Zu Fuss im Strassenverkehr

Es gibt immer weniger Unfälle mit Fussgängerinnen und Fussgängern. Wenn aber etwas passiert, dann sind die Folgen häufig schwer. Denn wer zu Fuss im Strassenverkehr unterwegs ist, ist so gut wie gar nicht geschützt. Man kann aber viel für ihre eigene Sicherheit tun.

Die gute Nachricht: Wer zu Fuss unterwegs ist, bewegt sich im Schweizer Strassenverkehr heute sicherer als noch vor zehn Jahren. Die Unfälle von Fussgängerinnen und Fussgängern mit schweren und tödlichen Verletzungen sind um rund 30 % zurückgegangen.

Dennoch gibt es pro Jahr 530 Fussgängerinnen und Fussgänger, die bei Unfällen schwer verletzt werden. Jedes Jahr sterben 40 Menschen an den Folgen eines solchen Unfalls.

Auffällig ist, dass sich mehr als ein Drittel der tödlichen Unfälle und mehr als 40 % der Unfälle mit Schwerverletzten auf einem Fussgängerstreifen ereignen – einem vermeintlich sicheren Hafen für den Fussverkehr. Das hat natürlich damit zu tun, dass dort besonders viele Menschen die Strasse überqueren.

Wer zu Fuss unterwegs ist, ist im Strassenverkehr selten die Hauptverursacherin oder – verursacher der Unfälle. In drei Vierteln aller Fälle sind die anderen Verkehrsteilnehmenden dafür verantwortlich.

Je älter wir werden, desto anfälliger werden wir für Verletzungen – eine Tatsache, der wir uns alle stellen müssen. Ausserdem sind wir zu Fuss so gut wie gar nicht geschützt. Gerade bei Senioren kann ein Fussgängerunfall deshalb besonders schwerwiegende Konsequenzen haben.

Verkehrsunfallstatistik 2022: 18 Verkehrstote mehr als im Vorjahr

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, sagte zu den heute (17.04.2022) vorgelegten Zahlen: „Der Straßenverkehr war im vergangenen Jahr im Gegensatz zu den Jahren 2020 und 2021 durch die Corona-Pandemie nur noch wenig beeinflusst. So gab es wieder mehr Verkehr und auch entsprechend mehr Unfälle. Trotz Steigerungen bei den Verletzten und tödlich Verunglückten liegt deren Zahl immer noch unter den Ergebnissen von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie. Aber mit 370 tödlich Verunglückten sind es immer noch zu viele Menschen, die ihr Leben verloren haben. Die Vision Zero, also eine Welt ohne Verunglückte und Verkehrsunfälle auf unseren Straßen, bleibt weiterhin im Fokus der gemeinsamen Arbeit mit unseren Partnern.

Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr bei der Gesamtzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle eine Zunahme um 4,1 Prozent auf insgesamt 199.982 Unfälle. Das sind 7.967 Unfälle mehr als 2021. Wie die Zahl der Verkehrstoten ist auch die der Schwerverletzten gestiegen. 2022 gab es 5.608 Schwerverletzte (2021: 5.197). Darüber hinaus stieg die Zahl der Leichtverletzten von 30.141 auf 34.160 (+13,3 Prozent)

Zu hohe Geschwindigkeit war auch 2022 die Hauptursache für Verkehrsunfälle mit Todesopfern. Außerdem waren wiederum Vorfahrtsmissachtung, Fehler beim Überholen und Abbiegen sowie zu geringer Abstand zwischen den Fahrzeugen maßgebliche Gründe für Unfälle.

2022 starben 13 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis 14 Jahren bei Verkehrsunfällen und somit acht Kinder mehr in dieser Altersgruppe als 2021. Auch in der Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren kamen im letzten Jahr mehr Personen ums Leben als noch im Vorjahr. Hier stieg die Anzahl der Todesopfer von 42 im Jahr 2021 auf 64. Von den tödlich verunglückten jungen Erwachsenen haben 33 Personen einen Pkw, zwei Person einen Lkw und zehn Personen ein motorisiertes Zweirad genutzt.

