Kurzportrait | stefan schlegel

Seit dem Jahr 2014 unterstützt Storck Bicycle den Ausnahmesportler Stefan Schlegel. Nach seiner erfolgreichen Teilnahme bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii im Jahr 2010, bestritt der Ausdauerathlet in den Jahren 2012, 2014 und 2016 das 3000 Meilen lange Race Across America. Für die langen Geraden durch die USA nutzte er die Zeitfahrmaschine Aero2 IS und kletterte über die Rocky Mountains mit den Straßenmaschinen Aernario G1 und Aerfast.

Nachgefragt

Erzähle uns ein wenig über Dich!

Ich glaube daran, dass jeder Mensch alles erreichen kann, wenn er fest daran glaubt und es wirklich will. Das bedeutet, dass er bereit ist Hindernisse zu übergehen, die ihm in den Weg stehen. Ich möchte mit meinem Projekten Menschen Mut und Kraft geben, wieder an ihre eigene Träume zu glauben und diese auch zu verwirklichen. Denn es gibt meiner Meinung nach nichts schöneres, als sich seine Träume zu erfüllen.

Was fasziniert dich an deiner STORCK Ausrüstung?

Storck ist für mich die ultimative Wunschmarke und Traumpartner. Die Räder sehen nicht nur wunderschön aus, sie verfügen auch über einen unvergleichlichen Qualitätsstandart. Ich kann dem Material im Wettkampf zu 100% vertrauen. Ich bin ein Kinestetiker, d. h. ich lege viel Wert darauf, wie sich etwas beim Berühren anfüllt. Meine Storck Räder Aero2 und Aernario G1 fühlen sich einfach edel an.

Welche größten sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?

Den deutschen Rekord beim Race Across America brechen und die Durchquerung in 9 Tagen bewältigen.

Was war bisher dein bester Moment im Sport?

Sicherlich war einer der schönsten Momente das Finishen des Race Across Americas 2014 auf Platz 6, obwohl ich bereits 110km nach dem Start sehr schwer gestürzt bin. Trotz des Sturzes die restlichen 4.700km durchzuhalten und Platz 6, das war ein ganz besonderer Moment für mich!

Was war dein schlimmster Moment im Sport?

Der Sturz in dem selbigen Rennen 2014. Nach 110km bin ich in einer Abfahrt schwer in die Leitplanken gestürzt. Mir fehlte die Kraft, alleine aufzustehen. Dennoch bin ich dann 10 Tage weiter gefahren!

Dein Lieblingswettkampf? Warum?

Die Teilnahmen am Race Across America. Es fordert einem Menschen alles auf allen Ebenen ab. Dieses Rennen formt den Menschen und Charakter auf eine ganz spezielle Art. Es ist das Leben, nur in komprimierter Form!

Dein härtester Wettkampf? Warum?

Auch hier muss sich das RAAM nennen. 3.000 Meilen durch einen ganzen Kontinent zu radeln, nur ca. 1 Stunde Schlaf pro Tag. Das ist hart, verdammt hart. Dazu kommen noch über 33.000 Höhenmeter. Das RAAM ist zweifelsohne der härteste Wettkampf den ich kenne.

Dein Tipp auf dem Rad für Hobbysportler?

Genießen, geneißen, genießen. Je mehr man das Fahren und die Umgebung genießen kann, desto einfacher ist es. In meinen langen Trainngstouren und sogar in Wettkämpfen, versuche ich immer das Fahren, die Landschaft und die Menschen zu genießen und viel Spaß dabei zu haben.

Https://www. storckworld. com/heroes/hero/stefan-schlegel/

Across America: Reist gewinnt das härteste Radrennen der Welt

5000 Kilometer und 55’000 Höhenmeter nonstop von der amerikanischen Westküste an die Ostküste: Die Schweizerin Nicole Reist erreicht das Ziel des Race Across America nach 10 Tagen, 4 Stunden und 13 Minuten als schnellste Frau.

Kurzportrait | stefan schlegel

Nicole Reist auf dem Weg die USA zu durchqueren.

Es war ein Krimi, wie ihn wohl nur das Race Across America schreiben kann. Am Samstagmorgen, kurz nach 2.30 Uhr (MEZ), fuhr die Schweizerin Nicole Reist mit einer Finisherzeit von 10 Tagen, 4 Stunden und 13 Minuten ins Ziel des weltweit längsten Extrem-Radrennens, welches über fast 5000 Kilometer und 55’000 Höhenmeter nonstop von der amerikanischen Westküste an die Ostküste führt. Reist holt sich damit zum dritten Mal den Sieg bei den Damen und sorgt mit dem dritten Platz im Gesamtklassement für Furore.

