Abstand macht sicher!

Mangelnde Seitenabstände überholender Autos erschrecken RadfahrerInnen. Abrupt geöffnete Autotüren stellen für Radfahrende eine signifikante Gefahr dar. Wer durch solche Situationen das Radfahren als gefährlich erlebt, fährt nicht gerne weiter Rad. Die Radlobby hat aus diesen Gründen die Kampagne ins Leben gerufen, die wichtige Bewusstseinsveränderungen bei LenkerInnen motorisierter Fahrzeuge und RadlerInnen bewirken möchte und auch den Gesetzgeber miteinbezieht.

Kfz-LenkerInnen

Halten Sie beim Überholen gemäß StVO mindestens 1,5 m Abstand innerorts bzw. 2,0 m Abstand außerorts oder überholen Sie nicht. Machen Sie einen Schulterblick, bevor Sie Autotüren öffnen.

RadfahrerInnen

Halten Sie zu abgestellten Autos den empfohlenen Abstand von mindestens 1,2 Meter ein. So können Sie auch an abrupt geöffneten Türen sicher vorbeifahren.

Lokalpolitik & VerkehrsplanerInnen

Planen Sie im Fall von Radfahrstreifen mit einer Breite von mindestens 2,0 m neben abgestellen Autos gemäß Richtlinie RVS Radverkehr.

Bundespolitik & Ministerien

Führen Sie auch bei Radfahrstreifen und Geschwindigkeiten bis 30 km/h verpflichtende Überholabstände ein und stellen Sie die Einhaltung durch Kampagnen und Kontrollen sicher.

„Der Sicherheitsabstand ist die Knautschzone der Radfahrenden. Diese einzuhalten ist eine Frage der Rücksichtnahme der Kfz-LenkerInnen, aber auch eine der richtigen Spurwahl der RadlerInnen, die genug Abstand zu parkenden Autos und Fahrbahnrändern halten sollten, um enges Überholen und Türunfälle zu vermeiden.“ Die Kampagne „Abstand macht sicher!“ der Radlobby Österreich nimmt sich dieser wichtigen Sicherheitsthemen an.

Fakten & Gesetzeslage

In Wien sind 11%* der Radverkehrsunfälle durch geöffnete Autotüren verursacht (*MA 46). Den Seitenabstand zu stehenden Hindernissen schreibt die StVO §7 (1) so vor: Der Öffnungsbereich von Autotüren erstreckt sich von 80 cm bei Kleinwagen bis 1,5 m bei Coupés oder Lkws. Die richtige Spurwahl durch RadlerInnen macht also sicher und ist StVO-Konform.

Der Seitenabstand beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen wird ebenso von der StVO §15 (4) beschrieben: „Beim Überholen ist ein der Verkehrssicherheit und der Fahrgeschwindigkeit entsprechender seitlicher Abstand vom Fahrzeug, das überholt wird, einzuhalten.“ Diese Definition gibt aber den Radfahrenden keine zuverlässige Rechtssicherheit.

Da dieser Seitenabstand sicherheitsrelevant ist und bei dessen Einhaltung die Fahrspur des Rades bei ca. 1,5 Meter vom parkenden Auto liegt, kann ein Mehrzweckstreifen mit der gängigen Mindestbreite laut RVS-Richtlinie von eben diesen 1,5 Metern dem Radfahrenden keinen Schutz mehr bieten, wodurch eine Änderung der Richtlinien unvermeidbar ist.

Jene Person, die die Türe eines Kfz öffnet, ist laut StVO §23 (4) dafür verantwortlich, dass niemand dadurch gefährdet oder behindert wird: „Die Türen eines Fahrzeuges dürfen so lange nicht geöffnet werden und auch nicht geöffnet bleiben, als dadurch andere Straßenbenützer gefährdet oder behindert werden können.“

Wie das Radfahren eine sichere Sache wird

Wenn mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, kommt es zu mehr Unfällen mit Radbeteiligung. Allerdings sinkt der Anteil der schweren Unfälle, je präsenter und unübersehbarer auf den Straßen geradelt wird. Präsenz allein reicht aber nicht: Die Sichtbeziehungen zwischen den Verkehrsteilnehmern müssen sich verbessern, der Autoverkehr muss langsamer werden und die Polizei soll gefährliche Regelverstöße konsequenter verfolgen. Aber auch die Radfahrerinnen und Radfahrer selbst können einiges für ihre Sicherheit tun.

Präsenz auf der Straße ist ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Radverkehr, aber nicht der einzige.

Weit verbreitet, aber dennoch falsch ist die Behauptung, Radfahrerinnen und Radfahrer trügen mit Regelverstößen die Hauptverantwortung für Radunfälle mit Personenschaden. Nach Berechnungen des Allgemeinen Fahrradclubs (ADFC) verursachen vielmehr Autos 65 Prozent der Unfälle, bei denen Radfahrende verletzt werden. Insgesamt sind an acht von zehn Radunfällen Autos beteiligt. Häufigste Unfallursache sind Fehler der Autofahrenden beim Abbiegen. Vermeintlich folgenschwere Radlersünden wie Rotlichtverstöße oder Fahren ohne Licht spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Radunfälle, die mit tödlichen Verletzungen enden, werden mehrheitlichvon rechts abbiegenden Lastwagen verursacht, die die Vorfahrt der Radfahrenden missachten. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass das Problem des toten Winkels mittlerweile durch die Spiegelpflicht gelöst ist, trifft das nicht zu. Es bleibt immer noch ein nicht einsehbarer Bereich von vier Grad, in dem ein Radfahrer aus dem Blickwinkel des Lkw-Fahrers verschwinden kann.

