Abstand ist Anstand

Ein Auto ist schneller als ein Velo. Folglich werden Velos von Autos überholt und das ist auch ok. Nicht ok jedoch sind Überholmanöver mit zu geringem Abstand. Die von Veloplus unterstützte Kampagne «Abstand ist Anstand» kämpft politisch gegen gefährliche Überholmanöver.

Jeder 10. Unfall passiert durch ein gefährliches Überholmanöver. Bei einer Befragung gaben ausserdem über zwei Drittel an, dass sie regelmässig zu knapp überholt werden. Der Abstand zwischen Velos und Autos ist ein heikles Thema. Oft geraten hier zwei Fronten aneinander. Im Strassenverkehr kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen wegen riskanter Überholmanöver. Doch wie ist der Abstand gesetzlich geregelt, was kann man für die Abstandseinhaltung machen und wie gefährlich ist das zu enge überholen?

Wie eine zeigt, sind gefährliche Überholmanöver weit verbreitet. 100 freiwillige Radfahrer*innen haben während zwei Monaten gemessen, wie eng sie von Autos in Berlin überholt werden. Das Resultat: Rund 56 Prozent aller Überholvorgänge verzeichneten in der Studie einen geringeren Abstand als 1.50 Meter. Gemäss deutschem Gesetz müsste jedoch ein Mindestabstand von 1.50 bis 2 Meter eingehalten werden.

Die Studie zeigt, wie viele Überholmanöver mit zu knappem Abstand durchgeführt wurden.

Die gesetzliche Lage

Im Schweizer Verkehrsgesetz (svg) ist kein offizieller Mindestabstand geregelt. In Artikel 35 des SVG ist bezüglich dem Überholen nur folgendes vorgegeben:

Es ist rechts zu kreuzen, links zu überholen. Überholen und Vorbeifahren an Hindernissen ist nur gestattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr nicht behindert wird. Im Kolonnenverkehr darf nur überholen, wer die Gewissheit hat, rechtzeitig und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu können. Wer überholt, muss auf die übrigen Strassenbenützer, namentlich auf jene, die er überholen will, besonders Rücksicht nehmen. In unübersichtlichen Kurven, auf und unmittelbar vor Bahnübergängen ohne Schranken sowie vor Kuppen darf nicht überholt werden, auf Strassenverzweigungen nur, wenn sie übersichtlich sind und das Vortrittsrecht anderer nicht beeinträchtigt wird. Fahrzeuge dürfen nicht überholt werden, wenn der Führer die Absicht anzeigt, nach links abzubiegen, oder wenn er vor einem Fussgängerstreifen anhält, um Fussgängern das Überqueren der Strasse zu ermöglichen. Fahrzeuge, die zum Abbiegen nach links eingespurt haben, dürfen nur rechts überholt werden. Dem sich ankündigenden, schneller fahrenden Fahrzeug ist die Strasse zum Überholen freizugeben. Wer überholt wird, darf die Geschwindigkeit nicht erhöhen

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Schweiz in Bezug auf den Mindestabstand eine Ausnahme darstellt. Die meisten Länder um uns herum haben einen gesetzlich verankerten Mindestabstand. In der Schweiz ist dieser nicht existent, bzw. wird auf das Bauchgefühl des Autofahrenden reduziert. Hier ein kleiner in anderen Ländern (Quelle: Abstand ist Anstand):

    USA, in 29 Bundesstaaten, 3 – 4 Feet Kanada, 1 Meter Niederlande, 1 Meter Belgien, 1 Meter (Kampagne in Belgien), ab 2021 1,5 Meter Deutschland, 1.5 Meter, 2 Meter bei Lastwagen, ab 90 km/h, schlechten Strassenverhältnissen, Wind und Kinder Australien, Diverse Bundesstaaten, 1 – 1.5 Meter Portugal, 1.5 Meter Grossbritannien, Highway Code 163, Spurwechsel, wie beim Überholen eines Autos Spanien, 1.5 Meter Frankreich, 1 Meter innerorts, 1.5 Meter ausserorts Polen, 1 Meter Irland, 1.5 Meter seit 28.02.2018 Luxemburg, 1.5 Meter ab 1.5.2018

Petition unterstützen!

2018 wurde die Kampagne Abstand ist Anstand ins Leben gerufen, um endlich auch in der Schweiz einen gesetzlichen Mindestabstand einzuführen. Initiiert wurde die Kampagne durch Pro Velo Thurgau. Sie wird aber auch von Pro Velo Schweiz und vielen weiteren Organisationen unterstützt. Die Petition will, dass Artikel 35 des SVG ergänzt wird und die 1.50 Meter offiziell gesetzlich verankert sind. Denn: Abstand ist Anstand! Stimmt oder? Dann liegt hier bereit.

Gemäss Vera Zahner von Pro Velo Thurgau ist es geplant, die Unterschriften dieses Jahr zu überreichen. „Corona hat dem Terminplan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Einreichung der Unterschriften wäre ursprünglich früher geplant gewesen“, erklärt Zahner. Das Ziel sei es nun, die Unterschriften einzureichen, wenn über die gleichnamige Motion gesprochen wird.

