Baden-Württemberg Zahl der Fahrraddiebstähle in BW wieder gestiegen

In Baden-Württemberg ist erstmals seit Jahren die Zahl der Fahrraddiebstähle wieder gestiegen. Für das Jahr 2022 verzeichnet die Polizeistatistik laut Innenministerium 22.350 gemeldete Fälle. Das ist ein Plus von 36,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings seien die Jahre 2020 und 2021 von Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie geprägt gewesen, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf einen Antrag des FDP-Landtagsabgeordneten Christian Jung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Gesamtschaden belief sich demnach auf rund 24,2 Millionen Euro.

Problem: Teure E-Bikes – günstige Schlösser

In den beiden Jahren zuvor war der Schaden durch Fahrraddiebstahl deutlich geringer. 2021 betrug er bei 16.380 gemeldeten Diebstählen 15,4 Millionen Euro, im Jahr 2018 bei 23.288 Fällen 13,9 Millionen Euro. Der massive Anstieg kann nach Einschätzung des Ministeriums auch damit zusammenhängen, dass Menschen vor allem in den Corona-Jahren viele neue und hochwertige Fahrräder wie Pedelecs gekauft haben. „Da oftmals bei den Schlössern nicht gleichwertig investiert wird, sind diese hochwertigen Fahrräder verhältnismäßig leicht zu entwenden,“ heißt es aus dem Innenministerium.

Auch FDP-Politiker Jung nimmt an, „dass sich viele Diebe offenbar auf teure Fahrräder und E-Bikes spezialisiert haben und gerade diese Diebstähle für die Versicherungs-Regulierung bei der Polizei gemeldet werden.“

Viele Fahrraddiebstähle auch in Mannheim und Heidelberg

Diebstahl-Spitzenreiter war den Ministeriumsangaben zufolge die Stadt Freiburg. Dort wurden 849 Fällen pro 100.000 Einwohner registriert. Auf den weiteren Plätzen folgen Mannheim (563) und Karlsruhe (560). Allerdings schränkt das Ministerium ein: Weil die Fahrradinfrastruktur aber sehr unterschiedlich sei, könne man solche Zahlen nur bedingt vergleichen.

Für Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist die Prävention von Fahrraddiebstahl von hoher Bedeutung. Er verweist auf Aufklärung in den Schulen und in den sozialen Medien.

Die Polizei rät dazu Fahrräder zu codieren: Die Registrierungen seien eine zusätzliche Möglichkeit, Diebstahl vorzubeugen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) erklärte, codierte Fahrräder seien als Diebesgut schwerer zu verkaufen. Die Codierung sei effektiver Diebstahlschutz und zeige, wer Eigentümer oder Eigentümerin des Fahrrads sei. So habe die Polizei es leicht, gefundene Räder ihren Besitzerinnen und Besitzern zuzuordnen.

Aufklärungsquote bei rund zehn Prozent

Allerdings ist die Chance eher gering, dass das gestohlene Fahrrad wiedergefunden wird. Denn die Aufklärungsquote liegt im landesweiten Schnitt bei unter zehn Prozent. Das erklärte das Ministerium auch damit, dass Geschädigte häufig nicht die benötigten Daten wie die Rahmennummer vorlegen können. „Dies erschwert die Ausschreibung des Fahrrads zur Fahndung und damit die spätere Feststellung der Besitzverhältnisse im Rahmen einer Kontrolle oder beim Fund eines Fahrrads.“

Was will das Land gegen Fahrraddiebstahl tun?

Zunächst muss natürlich jede und jeder selbst dafür sorgen, dass das Fahrrad diebstahlsicher abgestellt wird. Aber die Landesregierung will die Zahl der sicheren Abstellanlagen für Fahrräder ausbauen. An ÖPNV-Haltestellen soll die Zahl dieser Anlagen verdoppelt und zusätzlich 100.000 Abstellanlagen gebaut werden.

Fahrraddiebstahl: Hier wird Ihr Fahrrad am schnellsten geklaut | Ranking

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Rund 400 Fahrräder verschwinden in Deutschland pro Tag. Aber nicht mit jeder Versicherung sind Sie gewappnet. Auf welches Detail Sie besonders achten müssen.

Das Wichtigste im Überblick

Die Frage ist nicht, ob – sondern wann. Denn dass ein Fahrrad gestohlen wird, ist einzig eine Frage der Zeit, sagen Experten. Zwar ging die Zahl der Fahrraddiebstähle zuletzt zurück, insbesondere während Corona. Trotzdem verschwinden pro Jahr in Deutschland 140.000 Räder. Der Schaden der Versicherer: 140 Millionen Euro. Aber nicht bei jedem Diebstahl springen sie ein. Worauf Radfahrer achten sollten.

In welchen Fällen greift die Hausratsversicherung?

Die meisten geklauten Fahrräder tauchen nie wieder auf. Deshalb ist wichtig, dass das Fahrrad gut versichert wurde. Sonst kommt zum Ärger noch der finanzielle Schaden hinzu. Vielen Radfahrern genügt dazu ihre Hausratversicherung, denn sie umfasst auch Fahrräder. Allerdings ist der Basisschutz begrenzt: Versichert ist das Rad in der Regel nur in drei Fällen:

    wenn es bei einem Einbruch aus der Wohnung gestohlen wird oder aus einem zur Wohnung gehörenden separaten und verschließbaren Kellerraum oder aus einer verschlossenen Garage

Um sich auch gegen den einfachen Diebstahl etwa vor dem Supermarkt abzusichern, hilft eine separate Versicherung – oder eine zusätzliche Klausel für die Hausratversicherung, die es gegen einen Beitragszuschlag gibt. Im bundesweiten Durchschnitt liegt er bei 33 Euro pro Jahr für ein 2.000-Euro-Rad.

