und die sorgfältig recherchierten Beschreibungen unseres Begleitbuches hält, wird kaum Schwierigkeiten bei der Streckenfindung haben und auf der bestmöglichen, radtauglichsten und abwechslungsreichsten Route fahren. Es kommt schon mal vor, dass Schilder beschädigt oder willkürlich entfernt werden, das eine oder andere ist nach kräftigem Frühjahrssprießen vorübergehend zugewachsen, aber auf die große Masse der Schilder kann man sich verlassen. Wenn man beim Betrachten der Karten den einen oder anderen Schlenker der Streckenführung feststellt, ist er nicht auf Willkür zurückzuführen sondern auf den Wunsch, dem Radfahrer auf der Romantischen Straße mit einer spannenden Streckenführung so viele Erinnerungen wie möglich mit ins Gepäck zu geben. Dabei sollte man sich nicht von anderen Radwegbeschilderungen in die Irre – oder an Hauptverkehrsstraßen! – führen lassen! Besonders entlang stark befahrener Bundesstraßen sind in den letzten Jahren zur Entlastung des motorisierten Fernverkehrs neue Radwege entstanden, die für jene Radfahrer gedacht sind, die sie benutzen müssen, weil sie (wie in unserem speziellen Fall) zwischen einzelnen Orten der Romantischen Straße unterwegs sind (oder sein müssen). Für geruhsame Radtouren sind sie keineswegs gedacht. Man sollte es unter allen Umständen vermeiden, sich durch die übergroßen gelben Schilder in die Nähe der Hauptverkehrsadern lenken zu lassen. Leider wurden solche gelben Schilder auch an einigen Stellen des Rad-Weitwanderweges Romantische Straße angebracht, was sie dort für eine Funktion haben sollen, entzieht sich unserer Kenntnis.

: Der Radfernweg Romantische Straße ist auch Bestandteil des Bayernnetzes für Radler und des Radnetzes Deutschland (D9). Weitere Informationen finden Sie unter: Bayernnetz für Radler und Radnetz Deutschland.

Radtourenbuch Romantische Straße

Das bikeline Radtourenbuch Romantische Straße beschreibt den Radfernweg D 9 in beide Richtungen Nord-Süd und Süd-Nord entsprechend der Ausschilderung. Es enthält alle Informationen für eine optimale Planung, sowohl vor als auch während der Tour: und vieles mehr. Um Ihnen die Orientierung unterwegs so leicht wie möglich zu machen, finden Sie darin neben dem in der Karte markierten Tourenverlauf auch eine sehr genaue Wegbeschreibung und exakte Kilometer Angaben. Bestellen Sie das Radtourenbuch (15,90 EURO + Versand) in unserem Online-Shop!

Wie viele Kilometer radeln Radprofis pro Tag

Abstrampeln für eine mögliche Profikarriere: Junior-Vizeweltmeister Niklas Märkl über Radrennen, engagierte Eltern und sein großes Ziel, die Tour de France.

D as Thermometer zeigt 40 Grad, als Niklas Märkl nach knapp drei Stunden als Zweiter der Junior-U-19-Straßenrad-WM 2016 das Ziel erreicht. Bei 136 gefahrenen Kilometern ist das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 45 Stundenkilometern. Der Halbinselstaat Qatar, der wie ein Zipfel mitten in den Persischen Golf ragt, war zum ersten Mal Austragungsort der Straßenrad-WM. Die Rennstrecke führte die 185 Athleten durch die Hauptstadt Doha und wüstengeprägte Landschaften. Tausende Fans jubelten hinter weißen Barrieren. Niklas Märkl und sein Team, bestehend aus Nationaltrainer, Physiotherapeut, Mechaniker und vier weiteren Radsportlern, waren eine Woche vor dem Startschuss im Ritz-Carlton-Hotel in Doha ankommen.

Wenn der erst 17-Jährige aus Queidersbach in der Westpfalz von seinem bisher bedeutendsten Erfolg im Oktober 2016 erzählt, merkt man, dass er eine gewisse Reife entwickelt hat. „Während des Wettkampfs denke ich nur an das Ziel. Das ist es, was mich antreibt“, sagt Märkl, der als die große deutsche Nachwuchshoffnung im Straßenradsport gilt. Er hat dunkelbraunes Haar, das sein markantes Gesicht schmal wirken lässt, und blaue, tiefliegende Augen.

Seit er sechs ist, trainiert er eisern

Seit er sechs Jahre alt ist, trainiert er fünf – bis sechsmal in der Woche für sein großes Ziel: die Tour de France. Der große, schlaksige Radsportler besucht zurzeit das Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, das talentierte Leistungssportlerinnen und Leistungssportler fördert. Den Spagat zwischen Schule und Sport bekommt Niklas einigermaßen gut hin. Viele Lehrer nehmen darauf Rücksicht, dass er nach Schulschluss noch stundenlang trainieren muss. Manche von ihnen waren früher selbst erfolgreiche Sportler und können sich daher gut in seine Lage versetzen. „Ohne die Unterstützung der Lehrer wären Schule und Sport kaum unter einen Hut zu bringen.“ Er weiß, dass Talent allein nicht reicht. Wer nicht bereit ist, die nötige Fleißarbeit zu leisten, wird auf die Dauer nicht erfolgreich sein. Besonders im Winter, wenn der eiskalte Fahrtwind ins Gesicht peitscht, muss man die Zähne zusammenbeißen. Innerhalb eines Jahres legt er in seinen Trainingseinheiten etwa 16 000 Kilometer zurück – das ist in etwa der Luftlinienweg von Berlin nach Sydney.