Mit der Kampagne Abstand ist Anstand soll 1.50 Meter Mindestabstand beim Überholen gesetzlich verankert werden.

Was kann man als Fahrrad für die Überholsicherheit machen?

Es gibt verschiedene Optionen, wie man sich im Strassenverkehr mit dem Fahrrad vor zu engem Überholen schützen kann. Auf der Seite des Initiativ-Komitees ist folgende Anleitung gegeben:

Halten Sie 70 bis 100 cm Abstand vom rechten Strassenrand. Eine Bandbreite deshalb, weil Sie mehr Abstand nehmen sollten, wenn rechts eine Mauer steht, als wenn Sie nach rechts ausweichen können. Mit dieser Fahrweise rücken Sie mehr ins Gesichtsfeld der Fahrerin oder des Fahrers und werden besser und früher gesehen. Zudem haben Sie die Möglichkeit, nach rechts auszuweichen, falls Sie zu nahe überholt werden. Halten Sie diesen seitlichen Abstand auch bei Engstellen ein. So werden nachfolgende Fahrzeuge Sie nicht überholen. In Kreiseln und in Linksabbiegespuren haben Velofahrende das Recht, vom Rechtsfahren abzuweichen. Sie dürfen dort in der Mitte der Fahrspur fahren und dadurch ein Überholtwerden verhindern.

Zusätzlich zum Fahrverhalten im Strassenverkehr, gibt es auch Hilfsmittel, wie beispielsweise eine Fahne oder Abstandskelle, die das Velo optisch breiter machen, so dass man sofort und generell besser überholt wird. Aber Achtung: Gemäss Gesetz darf ein Velo nicht breiter als 1 Meter sein.

Auch Veloplus hat ein solches Hilfsmittel im Sortiment. Zusätzlich kann die Kampagne auch mit Klebern unterstützt werden, die man gratis bei Veloplus bestellen kann:

SAFETY WING Abstandhalter / Velokelle

Leuchtrot steht der SAFETY WING Abstandhalter 38 cm seitlich vom Velo ab und ermahnt die Autofahrer*innen einen grösseren Bogen ums Velo zu machen. Es funktioniert prächtig und du erhöhst deine Sicherheit bei Tag und Nacht. Zwei eingebaute grosse Reflektoren, rot und weiss, sind nachts extrem gut sichtbar. An jedem Gepäckträger montierbar.

„Abstand ist Anstand“ Kleber

Mit diesem Kleber kannst du die Kampagne unterstützen und dabei mithelfen, diese Problematik in den Köpfe aller Verkehrsteilnehmenden zu verankern. Bringe den Kleber am Verkehrsmittel deiner Wahl an und bekenne Farbe.

Mehr Sicherheit für Radfahrer – 1,5 Meter Abstand ist Pflicht

Kreis(pd). Bei strahlendem Sonnenschein zum Einkaufen, zur Arbeit oder zum Café radeln, den kühlen Fahrtwind im Gesicht – Radfahren hält fit, ist gut für die Umwelt und macht glücklich. Getrübt wird das Glück aber in dem Moment, in dem ein Auto nur wenige Zentimeter entfernt an einem vorbeirast und der Außenspiegel fast den eigenen Arm streift.

Um für mehr Sicherheit für Radfahrer zu sorgen, startet der Kreis Recklinghausen in Kooperation mit der Vestischen, der Polizei und dem Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) eine Verkehrssicherheitskampagne, die genau dieses Problem thematisiert. „Halte 1,5 m Abstand zu Radfahrenden“ lautet der Slogan, der ab sofort großflächig auf Werbeflächen in den Städten und auf Bussen der Vestischen sowie durch Aufkleber auf den Fahrzeugen des Kreises und der Polizei aufgebracht wird.

Sie stellten die Kampagne vor (v. l.): Max Kumpfer, Radverkehrskoordinator beim Kreis Recklinghausen, Martin Schmidt, Geschäftsführer der Vestischen, Tobias Tewes, Mobilitätmanager beim Kreis Recklinghausen, Jörg Teichert von der Polizei Recklinghausen, Bereich Unfallprävention / Opferschutz, und Thomas Aehlig vom ADFC Vest Recklinghausen.

Straßenverkehrsordnung

Max Kumpfer, Radverkehrskoordinator beim Kreis Recklinghausen erklärt, dass der Abstand von 1,5 Metern mehr als nur eine Empfehlung ist: „Ohne Ausnahmen müssen Autofahrende zu Radfahrerinnen und Radfahrern mindestens eineinhalb Meter Abstand halten. Das ist in der Straßenverkehrsordnung festgelegt.“ Bei Verstoß gegen diese Regel können laut Bußgeldkatalog NRW bis zu 100 Euro und ein Punkt die Folge sein. „Falls es nicht möglich ist, genügend Abstand zu Radfahrern zu halten, müssen Autofahrende halt warten, bis ausreichend Platz verfügbar ist. Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen.“