Wo verschwinden die meisten Fahrräder?

Vor allem die Anonymität der Metropolen begünstigt den Fahrrad-Klau. Wo die meisten Fahrräder gestohlen werden, zeigt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik. Hier sind die 25 Großstädte mit den meisten Diebstählen je 100.000 Einwohner.

Welche Bedingungen gelten, damit die Versicherung zahlt?

Viele Versicherer machen zur Bedingung, dass Sie Ihr Fahrrad mit einem eigenständigen Schloss gesichert haben. Außerdem sollten Sie aufpassen: Bestimmte Tarife schließen den Schutz aus, wenn Ihr Fahrrad nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gestohlen wird, warnen die Experten vom Tarifvergleichsportal Verivox. Es sei denn, dass es gerade genutzt wurde oder in einem verschlossenen Raum abgestellt war. Bei vielen Versicherungen ist aber mittlerweile ein 24-Stunden-Schutz im Angebot.

Was bringt eine eigene Fahrradversicherung?

Eine spezielle Fahrradversicherungen greift oftmals nicht nur bei Diebstahl, sondern sie deckt auch Schäden durch Teile-Klau, Vandalismus, Feuer oder einen Unfall ab. Bei einem E-Bike kommen Elektronik – oder Feuchtigkeitsschäden hinzu. Die Kosten für ein 2.000 Euro teures Rad: etwa 70 Euro pro Jahr. Sie hängen allerdings vom Wohnort ab – und davon, wie viele Fahrräder dort gestohlen werden. Selbst für sehr teure Fahrräder ist eine spezielle Versicherung deshalb nicht in jedem Fall empfehlenswert.

Fahrraddiebstahl leicht rückläufig – Schadendurchschnitt erreicht Rekordwert

Die Corona-Pandemie hat den Fahrradboom weiter befeuert – sehr zur Freude von Herstellern und Händlern. Gestohlen wurden 2020 allerdings weniger Bikes, wie Zahlen der Versicherer zeigen. Den Dieben boten sich schlichtweg weniger Gelegenheiten.

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Dieses Fahrrad diente offensichtlich nur als. Diebe haben es vor allem auf teure Velos abgesehen.

Trotz des coronabedingten Fahrradbooms ist die Zahl der Diebstähle im vergangenen Jahr leicht gesunken. Bundesweit wurden rund 145.000 versicherte Räder gestohlen – 5.000 weniger als 2019, wie eine aktuelle Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt.

Der Rückgang ist nach Ansicht von GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen eine Folge der Pandemie: „Aufgrund von Corona blieben viele Menschen zu Hause. Die Fahrräder waren seltener im Freien unbeaufsichtigt abgestellt. Somit haben sich auch weniger Gelegenheiten zum Diebstahl eröffnet.“

Schadendurchschnitt erreicht Höchststand

Die Schadenssumme lag 2020 indes unverändert bei 110 Millionen Euro. Damit bestätigte sich der seit Jahren anhaltende Trend zu immer teureren Fahrrädern, die gestohlen werden. Mit­ 730 Euro (2019: 720 Euro) erreichte die durchschnittliche Entschädigung der Versicherer einen Höchststand. „Der Erfolg der E-Bikes dürfte die Schadenssumme in Zukunft weiter ansteigen lassen”, prognostiziert Asmussen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren zahlten die Versicherer für ein gestohlenes Rad durchschnittlich 400 Euro.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sank die Zahl der gestohlenen Fahrräder 2020 um sechs Prozent auf 260.000. In dieser Statistik bleibt der Versicherungsschutz unbeachtet. Da Diebstähle jedoch häufig nicht angezeigt werden, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen.

Bundesweit ist die Zahl der Fahrraddiebstähle leicht rückläufig. Die drei Stadtstaaten sind jedoch weiterhin auf den Spitzenplätzen im Bundesländer-Ranking.

So ist ein Fahrrad versichert

Wird ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen, übernimmt die Hausratversicherung den Schaden. Meist ist jedoch die offene Straße der Tatort. Schutz bietet hier eine Zusatzklausel in der Hausratpolice. Wichtiger Hinweis: Das Velo muss stets durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert sein. Von den gut 26 Millionen Versicherungsverträgen haben 47 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen.

Was die Hausratversicherung mit Fahrradklausel ersetzt

Erstattet wird der sogenannte Wiederbeschaffungswert. Dieser Betrag bemisst, wie viel ein neues gleichwertiges Rad kostet. Die Höchstentschädigung wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz des gesamten versicherten Hausrates festgelegt. Gerade für höherwertigere Räder und E-Bikes kann es sich daher lohnen, die Versicherungssumme zu erhöhen oder eine spezielle Fahrradversicherung abzuschließen.

Kampf dem Fahrraddiebstahl – mit europaweiter Fahndung?

Mehr als eine Viertelmillion Fahrräder werden pro Jahr in Deutschland geklaut. Gut 90 Prozent der Fälle kann die Polizei nicht aufklären. Für den Kampf gegen Diebe gibt es verschiedene Ideen. Eine davon: Fahrräder ähnlich zu behandeln wie gestohlene Autos.

