Zu Hause passieren die meisten Unfälle – das müsste nicht sein

Ist es Bequemlichkeit oder Leichtsinn, wenn das neu gekaufte Gerät ohne vorheriges Lesen der Bedienungsanleitung gleich ausprobiert wird, die Tasche mitten im Flur abgestellt wird und das gefährliche Desinfektionsmittel leicht erreichbar im Küchenschrank untergebracht ist? Schnell ist hier ein Unfall passiert. Dabei lassen sich Unfälle mit etwas Achtsamkeit leicht vermeiden.

Zu Hause fühlt man sich am wohlsten – und am sichersten. Dabei passieren die meisten Unfälle im Haus, nämlich etwa neun Millionen jährlich in Deutschland. Für rund 9.000 Menschen enden sie sogar tödlich (Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin). Dies sind mehr als doppelt so viele wie im Straßenverkehr.

Deshalb ist es wichtig, sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Warum passieren so viele Unfälle zu Hause? Wie kann ich sie vermeiden?

Kinder, Erwachsene und Senioren verunfallen unterschiedlich

Da der Alltag eines Kindes anders gestaltet ist als der eines Erwachsenen verändern sich je nach Lebensalter die Unfallarten:

Zu den größten Gesundheitsgefahren gehören bei Kindern Verletzungen infolge eines Unfalls. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden etwa 200.000 Kinder jährlich nach einem Unfall stationär behandelt. Dabei musste jedes achte Kind mindestens eine Nacht im Krankenhaus bleiben. Sie sind vor allem durch Verbrennungen, Ersticken, Ertrinken und auch durch den unsachgemäßen Umgang mit Spielzeug gefährdet. Allein rund 220.000 Mal werden jährlich die Giftinformationszentralen in Deutschland angefragt, weil Kleinkinder gefährliche Mittel geschluckt. Bei etwa 40 Prozent der Fälle waren chemische Helfer für Küche, Haushalt und Bad der Grund für den Anruf (Quelle: Cleankids. de).

Häufige Unfallursachen

Bei vielen alltäglichen Tätigkeiten können Unfälle passieren, auch wenn es unwahrscheinlich erscheint: Finger werden beim Gebrauch von Holzklappstühlen gequetscht, beim Abspülen verletzt man sich am scharfen Messer oder beim Duschen rutscht man im Badezimmer aus.

Zu den häufigsten Unfallursachen gehören

    Stürze
    Die meisten Unfälle im Haushalt sind Stürze. Ein ebener Fußboden stellt eigentlich keine Gefahr dar. Doch durch Ausrutschen und Stolpern passieren viele Unfälle. Schnell ist man über herumliegende Schuhe im Flurbereich, den mitten im Zimmer abgestellten Putzeimer oder über ein quer durch das Zimmer liegendes Kabel gestolpert.

Pflanzenschutz – und Schädlingsbekämpfungsmittel sollten auch im Originalbehälter aufbewahrt werden und nicht in leere Getränkeflaschen umgefüllt werden, um eine Verwechslung zu vermeiden.

Auch beim Renovieren mit Farben und Lacken ist ein sorgsamer Umgang zur Vermeidung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen nötig. Gerade beim Gebrauch von Lösungsmitteln wie Terpentin, Terpentinersatz oder Nitroverdünnung kann es bei unzureichender Frischluftzufuhr beim Einatmen größerer Mengen zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit kommen.

Ruhiges und sicherheitsbewusstes Verhalten

Jeder kann zu seiner eigenen Sicherheit beitragen. Durch sorgfältige Information und richtiges Verhalten können die meisten Unfälle vermieden werden. Dazu gehören vor allem:

Tipps zur Vermeidung von Unfällen im Haushalt

    Kabel an der Wand entlang verlegen, notfalls mit einer Verlängerung. Quer über den Fußboden liegende Kabel sind eine Stolperfalle. Abhilfe schaffen bei rutschenden Läufern oder aufgerollten Teppichrändern, indem diese entsprechend befestigt werden. Nass gereinigte Böden erst nach dem kompletten Abtrocknen betreten oder rutschfeste Schuhe anziehen, denn feuchte Böden sind sehr rutschig.

Bei Arbeiten über Augenhöhe sollte man eine rutschfeste, sicher stehende Leiter verwenden. Dies gilt vor allem für das Fensterputzen. Wer sich hier auf die Fensterbank stellt, verliert leicht das Gleichgewicht und stürzt ab.