Freie Sicht kann Leben retten

Obwohl schon lange bekannt ist, wie folgenschwer Fehler beim Rechtsabbiegen sind, hat die Berliner Verkehrsplanung jahrelang den Radverkehr auf Wege gelenkt, die von der Straße aus schlecht zu sehen sind. Zwar erhöht ein bisschen Abstand zwischen der Fahrbahn und Radwegen zunächst das Sicherheitsempfinden vieler. Allerdings wird dieser Zwischenraum von diversen anderen Nutzungen beansprucht, so dass parkende Kraftfahrzeuge, Glascontainer, Bushaltestellen, Bäume oder Werbetafeln die Sichtbeziehungen zwischen Fahrbahn und Radweg stören. Folge: Rechts abbiegende Autos rechnen nicht mit Fahrrädern. Der BUND fordert daher: Entweder verlaufen Radwege als Radspuren auf der Fahrbahn. Oder sie sind durch physische Barrieren von der Fahrbahn getrennt, bleiben aber im Blickfeld der Autofahrenden.

Entschleunigung hilft

Selbst wenn Geld keine Rolle spielte: Es würde Jahre dauern, sämtliche Straßen Berlins mit Radverkehrsanlagen auszustatten. Viel einfacher ist es, die Geschwindigkeit von Auto – und Radverkehr anzugleichen, sprich: den Autoverkehr zu verlangsamen. Wo Tempo 20 oder Tempo 30 herrscht, können sich motorisierter und unmotorisierter Verkehr viel besser den Straßenraum teilen als bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h. Der BUND setzt sich daher dafür ein, grundsätzlich Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen anzuordnen und berlinweit mehr Fahrradstraßenund verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche einzurichten.

Regeln sind gut, Kontrolle ist besser

Was nutzen Tempolimits, Vorgaben zum Sicherheitsabstand und Parkverbote auf Fahrradspuren, wenn sich nicht alle daran halten? Beim Thema „Sicherheit im Radverkehr“ konzentrierte sich die Polizei bislang darauf, Licht und Bremsen der Fahrräder zu kontrollieren. Erst seit kurzem gibt es gelegentlich auch Schwerpunktkontrollen von rechts abbiegenden Autofahrern vorgenommen. Wenn es nach dem BUND geht, soll die Polizei viel stärker rücksichtslose und daher verbotene Fahrweisen von Kraftfahrzeugen ahnden, schließlich sind diese für die gefährlichsten Unfälle verantwortlich. Und auch wenn der „ruhende Verkehr“ zunächst Angelegenheit des Ordnungsamts ist: Das illegale Parken auf Radwegen und – streifen nötigt Radfahrende regelmäßig zu gefährlichen Ausweichmanövern und ist daher ein Fall für die Polizei.

Selbstbewusst, aber vorsichtig fahren

Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann einiges zur eigenen Sicherheit beitragen. Manches ist bekannt und selbstverständlich: Verkehrsregeln beachten und ein Rad mit Bremsen und Licht fahren. Ebenso wichtig ist es, sich berechenbar zu verhalten und Aktionen wie Abbiegen mit Handzeichen anzukündigen und ausreichend Abstand einzuhalten, vor allem von parkenden Autos am Fahrbahnrand – lieber angehupt werden, als von einer geöffneten Autotür getroffen zu werden. Wenn man zu weit rechts fährt, signalisiert man den Autofahrenden unbewusst: „Hier ist viel Platz, ihr könnt mich locker ohne Spurwechsel überholen“.

Fußwege sind keine Radwege

Genauso wie der Autoverkehr auf den Radverkehr Rücksicht nehmen muss, haben die Radfahrerinnen und Radfahrer Rücksicht auf Fußgängerinnen und Fußgänger zu nehmen. Für Erwachsene (außer als Begleitung von Kindern unter zehn Jahren) gibt es keinen akzeptablen Grund, auf den Bürgersteigen zu radeln. Und erst recht nicht, die dort Gehenden aus dem Weg zu klingeln. Rücksichtnahme gegenüber ein – und aussteigenden Fahrgästen an Haltestellen von Bus und Bahn sollte ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein.

Fünf Tipps: Sicheres Fahrradfahren in der Stadt

Schnell, flexibel, umweltfreundlich und günstig. Für viele Stadtbewohner ist das Fahrrad das beste Verkehrsmittel, sodass sie auf die Anschaffung eines Autos oft sogar verzichten können.

Wo Licht ist, ist aber leider auch Schatten. Fahrrad fahren in der Stadt ist häufig gefährlich. Die Ursachen für Fahrradunfälle in der Stadt sind vielfältig: Rechtsabbiegende Autos oder eine sich öffnende Autotür stellen ebenso ein Risiko dar wie Straßenbahnschienen, in die sich Radler schnell einfädeln können.