Berlin (dpa) – Das Rad festgeschlossen, das Schloss angeblich extra-sicher – und trotzdem geklaut: Millionen Fahrradfahrer kennen diesen Ärger nur zu gut.

Manchmal gelingt es der Polizei, gestohlene Räder wiederzufinden, doch in den meisten Fällen bleiben sie verschwunden. Um das zu ändern, schlagen die Grünen nun vor, nicht nur bundesweit, sondern in ganz Europa die Rahmennummern der verschwundenen Räder zur Fahndung zu nutzen. Wäre das sinnvoll und machbar – und was könnte außerdem helfen?

«Während gestohlene Autos europaweit gesucht werden, hört die Fahndung nach gestohlenen Fahrrädern an den Grenzen auf», sagte der radpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Stefan Gelbhaar, der Deutschen Presse-Agentur. Organisierte Fahrraddiebe hätten so leichtes Spiel. «Analog zum Austausch gestohlener Autodaten müssen auch Rahmennummern gestohlener Fahrräder wenigstens europaweit ausgetauscht werden», forderte er. «Dass durchschnittlich nicht einmal zehn Prozent der Fahrraddiebstähle aufgeklärt werden, ist ein riesengroßes Problem.»

Der Polizeilichen Kriminalstatistik zufolge wurden im vergangenen Jahr bundesweit 271.500 Fahrräder gestohlen, die Aufklärungsquote lag bei 9,2 Prozent. Im elektronischen Informationssystem des Bundeskriminalamts (Inpol), auf das auch die Bundespolizei, der Zoll und die Polizeibehörden der Länder Zugriff haben, sind derzeit knapp 1,5 Millionen gestohlene Fahrräder registriert. Auf Anfrage der Grünen hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt, dass Rahmennummern zu in Deutschland gestohlenen Fahrrädern im gemeinsamen Fahndungsverbund, dem Schengener Informationssystem, nicht erfasst werden und für Ermittlungsbehörden damit nicht EU-weit abrufbar sind.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält die Forderung der Grünen für nachvollziehbar, hat aber auch Bedenken. «Immer mehr Menschen steigen auf immer wertvollere Bikes», sagte der GdP-Vize-Vorsitzende Jörg Radek. Polizei-Kollegen im In – und Ausland hätten es oft mit gut organisierten Diebesbanden zu tun. «Diese Kriminellen nutzen offene Grenzen sowie Reibungsverluste unterschiedlicher Polizeistrukturen und – Ausstattungen, nicht ausreichend harmonisierte Gesetzgebung – und auch Personallücken.» Die Polizeien in Europa würden aber immer besser und könnten etwa bei der Kinderpornografie oder Drogen – und Menschenhandel durchaus Erfolge aufweisen.

Klar sei, dass die dafür notwendigen, aufwendigen Ermittlungen viele Ressourcen verbrauchten, erklärte Radek. «Und die hat die Polizei zumindest hierzulande nicht in ausreichendem Maße. Angesichts dessen bin ich skeptisch, dass eine Einspeisung der Radrahmennummern in europäische Polizeidatenbanken einen mittelfristig erkennbaren Effekt erzielen würde.» Sinnvoller sei zunächst, das Rad mit möglichst wirksamen Diebstahlsperren zu sichern.

Vom Fahrradclub ADFC kam Unterstützung für die Forderung nach einer EU-weiten Fahndung. «Fahrraddiebstahl ist leider ein Massenphänomen, die Aufklärungsquoten sind niedrig, der Wert der gestohlenen Fahrräder steigt – und der Markt für gestohlene Fahrräder geht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus», sagte ADFC-Verkehrsexpertin Stephanie Krone. Damit Fahrräder in internationale Sachfahndungsdateien übernommen werden könnten, brauche es allerdings eine Vereinheitlichung des Kennziffer-Systems und eine erheblich beschleunigte Erfassung in Deutschland. «Das funktioniert nur mit mehr Personal bei der Polizei.»

Bahnhöfe seien ein Schwerpunkt für Fahrraddiebstahl, erläuterte Krone. Das liege auch daran, dass es an kaum einem deutschen Bahnhof ausreichend große und sichere Fahrrad-Abstellanlagen gebe. «Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen sind deshalb eine wichtige ADFC-Forderung zur Eindämmung des Fahrraddiebstahls», sagte sie. «Die Bundesregierung will das Radfahren fördern, dazu gehört dann auch mehr Sicherheit vor Fahrraddiebstahl.»

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Fahrradklau: Wohin verschwinden unsere Räder?

Jutta Germanns Fahrrad wurde gestohlen – so wie 335.000 andere im Jahr 2015.

Jutta Germann fuhr ihr nagelneues Fahrrad gerade einmal drei Wochen, dann war es weg. Gestohlen, am helllichten Tag, direkt vor der Apotheke in Plön, in der sie arbeitet. Germann erstattete Anzeige, nannte der Polizei die Rahmennummer – PK 4768612 – , doch das Rad blieb verschwunden. Nach einigen Wochen schrieb ihr die Polizei, sie solle sich keine Hoffnung mehr machen. Das gestohlene Rad wird jetzt Teil einer Statistik, die für Deutschlands Strafverfolger wenig rühmlich ist.