Funktionieren wie eine gut geölte Maschine

Trainer und Unterstützt wird er von seinen Eltern, die auch in Doha am Straßenrand mitjubelten. „Meine Eltern sind eine große Stütze, vor allem emotional.“ Als Radsportler muss man nämlich wie eine gut geölte Maschine funktionieren. Das gilt vor allem vor und während des Wettkampfs. „Für mich ist es einfacher, Rennen zu fahren, wenn ich weiß, dass meine Eltern mir den Rücken freihalten.“ Auch sonst kümmern sich seine Eltern um das Drumherum: Sie fahren ihren Sohn zu den Wettkämpfen und sorgen sich um das Equipment. Sein Vater, der eine Kfz-Werkstatt besitzt, war früher selbst begeisterter Radsportler und ist heute Radsporttrainer am Heinrich-Heine-Gymnasium. Kann man vom Radsport leben? Der frischgebackene Junior-Vizeweltmeister schmunzelt: „Man kann sich zwar seinen Lebensunterhalt verdienen, auch gut verdienen, aber man kommt in der Regel nicht an die Gagen gutbezahlter Bundesliga-Profis heran. Mehrere Wohnungen oder einen Ferrari sein Eigen nennen zu können ist ziemlich schwer zu erreichen. Aber wenn das so weiterläuft wie bisher, dann könnte es vielleicht doch klappen.“

Das kostet im Jahr rund 25 000 Euro

Allerdings muss eine Menge Geld und Zeit investiert werden. Vor allem die Aero-Ausrüstung, die den Luftwiderstand minimiert, ist teuer. Allein das Zeitfahrrad, das Niklas für die Disziplin Einzelzeitfahren benötigt, kostet 10 000 Euro, das „normale“ Rennrad für die langen Strecken 8000 Euro. Hinzu kommen Sprit – und Versorgungskosten bei Wettkämpfen. Innerhalb eines Jahres belaufen sich seine Ausgaben auf etwa 25 000 Euro. „Vieles bekomme ich von meinen Sponsoren bezahlt, wie zum Beispiel die Ausrüstung. Den Rest finanzieren meine Eltern. Ein kleines Taschengeld verdiene ich auch. Wenn ich ein gutes Wochenende habe, gehe ich mit 150 bis 200 Euro Prämiengeld heim.“

Geld ist aber nicht der Grund, warum er täglich viele Stunden auf dem Rad verbringt. Wenn er den Startschuss hört, ist es so, als ob sich ein Hebel umlegt: Der Puls wird schneller, der Atem flacher und die Anspannung löst sich. Das ist echtes Radler-Herzblut, was dann durch die Adern pulsiert. Auch bei der Siegerehrung in Doha, als er zwischen dem Sieger aus Dänemark und dem Drittplazierten aus der Schweiz stand, sah man ihm diese Leidenschaft für den Sport an. Die Siegerehrung nahm die 71 Jahre alte Radfahrlegende Eddi Merckx vor. „Das war ein sehr besonderer Augenblick für mich“, strahlt Niklas.

Sogar auf der Toilette nicht aus den Augen gelassen

Unmittelbar nach der Einfahrt ins Ziel wurde er von einem sogenannten Chaperon, einem Helfer des Anti-Doping-Kommissars, in Empfang genommen und zur Doping-Kontrolle begleitet. Er und die anderen zwei Sieger mussten Urin – und Blutproben abgeben. „Ich werde sogar auf der Toilette nicht aus den Augen gelassen. Die Kontrollen sind sehr streng und gründlich. Für viele wäre das ein großer Eingriff in die Privatsphäre. Aber es gehört nun einmal dazu, man gewöhnt sich dran.“ Die vielen Kontrollen sind nicht ungerechtfertigt. Der Radsport sticht mit besonders vielen Doping-Fällen hervor. „Doping ist ein absolutes No-Go. Für mich ist es wichtig, den Fairness-Gedanken des Sports aufrechtzuerhalten.“ Im Sommer will er sein Fachabitur machen. „Danach will ich ins Development-Team und dann Profi werden“, sagt er mit zuversichtlicher Stimme.

500 Kilometer pro Tag mit dem Fahrrad

Manfred Büttner aus Postbauer-Heng und Gerhard Liebel aus Leinburg starteten am Donnerstag zum „Race around Germany“ auf dem Chamer Marktplatz.

Manfred Büttner und Gerhard Liebel (am Fahrrad) werden in einer Woche ganz Deutschland umrunden. Foto: cci

Zwei Starter des RadrennensRace around Germanyhaben Cham als Start – und Zielort gewählt. Gerhard Liebel und Manfred Büttner starteten am Donnerstag um kurz nach acht Uhr vom Chamer Marktplatz. Sie werden innerhalb einer Woche eine Strecke von insgesamt 3400 Kilometern mit 16500 Höhenmetern zurücklegen.

Büttner ist 45 Jahre und kommt aus dem Ort Postbauer-Heng. Bei seiner regulären Arbeit geht er dem Kanalbau nach. Seit zwei Jahren hat er Überstunden gesammelt, damit er für diese große Tour genügend Zeit zum Üben hat. „Im Jahre fahre ich an die 15 000 Kilometer“, erklärt der Radprofi.

An den Grenzen entlang, an die 3400 Kilometer, wird auch Gerhard Liebel aus Leinburg in der Nähe von Nürnberg fahren. Er ist von Beruf Programmierer und Fräser und fährt seit 2009 in dieser Intensität Rad. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in diesen acht Tagen wird an die 25 Stundenkilometer betragen.

Dieter Göpfert von der gleichnamigen Agentur in Wiesentheid ist selber schon einige Male große Touren gefahren. „Es ist einfach ein wunderbares Erlebnis in die Nacht hinein zu radeln, die Vögel plötzlich nicht mehr singen zu hören, die Autos auf den Straßen werden weniger und man konzentriert sich nur noch auf sich selber. Dann kommt langsam der Tag wieder und die Sonne sieht man aufgehen, die ersten Bäckerfahrer sind auf der Straße und man erlebt mit, wie das Leben wieder erwacht.“ Geschlafen wird an diesen Tagen nur sehr wenig. Schließlich müssen die Radfahrer an die 500 Kilometer pro Tag zurücklegen.