In der Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren (ab 65 Jahren) gab es 115 Todesopfer, das sind vier Personen mehr als 2021. Damit ist der Anteil dieser Personengruppe an den Verkehrstoten rund 31 Prozent in Relation zu einem Bevölkerungsanteil von etwas mehr als 22 Prozent überrepräsentiert. 2022 waren ähnlich wie im Vorjahr rund 42 Prozent der Todesopfer aus dieser Altersgruppe als Fahrende oder Mitfahrende in einem Pkw unterwegs. Erneut starb fast die Hälfte als sogenannte „ungeschützte Verkehrsteilnehmende“ – sie waren also zu Fuß oder mit dem Fahrrad bzw. Pedelec unterwegs.

In der Gruppe der tödlich verunglückten zu Fuß Gehenden sind im Jahr 2022 40 Todesopfer zu verzeichnen. Davon waren 21 Personen im Alter von 65 Jahren und älter und vier im Kindesalter, also 14 Jahre und jünger.

Die Anzahl der tödlich verunglückten motorisierten Zweiradfahrenden ist im Jahr 2022 mit einem Minus von fast 23 Prozent deutlich gesunken. Hier nahm die Zahl von 75 im Jahr 2021 auf 58 im vergangenen Jahr ab.

In Niedersachsen sind 2022 mit insgesamt 58 Personen rund 26 Prozent mehr Fahrrad Fahrende tödlich verunglückt als im Jahr zuvor (2021: 46). 29 von ihnen nutzten ihr Pedelec, als es zu einem tödlichen Unfall kam. Insgesamt waren von den 58 Radfahrenden 34 im Alter von 65 Jahren und älter.

Auch 2022 haben sich rund zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle (insgesamt 228) auf Landstraßen ereignet. Die Anzahl der sogenannten Baumunfälle ist in Niedersachsen im vergangenen Jahr um rund ein Prozent auf 3.021 Unfälle gesunken (2021: 3.054). Dabei ist die Zahl der bei Baumunfällen tödlich verunglückten Personen leicht gestiegen, von 96 im Jahr 2021 auf 97. Ebenso nahm die Zahl der bei Baumunfällen schwer verletzten Personen zu. So gab es 789 Schwerverletzte in 2022 und damit 113 mehr als im Vorjahr. Dagegen nahm die Zahl der Leichtverletzten von 1.368 auf 1.309 ab (-4 Prozent).

Im Jahr 2022 ist die Zahl der aufgrund einer Beeinflussung durch Alkohol oder andere berauschende Mittel im Straßenverkehr tödlich verunglückten Personen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben (22 Personen). Dagegen nahm die Gesamtzahl der von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol oder sonstige berauschende Mittel eine maßgebliche Rolle spielten, zu. Hier verzeichnete die Polizei ein Plus um 16,6 Prozent auf 4.355 Verkehrsunfälle (+611 Unfälle). Die Anzahl der folgenlosen Zuwiderhandlungen gegen die gesetzlichen Vorschriften im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeuges unter Beeinflussung durch Alkohol oder anderer berauschender Mittel nahm im vergangenen Jahr um 8,5 % ab, insgesamt jedoch wurden noch immer 17.776 Anzeigen gefertigt.

Im Jahr 2022 hat die Polizei Niedersachsen landesweit 999 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scooter-Nutzenden registriert. Dabei verunglückten 623 Personen leicht (259 mehr als 2021) und 99 schwer (plus 35 Personen zum Vorjahr). In einem Fall verunglückte eine 20-jährige E-Scooter-Fahrende tödlich, als ein Lkw-Fahrer die junge Frau beim Befahren eines Kreisverkehrs übersah. Bei 155 Verkehrsunfällen waren die E-Scooter-Nutzenden durch Alkohol oder andere Mittel beeinflusst. „Wer unter dem Einfluss von Alkohol-, Drogen – oder auch Medikamenten steht, hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Daran ändert auch die vom Bund angekündigte Liberalisierung beim Besitz von Cannabis nichts. Sich betrunken oder im Drogenrausch hinters Steuer zu setzen, ist und bleibt lebensgefährlich – für sich selbst und andere“, betonte die Ministerin.