Nicht vergessen werden dürfe, dass auch Radfahrer teilweise vor Gullis oder Straßenschäden ausweichen müssen, wie Thomas Aehlig vom ADFC Vest Recklinghausen weiß. Für den ADFC ist Rücksichtnahme im Verkehr ein zentrales Anliegen. „Autofahrer, die nicht auch Radfahrer sind, haben oft keine Vorstellungen davon, welche Unsicherheit ein zu enges Überholen auslösen kann“, so Aehlig. „Auch wenn nicht immer ein Unfall passiert, ist die Angst vor einer Berührung bei vielen so groß, dass unsichere und ängstliche Radler auf den Gehweg ausweichen. Das ist zwar nicht erlaubt, aber gerade ältere Radfahrer wissen sich nicht anders zu helfen.“

Präventionsarbeit und Empathie

Polizeidirektor Martin Kirchner, Leiter der Direktion Verkehr, setzt auf Präventionsarbeit und Empathie: „Frühzeitig ansetzen, auf die Gefahren hinweisen und damit Unfälle vermeiden! Das ist unser Ziel. Hilfreich ist es daher auch, sich in die Situation seines Gegenübers hinein zu versetzen.“ Nicht selten würden sich die Berufs-Autofahrer am Wochenende selbst auf ihre Fahrräder schwingen. „Denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal hinters Steuer setzen und üben Sie Rücksicht. Halten Sie beim Überholen von Radfahrenden stets ausreichenden Seitenabstand.“

Kampangenmotiv und Totwinkel-Assistenz bei Bussen der Vestischen

Um die Kampagne sichtbar zu machen und zu zeigen, dass Sicherheit ein Thema für alle Verkehrsteilnehmer ist, unterstützt die Vestische mit großflächiger Information auf ihren Bussen. „Als ÖPNV-Unternehmen tragen wir für die Sicherheit im Straßenverkehr eine hohe Verantwortung“, erklärt Vestische-Geschäftsführer Martin Schmidt. „Deshalb unterstützen wir den Kreis selbstverständlich, die Autofahrer für den Sicherheitsabstand zu sensibilisieren.“

Die Vestische selbst nutzt technische Systeme, um sicherzustellen, dass Radfahrer beispielsweise beim Abbiegevorgang nicht übersehen werden. „Wir modernisieren unsere Busflotte sukzessive mit Fahrzeugen, die auch über Totwinkel – und Notbremsassistenten verfügen. Diese Systeme sind eine wertvolle Unterstützung für unsere gut geschulten Fahrerinnen und Fahrer, von der im Straßenverkehr alle profitieren.“

Kostenlose Aufkleber für Bürger

Wer auf dem eigenen Fahrzeug auf den Mindestabstand zu Radfahrern aufmerksam machen möchte, kann sich einen Kampagnen-Aufkleber abholen. Diese gibt es kostenlos im Foyer des Kreishauses. Radverkehrskoordinator Kumpfer: „Wir freuen uns über jeden, der sich einen Sticker abholt und öffentlich auf die Problematik hinweist. Gemeinsam für mehr Sicherheit für Radfahrer im Straßenverkehr.

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Neue Regeln im Straßenverkehr: Mehr Sicherheit, mehr Risiko

Wer in der Stadt sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt das Problem von beiden Seiten: überholen beziehungsweise überholt werden. Auf dem Fahrrad drängt man sich an den rechten Rand und riskiert den Crash mit einer plötzlich aufgerissenen Autotür. Im überholenden Auto hofft man gestresst, dass der Radler oder die Radlerin nicht plötzlich einen Schlenker nach links macht.

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Seitenabstand

Bereits in der Fahrschule lernen Führerscheinanwärter, gemäß den vorgegebenen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten. Denn der Fahrer muss jederzeit gefahrlos anhalten können, auch wenn der Vordermann plötzlich abbremst. Doch nicht nur nach vorne muss zwischen den Fahrzeugen eine ausreichende Entfernung bestehen. einzuhalten, um beispielsweise bei einem Überholvorgang Radfahrer nicht zu gefährden. Während der Mindestabstand zum vorausfahrenden Kfz den meisten Fahrzeugführern geläufig ist, sind sich viele Verkehrsteilnehmer nicht bewusst, dass auch gesetzliche Vorschriften zum Seitenabstand existieren. Dabei kann ein nicht nur zu Unfällen führen, sondern auch ein hohes Bußgeld und sogar Punkte in Flensburg zur Folge haben.

    Bußgeldkatalog für Seitenabstand Überholen von Radfahrern Überholen von Bussen und parkenden Autos Seitenabstand beim Parken Ihre Fragen und unsere Antworten

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Missachtung des Seitenabstandes: Bußgeldkatalog

Eine Missachtung des vorgeschriebenen seitlichen Sicherheitsabstandes beim Überholen kann andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Daher drohen bei einem Verstoß Sanktionen gemäß : werden fällig. Verursacht der Fahrzeugführer eine Sachbeschädigung, erhöht sich das auf.