Bis am Donnerstagabend führte die 37-Jährige seit Tagen und mit grossem Vorsprung das gesamte Männerfeld an, bis ein Sturz vor dem Ziel den Traum vom Overallsieg und vom internationalen Frauen-Speedrekord jäh platzen liess. 2800 der 3037 Meilen (4888 Kilometer) hatte sie schon geschafft, befand sich mitten in den Appalachen, ihrem Lieblingsgebirge, auf dem Weg zur grossen Sensation – dann geschah es: Bei einem Ausweichmanöver stürzte sie und hatte danach starke Schmerzen im Oberschenkel.

Kurzportrait | stefan schlegel

Reist unterwegs im Monument Valley.

Rund vier Stunden dauerte es, bis Reist von der Teamärztin durchgecheckt wurde und wieder fit genug war, um weiterzufahren. Diese Pause war selbst für ihren grossen Vorsprung zu lange. Just am Ende der Standzeit überholte der Australier Allan Jefferson die Schweizerin. Ein-Kopf-an-Kopf-Rennen begann, Nicole Reist konnte ihren Konkurrenten nach kurzer Zeit wieder überholen und ihn während Stunden auf Distanz halten. Ein weiterer Sturz aus dem Stand – Reist konnte wegen ihrem Leiden am Oberschenkel nicht rasch genug aus dem Pedal ausklicken – sowie anhaltende Schmerzen entschieden den Krimi letztlich nach rund 2950 Meilen. Die Schweizerin konnte ihr Tempo nicht mehr aufrechterhalten und musste den Australier ziehen lassen. Es folgte der komplette Einbruch, sodass Reist gar wenige Meilen vor dem Ziel noch vom Tschechen Svata Bozak überholt wurde.

Mit Adduktorenprobleme und einer gebrochenen Rippe

Das härteste Rennen ihres Lebens sei es gewesen: «Ich habe noch nie so gelitten!» Für einmal ging das Drehbuch der erfolgsgewohnten Ausnahmeathletin nicht ganz auf. «Natürlich bin ich enttäuscht, dass der zum Greifen nahe Traum des Gesamtsieges so kurz vor dem Ziel geplatzt ist», erklärt Nicole Reist nach ihrer Ankunft in Annapolis sichtlich gezeichnet. «Allerdings bin ich froh, dass ich es unter den gegebenen Umständen überhaupt bis ins Ziel geschafft hab und nach 2016 und 2018 meinen dritten Frauensieg holen konnte.»

Nicole Reist

Die 37-jährige Nicole Reist ist passionierte Ultracyclerin, also Langdistanz-Radrennfahrerin, und lebt in Weisslingen, nahe Winterthur. Sie ist mehrfache Weltmeisterin, Europameisterin und Schweizermeisterin und hat seit 2012 jedes Ultracycling-Rennen über mehrere Tausend Kilometer nonstop gewonnen, zu dem sie gestartet ist – unter anderem schon zweimal das legendäre Race Across America. Ab dem 9. August plant sie eine Teilnahme am Race Around Austria über 2200 Kilometer. Trotz ihres umfangreichen Trainingspensums arbeitet sie Vollzeit als Hochbautechnikerin in einem Architekturbüro

Kurzportrait | stefan schlegel

Eine sichtlich erschöpfte Nicole Reist wird, nach nur 9 Stunden Schlaf in den letzten 10 Tagen, von ihrem Team im Ziel empfangen.

So grenzt es denn auch fast an ein Wunder, dass Reist trotz ihrer Adduktorenprobleme und einer gebrochenen Rippe weiterfahren konnte. Allein ihr Wille trieb sie an. Gehen konnte sie kaum mehr, in die Pedale treten ging – irgendwie. Allerdings brauchte Reist jeweils die Unterstützung ihrer Crew, um aufs oder vom Velo zu steigen. Überhaupt sei die Zielankunft der Verdienst ihres 11-köpfigen Begleitteams. «Ohne meine grossartige Crew, die mich während dem ganzen Rennen begleitet, mich während 24 Stunden am Tag betreut und unterstützt hat, und in diesem Schlussteil sämtliche Register zog, um mich zu motivieren, hätte ich das nicht geschafft.»

500 Kilometer Radfahren pro Tag

Die Müdigkeit ist kaum verwunderlich, hat Reist in den vergangenen 10 Renntagen doch nur gerade 9 Pausen gemacht, in denen insgesamt rund 9 Stunden Schlaf zusammenkamen – und dies bei durchschnittlich rund 500 Kilometer Radfahren pro Tag! Als einzige Frau, die in der Kategorie Solo U50 das Ziel erreicht hat, steht Nicole Reist mit ihrer Rennzeit von 10 Tagen, 4 Stunden und 13 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12.44 Meilen pro Stunde (20.02 km/h) dennoch zuoberst auf dem Frauen-Podium und setzt ihre über 10-jährige Siegesserie weiter fort.