Die Beobachtungen im niedersächsischen Straßenverkehr – auch anlässlich der diesjährigen Statistikvorstellung – legen nahe, dass Unfälle nicht einfach passieren, sondern verursacht werden. Es gibt viele wirksame Ansätze zur Unfallvermeidung, die sich mit technischen und baulichen Aspekten befassen, eine maßgebliche Rolle spielt aber vor allem das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden. In der Überzeugung, dass gegenseitige Akzeptanz und Achtsamkeit das Miteinander auch im Straßenverkehr zum Positiven beeinflussen können, liegt der Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit der niedersächsischen Polizei in diesem Jahr auf dem Thema „Rücksicht im Straßenverkehr“. Hierzu wird es demnächst eine umfassende bundesweite Kampagne unter maßgeblicher Mitwirkung und Beteiligung Niedersachsens geben.

Ministerin Behrens dazu: „Mit Aufmerksamkeit, Vorsicht, Respekt und Wertschätzung lässt es sich viel sicherer im Straßenverkehr vorankommen. Dies zu vermitteln wird ein wichtiger Fokus der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Niedersachsen in diesem Jahr sein.“

Die Polizei wird in diesem Jahr ihre Präventionsarbeit und Kontrollen hierzu intensivieren. Dabei stehen jegliche Formen der Verkehrsteilnahme und alle Altersgruppen im Fokus. Egal ob jung oder alt, Fahrende von Pkw, Lkw und Bussen, auch die Motorrad – und Fahrradfahrenden und schlussendlich auch die Nutzenden von E-Scootern und zu Fuß Gehende stehen dabei im Blickpunkt. Die Polizei Niedersachsen wird darüber hinaus die Hauptunfallursachen Geschwindigkeit, mangelnder Abstand, Ablenkung sowie mangelnde Fahrtüchtigkeit weiter eng im Blick behalten.

    Alle 3 Minuten nahm die Polizei einen Verkehrsunfall auf alle 3 Stunden endete ein Verkehrsunfall an einem Baum alle 13 Minuten verunglückte eine Person im Straßenverkehr alle 3 Stunden war ein verunglückter Motorradfahrender darunter alle 80 Minuten eine Person im Alter zwischen 18 und 24 Jahren alle 93 Minuten verunglückte ein älterer Mensch ab 65 Jahren alle 36 Minuten kam ein Fahrrad Fahrender zu Schaden Alle 3 Stunden verunglückte ein Pedelec-Fahrender Alle 4 Stunden war die Gesundheit von zu Fuß Gehenden betroffen Alle 2,5 Stunden verursachte ein fahruntüchtiger Fahrender einen Unfall Jeden Tag kam ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben

Unfälle Kapitel 2.2.4 [Gesundheit in Deutschland, 2006]

Unfälle sind bei Kindern und jungen Erwachsenen bis zum 25. Lebensjahr, bei Männern sogar bis zum 35. Lebensjahr die häufigste Todesursache. Im Jahr 2004 starben insgesamt knapp 20.000 Menschen in Deutschland an den Folgen eines Unfalls (siehe Abbildung 2.2.3). Rund 8,45 Millionen erlitten im Jahr 2003 eine Unfallverletzung [42] .

Abbildung 2.2.3

Unfälle sind für fast ein Achtel aller verlorenen Lebensjahre durch Tod unter 65 Jahren verantwortlich [43] . Jede zehnte stationäre Behandlung ging 2003 auf Verletzungen zurück [44] .

Zu den Folgen von Unfällen gehören Behinderungen und Einbußen der Lebensqualität, aber auch erhebliche ökonomische Konsequenzen. Besonders ins Gewicht fallen dabei die medizinischen Behandlungskosten in Höhe von jährlich etwa 8,8 Milliarden Euro sowie die Arbeitsunfähigkeit nach Unfällen. So verursachten Verletzungen und Vergiftungen im Jahr 2002 ein Viertel aller verlorenen Erwerbstätigkeitsjahre [45] .

Abbildung 2.2.4

Kinder sind aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung, ihres noch nicht ausreichend ausgeprägten Risikobewusstseins und ihres oft spontanen Verhaltens besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer. Im Jahr 2004 verunglückten 37.285 Kinder unter 15 Jahren bei Straßenverkehrsunfällen. Von diesen wurden 6.577 schwer verletzt, 153 wurden getötet.