Verstoß Bußgeld
Nicht am rechten Fahrbahnrand geparkt (einen zu großen Abstand zum Bordstein gelassen) 15 Euro
Beim Überholen keinen ausreichenden Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten 30 Euro
… mit Sachbeschädigung 35 Euro

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Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern

Autofahrer kennen die Situation zu Genüge: vor ihnen fährt ein Radfahrer, weswegen es nur langsam vorangeht, und ein Überholen ist schwierig. Entweder aufgrund des Gegenverkehrs oder weil Straße zu eng ist. Häufig starten Kfz-Fahrer dennoch ein Überholmanöver, um endlich am Radfahrer vorbeizufahren. Dabei missachten sie allerdings den Mindestseitenabstand und nehmen eine Gefährdung des Radfahrers in Kauf. Denn es besteht die Möglichkeit, dass dieser unerwartet reagiert, beispielsweise weil er aus Unsicherheit ins Schwanken kommt, und infolgedessen stürzt.

Gemäß der beschlossenen Änderungen in der StVO 2019 beträgt der Mindestseitenabstand zukünftig. Der seitliche Mindestabstand gilt dabei auch beim Überholen von anderen Fahrzeugen.

Darüber hinaus ist der Seitenabstand beim Überholen auch der. So sollten Fahrer von schweren Fahrzeugen, insbesondere Lkw-Fahrer, einen größeren Abstand einhalten als Fahrer von “kleineren” Kfz. Auch die Geschwindigkeit muss bei einem Überholvorgang berücksichtigt werden. Dabei gilt: je höher die Geschwindigkeit, desto größer der Seitenabstand. Auch das Wetter sowie die Straßenbeschaffenheit beeinflussen den Seitenabstand. Bevor Kfz-Fahrer einen Überholvorgang starten, sollten sie zudem darauf achten, welche Fahrweise der zu überholende Radfahrer an den Tag legt. Wirkt dieser unsicher, ist im Zweifel auf das Überholen zu verzichten, um den Straßenverkehr bzw. den Radfahrer nicht zu gefährden.

Wieviel Platz braucht ein Radler zum (Über-)Leben?

Immer wieder ist deshalb zu beobachten, dass Radfahrer möglichst nah am Fahrbahnrand fahren oder sogar auf den Gehweg ausweichen. Ersteres lädt Autofahrer geradezu dazu ein, sich auch dort noch „durchzuzwängen“, wo objektiv kein Platz mehr zum Überholen ist und wo der gebotene Abstand zum Radfahrer nicht mehr eingehalten werden kann. Letzteres ist schlicht nicht erlaubt und spiegelt einen Verdrängungseffekt des Stärkeren zu Lasten des Schwächeren wider. Meist passiert zu enges Überholen nicht einmal mit Absicht, sondern schlicht in Unkenntnis der Rechtslage, die zugegebenermaßen dadurch erschwert wird, dass der Abstand in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht in Meter und Zentimeter angegeben ist.

Die STVO gibt sich recht vage. Sie schreibt lediglich vor: „Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu Radfahrern und Fußgängern, eingehalten werden.“

Dieses „ausreichend“ aber meint jeder selbst bestimmen zu können. Wie in solchen Fällen üblich, gilt aber die Rechtsprechung als normdefinierend, und diese Rechtsprechung gibt sehr wohl Meter und Zentimeter an. Wenn Kfz einander überholen, gelten 1,00 – 1,50 m als ausreichend. Bei Radlern ist dies aber zu wenig, weil sie pendeln und von der geraden Fahrlinie abweichen, z. B. wegen Seitenwind, Unebenheiten oder Gegenständen auf der Fahrbahn sowie durch Ausgleichbewegungen an Steigungen.

Eine Vielzahl von Gerichtsurteilen, die in den letzten Jahren dazu ergangen sind, machen eindeutige Angaben: Danach sind mindestens 1,50 bis 2,00 m Seitenabstand einzuhalten!

(z. B. Urteil des OLG Saarbrücken, Az. 3 U 141/79). Bei schwierigen Witterungs – oder Fahrbahnverhältnissen sind sogar über 2,00 m nötig. Reicht die Fahrbahnbreite hierfür nicht aus, ist das Überholen solange nicht zulässig, bis ein entsprechend großer Abstand eingehalten werden kann. Entscheidend ist der Abstand zum Radfahrer, nicht etwa zum Bordstein!

Zu bedenken ist dabei auch noch, dass der Radfahrer selbst sowohl zum Bordstein mindestens 0,70 m (wegen Kanaleinlaufschächten, Unebenheiten etc.), noch mehr aber zu parkenden Autos einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten sollte, der mindestens 1,00 m beträgt. Dabei schwenken sich öffnende Autotüren heute in der Regel sogar weiter als 1,00 m auf und Radfahrer müssen sich im Falle eines ungenügenden Abstands sogar eine Mitschuld anrechnen lassen, wenn es zur Kollision kommt.

In der Praxis heißt das, dass ein Auto beim Überholen die Fahrbahn wechseln muss, wenn eine durchschnittliche Fahrbahnbreite von 3,00-3,50 m gegeben ist.