Race Across America

Das Race Across America ist das härteste und längste Ultracycling-Rennen der Welt. Die Strecke führt über 4888 Kilometer (3000 Meilen) und 55’000 Höhenmeter quer durch die USA, von Oceanside in Kalifornien an der Westküste durch 12 Staaten bis nach Annapolis in Maryland an der Ostküste, nonstop. Heuer starteten rund 150 Fahrer und Fahrerinnen in 2er-, 4er – oder 8er-Teams, dazu 29 als Soloathleten, wovon 3 Frauen. Die maximal erlaubte Zeit für Solofahrer beträgt 12 Tage. Jedes Jahr scheitern über 50 Prozent der Startenden, gut 70 Prozent der erstmalig Startenden (Rookies) erreichen das Ziel nicht. In bisher 39 Austragungen konnten nur gerade 37 Frauen dieses Rennen als Solostartende erfolgreich beenden.

Ihre einzige direkte Konkurrentin hatte das Rennen schon nach gut 600 Meilen aufgeben müssen. Die dritte Athletin im Feld, die in der Ü50-Kategorie fuhr, lag fast 500 Meilen hinter Reist zurück. Für den ursprünglich angepeilten, internationalen Frauen-Geschwindigkeitsrekord, für den sie bis zu ihrem Sturz noch immer knapp auf Kurs war, reichte es nach diesem dramatischen Finish natürlich nicht. Mit ihrem dritten Platz im Overall-Klassement bestätigt Nicole Reist dennoch einmal mehr ihre Dominanz als mit Abstand weltbeste Frau im Ultracycling. (swe)

Https://www. luzernerzeitung. ch/news-service/sport/race-across-america-ich-habe-noch-nie-so-gelitten-nicole-reist-triumphiert-als-beste-frau-im-haertesten-radrennen-der-welt-ld.2309210

Wie lang ist der Lebenszyklus eines Fahrrads?

Dies ist vielleicht keine besonders praktische Frage, aber ich frage mich, wie oft Sie sich auf der Suche nach einem neuen (oder einem anderen) Fahrrad befinden. Dabei gibt es natürlich zwei Hauptaspekte:

Mechanischer Verfall. Wenn Sie ein Auto fahren, wissen Sie, dass Sie es alle 3000 Meilen schmieren, alle 7500 Meilen die Reifen wechseln und alle 30000 Meilen die Flüssigkeiten spülen müssen. Wenn es Ihnen mit dem Fahrradfahren einigermaßen ernst ist, würden Sie sich in Bezug auf die Wartung an einen Ort begeben, an dem Sie sich wohlfühlen, von der Unmöglichkeit, Ihre Sattelhöhe zu verstellen, bis hin zur Neumontage Ihrer eigenen Speichen und Naben, aber Sie würden trotzdem einige Wartungsarbeiten durchführen. Die meisten Komponenten hätten eine ziemlich genau definierte Spannweite, der sie dienen, und würden nach so vielen Kilometern wahrscheinlich anfangen, auseinanderzufallen, selbst bei angemessener Wartung und Reparatur. Wie groß wäre die zeitliche und/oder meilenmäßige Reichweite von Pendlerfahrrädern, Rennrädern oder Mountainbikes? Oder sind die modernen Fahrräder ab etwa 1000 Dollar im Grunde ewig haltbar, es sei denn, man fährt frontal gegen eine Betonwand? Die Bedürfnisse ändern sich: Man wächst über das Fahrrad hinaus, das Fahrverhalten ändert sich, man wechselt von Gruppenfahrten zum Triathlon, man zieht in ein neues Gebiet um, man übergibt das Fahrrad an seine jüngeren Geschwister usw.

Ich habe das Gefühl, dass Letzteres mit größerer Wahrscheinlichkeit eintritt, als wenn man das Fahrrad mit allen mechanischen Mitteln auslastet. Irgendwelche Meinungen?

Antworten [ 11 ]

Lassen Sie uns versuchen, dies in eine Art vernünftige Frage zu lenken, mit der Perspektive, wie sie von einer typischen Fahrradwerkstatt aus gesehen wird und was auf der Straße unterwegs ist.