Abbildung 2.2.5

Die Zahl der Haus – und Freizeitunfälle in Deutschland liegt mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Verkehrsunfälle. Allerdings gibt es für ihre Erfassung keine gesetzliche Grundlage. Die hier genannten Daten zu Haus – und Freizeitunfällen beruhen auf einer 2000 /2001 durchgeführten repräsentativen Haushaltsbefragung, deren Ergebnisse für Deutschland hochgerechnet wurden.

Bei einer Differenzierung der Unfallquoten nach Altersgruppen und Geschlecht (siehe Abbildung 2.2.6) zeigt sich, dass das Unfallrisiko bei den Männern unter den 15- bis 24-Jährigen und bei den Frauen unter den 55- bis 64-Jährigen am höchsten ist. Bei beiden Geschlechtern insgesamt ist das Unfallrisiko in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen am höchsten (91 Unfälle je 1.000 Personen). Es folgen die 25- bis 34-Jährigen und die 35- bis 44-Jährigen, bei denen ebenfalls eine erhöhte Unfallgefahr besteht (74 beziehungsweise 72 je 1.000). Gegenüber dem Jahr 1996 hat das Risiko in den Altersgruppen bis 34 Jahren abgenommen, bei den über 35-Jährigen ist es dagegen gestiegen.

Abbildung 2.2.6 [46]

Während bei Männern die Quote von Haus – und Freizeitunfällen mit zunehmendem Alter kontinuierlich sinkt, steigt sie bei Frauen im mittleren Erwachsenenalter zunächst an und verringert sich erst nach dem 65. Lebensjahr. Daher verunglücken ab dem Alter von 45 Jahren mehr Frauen als Männer [46] .

Elf Prozent aller Haus – und Freizeitunfälle betreffen Kinder unter 14 Jahren, die meisten der Unglücke (61 Prozent) entfallen dabei auf Jungen. Fast die Hälfte (47 Prozent) aller Heim – und Freizeitunfälle in dieser Altersgruppe ereignen sich innerhalb des Wohnhauses oder in dessen unmittelbarer Umgebung, also an den Orten, an denen Kinder auch die meiste Zeit verbringen. Unfälle sind bei Kindern nach dem ersten Lebensjahr ein Hauptgrund für Gesundheitsschäden.

Abbildung 2.2.7

Die Zahl der von den gesetzlichen Unfallversicherungen registrierten Arbeitsunfälle sowie die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist seit 1993 stetig zurückgegangen und hat im Jahr 2003 den niedrigsten Stand seit 1960 erreicht (siehe Abbildung 2.2.8) [47] . Als Arbeitsunfall gilt ein Unfall, den eine versicherte Person infolge der Ausübung einer versicherten Tätigkeit innerhalb und außerhalb der Arbeitsstätte erleidet.

Landstraßen sind gefährlichster Ort für Verkehrsunfälle

Im vergangenen Jahr starben nach vorläufigen Angaben knapp 59 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten bei einem Unfall auf einer Landstraße – das waren 1.592 Menschen. Im Durchschnitt starb damit alle fünfeinhalb Stunden ein Mensch bei einem solchen Verkehrsunfall.

Knapp 30 Prozent starben bei Unfällen innerhalb von Ortschaften, knapp 12 Prozent auf Autobahnen. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 2.719 Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Der Anteil der auf Landstraßen Getöteten lag im Corona-Jahr 2020, in dem das Unfallgeschehen insgesamt zurückging, ähnlich hoch wie vor Ausbruch der Pandemie. 2019 lag der Anteil bei 58 Prozent, zehn Jahre zuvor betrug er 60 Prozent.

Verkehrsunfälle auf Landstraßen enden besonders häufig tödlich: Hier kam zuletzt auf durchschnittlich 295 Unfälle ein Verkehrstoter. Zum Vergleich: Auf Autobahnen kam im Jahr 2020 auf durchschnittlich 410 Unfälle eine getötete Person, innerhalb von Ortschaften war rein rechnerisch alle 2031 Unfälle ein Todesopfer zu beklagen.

Insgesamt erfasste die Polizei im vergangenen Jahr rund 469.800 Verkehrsunfälle auf Landstraßen, in etwa jeder siebte war ein Unfall mit Personenschaden (rund 65.800). Dabei wurden 1.592 Menschen getötet, 22.842 wurden schwer verletzt und 67.395 leicht.