Ausreichende Beleuchtung, stabiles Geländer, unbeschädigte Stufenkanten und ein rutschfester Belag machen das Treppensteigen sicher.

Eingeschaltete elektrische Geräte wie Kochplatten, Fritteuse oder Bügeleisen nicht aus dem Blick verlieren. Nach der Benutzung kontrollieren, ob alles ausgeschaltet ist.

    Beim Umgang mit Chemikalien – ob Haushaltsreiniger oder Terpentin – die Gebrauchsanleitung und die Warnhinweise lesen. Verwechslungen vermeiden, indem die Chemikalien in der Originalflasche aufbewahrt werden und nicht in Getränkeflaschen oder andere Lebensmittelverpackungen.

Kinder

Sind Kleinkinder im Haushalt ist besondere Vorsicht geboten. Steckdosen sind mit Kindersicherungen zu versehen. So sollte im Bad der Stecker von elektrischen Geräten wie Fön oder Rasierapparat immer aus der Steckdose gezogen werden. Produkte wie Arzneimittel, Reinigungsmittel oder Pflanzenschutzmittel sind kindersicher zu lagern, möglichst in einem abschließbaren Schrank. Giftige Pflanzen können für Kinder, aber auch für Haustiere gefährlich sein. Kinder dürfen keinen Zugang zu heißen, spitzen und scharfen Gegenständen haben. Nicht umsonst heißt es: „Messer, Schere, Gabel, Licht –sind für kleine Kinder nicht.“

Gefährlichste Städte für Radfahrer im Straßenverkehr in Deutschland in 2019

Die Stadt Konstanz am Bodensee verzeichnete zum Erhebungszeitraum mit einem Wert von 4,6 die höchste Zahl an Todesfällen bei Unfällen mit Fahrrädern je 100.000 Fahrradfahrer. Nur knapp dahinter folgten Karlsruhe und Göttingen mit jeweils rund 4,2 beziehungsweise 3,1 verunglückten Radfahrern je 100.000.

Gefährlichste Städte für Radfahrer im Straßenverkehr in Deutschland nach Anzahl der Todesfälle bei Fahrradunfällen je 100.000 Radfahrer

MerkmalTodesfälle je 100.000 Radfahrer
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Verkehrstote je eine Million Einwohner in der EU nach Ländern in 2022

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Getötete Radfahrer in Deutschland nach Bundesländern 2021

Die meisten tödlichen Fahrradunfälle ereignen sich im Jahr 2021 im Bundesland Nordrhein-Westfalen, insgesamt kamen hier 77 Radfahrer ums Leben. Insgesamt belief sich die Zahl der bei Unfällen verstorbenen Radfahrer in Deutschland im Jahr 2021 auf 372.

Anzahl getöteter Fahrradfahrer in Deutschland nach Bundesland von 2019 bis 2021

Merkmal201920202021
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Das sind Berlins Unfallschwerpunkte für Radfahrende

Kreuzungen sind für Radfahrer besonders gefährlich. Eine Auswertung der Radunfälle zwischen 2017 und 2019 zeigt, wo in der Stadt sich diese häufen.

Kreuzungen sind für Radfahrer besonders gefährlich. Eine Auswertung der Radunfälle zwischen 2017 und 2019 zeigt, wo in der Stadt sich diese häufen.

Auf den Straßen kann es bei vielen Radfahrenden auch einmal eng werden. Bild: imago images

Die meisten Unfälle in Berlin passieren an Kreuzungen. Gerade für Radfahrende sind es die sogenannten „Abbiegeunfälle“, die noch viel zu oft tödlich enden. Das Berliner Mobilitätsgesetz verspricht die Vision Zero, also keine Verkehrstote mehr. Dazu will die Senatsverwaltung für Verkehr 30 Unfallschwerpunkte pro Jahr beseitigen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Verkehrsverwaltung aus Personalmangel nicht alle der Unfallpunkte mit Schwerverletzten prüft.

Welche Kreuzungen in Berlin sind für Radfahrende besonders gefährlich? Um das herauszufinden, hat das Berliner Startup „FixMyBerlin“ alle Unfälle der Jahre 2017 bis 2019 ausgewertet – und alle gesammelt, an denen Radfahrer:innen beteiligt waren. 220 Kreuzungen gelten nach ihrer Analyse in Berlin als Unfallschwerpunkte. Bei der Bewertung orientiert sich FixMyBerlin an den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes – aber bezieht sie ausschließlich auf Unfälle mit beteiligten Radfahrenden.