Minimale Aufklärungsquote

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad gestohlen. Im vergangenen Jahr waren es über 335.000 – und das sind nur die angezeigten Fälle. Ohne schwerste Schlossbewaffnung sollte man sein Rad besser nicht aus den Augen lassen, rät selbst die Polizei. Kein Wunder, denn nicht einmal jeder zehnte gemeldete Diebstahl wird aufgeklärt. Auf rund 100 Millionen Euro beläuft sich die Schadenssumme, die allein im vergangenen Jahr von Hausratversicherern gezahlt wurde. Fahrraddiebstahl ist ein Massendelikt mit vielen Opfern. Aber wer sind die Täter? Und warum macht der Staat es ihnen so leicht?

Organisierte Banden sind am Werk

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut – rund 900 sind es jeden Tag. Doch nicht einmal jeder zehnte Fahrraddiebstahl wird aufgeklärt. Der Polizei fehlen Ressourcen.

Panorama hat sich über mehrere Monate auf die Suche nach Antworten begeben. Das Ergebnis der Recherche: Fahrraddiebstahl wird viel zu oft als bloße Bagatelle abgetan, ist aber in vielen Fällen ähnlich gut organisiert wie etwa Wohnungseinbruch oder Autodiebstahl. Internationale Banden, vor allem aus Osteuropa, machen immer häufiger auch Jagd auf Fahrräder. Was sie lockt, ist das vergleichsweise geringe Risiko. Denn die Strafverfolgung ist bei Weitem nicht so intensiv, wie sie sein müsste, um dem grassierenden Problem Herr zu werden.

Viel zu wenig Personal im Einsatz

Fast überall fehlt es der Polizei an Personal für aufwendige Ermittlungen. Sokos, die Hintermänner ermitteln und Strukturen zerschlagen, sind in Deutschland viel zu selten vorgesehen, und wenn es sie gibt, sind sie personell lächerlich ausgestattet. In der Millionenstadt Hamburg etwa, in der allein im vergangenen Jahr über 17.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet wurden, sind für die Soko Fahrrad ganze vier Polizisten abgestellt. Die Aufklärungsquote liegt bei unter vier Prozent. Auch in Bremen, immerhin dem Bundesland mit den meisten Fahrraddiebstählen pro Einwohner, hat die Soko Fahrrad vier Beamte. Sie treten an gegen Banden, die immer dreister werden. In Lüneburg etwa brach eine Bande gleich mehrfach in ein gesichertes Fahrradparkhaus ein und knackte Fahrradschlösser per Elektroflex. Anderswo sieht es nicht besser aus.

„Natürlich machen wir es den Banden leicht!“

Was man erreichen kann, wenn man zumindest zeitweise Ressourcen bündelt, zeigt ein spektakulärer Erfolg von Ermittlern aus Cottbus. Dort konnten in mühseliger Kleinarbeit – etwa durch aufwendige Telefonüberwachungen – gleich drei hoch professionelle Diebesbanden aus Polen überführt werden, die über 500 Fahrräder im Wert von 360.000 Euro erbeutet hatten. Die Anführer sitzen inzwischen geständig in Haft. Ein absoluter Ausnahmeerfolg, wie auch Bernhard Brocher, leitender Oberstaatsanwalt in Cottbus, gegenüber Panorama einräumt: „Wir haben normalerweise nicht die Ressourcen, um Fahrraddiebe mit den Mitteln zu bekämpfen, die wir sonst bei schweren Wohnungseinbrüchen anwenden. Und insofern ist damit verbunden, dass wir Fahrraddiebstahl nicht so intensiv ermitteln, wie wir das rechtlich dürften und technisch könnten, wenn wir denn personell entsprechend ausgestattet wären.“ Brochers Schlussfolgerung: „Natürlich machen wir es den Banden leicht!“

Warum werden die Daten nicht weitergegeben?

Informationen zu gestohlenen Rädern, vor allem die Rahmennummern, werden nicht regulär in das europäische Fahndungssystem eingespeist. Die Polizei hat im deutschen Fahndungssystem Inpol laut Bundeskriminalamt (BKA) Daten zu über 1,2 Millionen Fahrrädern gespeichert, aber keine dieser Informationen erreicht automatisch das sogenannte Schengen-Informationssystem. Mit dramatischen Folgen: „Wenn die nicht ausgefiltert würden, würden wir viel mehr Rückmeldungen über geklaute Fahrräder bekommen und hätten auch viel mehr Ermittlungsansätze. Und das Entdeckungsrisiko wird auch drastisch gesenkt“, sagt der leitende Oberstaatsanwalt Brocher. Warum gibt man die Daten dann nicht weiter? Das BKA, zuständig für den polizeilichen Informationsaustausch, schreibt auf Panorama-Nachfrage: „Zwar ist über den Schengen-Fahndungsverbund grundsätzlich kein Nachrichtenaustausch möglich bzw. vorgesehen. Jedoch wird umfangreicher Schriftverkehr zu gestohlenen Fahrrädern auf dem Interpol-Weg geführt, vor allem mit osteuropäischen Staaten.“ Was „umfangreich“ bedeutet, kann das BKA indes nicht beantworten und auch nicht, wie oft überhaupt solche aufwendigen „Mitfahndungsersuchen“ gestellt werden. „Ich habe davon noch nie gehört, das ist definitiv keine gelebte Praxis“, sagt dazu ein Kripo-Beamter, der sich schwerpunktmäßig mit Fahrraddiebstahl beschäftigt. Das bestätigt auch Arunas Paulauskas von der Bundespolizei Litauen. „Wir haben bislang keinen Mechanismus, keine einheitliche Datengrundlage, anhand derer wir die Fahrräder überprüfen können“, sagt er.