Verkehrsunfälle auf Landstraßen sind hier alle Unfälle, die sich auf Bundes-, Landes-, Kreis-, Gemeinde – oder anderen öffentlichen Straßen außerhalb von Ortschaften ereignet haben. Unfälle auf Autobahnen wurden nicht berücksichtigt. Ein interaktiver liefert detaillierte Informationen zum Unfallgeschehen auf regionaler Ebene und zeigt, wo Unfälle mit Personenschäden gehäuft auftreten.

Jeder vierte Todesfall auf Landstraßen ereignet sich nach einer Baumkollision. Als besonders gefährlich gelten schnurgerade Alleen.

„Welche Straßen sind am gefährlichsten?“ – auf diese Frage gibt die amtliche Unfallstatistik in Deutschland eine eindeutige Antwort. Die mit Abstand meisten tödlichen Verkehrsunfälle gibt es seit Jahren konstant auf Landstraßen. Hier sind jeweils rund 60 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten zu verzeichnen; im Jahr 2020 waren das 1.592 Menschen. Besonders gefährlich dabei: Kollisionen mit Bäumen am Straßenrand.

Baumunfälle enden oft tödlich

Mehr als 400 Verkehrsteilnehmer starben 2020 in Deutschland an Bäumen auf Landstraßen. Der Anteil der Baumunfälle an allen Verkehrstoten auf Landstraßen liegt bei rund einem Viertel und ist ebenfalls seit Jahren fast konstant. Zwar sind die absoluten Unfallzahlen 2020 in der Pandemie zurückgegangen. Der prozentuale Anteil der Baumkollisionen blieb aber so gut wie unverändert.

„Der Anprall an einen Baum mit einer auf Landstraßen üblichen Geschwindigkeit ist unter den überhaupt denkbaren Unfallkonstellationen eine der folgenschwersten“, sagt Peter Rücker, Leiter der DEKRA Unfallforschung. “ wirkt auf einer sehr kleinen Fläche und setzt enorme Energie frei. Ein Baumanprall mit 80 km/h ist auch in modernsten Fahrzeugen kaum zu überleben.“

Gerade wenn Bäume in regelmäßigem Abstand dicht neben der Straße stehen, kann schon ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit tödlich sein. „Wenn jemand von der Straße abkommt, weicht die Fahrtrichtung ja meist nur um wenige Grad vom Straßenverlauf ab“, so der Experte. „In dieser Konstellation wirkt eine Baumreihe wie eine Wand – die Wahrscheinlichkeit einer Kollision liegt nahe 100 Prozent.“ Anders ausgedrückt: Eine Allee verzeiht praktisch keine Fehler.

Das malerische Landschaftsbild hat also seine Schattenseiten. Ein Plädoyer für die Motorsäge leitet der Fachmann aber daraus nicht ab. „Wir reden keineswegs einer großen Abholz-Aktion das Wort“, sagt Rücker. „Es ist aber dennoch wichtig, jeweils vor Ort intensiv darüber nachzudenken, wie gerade die Seitenräume von Landstraßen sicherer gestaltet werden können.“

Verzicht auf Baumpflanzungen am Straßenrand

Erster und wichtigster Schritt ist für den Unfallforscher der Verzicht auf die Neuanpflanzung von Bäumen an Landstraßen: „Ein Baum ist ja ökologisch gesehen nicht dadurch besonders wertvoll, dass er direkt an einer Straße steht. Wo immer es geht, sollten Seitenräume hindernisfrei sein und im Ernstfall ein vergleichsweise ungefährliches Ausrollen ermöglichen.“ Experten sprechen hier von einer fehlerverzeihenden Infrastruktur.

Schutzplanken zur Absicherung

Darunter können auch bauliche Maßnahmen verstanden werden – dass etwa Alleen oder Einzelbäume an der Straße durch Schutzplanken abgesichert werden. Damit auch Motorradfahrer im Sturzfall gut geschützt sind, sollten diese Schutzplanken unbedingt mit einem Unterfahrschutz versehen sein.