Nimmt man die minimalen Werte, addieren sich 0,70 m Abstand zum Bordstein plus 0,70 m Radfahrerbreite plus 1,50 m Seitenabstand zu insgesamt 2,90 m Abstand von überholenden Fahrzeugen zum Bordstein.

Bei Annahme der maximalen Werte kommt man auf 3,70 m (1,00 m Abstand zu parkenden Autos plus 0,70 m Radfahrerbreite plus 2,00 m Seitenabstand), womit ein Fahrbahnwechsel vorausgesetzt werden kann. Das geht natürlich nur dann, wenn kein Gegenverkehr herrscht.

Bei Gegenverkehr ist Überholen somit tabu. Gar nicht überholt werden darf, wenn der Radfahrer seine Absicht, nach links abzubiegen, durch Handzeichen bekannt gemacht hat und sich zur Fahrbahnmitte hin einordnet. Denn während eines Abbiegevorgangs besteht für andere bekanntlich Überholverbot. Hier darf höchstens je nach Situation und Platzverhältnissen langsam und vorsichtig rechts am Abbiegenden vorbeigefahren werden. Zudem haben Überholende eine besondere Pflicht zur Rücksichtnahme gegenüber den Überholten. Ganz besonders gilt dies gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern.

Wer diese Regeln einhält, der kann dies auch von anderen erwarten, wenn er selbst mit dem Rad unterwegs ist.

Hier machen es alle. So fühlt sich der Radfahrer vom Auto bedrängt und kann im Falle einer sich öffnenden Tür nicht mehr ausweichen oder nur in die Autospur

Abstandsregel – In welchem Abstand darf ich als Autofahrer ein Velo überholen?

Ein Auto überholt ein Velo. Ist der Abstand hier ausreichend? Und wie ist er geregelt? Das fragt sich Userin Sophie.

Mindestabstand : In welchem Abstand darf ich ein Velo überholen?

Dass Autofahrerende verpflichtet sind, Velofahrende in einem gewissen Abstand zu überholen, ist klar. Wie dieser seitliche Abstand gesetzlich geregelt ist, möchte Sophie wissen.

Frage von Sophie ans AGVS-Expertenteam:

In einem früheren Artikel habt ihr euch zum Überholen von Fahrrädern bei Sicherheitslinien geäussert. Nach der Lektüre des genannten Artikels ist mir aber noch unklar, mit wieviel Abstand ich ein Velo konkret überholen darf. Ist dies gesetzlich geregelt? Und: Ist ein Velofahrer verpflichtet, den Radweg zu benutzen, sofern einer existiert, oder darf er auch auf der Strasse fahren?

Antwort:

Vielen Dank für die spannende Frage. Einen Mindestabstand oder Ähnliches, die beim Überholen von Velofahrenden bzw. anderen Strassenbenützenden zu beachten sind, findet sich in keinem Gesetzesartikel. Diese beschränken sich auf eher allgemeine Aussagen, die nicht weiter konkretisiert werden. Art. 35 Abs. 2 Strassenverkehrsgesetz (SVG) besagt folgendes: Wer überholt, muss besonders Rücksicht nehmen auf die übrigen Strassenbenützenden, namentlich auf jene, die er überholen will. Gegenüber allen Strassenbenützenden ist zudem nach Art. 34 Abs. 4 SVG ein ausreichender Abstand zu wahren, namentlich auch beim Überholen.

Das Bundesgericht hat sich schon mehrfach mit den Seitenabständen beim Überholen von Velofahrenden beschäftigt. Der gebotene Abstand ist dabei von Fall zu Fall und unter Einbezug der konkreten Umstände zu beurteilen. Auch die Rechtsprechung legt sich daher nicht auf einen konkreten Mindestabstand fest, sondern beurteilt die Angemessenheit des Abstands jeweils im Einzelfall anhand der Geschwindigkeit, mit der überholt wird, anhand von anderen Umständen – wie den Strassen – oder Sichtverhältnissen – und anhand der Art des zu überholenden Strassenbenützers bzw. seinem erkennbaren oder voraussehbaren Verhalten.

Das Bundesgericht hat sich schon mehrfach mit den Seitenabständen beim Überholen von Velofahrenden beschäftigt.

In verschiedenen Büchern zum Thema Strassenverkehrsrecht wird beim Überholen von Zweiradfahrzeugen generell ein seitlicher Abstand von mehr als einem Meter verlangt. Wobei auch hier festgehalten werden muss, dass dieser Abstand unter der heutigen Rechtslage bei einem jungen oder älteren, etwas unsicheren Fahrradlenkenden in einem Bereich, wo eine Höchstgeschwindigkeit von 80km/h gilt, wohl nicht in jedem Fall angemessen ist.

Verschiedentlich wurde politisch ein gesetzlicher Mindestabstand gefordert, was aber beim Bundesrat (bisher) keinen Anklang gefunden hat. Daher kann ich dir nicht einen allgemeingültigen Abstand nennen, der beachtet werden muss. Vielmehr musst du als Fahrzeuglenkerin vor dem Überholen die herrschenden Umstände beachten und einschätzen. Als Faustregel sind 1 bis 1,5 m seitlicher Abstand zu einem Velo in der Mehrheit der Fälle angemessen.