Dass die Räder geklaut sind, ist ein offenes Geheimnis

Dass die Räder meist geklaut sind, ist auf dem größten Flohmarkt Litauens in Kaunas ein offenes Geheimnis.

Zudem haben Diebe und Hehler kaum etwas zu befürchten, wenn sie es einmal ins Ausland geschafft haben. Sie können die geklauten Fahrräder ganz offen verkaufen. So wie etwa auf dem größten Flohmarkt Litauens in Kaunas. Hier tauchen die Räder aus Deutschland wieder auf. Leicht zu erkennen an der Marke oder Aufklebern von Händlern. Und alle: überraschend günstig. Warum, das ist hier ein offenes Geheimnis. „Weil sie alle geklaut sind“, lacht ein Händler auf Nachfrage. Panorama macht den Test: Wir geben uns als Käufer aus, machen Probefahrten und notieren heimlich die Rahmennummern. Die schicken wir zum Abgleich an die deutschen Polizei. Tatsächlich haben wir gleich mehrere Treffer. Räder, die in Deutschland als gestohlen gemeldet sind und hier ganz offen verkauft werden. Zum Schluss notieren wir noch eine Rahmennummer, die später einer Frau in Deutschland sehr bekannt vorkommen wird: PK 4768612. Jutta Germann weiß jetzt, wo ihr nagelneues Rad ist. Zurückbekommen wird sie es wohl trotzdem nicht.

Wie häufig ist Fahrraddiebstahl in Europa

Es ist die Horrorvorstellung jedes Radlers: Man kommt am Abend kaputt aus dem Büro oder der Uni, möchte nach Hause fahren – und das Fahrrad ist weg. Geklaut. Dann heißt es, den Diebstahl bei der Polizei anzeigen und hoffen, dass das Rad gefunden wird. Doch diese Hoffnung ist in den allermeisten Fällen vergeblich. Die Aufklärungsquote lag in den vergangenen Jahren laut Polizeistatistik relativ konstant bei rund zehn Prozent.

Wie wahrscheinlich es ist, dass das eigene Fahrrad überhaupt gestohlen wird, hängt auch davon ab, wo man es abstellt. In den Großstädten Berlin, Hamburg und Köln verdoppelt sich das Risiko von einem Stadtteil zum anderen, wie eine nicht repräsentative Untersuchung der Versicherung Generali Deutschland

Die polizeiliche Kriminalstatistik enthält die Zahl der Fahrraddiebstähle pro 100.000 Einwohner für alle größeren Städte in Deutschland. Die Karte für das Jahr 2014 zeigt ein Nord-Süd-Gefälle. Im Verhältnis wurden die meisten Räder in Magdeburg und Münster geklaut, die wenigsten Diebstähle wurden in Hagen und Remscheid angezeigt (klicken Sie auf eine Stadt, um mehr Informationen anzuzeigen):

Ein großes Problem seien Banden, sagt die Sprecherin der Polizei Münster, Antonia Linnenbrink: „Die Täter fahren mit Transportern herum und laden in Sekundenschnelle ein nicht angeschlossenes Fahrrad ein.“ Sind sie erst mal davon gefahren, sei es schwer die Täter später noch zu ermitteln. „Außer ein Zeuge beobachtet das Einladen oder der Transporter wird auf seiner Fahrt noch kontrolliert“, sagt Linnenbrink. Die gestohlenen Räder würden auf Flohmärkten, im Internet oder sogar im Ausland verkauft.

Wird das Rad nicht wiedergefunden und die Ermittlungen eingestellt, kann man den Schaden bei der Versicherung einreichen. Wie teuer die Fahrräder den einzelnen Städten im Schnitt waren, hat die Generali Deutschland berechnet.

Dazu hat die Versicherung 34.500 Schadensmeldungen zu Fahrraddiebstählen von Versicherten der Generali Versicherungen und der AachenMünchener analysiert. Die Zahlen stammen aus den Jahren 2012 bis 2014. Anders als bei den Diebstählen zeigt sich bei den Preisen kein Nord-Süd-, sondern eher ein Süd-Nord-Gefälle: Die Räder in südlichen Städten waren im Schnitt teurer. So betrug die durchschnittliche Schadenshöhe in Stuttgart 618 Euro, in Duisburg dagegen nur 384 Euro. Der bundesdeutsche Durchschnitt lag bei 438 Euro.

Für die Großstädte Berlin, Hamburg, München und Köln hat die Generali zudem das Diebstahlrisiko auf den Stadtteil genau berechnet. Dazu wurde zunächst ausgewertet, wie groß der Anteil der Versicherten war, die in den Jahren 2012 bis 2014 einen Fahrraddiebstahl gemeldet haben. Diese Größe wurde dann in ein Diebstahlrisiko für einen Zeitraum von zehn Jahren umgerechnet. Die Analyse berücksichtigt, dass in unterschiedlichen Stadtteilen unterschiedlich viele Haushalte bei der Generali versichert sein können.