Video: Crashtest Baum-Unfall

Diskutiert wird auch ein Tempolimit von 80 km/h auf engen Landstraßen – empfohlen vom Deutschen Verkehrsgerichtstag schon 2015, seit Jahren auch gefordert vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Eine solche Regelung würde für den Unfall-Experten in die richtige Richtung gehen: „Wir treten seit jeher dafür ein, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit situativ an die Gegebenheiten des jeweiligen Streckenabschnitts anzupassen. Es ist nicht sinnvoll, eine gut ausgebaute, breite, gerade Landstraße und eine kurvenreiche, schmale Strecke über einen Kamm zu scheren.“

Je einleuchtender eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Verkehrsteilnehmer sei, umso größer sei auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich daran halten. „Schließlich können je nach Situation auch 80 km/h für manche Strecke noch zu schnell sein.“

Grundsätzlich gilt auch für die Landstraße, was allgemein als Grundregel fürs Auto – oder Motorradfahren beherzigt werden sollte: Vorausschauend und nicht zu schnell fahren, genügend Abstand halten, auf Nummer sicher gehen. „Die mögliche minimale Zeitersparnis zum Beispiel durch ein waghalsiges Überholmanöver steht in keinem Verhältnis zum Risiko für einen selbst und andere“, so Peter Rücker.

Wo ereignen sich die meisten tödlichen Fahrradunfälle

09.04.2021, Niedersachsen, Algermissen: Ein Kreuz zum Gedenken an ein Opfer eines Verkehrsunfalls steht an einer Landstraße im Landkreis Hildesheim. (dpa)

Weit mehr als die Hälfte aller tödlichen Verkehrsunfälle in Deutschland haben sich 2020 auf Landstraßen zugetragen. Mit insgesamt 1592 Todesopfern lag der Anteil nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag bei knapp 59 Prozent. Im Durchschnitt sei so alle fünfeinhalb Stunden ein Mensch bei einem Unfall auf einer Landstraße ums Leben gekommen. Der Anteil der tödlich verunglückten Menschen bei Verkehrsunfällen innerhalb von Ortschaften habe bei knapp 30 und auf Autobahnen bei knapp 12 Prozent gelegen.

Das Unfallgeschehen sei im vergangenen Corona-Jahr insgesamt zurückgegangen, dabei habe sich der Anteil der auf Landstraßen Getöteten jedoch kaum verändert. 2019 habe dieser bei 58 Prozent gelegen, teilte das Bundesamt aus Anlass des Verkehrssicherheitstages am 19. Juni mit. Unfälle auf Landstraßen enden den Angaben zufolge besonders häufig tödlich. Auf durchschnittlich 295 Unfälle sei ein Verkehrstoter gekommen, auf Autobahnen sei dies bei durchschnittlich 410 und in Ortschaften 2031 Unfällen der Fall gewesen.

Im vergangenen Jahr seien von der Polizei insgesamt 469.800 Verkehrsunfälle auf Landstraßen erfasst worden, bei etwa jedem siebten wurden Menschen getötet oder verletzt. Neben den knapp 1600 Todesopfern wurden dem Bundesamt zufolge 22.842 Menschen schwer und 67.395 Menschen leicht verletzt.

Tödliche Unfälle: Der Alltag birgt viele Risiken

Dass der Tod mit zunehmendem Alter oder mit einer lebensbedrohlichen Krankheit stärker ins Bewusstsein rückt, verwundert wenig. Doch nicht immer ist der Tod eines geliebten Menschen absehbar. Jedes Jahr versterben zahlreiche Menschen plötzlich und ohne jegliche Vorzeichen an Unfällen.

Verkehrsunfälle fordern viele Opfer, sind aber längst nicht die einzige Ursache für tödliche Unfälle im Alltag.

Risiken im Alltag: Gefahr birgt nicht nur der Straßenverkehr

Spricht man von tödlichen Unfällen, so haben die meisten Menschen zunächst ein Bild von tragischen Unfällen im Straßenverkehr vor Augen. Egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto: kosten immer wieder zahlreichen Personen ihr Leben. Tödliche Unfälle ereignen sich jedoch nicht nur im Straßenverkehr. Auch im Rahmen der während der und sogar im ereignen sich jedes Jahr tausende tödliche Unfälle.