Aus diesem Grund haben wir im Folgenden wichtige Tipps und Tricks zusammengefasst, die dabei helfen, Unfällen vorzubeugen und Leben zu retten.

Besondere Vorsicht bei rechtsabbiegenden Fahrzeugen

Ein Fahrzeug biegt rechts ab und übersieht den Fahrradfahrer im. Eine Situation, die oft Unfälle mit schweren oder tödlichen Verletzungen zur Folge hat.

Beobachten Sie die Autos und insbesondere Lkws, die vor oder neben Ihnen auf eine Kreuzung zufahren und gegebenfalls rechts blinken. In solchen Fällen gilt, Geschwindigkeit verringern, bremsbereit sein und erst am Fahrzeug vorbeifahren, wenn Sie 100 % sicher sind, dass der Fahrer Sie gesehen hat und anhält. Bleiben Sie stehen, wenn Sie unsicher sind oder Sie sich direkt neben dem Fahrzeug befinden.

Vorsicht vor Straßenbahnschienen

Sie sehen harmlos aus, sind aber extrem gefährlich: Straßenbahnschienen oder auch Rillenschienen. Grundsätzlich sollten Sie sich mit Ihrem Fahrrad möglichst weit von Schienen.

Wenn Sie der Verkehr jedoch dazu zwingt, Schienen zu kreuzen, sollten Sie sie möglichst im 90-Grad-Winkel überqueren. Bei kleinerem Winkel vergrößern Sie das Risiko, mit Ihren Reifen in der Rille einzufädeln. Dann ist das Fahrrad kaum noch zu kontrollieren und ein Sturz ist in der Regel nicht zu vermeiden.

Steigen Sie lieber ab, wenn Sie unsicher sind, und überqueren Sie schiebend die Straße. Selbiges empfehlen wir, wenn ein Auto auf dem Fahrradweg parkt und Sie sich in den fließenden Verkehr einordnen müssen. Mit der können Sie Falschparker direkt beim melden.

Ausreichend Abstand zu parkenden Autos

Durch das Öffnen einer Autotür werden immer wieder vorbeifahrende Fahrradfahrer zu Fall gebracht. Das Risiko für sogenannte können Sie minimieren, indem Sie ausreichend Abstand zu den parkenden Autos halten.

1,5 Meter Abstand einzuhalten, um ohne Ausweichmanöver an einer sich öffnenden Autotür vorbei fahren zu können. Unser Tipp für die mitlesenden Autofahrer: Verlassen Sie sich beim Aussteigen nicht nur auf Ihren Außenspiegel, sondern öffnen Sie die Tür mit der rechten Hand. So drehen Sie automatisch Ihren Oberkörper, sodass Sie über Ihre linke Schulter auf die Straße bzw. den Fahrradweg blicken. Diese Methode nennt man den.

Sicherheit für Senioren

Mit dem Auto zum Einkaufen, zu Fuß zum nächsten Café, eine Radtour ins Grüne: Wir alle wollen mobil sein und es im Alter auch bleiben. Doch gerade Menschen in der zweiten Lebenshälfte erleben zunehmend Veränderungen ihrer Leistungsfähigkeit und Gesundheit.

In den Veranstaltungen, Trainings und Seminaren der Verkehrswachten können sich Interessierte unverbindlich informieren, wie sich eine nachlassende körperliche und mentale Fitness auf die sichere Verkehrsteilnahme auswirken kann. Und vor allem erfahren sie, worauf es ankommt, um trotzdem sicher mobil zu sein.

Unser Tipp: Schauen Sie doch mal auf unserem Verkehrswacht Campus vorbei: https://campus. verkehrswacht. de/.

Unfallschwerpunkt Landstraße

Landstraßen gehören zu den gefährlichsten Straßen. Überholvorgänge, Bäume und Wildtiere stellen tückische Gefahren dar. …

Seniorinnen und Senioren – Unfallstatistik

Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren verunglücken seltener bei Verkehrsunfällen als jüngere. Sie sind jedoch überproportional häufig in schwere Verkehrsunfälle verwickelt. …

Sichere Mobilität im Alter

Senioren verfügen über eine langjährige Erfahrung im Straßenverkehr. Um lange fit und sicher mobil zu bleiben, können sie aktiv etwas tun. …

Mobil bleiben, aber sicher!

Erlebnistage zur sicheren Mobilität von Senioren. Testen Sie Ihre Fähigkeiten an den Aktionsgeräten und lassen Sie sich beraten – unverbindlich und kostenlos. …

Sicher mobil

Gesprächsrunden zur sicheren Mobilität im Alter. In kleinen Gruppen diskutieren die Teilnehmer über Probleme auf ihren täglichen Wegen und beraten gemeinsam Lösungen. …

Fahrsicherheitstraining

Die Deutsche Verkehrswacht bietet auf über 140 Standorten in ganz Deutschland Fahrsicherheitstrainings für nahezu alle Fahrzeugarten und Altersgruppen an. …

Fit hinterm Steuer?