„Wir fahren solange, bis die Augen uns sagen: Steig ab und schlaf ein bisschen“, erzählt Liebel lachend. Göpfert erklärt, dass es keine gemütliche Kaffeefahrt ist. Die Fahrer erhielten durch die Eintönigkeit des Fahrens eine innere Stärke. Jeder der beiden Radler hat seine eigene Crew dabei. Da gehört die Ehefrau ebenso dazu, wie auch eine Physiotherapeutin. Elke, die Ehefrau von Gerhard Liebel, erzählt, dass sie selber auch an die 3500 Kilometer im Jahr auf dem Rad zurücklegt. „Was bleibt einem denn übrig, wenn man so einen Verrückten geheiratet hat. Entweder man macht mit, oder ist sehr viel alleine.“

Mit dem Glockengeläut von St. Jakob und den guten Wünschen der Crew starteten die beiden Extremradler vom Chamer Marktplatz aus über Passau und Salzburg zum Bodensee. Im Uhrzeigersinn werden sie Deutschland umradeln und dann schließlich am nächsten Donnerstag wieder in Cham ankommen.

Mit einem „Ich bin dann mal weg“ verabschiedeten sich beide Radler und es ging zur Fleischtorbrücke.

Zehn verblüf­fende Fakten über das Fahr­rad­fahren

Gesund, umweltfreundlich und praktisch – das Fahrrad ist im Alltag auf kurzen Strecken der ideale Begleiter. Für viele war es bisher allerdings nur ein einfaches Transportmittel. Dabei gibt es so viele verblüffende Dinge über das Fahrradfahren, die man unbedingt wissen sollte.

Als Kind war das Fahrrad der erste Schritt in die Unabhängigkeit. Man fuhr überall hin – zu Freunden, zur Schule – meist ohne die Eltern. Dann kam der Führerschein und das Radfahren wurde eher uninteressant. Mit wachsendem Umweltbewusstsein ändert sich das allerdings. Das Fahrrad läuft dem Auto langsam, aber sicher den Rang als beliebtestes Transportmittel ab. Zumindest wenn man allein unterwegs ist. Vor allem E-Bikes spielen in den Großstädten eine immer wichtigere Rolle. Nicht nur Pendlerinnen und Pendler nutzen sie für den Weg zur Arbeit, auch Freizeitradler kommen auf den Geschmack und verwenden Pedelecs und Co. beispielsweise für ausgedehnte Radtouren ins Umland. So steigt die Zahl der Elektrofahrräder immer weiter. Aber auch das klassische Rad ohne elektronische Unterstützung hat noch lange nicht ausgedient. Wer noch nicht vom Fahrradfahren überzeugt ist, den stimmen diese überraschenden Zahlen vielleicht um:

Die schnellste erreichte Geschwindigkeit auf dem Rad liegt bei 296 km/h
2018 stellte die Amerikanerin Denise Mueller-Korenek mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 296 km/h einen Weltrekord auf. Zum Vergleich: Ein ICE schafft es durchschnittlich auf 150 km/h, ein Propellerflugzeug auf 200 km/h. Um auf diese Geschwindigkeit zu kommen, wurde sie zunächst mit einem Dragster – einem Fahrzeug, das spezielle für Beschleunigungsrennen konstruiert wurde – gezogen. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h koppelte sich das Fahrzeug ab und die Radsportlerin kam in seinem Windschatten durch eigene Muskelkraft auf das Rekordtempo. Herzinfarktrisiko sinkt um 50 Prozent
Regelmäßige Bewegung beugt Krankheiten vor. Laut einer WHO-Studie senken Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer beispielsweise das Risiko eines Herzinfarktes um bis zu 50 Prozent. Dazu reicht schon eine tägliche Strecke von 4,5 Kilometern. Im Vergleich zum Auto rentiert sich Fahrradfahren mit 30 Cent pro Kilometer
Während ein Auto Kosten von rund 40 Cent pro gefahrenem Kilometer verursacht, machen Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer auf derselben Strecke ein Plus von 30 Cent. Die Berechnung der schwedischen Linnaeus Universität berücksichtigt sowohl die entstehenden Kosten für die notwendige Infrastruktur, Betriebskosten, Unfälle, Ressourcennutzung, Klimawandel und also auch den Gesundheitseffekt. Fahrradfahren auf Kurzstrecken spart 340 Kilogramm CO2
Pendlerinnen und Pendler, die täglich einen Arbeitsweg von fünf Kilometern mit dem Rad zurücklegen, können bei einem Benzinverbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometern ganze 340 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen. Bei einem Dieselfahrzeug kommen sie sogar auf 385 Kilogramm. Das sind 4,3 beziehungsweise 4,87 Prozent der jährlichen Pro-Kopf-Emissionen. Das Klima freut sich! Das längste Fahrrad der Welt ist 41,42 Meter lang
An der University of South Australia wurde 2016 das längste Fahrrad der Welt gebaut. Es handelt sich um ein Tandem, das Platz für über 30 Personen bietet. Kurz zuvor hatte ein niederländisches Team einen Weltrekord mit einer Fahrradlänge von 35,79 Metern aufgestellt und sich einen Platz im Guinnessbuch der Rekorde gesichert. Fahrradfahren verlängert die Lebenszeit um 3,7 Jahre
Die „Copenhagen City Heart“ Studie untersuchte über 25 Jahre den Einfluss von verschiedenen Sportarten auf die Lebenserwartung. Das Ergebnis: Regelmäßiges Fahrradfahren wirkt sich positiv auf die Lebensspanne aus und kann sie durchschnittlich um 3,7 Jahre verlängern. Fahrradfahren lässt das Gehirn wachsen
Mehrere Studien zeigen, dass Fahrradfahren das Wachstum des Hippocampus fördert. Dabei handelt es sich um den Teil des Gehirns, der als Schnittstelle zwischen Langzeit – und Kurzzeitgedächtnis fungiert. Hier werden außerdem neue Nervenzellen gebildet. Die Forschenden fanden zudem heraus, dass Fahrradfahren das räumliche Vorstellungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit steigert. Radfahren erzielt bessere Abnehmresultate als ein intensives Fitnessprogramm
Ein Team der Universität Kopenhagen untersuchte die Wirkung von Fahrradfahren auf das Abnehmen. Die Kontrollgruppe, die täglich in gemütlichem Tempo 14 Kilometer am Tag Rad fuhr, nahm innerhalb von sechs Monaten durchschnittlich 4,5 Kilogramm Fettmasse ab. Teilnehmende eines intensiven täglichen Fitnessprogramms nur 4,2 Kilogramm. Fahrrad-Weltrekord: 1.026,215 Kilometer in 24 Stunden
Der österreichische Radprofi Christoph Strasser stellte 2021 einen neuen Weltrekord auf. Innerhalb von 24 Stunden legte er mit dem Fahrrad eine Strecke von 1.026,215 Kilometern zurück. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug dabei 42,75 Kilometer pro Stunde. Zum Vergleich: Die Strecke zwischen Wien und Brüssel beträgt knapp 1.104 Kilometer. In den Niederlanden gibt es mehr Fahrräder als Einwohnerinnen und Einwohner
Mit 23 Millionen Fahrrädern, aber nur 17 Millionen Einwohnern sind die Niederlande Spitzenreiter, was den Besitz von Fahrrädern angeht. Aber auch die Zahlen aus Deutschland sind beeindruckend. Hier wurden 2020 insgesamt 79,1 Millionen Räder gezählt. Bei 83,16 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gab es also nur geringfügig weniger Fahrräder als Menschen in der Bundesrepublik. Insgesamt gibt es auf der Welt mehr als 130 Millionen Fahrräder.