Eine Kreuzung gilt als Schwerpunkt, wenn es mind. drei schwere Unfälle mit einem Schwerverletzten oder Getöteten oder fünf mit Leichtverletzten gab.

Eine Kreuzung gilt als Schwerpunkt, wenn es mind. drei schwere Unfälle mit einem Schwerverletzten oder Getöteten oder fünf mit Leichtverletzten gab.

„Das Ergebnis zeigt, wie groß die Aufgabe der Vision Zero im Mobilitätsgesetz ist“, heißt es in der Pressemitteilung von FixMyBerlin. Tatsächlich zeigt die Auswertung, dass es beim Thema Sicherheit für Radfahrende noch viel zu tun gibt. Die meisten Fahrrad-Unfallschwerpunkte gibt es im Bezirk Mitte (63). Es folgen die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg (40) und Charlottenburg-Wilmersdorf (29). Die wenigsten Unfallschwerpunkte für Radfahrende hat Spandau.

Was tut die Verwaltung?

Im Mobilitätsgesetz heißt es zu den Unfallschwerpunkten: „Treten ein oder mehrere Merkmale auf, wird die Örtlichkeit besonders beobachtet, um möglichst rasch zu handeln.“ Natürlich bezieht das nicht nur Kreuzungen mit Fahrradunfällen, sondern auch mit allen anderen Verkehrsteilnehmern mit ein.

Aber passiert das auch? Ende 2020 nannte die Verkehrsverwaltung rund 50 Stellen, an denen etwas getan oder geplant sei. Wie ist der Stand ein Jahr später, vor allem an den gefährlichen Stellen für Radfahrende?

Zu sieben von acht Kreuzungen, an denen Radfahrende besonders häufig oder besonders tödlich verunfallen, listet die Senatsverwaltung auf Anfrage umgesetzte Maßnahmen auf: zum Beispiel geschützte Radwege und eine getrennte Abbiege-Ampelschaltung an der Kreuzung Alexanderstraße/Otto-Braun-Straße/Karl-Marx-Allee, Pop-up-Radwege und neue Radwege rund um die Kreuzung Zossener Straße/Gitschiner Straße/Lindenstraße oder der verbreiterte Schutzstreifen auf der Oberbaumbrücke. In einigen Fällen sind weitere Maßnahmen geplant.

Bei einer Unfallschwerpunkt-Kreuzung sind keine Verbesserungen geplant

An einer besonders unfallträchtigen Kreuzung jedoch passiert nichts: dort, wo in Mitte die Mollstraße auf die Otto-Braun-Straße trifft. „Aufgrund der sehr komplexen Verkehrssituation“ habe die Unfallkommission „bisher keine Einzelmaßnahmen veranlasst“, es seien auch keine geplant, teilt Senatssprecher Jan Thomsen mit. Hier müsse „eine gesamthafte Verkehrsuntersuchung“ stattfinden. „Auch ein kompletter Kreuzungsumbau ist nicht ausgeschlossen“, so Thomsen. Die Statistik des Ortes: ein getöteter Radfahrer, drei schwerverletzte und 21 leichtverletzte (2017-2019).

Ein Sonderfall ist der Moritzplatz: Er ist in der Rangliste weiterhin weit oben, trotz vieler Maßnahmen seit 2015. Hier finden derzeit 40 Prozent weniger Unfälle mit Radfahrer:innen statt, teilt der Senat mit. Eine Verbesserung – aber noch immer passieren hier viele Unfälle, wie aus der FixMyBerlin-Auswertung hervorgeht.

„Es sind insbesondere bundesrechtliche Änderungen nötig“

Eine isolierte Betrachtung der Unfallkreuzungen greife zu kurz, sagte Thomsen. Es gehe bei der „Vision Zero“ nicht allein um Einzelmaßnahmen an auffälligen Kreuzungen. Dort gelte es zwar, zu verbessern und zu entschärfen, wo möglich – dafür sei die Unfallkommission eine Taskforce. Um die „Vision Zero“ zu erreichen, müsse man jedoch grundlegend eingreifen: „Es sind insbesondere bundesrechtliche Änderungen nötig“, schreibt Thomsen und erwähnt etwa Tempo-30-Strecken auf Hauptstraßen, Vermeidung von Lkw-Fahrten innerorts, „die umfassende Ausrüstung mit Abbiegeassistenten“, „erleichterte Anordnungen für Zebrastreifen“ sowie vermehrte Kontrollen.