Die Ergebnisse zeigen, dass in manchen Hamburger Stadtteilen mehr als elf Prozent der Versicherten innerhalb von zehn Jahren einen Fahrraddiebstahl meldeten, in anderen sind es zwischen drei und fünf Prozent. „Sicherlich gibt es Schwerpunkte“, bestätigt auch die Sprecherin der Polizei Hamburg, Karina Sadowsky. „Da, wo viel Fahrrad gefahren wird, werden auch viele Räder gestohlen.“

Eine Umfrage zum Fahrraddiebstahl in Europa

Rund 90 % der Radfahrer, die Opfer eines Fahrraddiebstahls wurden, hatten ihr Rad abgeschlossen. Es wird ein Sicherheitssystem der nächsten Stufe benötigt.

Das Unternehmen Nextscape Inc., das AlterLock auf den Markt gebracht hat, hat eine Umfrage über Fahrraddiebstähle in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland durchgeführt. Gegenstand der Untersuchung waren insgesamt 1500 Radfahrer in diesen drei Ländern. Die Forschungsergebnisse lieferten nützliche Erkenntnisse über die Umstände des Fahrraddiebstahls in den europäischen Ländern.

    Thema: Radfahrer, die mindestens einmal pro Woche ein Rennrad fahren. Zeitraum: Feb. 2021 Methode: Online-Fragebogen Anzahl der gültigen Antworten: 1500
    Geschlecht – Männlich: 823, weiblich: 677 Alter – 10-19 Jahre alt: 84, 20-29 Jahre alt: 350, 30-39 Jahre alt: 365, 40-49 Jahre alt: 264, 50-59 Jahre alt: 230, über 60 Jahre alt: 207 Erfahrung im Radfahren – Weniger als 1 Jahr: 225, 1-3 Jahre: 225, 3-5 Jahre: 210, 5 Jahre: 895 Häufigkeit des Reitens – 1 oder 2 Mal pro Woche: 399, mehr als 3 Mal pro Woche: 623, täglich: 478

Haben Sie Angst vor Fahrraddiebstahl?

Etwa 80 % der Befragten gaben an, Angst vor Fahrraddiebstahl zu haben. Etwa 20 % der Befragten gaben an, dass ihre Fahrten dem Training oder Rennen dienen. Diejenigen, die geantwortet haben, dass sie überhaupt nicht ängstlich sind, könnten also in eine solche Fahrt einbezogen werden. Wir hoffen, dass jeder Radfahrer seine Fahrt ohne solche Ängste genießen kann.

Welche Vorkehrungen treffen Sie normalerweise, um Fahrraddiebstähle zu verhindern?

Diese Umfrage wurde von Rennradfahrern durchgeführt. Daher sind Vorsichtsmaßnahmen wie die Verwendung von leichten Schlössern wie Kabelschlössern oder die Aufbewahrung des Fahrrads in einem geschlossenen Raum üblicher als die Verwendung anderer schwerer Schlösser.

Wurden Sie jemals Opfer eines Fahrraddiebstahls, auch von Fahrradteilen?

Mehr als die Hälfte der Radfahrer hat in ihrem Leben schon einmal einen Fahrraddiebstahl erlebt. Eine Analyse der Daten nach Ländern zeigt, dass 47 % der Radfahrer im Vereinigten Königreich, 64 % in den Niederlanden und 65 % in Deutschland schon einmal Opfer eines Fahrraddiebstahls wurden. Im Vergleich zu vor über 4 Jahren ist die Zahl um 130 % gestiegen. In diesen Daten sind die Personen nicht enthalten, die nach einem Diebstahl aufgehört haben, Fahrrad zu fahren. Würden diese Personen berücksichtigt, gäbe es vielleicht mehr, die einen Fahrraddiebstahl erlebt haben.

Was wurde gestohlen?

Rund 70 % haben schon einmal ein Fahrrad gestohlen. Auch beim Zubehör muss man vorsichtig sein.

Wie lange waren Sie von Ihrem Fahrrad getrennt?

Die meisten Fälle ereigneten sich im Freien. Aber 26 % wurden innerhalb ihres Grundstücks bestohlen. Es ist besser, Fahrräder so abzuschließen, wie man es beim Parken in der Öffentlichkeit tun würde. In den Fällen, die länger als 5 Minuten dauern, steigt die Zahl drastisch an.

War Ihr Fahrrad abgeschlossen?

Dies ist der interessanteste Punkt. Rund 90 % der Radfahrer, die Opfer eines Fahrraddiebstahls wurden, hatten ihr Rad abgeschlossen. Seit kurzem gibt es einige Hochsicherheitsschlösser auf dem Markt. Aber die meisten Schlösser sind für Diebe mit handelsüblichem Werkzeug leicht zu knacken, selbst wenn das Fahrrad mit mehreren Schlössern versehen ist. Wir sind der Meinung, dass Lösungen für den Fahrradschutz auf der nächsten Ebene erforderlich sind.

Haben Sie das Fahrrad oder Teile davon gefunden?

Über 73 % konnten ihre Fahrräder nicht finden. Aber etwa 30 % haben ihr Fahrrad gefunden. Die Anzeige des Diebstahls bei der Polizei und das Ersuchen um Informationen über SNS und Internet scheinen bei der Suche nach Fahrrädern zu funktionieren.

Bitte schildern Sie uns die Umstände, unter denen Sie Ihr Fahrrad gefunden haben.

In dieser Umfrage konnten wir den Prozentsatz der Radfahrer ermitteln, die Opfer eines Diebstahls geworden waren, sowie die Umstände des Diebstahls und die anschließenden Maßnahmen. Wir hoffen, dass diese Informationen den Radfahrern helfen, besser zu verstehen, wie sie Diebstähle verhindern können und was zu tun ist, wenn sie Opfer eines Diebstahls werden. AlterLock wird weiterhin Informationen über die Verhinderung von Fahrraddiebstählen zur Verfügung stellen und sich dafür einsetzen, die Zahl der Opfer von Fahrraddiebstählen durch seine Produkte und Dienstleistungen zu verringern.