Mit dem eigenen Auto mobil zu sein, ist ein Stück Lebensqualität. Doch wenn sich Gesundheit und Leistungsfähigkeit ändern, kann es kritisch werden. Worauf Sie achten sollten. …

Licht-Test für Autofahrende

Foto: ZDK/ProMotor In Deutschland ist etwa jeder Dritte PKW mit mangelhafter Beleuchtung unterwegs. Das ist eindeutig zu viel, wenn man …

Tipps für den passenden Fahrradhelm

Ein Fahrradhelm kann bei einem Verkehrsunfall schwere Kopfverletzungen verhindern. Damit er seine volle Schutzwirkung entfalten kann, muss er jedoch sein. …

Sicherheitsausrüstung für Rad und Radler

Regelmäßige Sicherheitschecks sind wichtig. Nur wenn ein Fahrrad mit folgendem Zubehör ausgestattet ist, darf es im Straßenverkehr genutzt werden. …

Eingebauter Rückenwind: Pedelecs

Pedelecs sind eine interessante Alternative zum herkömmlichen Fahrrad. Mit folgenden Tipps erhöhen Fahrerinnen und Fahrer ihre Sicherheit. …

Fit mit dem Fahrrad

Das Trainingsprogramm für Rad – und Pedelecfahrer Wer „fit mit dem Fahrrad“ sein möchte, für den ist die Teilnahme an einem …

FahrRad… aber sicher!

Sicher im Sattel mit Fahrrad und Pedelec. Bei den Verkehrssicherheitstagen werden alle Fragen rund ums sichere Radfahren und verkehrssichere Fahrrad beantwortet. …

Rollatortraining

Mit dem Rollator bremsen, drehen und manövrieren – was sich so einfach anhört, gestaltet sich in der Realität häufig schwierig. Verkehrswachten zeigen, wie es geht. …

SEIEN AUCH SIE EIN PARTNER FÜR VERKEHRSSICHERHEIT!

Unterstützen Sie die Arbeit der Verkehrswachtorganisation und werden Sie Kooperationspartner oder Mitglied der Deutschen Verkehrswacht e. V.

Verkehrssicherheit

Radfahren hat gerade bei Kindern vielfältige positive Wirkungen: Es ist umweltfreundlich, fördert die Entwicklung der Koordination und Motorik, wirkt aktiv dem Trend zum Übergewicht entgegen, verbessert die Umweltwahrnehmung und die Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern. Dabei ist es wichtig, dass sich die Kinder sicher auf dem Fahrrad fühle

Die Kampagne „FahrRad in Aachen“ möchte Kinder fit für den Straßenverkehr machen. Daher bieten wir verschiedene Kurse an. Weitere Informationen

Kurs für Erwachsene

Es gibt immer mehr Erwachsene, die das Radfahren wieder für sich entdecken. Denn Radeln ist eine gute Möglichkeit, leistungsfähig und beweglich zu bleiben. Mit der Kampagne „FahrRad in Aachen“ möchten wir erreichen, dass mehr Aachener*innen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Dies gilt natürlich für alle Altersgruppen. Dabei ist der Aspekt der Verkehrssicherheit sehr wichtig. Radfahrer*innen haben keine Knautschzone. Es ist daher wichtig, sich auf dem Fahrrad sicher zu fühlen. Überdies steigen immer mehr Menschen auf elektrisch angetriebene Pedelecs um oder benutzen Lastenfahrräder.

Die Stadt bietet unterschiedliche Trainingsprogramme an. Zum einen für solche, die Rad fahren können, sich jedoch unsicher fühlen und die Fahrpraxis auffrischen oder das Radeln neu erlernen möchten. Dieses Angebot soll vor allem dazu beitragen, die Freude am Radfahren möglichst lange aufrecht zu erhalten und gleichzeitig Verkehrsunfällen vorzubeugen. Zum anderen gibt es Grund – und Aufbaukurse für Pedelecs sowie einen Kurs für Lastenfahrräder. Hier üben die Teilnehmer*innen, sich mit der Technik vertraut zu machen.

Für diejenigen, die sich überlegen, ein elektrisch betriebenes Fahrrad anzuschaffen, gibt es Pedelec-Testtage. Verschiedene Modelle stehen zur Verfügung, die ausprobiert werden können.

Fahrradbeleuchtung

Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) schreibt für Fahrräder einen von einem Dynamo betriebenen Scheinwerfer und ein Rücklicht vor. Diese werden durch Front – und Rückstrahler sowie Strahler in den Pedalen und den Laufrädern ergänzt. Entgegen vieler Annahmen, Gerüchte und Falschmeldungen sind ausschließlich bei Rennrädern unter elf Kilogramm Gewicht batteriebetriebene Leuchten zulässig.

    Dynamo
    Der Dynamo wandelt am Rad die Fortbewegungsenergie in elektrische Energie und damit in Licht um. Es gibt Seitenläufer – und die empfehlenswerteren Nabendynamos. Rücklicht
    Sogar im Stehen strahlen moderne Rücklichter sehr hell: Hält der Radfahrer an einer Ampel an, leuchtet das Rücklicht dank einer eingebauten Minibatterie mehrere Minuten weiter. Natürlich ist ein reflektierender Rückstrahler integriert und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Diese Ausstattung erhöht die Verkehrssicherheit und gehört mittlerweile zur Pflichtausstattung für neue Fahrräder. Batterielicht
    Eine funktionierende Batteriebeleuchtung wird in aller Regel von der Polizei toleriert – doch jeder kennt das leidige Problem: Oft sind die Batterien genau dann leer, wenn man auf ihre Funktionstüchtigkeit angewiesen ist. Deshalb sollte jedes Fahrrad eine Beleuchtungsanlage vorweisen.