Außerdem sei bei vielen Unfallschwerpunkt-Kreuzungen zu beachten, dass dort besonders viel Verkehr ist. Es kommt dort also absolut betrachtet häufiger zu Unfällen als in kleineren Straßen. Das ist logisch – logisch ist aber auch, dass es dort besonders vielen Verkehrsteilnehmern helfen würde, wenn gerade diese Orte so sicher wie möglich sind.

Die meisten Unfälle passieren in der Freizeit & im Haushalt

Das hat Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien bekannt gegeben.

Am wenigsten Unfälle passieren im Verkehr

784.300 Personen wurden 2017 insgesamt bei Unfällen verletzt, davon rund 589.800 in den Bereichen Haushalt oder Freizeit. Den geringsten Anteil hatte der Verkehr mit zehn Prozent, gefolgt von Arbeit bzw. Schule mit 15 Prozent. Freizeitunfälle summierten sich auf 36 Prozent, Haushaltsunfälle gar auf 39 Prozent. „Wir gehen von einem markanten Anstieg bei Haushalts – und Freizeitunfällen aus, im Jahr 2035 könnten dies schon 100.000 mehr pro Jahr sein“, sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Das KFV hat in einer Studie berechnet, dass die Zahl der tödlichen Unfälle bis 2035 auf insgesamt 2.635 steigen wird.

Die Bereiche Freizeit und Haushalt sind die neue Gefahrenzone, konstatierten die beiden Experten. Die Freizeit wird immer aktiver gestaltet, immer mehr Österreicher üben Risikosportarten aus. „Früher ruhte man sich aus, heute wird der Ausgleich gesucht, die Freizeit aktiv gestaltet“, sagte Thann. Während im Straßenverkehr oder bei der Arbeit die Zahl der tödlichen Unfällen sinkt, verzeichneten „wir im Bereich Haushalt, Freizeit und Sport in den vergangenen zehn Jahren einen Anstieg von 16 Prozent. Bei Senioren sind es sogar 20 Prozent“, sagte Stadler. Beim Verkehr als auch bei der Arbeit haben laut den Experten zahlreiche Programme zur Unfallprävention gewirkt.

Kinder und Senioren am meisten gefährdet

Die Hauptunfallrisikogruppen der Zukunft sind Senioren und Kinder. Bei der Generation 65 plus sind die Unfallbereiche primär der Haushalt, gefolgt von der Freizeit durch die vermehrte Ausübung sportlicher Aktivitäten wie Wandern oder E-Biken. Das höchste Risiko, zu verunfallen, haben künftig Frauen ab 65 Jahren. „Wir Menschen werden immer älter, außerdem nehmen Volkskrankheiten wie Osteoporose stark zu“, analysierte Thann. Bewegungsmangel und falsche Ernährung tragen weiters zur erhöhten Gefahr bei. Bei Kindern rechnet das KFV mit keinem Rückgang der Unfallzahlen. Als Grund nannte der KFV-Chef unter anderem das „Bewegungsverhalten der Smartphone-Generation“. Viele Kinder schaffen heute einfache Dinge nicht mehr, wie das Balancieren auf einem Bein. „Sie verbringen ihre Freizeit liegend oder sitzend vor diversen Bildschirmen“, sagte Thann.

Unfallprävention wichtig – aber schwierig

Das große Problem bei der Unfallprävention sind fehlende Daten. „Hier herrscht ein Kompetenzwirrwarr, es gibt keine einheitliche Statistik. Die Zahlen zu Freizeit – und Haushaltsunfällen haben wir selbst hochgerechnet“, sagte Thann. Exakte Daten seien für die Ursachenforschung allerdings dringend notwendig. Hier ist laut den Experten die Politik gefordert, eine „gescheite Statistik“, analog zu Ländern wie Deutschland oder der Schweiz, einzuführen.

Thann forderte die Umsetzung von Präventionsprogrammen auch in den Bereichen Freizeit und Haushalt. Dabei gehe es etwa um einfache Maßnahmen, etwa Sturzprävention für Senioren. „Prävention muss hier einen höheren Stellenwert bekommen“, sagte Thann.

