Wie viele Kilometer Radfahren pro Tag sind gut

50-200 km am Tag, abhängig von der Strecke (Höhenprofil), dem Wetter, dem Fitnesslevel und dem möglichen Gepäck. Bei sehr untrainierten und ungeübten Radfahrern kann man mit rund 20 – 30 Kilometer am Tag rechnen. Bei einer normalen Fitness lassen sich rund 50-70 Kilometer am Tag radeln. Bei durchgehend gerader Strecke schafft man dann auch schon mal zwischen 70 und 100 Kilometer. Wer sportlich unterwegs ist oder an einem Event teilnimmt, kann auch 120-150 km zurücklegen. Extremfahrer schaffen auch über 200 km am Tag.

Die tägliche Distanz für Radreisen sollte der eigenen Fitness und der Beschaffenheit der Tagesetappe angepasst werden. Eventuell sollte man auch wetterabhängige Änderungen in Betracht ziehen. Fährt man über einen Alpenpass, sind vielleicht 40-50 km pro Tag schon genug. Hat man eine flache Asphaltstrecke vor sich, kann man auch 80-100 km planen.

Sind Alleskönner und können auch auf längeren Touren eingesetzt werden. Da sie oft mit Federgabeln und Scheibenbremsen ausgestattet sind, eignen sie sich gut für die Mitnahme von Gepäck. Die aufrechte Sitzposition sorgt für Komfort auf längeren Strecken.

Sind speziell für lange Touren ausgelegt, erlauben meist eine üppige Beladung oder die Option für weitere Anbauteile und kommen ebenfalls mit einer bequemen Sitzposition daher.

Für hohe Geschwindigkeiten und die sportliche Nutzung eignet sich am besten ein Rennrad, welches durch geringes Gewicht dank Carbon oder Aluminium punktet.

Besonders bei Kindern ist die richtige Fahrradgröße wichtig. Ein Richtwert gibt die Schrittlänge. Dafür sollte das Kind ein Buch zwischen die Beine klemmen und so weit wie möglich nach oben schieben. Anschließend wird der Abstand von der oberen Kante des Buches bis zum Boden gemessen. Diese Länge hilft zur Einordnung bei der Fahrradgröße. Am besten lässt man sich jedoch im Fachgeschäft vor Ort beraten. Für Rennräder als auch für Gravelbikes für Erwachsene eignet sich der ROADBIKE-Rahmengrößenrechner.

Für das Gelände und enorme Belastungen konzipiert sind Mountainbikes. Die gefederte Gabel sorgt für mehr Stabilität und Komfort. Auch Gravelbikes eignen sich als Allrounder für das Gelände. Für die Straße ist ein City Bike optimal, da sie für die Nutzung im Straßenverkehr ausgelegt und verkehrstauglich ausgestattet sind. Das Trekkingrad eignet sich ebenso für die Straße, ist aber tendenziell auch geländetauglich.

Die Muskeln, die beim Radfahren am meisten arbeiten müssen, sind natürlich die Beine. Darunter der Gluteus Maximus (Gesäßmuskel), der für die meiste Trittkraft aber auch für Gleichgewicht und Stabilität sorgt. Die Muskelgruppe der Hamstrings (hinterer Bereich der Oberschenkel) werden ebenfalls trainiert. Die zweite wesentliche Kraftquelle bilden die Muskeln Vastus Medialis, Rectus Femoris und Vastus Lateralis, die den Quadrizeps (Muskelbündel des Oberschenkels) bilden. Mit für die Trittkraft verantwortlich ist drüber hinaus die Wadenmuskulatur, der Seoleus (Schlüsselmuskel für Gehen und Laufen) und der Tibialis Anterior, der für das Gleichgewicht in Knien und Fußgelenk verantwortlich ist. Neben den Beinen sind weitere Muskeln beim Radfahren wichtig und aktiv, darunter Bauch – und Lendenmuskeln, Schulter und Arme.

Pendeln mit dem Fahrrad: Redakteur in Rastatt fährt jeden Tag 46 Kilometer

Das Fahrrad ist perfekt zum Pendeln. Unser Redakteur Holger Siebnich fährt jeden Tag 46 Kilometer. Aus seiner Sicht ist das gut für Körper, Geist und Geldbeutel. Er gibt Tipps, wie die tägliche Tour gelingen kann.

Holger Siebnich arbeitet in unserer Redaktion am Martkplatz in Rastatt. Mit seinem Gravelbike fährt er jeden Tag 23 Kilometer von Bühl aus dorthin – und wieder zurück. Foto: Hans-Jürgen Collet

Viele Menschen fahren mit dem Rad zur Arbeit. Andere würden es gerne machen, aber haben Bedenken wegen Schweiß, Regen und Zeit. Ich radel täglich von Bühl nach Rastatt und zurück. Und auch wenn ich oft schwitze, mal nass werde und länger brauche als mit dem Auto: Es lohnt sich. Für das Radelglück gibt es aber ein paar Voraussetzungen.