Jede Altersgruppe ist betroffen

Da sich ein tödlicher Unfall in nahezu allen Lebensbereichen und zu jeder Zeit ereignen kann, ist keine Altersgruppe davon ausgeschlossen.

Wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, weist jede Altersgruppe zudem besonders hohe Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Unfallkategorien auf:

    Arbeitsunfälle treten beispielsweise am häufigsten bei 45- bis 55-Jährigen auf. Tödliche Verkehrsunfälle ereignen sich meist im Jugendlichen – bzw. frühen Erwachsenenalter oder im Rentenalter. Häusliche Unfälle mit Todesfolge werden in den höheren Altersgruppen immer häufiger. Ähnlich zeigt der allgemeine Trend deutlich: Die Wahrscheinlichkeit, einem tödlichen Unfall zu erliegen, steigt mit zunehmenden Alter massiv an.

Nicht dramatisieren, aber realistisch sein

Sich rund um die Uhr über die Gefahren des Alltags zu sorgen, ist wenig hilfreich. Tödliche Unfälle können sich in den unterschiedlichsten Situationen zu jeder Zeit und völlig unvorhersehbar ereignen – und entsprechend schwer kann man sich dieser Gefahr entziehen.

Was man aber tun kann, ist, sich dieses mögliche Schicksal bewusst zu machen und. Am leichtesten ist das durch eine stets angemessene Vorsicht und vorausschauendes Verhalten möglich. Doch auch das Abschließen einer Risikolebensversicherung zählt dazu, sorgt diese Versicherung doch für die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen, falls der Todesfall eintritt.

Nur wenig Verkehrs-Tote

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 3.046 Menschen bei Verkehrs-Unfällen gestorben. Das ist die niedrigste Zahl seit vielen Jahren. Die Zahl der Unfälle auf deutschen Straßen ist dagegen gestiegen.

Insgesamt gab es 2019 fast 2,7 Millionen Verkehrs-Unfälle. Die meisten tödlichen Unfälle haben sich auf Land-Straßen ereignet. Dort ist die Geschwindigkeit hoch. Es gibt keine Abgrenzung zum Gegen-Verkehr wie auf AutBahnen und man kann oft schlecht überholen.

Auch die Zahl der Rad-Fahrer, die bei einem Unfall getötet worden sind, ist gestiegen. Das liegt auch daran, dass immer mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Schule, zur Lehrstelle oder zur Arbeit fahren.

Unfallstatistik: Zwei tödliche Unfälle in der Region

In der Region Bern-Ost haben sich im letzten Jahr weniger Verkehrsunfälle ereignet als im Vorjahr. Überschattet wird die Unfallstatistik von zwei tödlichen Unfällen.

Im letzten Jahr ereigneten sich in der Region Bern-Ost 249 Verkehrsunfälle. Das sind fünf weniger als im Vorjahr. Zwei Unfälle endeten tödlich. Im August stiess ein Radfahrer auf der Richigenstrasse in Worb mit einem Postauto zusammen und verstarb kurz danach im Spital. Im November wurde in Rubigen auf dem Fussgängerstreifen beim Schulhaus ein Mann von einem Auto erfasst. Auch er erlag seinen Verletzung im Spital.

34 Velounfälle

Von den 249 Verkehrsunfällen in der Region Bern-Ost war an zehn Unfällen ein Motorrad beteiligt, bei 34 ein Velo und bei 20 Unfällen waren Fussgängerinnen oder Fussgänger involviert.

Freitags innerorts aufpassen

Über den gesamten Kanton Bern gesehen ereigneten sich die meisten Unfälle innerorts (62 Prozent). Die häufigsten Unfallursachen sind Schleuder – oder Selbstunfälle, gefolgt von Auffahr – und Einbiegeunfällen. Die häufigsten Unfälle mit Personenschaden ereignen sich in den Monaten Juni, Mai und August. Am meisten Blechschäden passierten in den Wintermonaten. Der gefährlichste Tag auf den Strassen ist der Freitag, gefolgt vom Samstag. Freitags zwischen 17 und 18 Uhr passieren fast doppelt so viele Unfälle wie morgens zwischen 7 und 8 Uhr. Am wenigsten Unfälle passieren am Sonntag.

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