Leider sind in der dunklen Jahreszeit immer noch zu viele Fahrradfahrer ohne Licht unterwegs. Um auf diese Thema aufmerksam zu machen führt die Kampagne „FahrRad in Aachen jedes Jahr im November/Dezember die Aktion „FahrRad in Aachen, aber Helle“ mit Hilfe von Fahrradhändlern, der Polizei, der Verkehrswacht und dem ADFC durch.

Sehen und gesehen werden…

…ist im Straßenverkehr von entscheidender Bedeutung. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht muss man auch gut gesehen werden. Die Sichtbarkeit und die Verkehrssicherheit von Fahrradfahrern können unter anderem durch das Tragen heller, reflektierender Kleidung und Materialien deutlich verbessert werden. Reflektierende Anhänger – zum Beispiel in Tierform – sind bei Kindern beliebt und können an Rucksäcken oder am Rollgerät angebracht werden. Auch Warnwesten oder Sicherheitskragen führen zu einer erhöhten Sichtbarkeit.

Je heller und auffälliger sich Radfahrer kleiden, desto besser werden sie in der Dunkelheit gesehen:

    Dunkel gekleidete Personen werden erst aus 25–30 Metern wahrgenommen. Hell gekleidete Personen werden bereits aus 40–50 Metern erkannt. Personen mit reflektierender Kleidung werden schon aus einer Entfernung von 130–160 Metern gesehen.

Die Sichtbarkeit im Dunkeln kann ferner durch Reflektoren oder anklippbare Speichenreflexstäbchen erhöht werden.

Fahrradhelm

Ein Helm kann Unfälle zwar natürlich nicht verhindern, aber er dämpft bei jedem Sturz auf den Kopf den Aufprall und verhindert oder vermindert die Schwere von Kopfverletzungen. Daher sollten Eltern ihre Kinder nur mit Helm Radfahren lassen. Werden Kinder bereits früh an das Tragen eines Helmes gewöhnt, wird das Radfahren mit Helm auch im Jugendlichenalter als selbstverständlich angesehen.

Ein lose sitzender Helm büßt nicht nur einen Großteil seiner Schutzfunktion ein, sondern birgt neue Verletzungsrisiken. Deshalb müssen die Riemen des Helms genau eingestellt werden können. Sie dürfen nicht locker sitzen, denn sonst rutscht der Helm bei einem Sturz sofort vom Kopf. Besonders der vordere Riemen muss flach am Kopf anliegen, damit der Helm nicht vom Kopf gezogen werden und sich der Riemen nicht verfangen kann. Abus hat eine Anleitung zum richtigen Einstellen und Tragen des Helmes (PDF, 200 KB) verfasst.

Generell sollte ein Helm – je nach Einsatzintensität – nach fünf bis sieben Jahren ausgetauscht werden. Unbedingt ausgetauscht werden muss ein Helm bei offensichtlichen Schäden und nach einem Sturz auf den Kopf, denn durch den Aufprall entstehen Mikrorisse in der Schale, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Aufgrund dieser Beschädigungen kann der Helm bei einem erneuten Sturz die Aufprallenergie nicht mehr durch die Schale absorbieren, sondern gibt sie direkt an den Kopf weiter. Bei Kinderhelmen kommt es durch den ruppigen Umgang mit dem Helm zu vielen kleinen Kratzern und Schrammen, die für die Sicherheit aber unerheblich sind. Ungünstig wirkt sich zu viel direkte Sonneneinstrahlung auf dem Helm aus, daher sollten die Helme möglichst nicht an Sonnenplätzchen gelagert werden.

Das verkehrssichere Fahrrad

Wer sich mit seinem Fahrrad im Straßenverkehr bewegt, sollte sich nicht einfach darauf verlassen, dass schon alles in Ordnung ist. Vielmehr gilt es regelmäßig zu überprüfen, ob das Fahrrad auch tatsächlich verkehrssicher ist.

    zwei voneinander unabhängige Bremsen (Hand – und Rücktrittbremse) eine Klingel, die nicht zu leise sein sollte eine Lampe (vorn) einen weißen Reflektor (vorn) einen Dynamo, möglichst als Nabendynamo ein Rücklicht mit Reflektor einen roten Reflektor (hinten) vier gelbe Speichenreflektoren (Katzenaugen) oder reflektierende weiße Streifen an den Reifen oder in den Speichen rutschfeste und fest verschraubte Pedale, die mit je zwei Pedalreflektoren ausgestattet sind

Ist die Ausstattung unvollständig, darf ein Fahrrad nicht im Straßenverkehr genutzt werden.

ZEIT ONLINE

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Mit Kind und Rad im Straßenverkehr – Vorbereitung ist alles!

Spielst du mit dem Gedanken, eure Fahrräder im Familienalltag zu nutzen? Vielleicht das erste Mal gemeinsam mit deinem Kind zur Schule zu radeln? In diesem kleinen Ratgeber erfährst du, wie du dein, mit solltest und wie dein. Außerdem: Praktische Tipps und Tricks zum sicheren Radfahren im Straßenverkehr.