Da bei Überholmanövern immer ein gewisses erhöhtes Unfallrisiko entsteht, gibt es vielerorts von der Strasse abgegrenzte Radwege. Damit möchte ich zu deiner zweiten Frage überleiten: Ist ein solcher Radweg klar signalisiert, verpflichtet er sowohl Velofahrende als auch E-Bike-Fahrende zur Nutzung. Die Benutzungspflicht wird dabei durch die Signalisation ausgelöst. Dies ergibt sich explizit aus Art. 46 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 33 Signalisationsverordnung. Wer dies missachtet, wird mit einer Ordnungsbusse von 30 Franken bestraft.

Die interessantesten und aktuellsten Fragen und natürlich die Antworten publizieren wir jeden Mittwoch unter dem Vornamen des oder der Fragenden hier im Lifestyle-Channel von 20 Minuten.

Der AGVS

Der AGVS ist der Verband der Schweizer Garagisten. 4000 Betriebe mit 39’000 Mitarbeitenden (darunter 9000 Nachwuchskräfte in Aus – und Weiterbildung) sorgen dafür, dass wir sicher, zuverlässig und energieeffizient unterwegs sind. Und dieses Expertenteam sorgt für Durchblick: Markus Aegerter (Handel und Dienstleistungen), Olivier Maeder (Bildung), Markus Peter (Technik und Umwelt) und AGVS-Juristin Olivia Solari (Recht).

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Fake oder Fakt? Parken vor Kreu­zun­gen: Droht Abschleppgefahr?

Kurz ein Päckchen bei der Post abgeben oder den Wocheneinkauf ausladen: Das Parken vor Kreuzungen halten viele für ein Kavaliersdelikt, gerade wenn Parkplätze rar gesät sind. Ist das so oder kann die Polizei den Abschleppwagen rufen, während du an einer Kreuzung parkst und deine Besorgungen erledigst?

Abstand beim Parken an Kreu­zun­gen: 5 Meter oder 8 Meter?

Beim Parken vor oder hinter Kreuzungen und Einmündungen muss gemäß § 12 Straßenverkehrsordnung (StVO) ein Bereich von mindestens frei bleiben. Das ist etwa so lang wie ein durchschnittlicher Mittelklasse-Pkw. Der Hinweis auf die Schnittpunkte ist vor allem dort hilfreich, wo die Ecken der Fahrbahn im Kreuzungsbereich abgerundet sind.

Hinzu kam mit der StVO-Novelle von 2020 eine weitere Regelung: Wenn es in Fahrtrichtung, muss der Abstand sogar zum Schnittpunkt der Fahrbahnkanten betragen. Das entspricht etwa der Länge von zwei Kleinwagen, die hintereinander stehen.

Die Sicht der Verkehrsteilnehmer und das Abbiegen auf der Kreuzung dürfen nicht behindert werden. Fahrradfahrer sollen besonders geschützt werden.

Ist durch seinen Belag, etwa eine andere Pflasterung, und manchmal auch durch einen Grünstreifen eindeutig vom Gehweg abgegrenzt. Ein von der Fahrbahn abgeteilter Radfahrstreifen ist kein baulich angelegter Radweg.

Parken oder Halten?

Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Unterschied zwischen Parken und Halten. Das sagt die StVO:

    Wer sein Fahrzeug für weniger als drei Minuten verlässt und in Sicht­wei­te bleibt, hält. Wer jedoch sein Fahrzeug verlässt und sich länger als drei Minuten außer Sicht­wei­te aufhält, parkt. Dasselbe gilt, wenn man länger als drei Minuten an einer Stelle anhält.

Das Parken vor Kreuzungen ist innerhalb der 5-Meter – beziehungsweise 8-Meter-Zone ausdrücklich nicht gestattet. In Bezug auf das Halten heißt es in diesem Zusammenhang in der StVO nur, dass es „an engen und an unübersichtlichen Straßenstellen“ nicht erlaubt ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher unmittelbar im Kreuzungsbereich auch nicht halten.

Wann wird abgeschleppt?

Wer beim Parken an Kreuzungen nicht den geforderten Abstand einhält, muss mit einem von 10 Euro rechnen. Es kann sich auf bis zu 30 Euro erhöhen, wenn das Auto über mehrere Stunden im Kreuzungsbereich steht und/oder andere Verkehrsteilnehmer dadurch behindert werden.

– vor allem dann, wenn es so ungünstig steht, dass es den Verkehr erheblich behindert oder die Sicht anderer Fahrer deutlich eingeschränkt ist.

Mit einem Urteil aus dem Jahr 2010 hat das Verwaltungsgericht Aachen bestätigt, dass das Abschleppen von Fahrzeugen in solchen Fällen prinzipiell rechtmäßig ist (AZ 6 K 512/08). Im konkreten Fall stand das Fahrzeug nur 1,35 Meter vor den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten, außerdem befand sich eine Schule in unmittelbarer Nähe.