In einer Fahrradwerkstatt kann man sich bei der Arbeit an Fahrrädern wiederfinden, die bis zu fünfzig Jahre alt sein können, wobei eine große Anzahl von ihnen mehr als zehn Jahre alt ist. Einige dieser Fahrräder sind in den letzten fünf Jahren nicht aus dem Gartenschuppen herausgekommen und plötzlich in Gebrauch gekommen, weil der Sohn oder die Tochter des Besitzers zu fahren begonnen hat. Daher hängt diese Frage sehr stark davon ab, wie oft das Fahrrad gelüftet wird, wie es gelagert und gewartet wird.

Für die Person, die ihr Fahrrad täglich im Berufsverkehr benutzt, ist die Lebensdauer des Fahrrads eine wirtschaftliche Frage. Nach etwa fünf Jahren wird das Fahrrad selbst bei einem Bremsklotzwechsel, neuen Kabeln, vielleicht einem neuen Satz Ritzel, neuen Reifen, Ersatzketten und viel T-L-C einen Verschleiß aufweisen, der fast so viel kostet wie die Reparatur eines neuen Fahrrads. Felgen werden sich durchscheuern, Sättel reißen, Teile des „Shimano-Plastiks“ gehen verloren und der gesamte Antriebsstrang wird abgenutzt.

Die Behebung dieser Probleme erfordert in der Regel eine weitere Runde von Verbrauchsmaterialien, z. B. Kette, Züge, Bremsklötze und Reifen. Alle diese Teile sind teurer als Ersatzteile, für deren Reparatur Sie Zeit aufwenden müssen oder für deren Reparatur Sie eine Werkstatt bezahlen müssen. In der Zwischenzeit kann zu OEM-Preisen, vorinstalliert an einem neuen Fahrrad, ein besseres Angebot gefunden werden. Das vorhandene Fahrrad hat sich „abgeschrieben“ und ist zu einer Belastung geworden, ähnlich wie ein altes Auto.

Wenn Sie sich die Autos ansehen, die die Leute fahren, werden Sie feststellen, dass es nicht allzu viele „Ford Cortina“-Modelle auf der Straße gibt. (Großbritannien) Es sind auch nicht allzu viele ‚Ford Sierra‘-Modelle auf der Straße. Dennoch gab es eine Zeit, in der jedes zweite Auto eines dieser Modelle war. Es sind noch ein oder zwei davon übrig, und man sieht sie alle paar Tage, also war es offensichtlich möglich, sie zu warten und für immer auf den Straßen zu halten. Bei 99,9 % dieser einstmals beliebten Ford-Autos war das jedoch nicht der Fall.

Schauen Sie sich nun an, was die Leute tatsächlich fahren. Es gibt eine vernünftige Auswahl an zwanzig Jahre alten Modellen, die auf den Straßen fahren, auf denen Menschen pendeln oder mit dem Hund spazieren gehen. Je nachdem, wo Sie wohnen, sind die meisten Fahrräder jedoch neueren Datums, d. h. weniger als zehn Jahre alt. Die Hälfte davon ist sehr neu, d. h. weniger als drei Jahre alt. Die meisten dieser „Tagesfahrer“ sind auf dem besten Wege, als „mechanische Ressource“ verbraucht zu werden.

Was Ihren Punkt 2) betrifft, so werden im Vereinigten Königreich viele Fahrräder von ihren Fahrern aufgegeben, wenn sie mit dem Fahren beginnen. Bevor die Menschen in dieses Alter kommen, durchlaufen sie eine Reihe von Fahrrädern, aus denen sie herauswachsen. Konkurrierende Fahrer sind wieder anders, typischerweise haben sie eine Flotte von Fahrrädern und eine lächerliche Menge an Ersatzteilen, die von Nachrüstungen übrig bleiben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Fahrrad eine Lebensdauer von etwa fünf Jahren im Alltagsbetrieb hat, bevor es in Stücke geschossen wird. Diese Lebensdauer kann durch neue Komponenten und sorgfältige Wartung unbegrenzt verlängert (oder im Falle eines Unfalls sofort verkürzt) werden. In der Realität können die Menschen auch noch lange nachdem das Fahrrad seine beste Zeit hinter sich hat, Fahrrad fahren, sie können das Fahrrad auch für lange Zeiträume einlagern und sie können auch in den Sport einsteigen (um viele Fahrräder zu kaufen, die nicht unbedingt abgenutzt werden).

Https://de. bicycles. asklobster. com/posts/5409/wie-lang-ist-der-lebenszyklus-eines-fahrrads/

60 Jahre “Bikepacking”

“Bikepacking”, die neue Spielart des Radreisens, wird unter abenteuerlustigen Bikern immer beliebter. Tatsächlich gibt es diese Art des Reisens jedoch so lange wie das Fahrrad selbst. Niemand weiß das besser als Brenda, eine unserer komoot-Pioniere, die seit sechzig Jahren regelmäßig ihr Fahrrad packt, um mit ihrem selbstgebauten Zelt und ihrer Familie ins Blaue zu fahren.