Die Kosten durch Unfälle sind für das Gesundheitssystem beträchtlich. So werden allein 17 Prozent aller Krankenstandstage durch Unfälle verursacht, sie sind auch Ursache für 16 Prozent aller akut-stationären Krankenhausaufenthalte von Männern, bei Frauen sind es zwölf Prozent. Alle Unfälle – ausgenommen berufsbedingte – verursachen laut KFV jedes Jahr Kosten in Höhe von 20,6 Milliarden Euro. Stadler wies auch hin, dass 75 Prozent der Unfälle nicht von der gesetzlichen Versicherung gedeckt sind. Für Freizeit, Sport und Haushalt ist eine private Unfallversicherung erforderlich.

Unfälle

Unfälle sind eine der häufigsten Ursachen für vorzeitige Sterblichkeit und der zweithäufigste Hospitalisierungsgrund.

Unfälle im Haus, im Garten, beim Sport und beim Spielen 1 , in % (2017)

Am häufigsten verunfallen Personen im Haus, im Garten, beim Sport oder beim Spielen. Oftmals handelt es sich bei den Unfällen um Stürze. Erwerbstätige Männer erleiden fast doppelt so häufig Arbeitsunfälle wie Frauen (7% gegenüber 4%). Knapp 2% der Bevölkerung werden Opfer eines Verkehrsunfalls. Im Jahr 2018 starben 233 Personen durch Strassenverkehrsunfälle, nahezu drei Viertel davon waren Männer.

Gefahrenzone Haushalt – Unfälle in Österreich

Zuhause lebt man gefährlich. In Österreich passieren die meisten der jährlich fast 800.000 Unfälle im Haushalt. Eine Gruppe ist besonders gefährdet.

Im Jahr 2019 haben sich 308.000 Österreicherinnen und Österreicher im Haushalt verletzt. Das sind 40 Prozent aller Unfälle ( insgesamt 783.900 Unfälle). Damit ist der Haushalt der gefährlichste Lebensbereich. Rund 35 Prozent der Unfälle ereignen sich in der Freizeit oder beim Sport, weitere 15 Prozent bei der Arbeit oder in der Schule und 10 Prozent im Verkehr.

Erfreulich ist: Die Zahl der Unfälle ist seit Jahren konstant rückläufig, ebenso – wenn auch nicht ganz so deutlich – die Zahl der tödlichen Unfälle. Es gibt aber eine Ausnahme: der Haushalt. Dort steigt die Zahl der Unfälle seit 20 Jahren ununterbrochen an.

Auch wenn wir die unterschiedlichen Altersgruppen betrachten, sind gegenläufige Trends erkennbar. Während bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Zahl der Unfälle zurückgeht, steigt sie bei Senioren. Diese Entwicklung spiegelt den demografischen Wandel wider. Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung wächst. Und gleichzeitig steigt das Unfallrisiko im Alter, das in der Gruppe der über 79-Jährigen seinen Höhepunkt erreicht.

Nicht überraschend: Während Unfälle in den jüngeren Altersgruppen in allen Lebensbereichen stattfinden, verunglücken Senioren zu einem stark überwiegenden Teil im Haushalt. Der hohe Anteil der Verletzungen im Haushalt und deren Anstieg ist also auf die über 65-Jährigen zurückzuführen. Die meisten Verletzungen werden in dieser Altersgruppe durch Stürze beim Gehen verursacht.

Noch eine zweite Altersgruppe lebt gefährlich: die 15 bis 19 Jährigen – und hier besonders die männlichen Jugendlichen. Hier sind die Ursachen anders gelagert als bei den Senioren. Der Haushalt spielt keine große Rolle, stattdessen verunglücken Jugendliche verhältnismäßig häufig bei der Arbeit oder in der Schule, beim Sport und im Verkehr.

Ein Unfall kann schnell passieren, doch für die Genesung braucht es oft längere Zeit und kann mit erheblichen Kosten verbunden sein.