Wirf auch einen Blick in die. Dort steht, wie du euer Fahrrad verkehrssicher ausstattest, ab wann und unter welchen Voraussetzungen dein Kind alleine auf der Straße fahren darf und vieles mehr.

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Für eine sichere Fahrt solltest du deinem Kind wichtige erklären und das richtige Verhalten im Straßenverkehr trainieren.

WichtigeVerkehrszeichen
Verkehrszeichen wie das Stopp – und Vorfahrtsschild sind einfach zu erklären und sollte dein Kind jedenfalls kennen und verstehen. Verhalten vor Zebrastreifen
Fußgänger*innen haben Vorrang, daher: rechtzeitig Tempo reduzieren und ggf. stehen bleiben, um Fußgänger*innen queren zu lassen. AusweichenOder Überholen
Dein Kind sollte Hindernissen, wie Baustellen oder parkenden Autos, selbstständig ausweichen und langsam fahrende Radfahrer*innen sicher überholen können. Hier ist es wichtig, dass dein Kind auf Gegenverkehr achtet und ausreichend seitlichen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos hält. Radfahren auf gemischten Fuß – und Radwegen
Ausreichend Abstand zu Fußgänger*innen und langsam fahrenden Radfahrer*innen halten und ggf. überholen und ausweichen.

Wie begleitest du dein Kind?

Das hängt in erster Linie davon ab, wo ihr unterwegs seid und ob es sich um eine bekannt oder neue Route handelt.

    Ausgewiesene Radwege, die auch breit genug sind, eigenen sich perfekt, um neben deinem Kind zu fahren. Doch nicht überall ist Nebeneinanderfahren erlaubt – bitte beachte daher die Vorschriften in deinem Land. Wenn du mit einer Zweiten Begleitperson unterwegs bist, fährt dein Kind In der Mitte, also zwischen dir und der anderen Begleitperson. So kann sich dein Kind an der vorausfahrenden Person orientieren und der hintere Erwachsene hat das Kind gut im Blick – gerade bei den ersten Fahrten mit deinem Kind ist eine zweite Begleitperson eine super Unterstützung. Wenn du alleine mit deinem Kind fährst, kann dein Kind auf bekannten Routen Vorausfahren, möglichst Dicht von dir gefolgt, damit du alles gut im Auge behältst und rechtzeitig Hinweise geben kannst. Auf unbekannten oder verkehrsreichen Abschnitten ist es besser, wenn Du vorausfährst.

Wenn du mit deinem Kind im Straßenverkehr radelst, solltest du zunächst einmal eine Route wählen, die möglichst sicher und stressfrei für euch beide ist.

In der Regel führen viele Wege ans Ziel und, wenn du selbst viel mit dem Rad unterwegs bist, dann hast du bestimmt schon die eine oder andere Risikostelle identifiziert und kannst eure Route entsprechend planen.

Vermeide große Kreuzungen und verkehrsreiche Straßen. Ein kann das Radfahren gleich viel sicherer und entspannter machen.

Als Einstieg in die Verkehrsrealität empfehlen wir eine bekannte und nicht zu lange Strecke wie der Weg zur Schule. Apropos Schulweg: Tägliche, moderate Bewegung macht dein Kind gesünder, fitter und konzentrierter im Unterricht.

Doch nicht alles ist planbar und auch dein Kind muss lernen, gefährliche Stellen zu erkennen und wie es in solchen Situationen zu reagieren hat. Darum ist es gut und wichtig, dein Kind mit dem und den folgenden vertraut zu machen:

– Bleibt bei einer Kreuzung oder Ampel auf keinen Fall rechts neben oder direkt vor dem Fahrzeug stehen, denn diese Bereiche sind kaum einsehbar für den*die Lenker*in.

Wie nimmt dein Kind den Straßenverkehr wahr?

Die Verkehrsrealtität erfordert – neben einer sicheren Fahrradbeherrschung – einige Fähigkeiten, die bei Kindern erst über die Jahre und mit den Erfahrungen heranreifen. Überschätze dein Kind daher nicht und bedenke immer, dass es je nach Alter und Entwicklungsstadium die Umgebung noch ganz anders wahrnimmt als Erwachsene:

Machen nicht nur Spaß, sondern dein Kind (und dich) auch immer sicherer im Straßenverkehr. Zum Üben sucht ihr am besten eine möglichst gefahrlose Umgebung auf und spielt konkrete Situationen im Straßenverkehr durch:

    Punktgenaues Bremsen: Markier dazu eine Stelle am Boden, an der dein Kind zum Stillstand kommen muss. Verhalten an Kreuzungen: Dein Kind bleibt vor jeder Kreuzung stehen und ruft: „Ich schaue nach rechts und nach links!“ Schulterblick: Du deutest deinem Kind eine Zahl mit den Fingern, während es an dir vorbeifährt. Dein Kind versucht die Zahl zu erkennen und dir zuzurufen. Rollentausch: Schlüpfe in die Rolle deines Kindes und lasse dich beim Fahren von deinem Kind beobachten. Bau bewusst ein paar Fehler ein, auf die dich dein Kind hinweisen muss.