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Kein Rückflug mehr – Student radelt nach Hause

Ein junger Student wollte inmitten der Corona-Krise von Schottland nach Griechenland, um seine Eltern zu besuchen. Weil es keine Flüge gab, setzte er sich aufs Rad.

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Einmal jährlich misst sich in Europa die Spitze der Langstreckenradfahrer. Das sogenannte Transcontinental Race TCR führte im vergangenen Jahr von Bourgas in Bulgarien ins französische Brest. Etwa elf Tage brauchte die deutsche Gesamtgewinnerin Fiona Kolbinger für die rund 4000 Kilometer lange Strecke, auf der sich die Teilnehmer selbst versorgen müssen.

Eine ähnliche Reise quer durch Europa unternahm in diesem Jahr der 20-jährige Kleon Papadimitriou. Im Gegensatz zu Kolbinger ist der griechische Student aber weder Radprofi noch Teilnehmer eines Rennens. Der junge Mann verbrachte 48 Tage auf dem Fahrrad, weil inmitten der Corona-Krise der europäische Flugverkehr stoppte.

Drei Flüge gebucht, drei Flüge abgesagt

Papadimitriou wollte Ende März von Aberdeen nach Athen fliegen. Während sich die Covid-19-Pandemie auch in Europa ausbreitete, hoffte der Student, noch einmal seine Familie in der Heimat besuchen zu können. Doch der Ausbruch der Krankheit kam ihm zuvor.

Insgesamt drei Flüge buchte Papadimitriou. Alle wurden abgesagt. Dies so hinnehmen wollte der junge Mann nicht. «Am ersten April wusste ich, dass ich mindestens den nächsten Monat in Aberdeen in Quarantäne verbringen würde», sagt der Student.

Eltern rechneten mit flüchtiger Idee

Der 20-jährige traf eine pragmatische Entscheidung. Weil ihm eine Flugreise verwehrt blieb, die etwa einen halben Tag gedauert hätte, kaufte er sich ein Rennrad und Camping-Ausrüstung. Für die 4000 Kilometer lange Autostrecke berechnen Routenplaner ungefähr 40 Stunden Fahrtzeit – wie viele Studenten mit knappem Budget hatte er aber kein eigenes Auto.

Als der Student seinen Eltern von seiner geplanten Radtour durch ganz Europa erzählte, sagten diese zu. Was der Sohn nicht wusste: Mutter und Vater taten dies nur, weil sie das Vorhaben nur für eine Schnapsidee hielten. Doch Mitte Mai radelte Papadimitriou tatsächlich los.

Schlafen unter dem Himmelszelt

Um seine Eltern zu beruhigen, richtete er ein Trackingsystem ein. Damit war es seiner Familie zu jeder Zeit möglich, seinen Standort zu verfolgen. Zwischen 55 und 120 Kilometer legte Papadimitriou pro Tag zurück. Unter Rennradfahrern gelten solche Distanzen als fortgeschritten.

Papadimitrious‘ Route führte durch England zuerst in die Niederlande. Durch Deutschland am Rhein entlang ging es nach Österreich und dann Italien. Seine Nachtlager schlug der Student oftmals auf Feldern und in Wäldern auf. Unterwegs musste er oft seine Komfortzone verlassen – etwa wenn er Fremde um eine Duschgelegenheit bitten musste.

«Sich selber überraschen»

Unterstützung erhielt der Grieche zunehmend von Freunden und aus der Familie. Nachdem sich das Wort über die Odyssee herumgesprochen hat, verfolgten immer mehr Menschen Papadimitrious‘ Reise und schickten Nachrichten zur Motivation. Nachdem der Student mit einer Fähre von Italien nach Griechenland übersetzte, galt es im Heimatland noch etwa 200 Kilometer zurückzulegen.

Für Papadimitriou ein Klacks. Bei der Ankunft Ende Juni, nach 48 Tagen, hatte er eine gesamte Fahrtstrecke von rund 3500 Kilometer hinter sich. Den abgesagten Flügen trauert der junge Mann im Nachhinein nicht nach: «Du wirst Dinge über dich selbst lernen und dich selbst überraschen», resümiert Papadimitriou.

Projekt 100 Kilometer : Mit guter Vorbereitung kein Höllenritt

Vor ihrer 100-Kilometer-Challenge hatte Leserin und Fahrrad-Einsteigerin Conny durchaus Respekt. Mit der richtigen Vorbereitung bekam sie aber nach uns nach ein besseres Gefühl.

Vor einer langen Radtour ist die richtige Vorbereitung entscheidend. MYBIKE präsentiert Insidertipps zum richtigen Training für die 100-Kilometer-Challenge.