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Unfallstatistiken

Unfallverletzungen sind eine der größten Gesundheitsgefahren für Kinder und Jugendliche in Deutschland und für Kinder ab einem Jahr die häufigste Todesursache. (Quelle) Jedes achte verunfallte Kind verbrachte mindestens eine Nacht im Krankenhaus. Die meisten Unfälle passieren zuhause bzw. im privaten Umfeld (43,8 Prozent), in der Schule oder anderen Betreuungseinrichtungen (24,2 Prozent) sowie auf dem Spielplatz oder in Sporteinrichtungen (17,4 Prozent). (Quelle)

In Deutschland lebten nach Angabe des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2019 ca. 11,38 Mio. Kinder unter 15 Jahren. (Quelle) Innerhalb von 12 Monaten begeben sich nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts 16,5 Prozent der Kinder von 1 bis 17 Jahren aufgrund eines Unfalls in ärztlicher Behandlung. Jungen sind mit 18,6 Prozent häufiger von Unfällen betroffen als Mädchen mit 14,3 Prozent.(Quelle) Nach unseren Hochrechnungen auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes und des Robert-Koch-Instituts suchten 2019 demnach ca. 1,88 Mio. Kinder nach einem Unfall einen Arzt oder eine Ärztin auf.

Aus den Diagnosedaten der Krankenhäuser ab 2000 des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass 2019 etwa 194.042 Kinder im Krankenhaus nach einem Unfall stationär behandelt werden. (Quelle)

Das Statistische Bundesamt zählte 153 Kinder unter 15 Jahren in seiner Todesursachenstatistik 2019, die nach einem Unfall verstarben (Sterbefälle durch Unfälle nach äußeren Ursachen und Unfallkategorien (ab 1998). ICD10 V01-X59 Unfälle) (Quelle)

Häufigste Unfallarten mit Todesfolge

Von den 153 tödlichen Unfällen von Kindern unter 15 Jahren geschahen 54 mit einem Transportmittel. Bei 33 Kindern war die Todesursache Ertrinken, 21 Kinder stürzten tödlich, 17 Kinder starben an einem Erstickungsunfall. Bei sechs Kindern führte eine Vergiftung zum Tod, zwei Kinder starben in Folge von Rauch, Feuer und Flamme. Bei 20 Unfällen waren sontige oder unbekannte Gründe für den Tod ursächlich.

Über 60 Prozent der tödlichen Unfälle von Kindern geschehen im häuslichen Umfeld oder in der Freizeit. Etwa 35 Prozent geschehen im Straßenverkehr und unter 5 % an Orten wie Kita, Schule oder sind Unbekannt.

Unfallgefahren im Haushalt

Etwa 60 Prozent der Unfälle von Kindern passieren in der eigenen Wohnung oder im häuslichen Umfeld. Typische Unfälle sind Stürze, Ertrinken, Ersticken, Verbrennungen, Verbrühungen und Vergiftungen. Aus Sicht der Eltern ist der Straßenverkehr das größte Unfallrisiko für Kinder. Dieser sorgt bei Kindern bis 5 Jahren tatsächlich für 7 Prozent der Unfälle.

Verkehrsunfälle in Zürich: Am gefährlichsten ist der Feierabend

In der soeben erschienenen Publikation wird die zeitliche Dynamik des Unfallgeschehens unter verschiedenen Gesichtspunkten dargestellt und untersucht. Fachleute erhalten neue Anhaltspunkte für Massnahmen in den Bereichen Verkehrssicherheit und Planung.

Was auf der Hand liegt: Die grösste Gefahr für die Autofahrenden sind die anderen Autofahrenden. Je mehr Autos in Zürich unterwegs sind, desto häufiger kracht es und desto mehr Personen verunfallen dabei. Das zeigt sich an Werktagen deutlich am Morgen, wenn der Verkehr in die Stadt fliesst, und noch deutlicher am Abend, wenn er unter erhöhtem zeitlichem Druck wieder zurück will. Im sogenannten Feierabendverkehr wird die Situation durch die menschliche Komponente verschärft. Nach rund zehn aktiven und anstrengenden Stunden im Rahmen von Beruf und Freizeit zeigen alle Verkehrsteilnehmenden Ermüdungserscheinungen, die ihren Ausdruck in mangelnder Aufmerksamkeit und grösserer Empfänglichkeit für ablenkende Reize finden. Das Resultat ist eine Häufung bestimmter Unfälle (z. B. Auffahrkollisionen), die über das eigentlich zu erwartende Mass hinausgeht. Daher sollten künftige Präventionsbemühungen diesem Aspekt der abnehmenden Fahrtüchtigkeit durch Ermüdung verstärkt Rechnung tragen.

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