Wenn das Fahrzeug auf öffentlichem Grund steht, ist es nur den Behörden erlaubt, ein Abschleppunternehmen zu beauftragen. Andere Verkehrsteilnehmer, die von einem zu nah an einer Kreuzung parkenden Fahrzeug behindert werden, sind dazu nicht befugt. Auch wenn du es eilig hast und dich über den Falschparker ärgerst: Du kannst nur die Polizei oder das Ordnungsamt anrufen, die sich um das weitere Vorgehen kümmern, aber nicht direkt den Abschleppdienst.

Mindestabstand vor einer Ampel: Was gilt hier?

Wer mit einem teilnehmen möchte, muss sich an zahlreiche Regelungen und Gesetze halten. Andernfalls würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das komplette Chaos ausbrechen. Doch viele der Regeln sind einem Autofahrer gar nicht mehr so geläufig, liegt doch der schon einige Jahre zurück. Dass das Überfahren einer roten Ampel nicht erlaubt ist, wissen wohl die meisten. Doch wie sieht es mit Mindestabständen aus?

In diesem Ratgeber wollen wir der Frage nachgehen, ob es einen gibt und wenn ja, wie groß dieser sein muss. Zudem soll geklärt werden, welche, wenn er gegen etwaige Regelungen verstößt. Lesen Sie hier mehr!

Welchen Mindestabstand von einer Ampel muss ein Fahrzeug einhalten?

Gibt es überhaupt einen, den es zu wahren gilt? Grundsätzlich ist dies nicht der Fall. Wer sich im fließenden Verkehr mit seinem Auto oder sonstigen Kfz einer Ampel nähert, die er passieren will, der darf bis zur Haltelinie fahren, ohne im Geiste entsprechende Berechnungen über einen etwaigen Mindestabstand anzustellen.

Beim Halten mit einem Fahrzeug muss ein Mindestabstand zu einer Ampel gewahrt sein.

Etwas anderes gilt indes für Situationen, in denen ein Autofahrer möchte. Hierbei kommt sodann § 37 Absatz 1 Satz 2 der Straßenverkehrs-Ordnung (kurz: StVO) zum Tragen, der Folgendes besagt:

Wer ein Fahrzeug führt, darf bis zu 10 m vor einem Lichtzeichen nicht halten, wenn es dadurch verdeckt wird.

Der Mindestabstand vor einer Ampel beträgt. : Auch in der Fahrschule ist diese Frage von Bedeutung. Wer sie falsch beantwortet, kassiert.

Doch was passiert eigentlich, wenn dieser Abstand nicht gewahrt wird? Diese Frage beantwortet Ihnen der nachfolgende Abschnitt.

Mindestabstand zur Ampel nicht gewahrt: Was droht?

Wer sich der, dem drohen Sanktionen. Wie diese im Einzelnen aussehen, können Sie entnehmen.

Ein Verstoß gegen die zu einer Ampel wird mithin weder mit einem Bußgeld, noch mit Punkten oder gar einem Fahrverbot geahndet. Hierbei handelt es sich stattdessen um ein Verwarnungsgeld, das bei zum Tragen kommt. Nur für den Fall, dass die wird, kommt es zum Bußgeldverfahren.

FAQ: Mindestabstand zur Ampel

Im fließenden Verkehr müssen Sie grundsätzlich keinen bestimmten Abstand zu einer Ampel einhalten, um die Regeln der StVO zu beachten.

Richtig, wer vor einer Amel halten oder parken will, muss einen Abstand von mindestens 10 Metern vor dieser einhalten, wenn er sie sonst verdecken würde.

Wer den Mindestabstand zur Ampel nicht einhält und damit eine Ordnungswidrigkeit begeht, muss mit einem Verwarnungsgeld von 10 bis 35 Euro rechnen.

Seitenabstand nicht eingehalten?

Gut bekannt – wenn auch nicht immer befolgt – ist die Regel, dass genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten ist. Für den Fall, dass dieses plötzlich abbremst, sorgt dieser Sicherheitsabstand dann dafür, dass Vorgeschrieben ist dieser Abstand in § 4 der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Doch wie sieht es eigentlich an den Seiten aus? Und wie groß fällt dieser aus? Im Folgenden möchten wir zwei Fälle betrachten, in denen der Seitenabstand relevant ist: das. Da in der Regel der einzuhaltende seitliche Abstand nicht durch Verkehrszeichen angezeigt wird, ist die Kenntnis der geltenden Bestimmungen hier hilfreich.

FAQ: Seitenabstand

Grundsätzlich schreibt die StVO beim Überholen vor, dass der Seitenabstand „ausreichend“ sein muss. Genaue Vorgaben enthält sie nur zum Überholen von Fußgängern, Radfahrern und Fahrern von E-Scootern. Wie viel Abstand Sie zur Seite bei welchen Verkehrsteilnehmern einhalten müssen, haben wir Ihnen hier zusammengefasst.

Die StVO besagt nur, dass platzsparend geparkt werden muss. Ein Mindestabstand zu anderen parkenden Fahrzeugen ist nicht vorgeschrieben.