Mein Kilometerzähler am Fahrrad steht in diesem Jahr bei knapp 5.000. Den größten Teil habe ich auf dem Arbeitsweg zurückgelegt. Von meinem Zuhause im Dorf Balzhofen bis in die Redaktion am Marktplatz in Rastatt und zurück sind es 46 Kilometer. Oft reagieren Menschen verblüfft, wenn sie davon hören. Aber ich bin kein Supersportler. Ich fahre einfach gerne Rad. Und ich habe Routine.

Das Zauberwort heißt: Routine

Ich bin schon immer viel geradelt. Als Schüler von Kuppenheim zum Tulla nach Rastatt. Als Student quer durch Karlsruhe. Und nun als Angestellter zum Arbeitsplatz. Je nach Wind und Wetter sitze ich jeden Tag in Summe zwischen anderthalb und zwei Stunden im Sattel.

Das klappt, weil ich es nicht hinterfrage. Würde ich jeden Tag nach dem Weckerklingeln aufs Neue mit mir ringen, ob ich mich aufs Rad schwingen soll, fiele die Entscheidung sicher auch mal negativ aus. Aber ich habe mir die Radtour so zur Gewohnheit gemacht, dass sie nicht zur Disposition steht. Ich habe keine Wahl, weil ich mir keine Wahl lasse. Ich steige aufs Rad, wie andere Leute morgens ins Auto. Die Routine hat den inneren Schweinehund so eingelullt, dass er nicht einmal mehr zuckt.

Kostenloser Verleih

Auch Regen oder Kälte wecken ihn nicht. Oma hatte recht: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Das gilt auf dem Rad ganz besonders. Wer das ganze Jahr über radelt, braucht viele verschiedene Klamotten. Im Schrank liegen kurze Hosen auf langen Hosen, auf Trikots, Windbreaker, Regen – und Softshelljacke. Das Zeug lässt sich in verschiedenen Schichten zu unendlichen Zwiebel-Variationen kombinieren. In Summe decken sie vom Hitze-Tag bis zum Schneesturm alles ab.

Das macht aber auch deutlich: Das Material muss stimmen. Das gilt natürlich auch fürs Fahrrad. Wer sich mit einem schwergängigen alten Bock zur Arbeit quält, verliert schnell die Freude. Eine quietschende Kette bremst alle guten Vorsätze aus. Aber wenn sich ein gut geölter Antrieb in reinen Vortrieb verwandelt und die Reifen über den Asphalt schnurren, ist das der Resonanzboden für neue Pendler-Routinen.

Im Vergleich zum Auto ist der Unterhalt spottbillig

Ich selbst fahre ein Gravelbike, eine Art robustes Rennrad. Bio, also ohne Motor. Muss man heute ja dazusagen. Licht und Schutzbleche geben Abzug beim Coolness-Faktor. Aber die Vollausstattung ist unverzichtbar, um auch bei Schmuddelwetter einigermaßen sauber und vor allem lebend das Ziel zu erreichen. Am Gepäckträger hängen zwei Taschen mit Laptop und Wechsel-Klamotten fürs Büro.

Eine Kette kann an meinem Rad nicht quietschen. Es hat einen Riemenantrieb. Herzstück ist eine hochwertige Nabenschaltung. Der Vorteil dieses Systems: Es ist immer perfekt eingestellt und kann nicht rosten. Klar, günstig war dieses Rundum-Sorglospaket auf zwei Carbon-Laufrädern nicht. Aber es ist mein Hauptverkehrsmittel. Und im Vergleich zum Auto sind Unterhalt und Wartung spottbillig. Die Nabe braucht einmal im Jahr für 20 Euro einen Ölwechsel. Der abendliche Pasta-Teller ist mein Sprit.

Ich profitiere natürlich nicht nur finanziell, sondern auch gesundheitlich. Krank bin ich so gut wie nie. Die tägliche Radtour scheint nicht nur meine Kondition, sondern auch mein Immunsystem zu stärken. Es braucht niemand Angst zu haben, sich auf dem Rad zu erkälten. Das Gegenteil ist der Fall.

Für Genussliebhaber mag ein weiterer Aspekt reizvoll sein: Ich kann ohne Reue essen wie ein Scheunendrescher. Auf den 46 Kilometern verbrauche ich laut meiner Fitnessuhr jeden Tag rund 1.300 Kalorien. Das sind fünf Big Macs oder zwei bis drei Tafeln Schokolade. Wenn ich nicht vom Fleisch fallen will, muss ich die Energie wieder reinholen. Viele Büromenschen haben das Problem, dass sie zu viel essen. Ich muss genug essen.

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