Hundert Kilometer, das klingt bedrohlich. Dreistellige Entfernungen sind für manche schon mit dem Auto eine unschöne Erfahrung. Für die überwiegend flache Strecke der “Projekt 100 Kilometer-Challenge” von Bad Tölz nach Innsbruck rechnen wir mit einer Fahrzeit von fünf Stunden – unsere Protagonistin Conny wurde erst beim Bikefitting bewusst, was das heißt. Bisher hatte sie nur positive Erfahrungen mit ihrem E-Cube gemacht. Aber so lange in einer Position verharren? Ein bisschen geht ihr wohl doch die Düse. Das Rad war seit dem Fitting-Termin bereit für die Challenge, nur an seiner Pilotin musste noch etwas gefeilt werden, physisch und mental. Letzteres ist besonders wichtig bei Menschen ohne Wettkampferfahrung.

Ausdauersport, und dazu zählt eine fünfstündige Fahrt selbst mit einem E-Bike, ist in großen Teilen Kopfsache. Auf moralische Tiefs sollte man gefasst sein, genauso wie man Körper und Ausrüstung optimal vorbereiten sollte, damit besagte Tiefs erst spät auftreten oder gar nicht!

Der Trainingsplan zum Projekt 100 Kilometer

Um Conny nicht vor dem Event die Lust zu nehmen, sollte sie eben nicht „Kilometer fressen“. Plan war eher, ihre Zeit möglichst gut zu nutzen. In der Woche sollte sie zwei Mal kurze Strecken fahren, dazu eine längere Strecke am Wochenende, von der Distanz her ansteigend bis etwa zwei Dritteln der „Wettkampflänge“.

Wenn man das durchzieht, sind hinterher die 100 kein Hexenwerk. Für spürbaren Muskelaufbau oder Sprünge in Sachen Ausdauerleistung war der Vorlauf eh zu kurz, also ging es eher drum, sich an die Haltung und kontinuierliche Bewegung zu gewöhnen, außerdem werden die Tritte immer „runder“ und somit effizienter.

Dehnen und Kräftigen: eine stabile Rumpf – und Bein-Muskulatur ist Grundlage für lange Radtouren

Mehr Sinn hatten kleine Übungen für zu Hause zur Erhöhung der Muskelspannung, zur Haltungsverbesserung und Mobilisation des Körpers. Gezielte Stretchings machen vor allem das Becken beweglicher, was folglich die Wirbelsäule freier macht und den stützenden Muskeln weniger Arbeit abverlangt. Nach 25 Jahren im Sattel kennt man die neuralgischen Punkte auf langen Trips. Weil uns aber am Herzen liegt, dass Conny sich nicht über 100 Kilometer quält, sondern Spaß bis ins Ziel hat, gehörten auch kleine vorbereitenden Lektionen hauptsächlich zur Vermeidung von Störfällen während der Fahrt dazu.

Pomuskeln aufdehnen

Rückenlage auf Teppich oder Matte, rechte Hand greift rechtes Knie, zieht es etwa über die Körpermitte und zur Brust hin, sodass es senkrecht über dem Ende des Brustbeins steht. Linke Hand greift Knöchel, und während das Knie an der gleichen Position bleibt, zieht man das Sprunggelenk Richtung linker Achselhöhle. Dehnschmerz im äußeren Pomuskel 15 Sekunden halten, danach langsam lösen, drei Mal pro Seite wiede rholen.

Beinbeuger dehnen

Barfuß auf festen Boden stellen, die Zehen werden auf einem Buch oder Brettchen hoch gelagert, handbreiter Abstand zwischen den Knöcheln, Oberkörper inkl. Arme nach vorne sinken und einfach hängen lassen, dabei weiteratmen. Nach 10 Sekunden Beine umfassen und richtig in den Rundrücken gehen, Gesicht in Richtung der Knie ziehen, noch mal 10 Sekunden halten, 3 mal wiederholen, dazwischen langsam aufrichten.

Aktivierung Beinstrecker

Genauso wichtig wie das Dehnen der Muskulatur ist die Kräftigung der entscheidenden Muskelgruppen. Zur Stärkung des Beinstreckers freie Wand oder Türrahmen suchen, sich mit Schuhen ca. 30 Zentimeter davorstellen, Füße schulterbreit. Mit dem Po gegen die Wand lehnen, und zwar so, dass sowohl im Knie als auch in der Hüfte Winkel von 90° entstehen. Der gerade Oberkörper ist so nach vorne gekippt, dass er weder an der Wand noch auf den Oberschenkeln aufliegt, Arme schräg nach unten weggespreizt! In dieser Position verharren, dabei abwechselnd einen Fuß auf den Fußballen stellen und wieder die Hacke nach unten bringen, etwa 40 Wechsel pro Minute. So lange halten, wie es überhaupt nur geht, kurz aufstehen, paar Minuten Pause machen und Beine ausschütteln, das ganze drei Mal wiederholen.

Kräftigung der Rumpfstrecker

Sich bäuchlings auf eine nicht zu weiche Unterlage legen, in den Händen ein kleines Gewicht, z. B. eine Dose Cola. Arme nach vorne strecken und eine Handbreit anheben, in einer langsamen, bogenförmigen Bewegung weiter anheben und gleichzeitig nach hinten führen, als würde man die Hände über je ein Pack Mehl heben, bis Arme und Körper ein Y bilden. Nicht absetzen, wieder langsam anheben und im Bogen rechtwinklig zur Seite bringen, danach wieder hoch und langsam über das „Hindernis“ nach schräg unten… und wieder schrittweise hoch; wie ein Flügelschlag sieht das aus. So lange wiederholen, bis Rücken oder Schulter nicht mehr können, drei Durchgänge pro Tag.

Training der Stützmuskulatur

Hier sind Partnerübungen super, geht aber auch gegen eine Wand: Je nach Fitness aus dem Liegestütz oder dem Kniestütz (gleiche Stellung nur mit Knien am Boden) einen Ball dem Partner zurollen, Rolltempo und – winkel sowie Frequenz langsam steigern; es geht eher darum, das „im Stütz“ kurzweiliger zu machen als das eigentliche Spiel.