Seitenabstand beim Überholen

Was beim Überholvorgang zu beachten ist, schreibt § 5 der StVO genau vor. Hier steht unter anderem, dass das zu erfolgen hat und wann es unzulässig ist.

Autofahrer finden hier auch eine. In § 5 Abs. 4 Satz 2 StVO heißt es:

Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden.

Diesem Satz lässt sich mindestens Folgendes entnehmen: Es ist, und zwar ist dies. Weiter heißt es in § 5 Abs. 4 StVO schließlich:

Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Rad Fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug Führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 m und außerorts mindestens 2 m.

Da der Seitenabstand jedoch gesetzlich vorgegeben ist, finden bei anderen Verkehrsteilnehmern die Werte Anwendung, die sich haben.

Zusammengefasst: Wie groß muss der Seitenabstand sein?

Grundsätzlich hängt der einzuhaltende Seitenabstand immer von den ab. Der Mindestabstand, der nicht unterschritten werden darf, beträgt beim von

    Zu Fuß Gehenden, Rad – und E-Scooter-Fahrern: innerorts 1,5 Meter und außerorts 2 Meter PKW und LKW: 1 Meter Motorrädern und anderen einspurigen Kfz: 1,5 Meter Linien – und Schulbussen: 2 Meter

Im Zweifel sollten Sie den Abstand wählen. Kommt es nämlich zu einem Unfall, könnten dem Autofahrer Konsequenzen drohen, wenn er eingehalten hat.

Besondere Vorsicht bei bestimmten Personengruppen

Gegenüber sieht die StVO (§ 3 Abs. 2) eine besondere Rücksicht vor. Autofahrer müssen sich bei diesen Verkehrsteilnehmern so verhalten, dass ihre ist.

Dies beinhaltet auch, dass eingehalten wird, um eine Gefährdung oder Schädigung zu vermeiden.

Seitenabstand beim Parken

Wenn es um den geht, lassen sich zunächst zwei grundlegende Fälle unterscheiden:

Die Autos parken Hintereinander längs zum Fahrbahnrand. Die Autos parken Nebeneinander auf markierten Parkplätzen.

Es sind in jedem Fall die Vorschriften der StVO zu beachten. Diese besagt in § 12 unter anderem, dass. Relevant für den ersten Fall, das Parken am Straßenrand, ist die Regel, dass hierfür bei ausreichender Befestigung der rechte Seitenstreifen zu verwenden ist.

Ansonsten muss werden, um den Verkehr nicht zu behindern. Auch wenn hierdurch kein konkreter Seitenabstand definiert ist, wird klar, dass möglichst wenig Platz zum Bordstein gelassen werden sollte, um kein Bußgeld zu riskieren.

Nebeneinander Parken und aussteigen lassen

Parken Autos nicht hinter – sondern nebeneinander, geht es beim Seitenabstand vor allem darum, dass. Ansonsten wird der Ein – und Ausstieg schwierig.

In der Regel sind solche Parkplätze durch weiße Markierungen festgelegt. Innerhalb dieser kann der Fahrer seinen Wagen parken. Doch, um auf beiden Seiten gleich viel Abstand zu lassen?

Grundsätzlich kann die. Solange es den Insassen von nebenstehenden Fahrzeugen möglich ist, ein – und auszusteigen, ist es also in der Regel nicht notwendig, mittig zu parken. Das Problem des geringen Seitenabstands ergibt sich meist auch eher aus der Breite der heutigen Fahrzeuge, die oft nur noch knapp in die Standardgröße der Parkplatzmarkierungen passen.

Welches Bußgeld ist bei fehlendem Seitenabstand zu erwarten?

Wird der Seitenabstand, den die StVO vorschreibt, nicht beachtet, so kann das beim Parken nicht nur den Verkehr behindern oder beim Überholen, sondern es handelt sich dann auch um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Wer beim Parken nicht darauf achtet, sich an den rechten Fahrbahnrand zu stellen, muss ein entrichten.

Überholen ohne ausreichenden Seitenabstand: Bußgelder

Wird, der den Seitenabstand betrifft, sind höhere Sanktionen zu erwarten. Wenn der Fahrer keinen ausreichenden Abstand einhält, muss er.

Dieser Betrag erhöht sich jedoch, wenn besondere Umstände hinzukommen. Dies ist insbesondere bei den schutzbedürftigen Personen der Fall, welche die StVO explizit bedacht hat. So ist bei einer, weil beim Überholen kein ausreichender Seitenabstand eingehalten wurde, ein zu zahlen. Hinzu kommt zusätzlich ein Punkt in Flensburg.

Sind diese besonderen Personen nicht nur einer Gefährdung durch solch ein Überholmanöver, das ohne ausreichenden Abstand durchgeführt wird, ausgesetzt, sondern werden, liegt das. Dazu kommt wieder ein Punkt in Flensburg.

Es wird also deutlich: Nicht nur der Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen ist wichtig, , um mögliche Gefährdungen auszuschließen. Wenn Autofahrer sich nicht daran halten, müssen sie mit einem Bußgeld rechnen.

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