Dein Kind hat noch nicht genug? Dann haben wir >>hier noch mehr coole Geschicklichkeitsspiele für euer kleines Sicherheitstraining.

: Wiederholen, wiederholen, wiederholen bis sich dein Kind das richtige Verhalten verinnerlicht und automatisiert hat.

Denk immer an deine. Erklär deinem Kind nicht nur die Verkehrsregeln, sondern leb sie auch vor. Denn in neuen Situationen ist für Kinder ein Vorbild wichtig, von dem sich das richtige Verhalten abschauen und nachmachen können.

Übrigens, welche typischen Fehler du beim Radfahren mit deinem Kind vermeiden solltest, verraten wir dir >>hier.

Wir wünschen dir und deinem Kind viel Spaß beim Üben und eine sichere Fahrt!

Du willst noch mehr Abenteuer und Insider-Tipps?

Hier findest du viele weitere Ideen und Inspirationen, die das Radfahren noch schöner machen!

Im Winter mobil bleiben – So kann das Fahrrad auch weiterhin im Einsatz bleiben

Langsam aber sicher kommt der Winter näher, die Temperaturen werden wieder kälter und das Wetter unfreundlicher. Was momentan noch Regen ist, kann sich in wenigen Wochen schon in den ersten Schnee verwandeln und gerade dann heißt es für Fahrradfahrer: Sind die Straßen überhaupt noch sicher oder sollte doch besser auf Bus und Bahn ausgewichen werden?

Grundsätzlich lässt sich zunächst feststellen, dass Radfahren im Winter zweifellos einige durchschlagende Vorteile hat, vor allem in Bezug auf die Gesundheit. Denn einerseits regt es den Kreislauf nun ganz besonders an und der ungeliebte Winterspeck hat bei der zusätzlichen Betätigung keine Chance. Andererseits sorgen die ungemütlichen Temperaturen aber auch nicht unbedingt dafür, dass der Ritt auf dem Fahrrad zur Freude wird und die widrigen Straßenverhältnisse tun ihr Übriges. Leidenschaftliche Fahrradfahrer müssen mit den richtigen Vorkehrungen aber auch in den kommenden Monaten nicht zwangsläufig auf ihr liebstes Fortbewegungsmittel verzichten, sofern sie über ein gutes und verlässliches Bike verfügen.

Bei kleinen Gebrechen oder aber wichtigen fehlenden Ersatz – oder Zusatzteilen sollten Fahrradfahrer sich vor dem nahenden Winter außerdem im Idealfall noch einmal sorgsam um ihr Rad kümmern, es auf Schäden untersuchen und gegebenenfalls die nötigen Materialen ordern. Dabei ist aber vor allem darauf zu achten, um was für ein Rad es sich handelt. Zum Beispiel Mountainbikes werden das Jahr über meist mehr beansprucht als herkömmliche Freizeiträder, so dass in diesem Fall Experten wie Bikeunit hier die passenderen Utensilien zur Verfügung stellen, gerade auch im Hinblick auf spezielle Helme, Schlösser oder Ersatzgestelle. Ist das Rad hingegen gut in Schuss und abfahrbereit, so gilt es dennoch, einige Ratschläge zu bedenken, die wir dir in der Tabelle aufzeigen:

Auch der ADAC, die Deutsche Verkehrswacht oder der Bund Deutscher Radfahrer beschäftigen sich Jahr für Jahr aufs Neue mit den wichtigsten Fragen rund um das Thema „Radfahren im Winter“, um so das Sturz – und Unfallrisiko möglichst gering zu halten. So empfiehlt Andreas Götz vom BDR beispielsweise, dass am besten vor jedem Fahrtantritt zunächst der Untergrund ausreichend begutachtet werden sollte, denn bei gewissen Widrigkeiten sollte das Fahrrad tatsächlich besser daheim bleiben.

Bei gefrorener Eisschicht auf dem Asphalt können auch Spikes nichts mehr ausrichten, lediglich bei Extrembedingungen mit viel Schnee sind sie eine sinnvolle Investition. Andererseits sind genau diese Wetterverhältnisse aber wirklich nur sehr geübten Fahrern zu empfehlen. Eine Alternative zu Spikes sind außerdem günstigere Winterreifen, die ein spezielles Profil nutzen.

In der kalten Jahreszeit wird es bekanntlich schneller dunkler und das wiederum stellt für unbedachte Fahrradfahrer mitunter ein Risiko dar. Zwar ist es für Radfahrer auch jetzt keine Pflicht, weitere Schutzmaßnahmen zu nutzen, für eine sichere Fahrt im Winter heißt es jedoch „sehen und gesehen werden“. Aus diesem Grund sollte nicht nur die Lichtanlage tadellos funktionieren (hierbei handelt es sich übrigens tatsächlich um eine Regel des Straßenverkehrs – wer eine fehlende oder nicht funktionierende Beleuchtungsanlage am Fahrrad nutzt und kontrolliert wird, muss mit einem Bußgeld rechnen), sondern am besten auch Wert auf helle Kleidung und Reflektoren gelegt werden.