Sportpsychologie – Wettkampfsportler machen das intuitiv: den „Notfallplan“ für den Kopf. Wenn Körperteile anfangen zu schmerzen oder doch die Kohlehydrate verbraucht sind, gibt es Bewältigungsstrategien gegen emotionale Tiefs; die muss aber jeder individuell entwickeln. Schmerzen oder großer Hunger sind erst mal nur Meldungen des Körpers ans Gehirn, dass was nicht stimmt. Da Sportler wissen, es ist nichts bedrohliches, schaffen sie es, diese Signale lange Zeit zu ignorieren. Andere visualisieren schon den Moment, in dem sie die Aufgabe geschafft haben, teils sogar den konkreten Zieleinlauf. Andere Möglichkeit: schönrechnen. Von 100 Kilometern gehen die letzten zehn ja wie im Flug vorbei, die ersten 35 sind auch ganz einfach, die 25 nach der ersten Pause auch. Nun sind noch 30 Kilometer zu überbrücken; das klingt sehr viel freundlicher als 100.

Blickrichtung aneignen

Neulinge möchten oft möglichst gerade auf den Fahrweg schauen, kippen den Kopf dafür deutlich in den Nacken. Bitte drauf achten, dass die Halswirbelsäule in Verlängerung von Brust – und Lendenwirbelsäule bleibt, heißt: Der Kopf ist je nach Oberkörpervorlage auch nach vorne geneigt, sitzt sozusagen gerade auf dem Rumpf. Die Blickrichtung wird eher durch die Augenposition bestimmt, der „Standardblick“ trifft etwa 15 Meter vor dem Rad auf den Boden.

Bekleidung anpassen

Eine sinnvolle Touren-Garderobe sucht den Mittelweg zwischen Büroklamotten und hautenger Radprofi-Pelle. Die Radlerhose samt Einsatz ist die ideale Lösung – nicht nur wegen der Polsterung, sondern hauptsächlich weil der so geformt ist, dass auf dem Sattel keine Falten entstehen; außerdem wurden die Nähte von möglichen Reibstellen wegverlegt.

Für Radfahrerinnen, die lieber in lockeren Shorts fahren, ist eine gepolsterte Rad-Unterhose, wie hier die SQ-Short ONE10 Women XS von SQlab, die perfekte Ergänzung. Sie soll im Optimalfall straff sitzen, keine Falten werfen und keine scheuernden Nähte haben.

Wichtig: Darunter trägt man keine Unterwäsche! Und eher dünn an den Beinen und dicker obenrum. für Frauen eher trägerlose Radhosen, denn diese erleichtern den Toilettengang.

Richtige Gangwahl

Im Zusammenspiel aus Gang und Unterstützungsstufe sollte sich eine Tretfrequenz zwischen 70 und 90 ergeben. Test: Dazu braucht man eine Uhr und eine gerade, ebene Strecke von mindestens 500 Metern. Zählen, wie viele Tritte mit dem rechten Bein man in einer Minute macht, fliegender Start. Das Ziel sollten 80 sein, mehr wären besser. Sich den Rhythmus dabei merken und versuchen, ihn auch bergan durch kleinere Gänge und mehr Motorleistung zu halten.

Schläge vermeiden

Härtere Schläge auf der Fahrbahn sollte man über die stets leicht angewinkelten Arme und die Beine abfangen, dazu muss man vor dem Hindernis nicht aus dem Sattel gehen, aber zumindest den Druck auf beide Pedale so erhöhen, dass deutlich weniger Körpergewicht auf dem Sattel ruht. Ein Schlagloch belastet mehr als 10 Kilometer Strecke!

Ampel-Dehnen

Bei jedem kurzen Stopp automatisch die Handflächen ineinander legen und kurz die Finger flächig und nicht nur an den Kuppen zum Handrücken hin überdehnen, den Daumen nicht vergessen. Danach kurz in den Rundrücken gehen und den Kopf vorsichtig auf die Brust ziehen – und weiter geht’s!

Richtige Ernährung

Bei kalkulierten fünf Stunden Fahrt muss man definitiv vorher Energie tanken und während der Fahrt nachlegen. Damit es da nicht zu Problemen mit der Verdauung kommt, sollte man vorher ausprobieren, was man während körperlicher Arbeit gut verträgt. Wir schlagen ein Reisgericht am Abend vor der Fahrt vor, Reis liefert viel Energie und ist für die meisten leichter verdaulich als Nudeln.

Mal eben zur Konferenz nach Lyon radeln

Vier Tage braucht Beat Siebenhaar für die etwas mehr als 1000 Kilometer von Leipzig nach Lyon. Mit dem Fahrrad wohlgemerkt. Reichlich 250 Kilometer pro Tag legt der Dekan der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig auf dem Rennrad zurück, um zu seiner Konferenz in Frankreich zu kommen. Eine Dienstreise der ganz anderen Art. Im Sattel, so sagt der Schweizer, fühle er sich pudelwohl.

Eine detaillierte Streckenplanung gibt es bei Prof. Dr. Beat Siebenhaar nicht, auch wenn der Weg natürlich über das Navi vorgezeichnet ist. „Ich fahre einfach und schaue, wo ich unterkomme. Für den Notfall habe ich eine Matte und einen Schlafsack dabei“, berichtet er. Seine Leidenschaft für lange Fahrradstrecken beschert Siebenhaar regelmäßig Spitzenplätze in der Teamwertung der Universität Leipzig beim Stadtradeln, das in diesem Jahr am 30. September zu Ende geht. Mit weit über 2000 Kilometern ist er auch in diesem Jahr – wie schon so oft zuvor – an der Spitze der Uni-Teamwertung.