160 Städte und Landkreise verglichen Fahrraddiebstahl: Hier werden die meisten Räder geklaut

Fahrraddiebstahl gehört besonders im Sommer zum Alltag in Deutschlands Städten. Fast ein Viertel aller Fahrraddiebstähle entfallen auf die zwei Sommermonate Juni und Juli. Alleine rund 233.000 davon entfallen auf die 160 größten deutschen Städte und Landkreise.

Das Verbraucherportal hat in einer Studie ausgewertet, in welchen Städten und Landkreisen das Diebstahlrisiko am höchsten ist, und wo man weniger Angst um sein Fahrrad haben muss. Die dürftige Aufklärungsquote in ganz Deutschland. Sie liegt im Schnitt bei gerade einmal 9,1 Prozent. Das heißt, neun von zehn gestohlenen Fahrrädern bleiben verschwunden.

Schäden durch Fahrraddiebstahl bei rund 160 Millionen Euro

Fahrraddiebstahl ist kein Bagatell-Delikt und für die Täter äußerst erschwinglich. Experten schätzen den jährlichen Schaden auf rund 160 Millionen Euro. Laut billiger. de werden taus ende Räder auf dem Schwarzmarkt oder sogar dreist über den normalen Fahrradhandel weiterverkauft – oft in anderen Städten oder Ländern.

Nord – und Ostdeutschland sowie NRW besonders betroffen – Münster Klau-Hochburg

Ganz oben im Straftaten-Ranking findet sich In absoluten Zahlen heißt das, 5.193 gestohlene Fahrräder. Gegenüber der letzten Studie 2014 sind dies 670 mehr. Magdeburg liegt deutschlandweit auf dem zweiten Platz. Hier wurden 1.514 Räder je 100.000 Einwohner entw endet (absolut: 3.517). Cottbus folgt auf Rang drei (1.502 je 100.000 Einwohner).

StadtDiebstähle je 100.000 Einwohner
1. Münster 1.719
2.Magdeburg 1.514
3. Cottbus 1.502
4. Halle (Saale) 1.445
5. Emden 1.376
6. Potsdam 1.341
7. Landshut 1.308
8. Dessau-Rößlau 1.294
9. Kiel 1.286
10. Oldenburg 1.265

Landkreise: Diebstähle bereits auf Großstadtniveau

So sind etwa die Landkreise um Münster (Borken, Coesfeld, Steinfurt), Cottbus (Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz), Magdeburg, Halle (Saale) oder Dessau-Roßlau (Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg oder Jerichower Land) am häufigsten von Fahrraddiebstählen betroffen. Der Landkreis Borken verzeichnete 2015 ein Diebstahl-Aufkommen von 1.048 geklauten Rädern je 100.00 Einwohner (3.826 insgesamt).

Die 10 unsichertsten Landkreise

LandkreisBundeslandDiebstähle je 100.000 Einwohner
1. Borken NRW 1.048
2. Spree-Neiße Brandenburg 981
3. Oberspreewald-Lausitz Brandenburg 946
4. Coesfeld NRW 844
5. Steinfurt NRW 725
6. Pinneberg Schleswig-Holstein 694
7. Anhalt-Bitterfeld Sachsen-Anhalt 688
8. Gütersloh NRW 676
9. Kleve NRW 673
10. Vorpommern-Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 665

In München beispielsweise gibt es mit 388 gestohlenen Rädern je 100.000 Einwohner ein geringes Risiko. Auch in Stuttgart (201), Wuppertal (139) oder Mainz (387) werden verhältnismäßig wenige Fahrräder entw endet. Am sichersten sind Fahrräder in Remscheid (46).

Remscheid (46 Diebstähle je 100.000 Einwohner) Solingen (91) Hagen (121) Pforzheim (135) Wuppertal (139) Siegen (151) Kempten (181) Baden-Baden (186) Stuttgart (201) Salzgitter (203)

Täglich werden in Berlin 88 Räder geklaut

Zwar gingen die Delikte viele Kommunen stellten allerdings dennoch neue negative Bestmarken auf. In der Bundeshauptstadt kamen 2015 sage und schreibe 32.245 Räder abhanden. Täglich sind dies mittlerweile mindestens 88 Räder.

Mit einer unglaublichen Steigerung von 1.074 gestohlenen Rädern, hat das eher kleine Halle (Saale) zu kämpfen. Die mitteldeutsche Stadt verbuchte somit 3.359 Diebstähle. Eine ähnliche Steigerungsrate verzeichnete das viel größere Hamburg mit 1.256 geklauten Rädern (17.217 insgesamt).

Kiel (plus 893), Essen (plus 763), Münster (plus 670), Aachen (plus 453) und Nürnberg (plus 423).

Städte, die in der Vergangenheit hohe Diebstahlraten hatten, verzeichneten erstmals wieder Rückgänge. Dresden (minus 1.786), Dortmund (minus 1.449), Cottbus (minus 528) und Recklinghausen (minus 468).

Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen katastrophal

Ist das Rad erst geklaut, bleibt es in 90 Prozent der Fälle auch weg. Die deutschen Ermittlungsbehörden kommen im Schnitt nur auf eine Aufklärungsquote von 9,1 Prozent. Auffällig sind hier die enormen Schwankungen innerhalb der Städte. So schwanken die Aufklärungsquoten stark. Zwischen Jena (27,9 Prozent), Fürth (24,5 Prozent) und Cottbus (24,4 Prozent) liegen gegenüber Passau (2,9 Prozent) sowie Duisburg, Berlin und Hamburg (je 3,9 Prozent) Welten.

Auf Länderebene führt – wie seit Jahren – Thüringen mit einer vergleichsweisen positiven Quote von 17,9 Prozent. Die Flops sind die Stadtstaaten: Hier liegt die Aufklärungsquote bei unter 5,3 Prozent.

Bundesland Bewertung
Bremen Hohes Diebstahlrisiko
Hamburg Hohes Diebstahlrisiko
Berlin Hohes Diebstahlrisiko
Sachsen-Anhalt Hohes Diebstahlrisiko
Brandenburg Mittelmäßiges Diebstahlrisiko
Schleswig-Holstein Mittelmäßiges Diebstahlrisiko
Sachsen Mittelmäßiges Diebstahlrisiko
Niedersachen Mittelmäßiges Diebstahlrisiko
Nordrhein-Westfalen Mittelmäßiges Diebstahlrisiko
Mecklenburg-Vorpommern Mittelmäßiges Diebstahlrisiko
Baden-Württemberg Geringes Diebstahlrisiko
Hessen Geringes Diebstahlrisiko
Bayern Geringes Diebstahlrisiko
Thüringen Geringes Diebstahlrisiko
Rheinland-Pfalz Geringes Diebstahlrisiko
Saarland Geringes Diebstahlrisiko

Relativ hohe Zahl an „nichtdeutschen Tatverdächtigen“

Auffall end in der Studie von billger. de ist die relativ hohe Anzahl der sogenannten „nichtdeutschen Tatverdächtigen“. Das sind Bürger ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose oder Personen, bei denen die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Wurden im Jahr 2013 insgesamt 22,6 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige dingfest gemacht, waren es 2015 immerhin schon 29,6 Prozent.

Außerdem weit über dem Durchschnitt: Reutlingen (60,9 Prozent), München (53,8 Prozent) und Frankfurt (Oder) mit 52,2 Prozent. Die größten Personengruppen der „nichtdeutschen Tatverdächtigen“, die bei Fahrraddiebstählen auffällig werden, sind polnischer (12 Prozent), rumänischer (10 Prozent) und türkischer (9 Prozent) Herkunft.

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Mit dem Fahrrad in den Urlaub

Fahrradfahren boomt. Auch im Urlaub wird das Radeln immer beliebter. Laut Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC unternahmen 5,2 Millionen Deutsche im vergangenen Jahr einen Radurlaub – 16 Prozent mehr als im Vorjahr. „Vor dem Start in den Urlaub lohnt sich für Fahrradfahrer neben dem Sicherheitscheck des Fahrrads auch ein Blick in den Versicherungsordner. Denn nicht in jeder Hausratversicherung ist auch der einfache Fahrraddiebstahl außerhalb der versicherten Wohnung eingeschlossen“, erläutert Bianca Boss, Expertin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV).

Damit man auch im Fahrradurlaub gut versichert ist, sollten Verbraucher folgende Policen abgeschlossen haben:

Unverzichtbar, nicht nur für Fahrradfahrer, ist die private Haftpflichtversicherung. Denn wer einen Dritten schädigt, zum Beispiel, weil er mit seinem Fahrrad an dessen parkendem Auto vorbeischrammt, muss für den Schaden aufkommen.

Auch auf Reisen sind das Fahrrad und Fahrradgepäck in der Hausratversicherung gegen Einbruchdiebstahl versichert. Doch dafür muss es im Hotel oder dem Ferienhaus in einem abgeschlossenen Keller oder Raum verwahrt werden. Das ist, beispielsweise beim Camping, oft nicht möglich. Wer sein Rad auch gegen einfachen Diebstahl versichern möchte, sollte dies in der Hausratversicherung zusätzlich absichern. Viele Versicherungsgesellschaften bieten mittlerweile einen 24-Stunden-Schutz an. Dann ist das Rad auch zwischen 22 und 6 Uhr versichert. Manche verlangen auch die Verwendung eines hochwertigen Fahrradschlosses. Wichtig: Das Fahrrad muss an einem fest verankerten Gegenstand wie einem Laternenpfahl angeschlossen sein.

Und wer einen Radurlaub im außereuropäischen Ausland macht, sollte sich beim Versicherer erkundigen, ob der Schutz auch für das Reiseland gilt.

Da für den Fahrradurlaub geeignete Trekkingfahrräder oder E-Bikes oft hochpreisig sind und nicht ausreichend über die Hausratversicherung versichert werden können, denkt so mancher über eine spezielle Fahrradversicherung nach. Der Versicherungsschutz erstreckt sich dabei nicht allein auf Diebstahl, sondern kann auch die Reparaturkostenübernahme, Vandalismusschäden und Leistungen bei Unfällen beinhalten. Der BdV rät dennoch ab: „Das Produkt besitzt zu viele Ausschlüsse und Entschädigungsgrenzen und dafür zahlt man im Verhältnis dann einen zu hohen Beitrag“, so Boss und ergänzt „Hände weg von solchen Fahrradversicherungen“.

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