Leider stellt sich immer wieder aufs Neue heraus, dass die Kommunen mehr schlecht als recht auf Winterradler eingestellt sind. Radfahrer klagen daher nicht selten über ungeräumte Fahrradwege, die das Vorankommen nochmals erschweren. Regelmäßig werden die Straßen und Gehwege dabei freigeräumt, während der Radweg von einem regelrechten Schneeberg überdeckt wird. Hier bleibt nur das Ausweichen auf die Straße, wodurch sich wiederum andere Risiken auftun. Am ehesten sollte auch hier der vorhergehende Rat beherzigt werden, also das Bemerkbarmachen auf der Straße durch Licht und helle Kleidung.

In den Niederlanden könnten verschneite Fahrradwege schon bald der Vergangenheit angehören, ein entsprechendes Konzept für beheizte Fahrradwege wird bereits von den Bürgern und der Verwaltung der Stadt Zutphen diskutiert. In einem der wohl fahrradfahrerfreundlichsten Länder überhaupt sicherlich keine schlechte Idee. Weitere Details rund um das aktuelle Projekt sind unter globalmagazin. com zu finden.

Ein weiterer Pluspunkt für das Fahrradfahren im Winter: Offensichtlich scheint die Betätigung in der Kälte sogar glücklich zu machen, das behauptet zumindest eine Studie aus dem vergangenen Jahr. Genauer gesagt handelt es sich dabei allerdings vielmehr um eine Beobachtung, die die Raum – und Umweltplanerin Jutta Deffner am Institut für sozial-ökologische Forschung durchführte. Grund für die Begeisterung sei demnach unter anderem die Tatsache, dass der auto-überfüllte Verkehr gemieden wird und nicht auf die verspätungsaffinen öffentlichen Verkehrsmittel zurückgegriffen werden muss.

Andererseits liegt dies allerdings auch schlicht an der Fahrradkultur selbst, die sich in vielen Städten blühend entwickelt. Neben einer aufgeklärten Stadt – und Verkehrsplanung sind es auch die vielen kleinen Erfindungen, die für immer mehr Komfort, Spaß und Mobilität sorgen. Weitere Details zur Studie gibt es hier.

Mehr Sicherheit für Rad – und Fußverkehr

Die 33. StVO Novelle ist mit 1. Oktober in Kraft getreten und bringt neben Verbesserungen für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Gemeinden.

Damit Radfahren mit kleinen Kindern sicherer wird, dürfen Begleitpersonen neben ihren Kindern fahren, solange das Kind zwölf Jahre oder jünger ist. In Straßen mit Tempo 30 dürfen auch Erwachsene nebeneinander fahren, sofern es das Verkehrsaufkommen zulässt, niemand gefährdet und schnellere Verkehrsteilnehmende nicht am Überholen gehindert werden.

Wenn eine Gruppe von mindestens 10 Personen in eine Kreuzung einfährt, muss ihr das gemeinsame Verlassen ermöglicht werden – auch wenn die Ampel währenddessen auf Rot umgeschaltet hat. Die erste und die letzte Person der Radgruppe hat eine Warnweste zu tragen.

Mindestüberholabstand vergrößert

Aus Sicherheitsgründen muss beim Überholen von Radfahrer:innen im Ortgebiet auf Straßen mit Tempo 40 und Tempo 50 mindestens 1,5 m Abstand eingehalten werden. Auf Freilandstraßen vergrößert sich der Abstand auf 2 m. Lediglich auf Tempo 30 Straßen dürfen einspurige Fahrzeuge auch mit geringerem Abstand überholt werden.

Sofern aus Gründen der Verkehrssicherheit keine Bedenken bestehen, kann die Behörde zur Verbesserung der Flüssigkeit und Leichtigkeit des Radverkehrs an ampelgeregelten Kreuzungen ermöglichen, dass Radfahrende auch bei Rot rechts abbiegen dürfen. An ampelgeregelten T-Kreuzungen kann das Geradeausfahren ermöglicht werden. Voraussetzung: Radfahrende halten am Kreuzungspunkt an und stellen sicher, dass keine Fußgänger:innen gefährdet werden. Die Kreuzungen sind in solchen Fällen mit einem „Grünpfeil für Radfahrende“ auszuschildern.

Um die Sicherheit auf dem Schulweg zu verbessern, können Straßen in der unmittelbaren Umgebung von Schulgebäuden zu Schulstraßen erklärt werden. Die Schulstraße wird mit einem einheitlichen Verkehrszeichen ausgeschildert. Der Geltungszeitraum (z. B. an Schultagen von 7 bis 18 Uhr) muss mit einer Zusatztafel definiert werden. Im Geltungszeitraum ist der Fahrzeugverkehr verboten – ausgenommen Radverkehr, öffentliche Fahrzeuge (Polizei, Müllabfuhr, …) sowie das Zu – und Abfahren von Anrainer:innen.

Radwege dürfen von Kraftfahrzeugen nicht befahren werden. Dies führt in ländlichen Gebieten dazu, dass bestehende Wege oft nicht als Radwege genutzt werden und landwirtschaftlichen Fahrzeugen vorbehalten bleiben. Mit der Novelle kann eine Mitnutzung von Radwegen durch landwirtschaftliche Fahrzeuge erlaubt werden, außerhalb des Ortsgebiets auch die Mitnutzung durch S-Pedelecs.

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