Prorektor Prof. Dr. Erich Schröger sagte mal über seinen Kollegen: „Dekan Siebenhaar hat offensichtlich viele Talente, die er nicht nur in Forschung und Lehre zeigt. Aus ihm hätte auch ein ordentlicher Profi-Radfahrer werden können.“ Warum ist er das eigentlich nicht geworden? „Ich fahre schon seit meinem zehnten Lebensjahr viel Rad – zur Schule oder zum Einkaufen. Aber durch meine vier Kinder und ein Pflegekind fehlte mir dann später die Zeit für längere Strecken. Die fahre ich erst wieder seit vier bis fünf Jahren“, erzählt der Dekan, als er gerade in Lyon vom Sattel gestiegen ist. Zu spät also für eine Karriere als Radprofi.

Zeit für dienstliche Gedanken

Apropos vom Sattel steigen: Was tut Beat Siebenhaar alles weh nach einer solchen Mammut-Strecke auf dem Rad? Die Waden, so sagt er, seien nicht das Problem, eher das Gesäß, das so viele Stunden auf dem Rennradsattel ausharren muss. „Aber man gewöhnt sich daran, wenn man jede Woche gut 100 Kilometer fährt“, stellt Siebenhaar klar. Die Zeit auf dem Rad nutzt der Sprachwissenschaftler, der als Dekan und Professor für Variationslinguistik am Institut für Germanistik lehrt und forscht, oft für dienstliche Gedanken. „Ich überlege mir, wie ich Projekte angehe, denke über Vorträge nach, die ich halten muss. Das Gedankensurfen ist ganz toll beim Radfahren“, berichtet er.

Trotz seiner erstaunlichen sportlichen Erfolge hat sich Siebenhaar nach eigener Einschätzung nie als besonders sportlich empfunden. Dass er auch in diesem Jahr beim Stadtradeln im Team der Universität wieder ganz oben radelt, sei „ein schöner Nebeneffekt“. Zum Endspurt hin konnte er sein Kilometerkonto noch einmal mächtig aufbessern, denn eigentlich wollte er „nur“ zu einer Konferenz von Leipzig nach Straßburg radeln. Dann sei eine weitere in Lyon dazu gekommen. Also ging es spontan auf zur nächsten Station. Er habe schon mehrere Dienstreisen mit dem Fahrrad zurückgelegt, unter anderem nach Antwerpen, Marburg und Kiel, sagt der Dekan, der auch unterwegs per Handy und Mail für seine Kolleg:innen der Universität erreichbar ist.

Treffen zum gemeinsamen Langeradeln

Natürlich ist Professor Siebenhaar auch ansonsten sehr oft und lange mit dem Fahrrad unterwegs. Er fährt an einem Tag des Wochenendes gern mal um die 200 Kilometer und selbstverständlich auch bei Wind und Wetter zur Arbeit. Was er über die Fahrradstadt Leipzig denkt? „Die Schlaglöcher auf den Radwegen müssten repariert werden. Viele Strecken sind – auch dadurch – nicht besonders sicher. Die Autolobby ist eben sehr stark“, betont er.

Das Auto, das Siebenhaar trotz allem hat, wird nur für längere Strecken mit der Familie aus der Garage geholt. Er kennt auch andere Vielradler der Universität. Manchmal trifft man sich zum gemeinsamen Langeradeln. „Es ist eben eine schöne Herausforderung“, sagt der sportliche Professor.

Wie viele Kilometer radeln Radprofis pro Tag

Beim STADTRADELN ging es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob man bereits jeden Tag mit dem Fahrrad fährt oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs ist. Jeder Kilometer zählt – erst recht, wenn man ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hätte.

An dieser Aktion, an der sich die Stadt Böblingen beteiligt, haben auch wir als OHG Schulgemeinschaft teilgenommen und sind gemeinsam als Schulgemeinschaft geradelt: Schüler, Lehrer und Eltern.

Die 21 Tage waren unglaublich und es war sehr schön zu sehen, wenn morgens sehr viele Schüler mit dem Fahrrad ans OHG gekommen sind. Jeden Tag sind viele von euch fleißig geradelt und haben Kilometer gesammelt, sei dies auf dem morgendlichen Weg zur Schule oder mittags bei einer Radtour. Ihr habt es geschafft möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Jeden Tag hattet ihr die Möglichkeit auf der OHG Homepage spannende Interviews mit Lehrern, Schülern und Vertretern der Stadt rund ums Fahrrad anzuschauen (s. u.) und interessante und neue Aspekte rund ums Fahrrad kennenlernen.

Darüber hinaus gab es weitere Aktionen wie beispielsweise den Rad-Check am OHG, bei dem jeder die Möglichkeit hatte, sein Fahrrad durchchecken zu lassen.

Nach 3 Wochen STADTRADELN, in denen 133 Schüler, Lehrer und Eltern fleißig fürs OHG Kilometer gesammelt haben sind wir stolz, dass insgesamt 30.056 Kilometer von der OHG Schulgemeinschaft geradelt wurden. Dabei bestand unser Team des OHGs aus 14 Unterteams. Der beste Einzelfahrer des OHGs hatte beeindruckende 1.645,5 Kilometer zurückgelegt und pro Kopf ist jeder OHG Fahrer im Schnitt 226 Kilometer geradelt und wir haben damit 4.418 kg CO2 gespart. Ein Beitrag für die Umwelt der sich sehen lässt. Mit diesem sensationellen Ergebnis haben wir in der Kommune Böblingen nicht nur mit Abstand die meisten Kilometer zurückgelegt, wir sind zusätzlich auch noch das größte Team.

Und so schnell können 21 Tage STADTRADELN dann auch wieder vorbei sein, wir die #ohgforfuture AG bedanken uns bei jedem einzelnen von euch, der fürs OHG geradelt ist und unsere Schule unterstützt hat.

Wir hoffen, dass auch in Zukunft viele von euch mit dem Fahrrad zur Schule kommen werden und freuen uns auf weitere Aktionen.

Sport machen, überfüllten Bahnen und Bussen ausweichen, etwas fürs Klima tun und dafür noch belohnt werden? Eine solche Möglichkeit bietet das STADTRADELN, an dem sich der Landkreis Böblingen vom 14. September bis 4. Oktober 2020 beteiligt hat. Die OHG for FUTURE-AG hat das an unsere Schule gebracht. Alles Nähere zu diesem Wettbewerb, findet ihr in dem untenstehenden Erklärvideo:

Drei Wochen Stadtradeln sind vorbei – und jetzt? Zurück ins Auto? Dass das auch anders geht, zeigt Frau Lehmann. Deshalb: Nicht das Bike nachlassen, denn wir brauchen das, unser Bike braucht das und das Klima sowieso!

Ein kleiner Kritikpunkt am Stadtradeln: Es zählen nur Kilometer, keine Höhenmeter. Sonst würde die Reihenfolge vielleicht anders aussehen und Julian wäre ganz vorne mit dabei.

Wir haben uns gefragt: Was können denn eigentlich unsere Schüler mit dem Fahrrad. Festgestellt haben wir: Ganz schön viel. Heute stellt uns Ben aus der 6a seinen Sport „Radball“ vor.

An diesem Fahrrad scheiden sich die Geister. Diese Diskussion wollen wir aber gar nicht führen. Wir finden es vielmehr spannend, was Herr Zenger zum Akku im E-Bike erklärt.

Auch wenn sie (noch) nicht mitradelt – Frau Bermanseders Ansichten zur Radinfrastruktur sind natürlich trotzdem interessant und wichtig:

Beim Stadtradeln wird man fit, spart Geld, hat Spaß und kann Preise und Anerkennung gewinnen. Viel wichtiger ist uns aber, dass das Klima geschont wird. Sicherlich hast du auch schon bemerkt, dass dir angezeigt wird, wie viel Kohlenstoffdioxid durch dich schon eingespart wurde. Wieso das dem Klima hilft, erklärt Frau Larkins.

Leider schreibt der Radsport auch dunkle Kapitel. Eines davon ist das Doping mit EPO. Ein besonders erschreckendes Beispiel wird in der kürzlich veröffentlichten und sehenswerten Biografie „(K)ein Sommermärchen“ in der ARD-Mediathek über Jan Ullrich deutlich: Radprofis, die sich nachts um drei auf Hotelfluren begegnen, weil sie sich bewegen müssen, damit ihr Herz nicht aufhört zu schlagen. Was hinter dem Doping mit EPO steckt, erläutert Herr Rauser.

Sinn und Zweck der Kettenschaltung sind nicht immer allen vertraut. Entweder hat man dann sehr dicke Oberschenkel (das berühmte Training, s. Schaper) oder man schaut sich das folgende Video an:

Vielleicht ein bekanntes Gefühl nach der ersten Woche Stadtradeln (verständlich bei der sensationellen Kilometerzahl – hier der Zwischenstand) – der Oberschenkel brennt. Warum das so ist, erklärt uns heute Herr Schaper.

Nicht immer war Radfahren so komfortabel wie heute. Wie das Fahrrad erfunden wurde, erzählt uns heute Herr Etzold. (Anm.: Das Video wurde in der Zeit der Schulschließung über BigBlueButton aufgenommen.)

Was macht eigentlich die Stadt Böblingen für das Radfahren? Und wieso Stadtradeln? Diese und andere Frage beantwortet uns Frau Krause, die in Böblingen die Projektbeauftragte für klimafreundliche Mobilität ist.

Nachdem uns Emma bereits erklärt hat (Video Helm), wie der Helm richtig sitzt, haben wir uns gefragt, wieso der korrekte Sitz eines Helms so wichtig ist. Wir haben dazu Herrn Uhl interviewt. Er erklärt uns, was der Helm eigentlich schützt und wieso das so wichtig ist. Viel Spaß beim Schauen und weiterhin gutes Radeln! Fahrt trotz Helm vorsichtig.

Extreme Tour: Dieser Bremer will 4.000 Kilometer zum Nordkap radeln

Florian Schigelski fährt fast jeden Tag 250 Kilometer durch die Region um Bremen. Nun will der 47-Jährige in 22 Tagen vom Gardasee bis zum Nordkap radeln.

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Wenige Tage noch, dann beginnt für Florian Schigelski die große Herausforderung. Wie viele Bremerinnen und Bremer liebt Schigelski das Radfahren, doch er betreibt es exzessiv. Nahezu jeden Tag fährt er auf dem Rad rund 250 Kilometer durch die Region. Es ist die Vorbereitung auf das Ultracycling-Rennen „NorthCape4000“, bei dem der 47-Jährige am Samstag als einer von 300 Teilneherinnen und Teilnehmern starten wird. Von der italienischen Stadt Rovereto, die sich in der Nähe des Gardasees befindet, soll dann innerhalb von 22 Tagen die 4.000 Kilometer lange Strecke über München, Berlin, Stockholm und Rovaniemi in Finnland bis zum Nordkap gefahren werden.

Ich habe Respekt davor, aber ich bin total gespannt, was mich erwartet und was das mit einem macht.

Florian Schigelski im Gespräch mit dem Sportblitz

Schigelski will meistens in einer Hängematte schlafen

Viel wird Schigelski bei der Tour nicht dabei haben. Schmerzmittel, drei Shirts und eine Unterhose nimmt er mit. Ansonsten werden noch Werkzeug für das Fahrrad, Kettenöl und eine Hängematte einpepackt. In dieser will er in den meisten Nächten übernachten. Nur drei Hotels hat er ansonsten im Vorfeld gebucht. Mit Kosten von 4.000 Euro kalkuliert er für die Teilnahme insgesamt.

Ein normales Hobby, das ist ihm klar, ist das Fahrradfahren für ihn mittlerweile nicht mehr. „Es ist schon eine Obsession“, erzählt er im Gespräch mit dem Sportblitz. Gepackt hat es ihn vor sieben Jahren, als er mit dem Fahrrad das erste Mal einen Berg hochfuhr. Eine Quälerei war dies seinerzeit. Nach jedem Kilometer, berichtet er, habe er angehalten, um neue Kraft zu schöpfen. Die Freudengefühle bei der Ankunft hat er seitdem jedoch nicht vergessen. Diese will er nun in einigen Wochen erneut empfinden, wenn er die Ankunft am Nordkap geschafft hat.

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