Kurzportrait | stefan schlegel

„Es begann alles um 1954. Es muss um diese Zeit gewesen sein, da es noch immer einige Produkte zur Rationierung gab. Mein Vater wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Signals Corp enteignet und kam nach Hause, um ein neues Leben aufzubauen. Er gründete eine kleine Fahrradwerkstatt und fuhr ein einzelnes Auto als Taxi. Er baute mir mein erstes Fahrzeug – ein Dreirad. Ich war so aufgeregt: Ich konnte einfach nicht abwarten, bis die Farbe getrocknet war, sprang einfach auf und radelte zum örtlichen Laden. Ich war so stolz.

Einige Zeit später reparierte er ein sogenanntes “Fairy Cycle”, ein Kinderfahrrad, welches ich ausprobieren sollte. Ich fuhr diese zweirädrige rote Schönheit sofort ohne Probleme. Das veranlasste meinen Vater, mir ein wunderschönes blaues Royal Enfield Fahrrad zu kaufen – komplett mit Felgenbremsen und Ein-Gangschaltung. Es war viel zu groß für mich. Meine Eltern kauften immer alles größer, damit ich hineinwachsen konnte.

So wuchs ich nach einiger Zeit endlich “auf das Rad” und los ging die Entdeckungsreise als ich sieben Jahre alt war. Nach einer wichtigen Abschlussprüfung in der Grundschule bekam ich ein neues Fahrrad geschenkt – wieder blau, mit einer Drei-Gang “Sturmey Archer”-Nabenschaltung. Was für eine Offenbarung: Ich konnte die Gänge wechseln und viel leichter bergauf fahren!

Mit 16 Jahren machte ich meine erste Radtour mit einem Schulfreund über die Hügel und Täler von Durham County. Die Straßen waren damals noch weitgehend autofrei, aber es gab auch keine eigenen Radwege. Wir übernachteten in Jugendherbergen – damals bedurfte es keiner Voranmeldung und man wurden gebeten, vor der Abreise diverse Aufgaben zu erledigen. Ganz im Gegensatz zu den heutigen, fast Hotel-artigen Einrichtungen.

Ein paar Jahre später hatte ich geheiratet und ein Baby. Es war 1974 – ein Jahr, in dem das Vereinigte Königreich in eine Ölkrise stürzte. Also investierten wir in Fahrräder, die mit einem Klappsitz für Babys ausgestattet waren. Es gab keine Kopfstützen auf diesen Sitzen, im Gegensatz zu den schön gefertigten Sitzen und Anhängern heute. Wir fanden es klasse und befestigten außerdem eine Holzkiste, um unsere kleinen Söhne darin mitzunehmen. Als unsere Kinder zu groß dafür waren, benutzten wir sie jahrelang, um unsere Campingausrüstung damit zu transportieren.

Kurzportrait | stefan schlegel

Unser erster Fahrrad-Camping-Ausflug mit den Kindern führte uns zur York Cycle Rallye und zurück. Mein Mann hatte ein altes Fahrrad gefunden, die vorderen Gabeln abgeschnitten und es mit einem Rahmen an seinem Fahrrad befestigt. Es war eine hausgemachte Version dessen, was heute als “Trailer Bike”, also ein Kinderfahrrad zum Anhängen an ein Erwachsenenrad, bekannt ist.

Wir fuhren weiter mit dem Fahrrad campen, sogar Oma kam mit. Gemeinsam fuhren wir mit dem Zug in das Gebiet, das wir erkunden wollten. In jenen Tagen Anfang der 1980er-Jahre konnten wir ein Tandem mit Anhänger, zwei Fahrräder und einen Anhänger mit Campingausrüstung im Zug mitnehmen. Es gab früher einen extra Wagen, in dem der Zugbegleiter fuhr, auf den die ganze Ausrüstung geladen werden konnte.

Kurzportrait | stefan schlegel

Dieses Foto wurde von der lokalen Zeitung aufgenommen und zeigt, wie wir damals unterwegs waren. Wir nahmen die lange Zugfahrt nach Cornwall im Jahr 1982 auf uns und radelten zehn Tage lang insgesamt 360 Meilen. Leider mussten wir verfrüht nach Hause zurückkehren, da ein Sommersturm durch das Land zog und umfangreiche Überschwemmungen verursachte. Obwohl wir keine Reservierung für die Reise hatten, brachte uns die gute alte britische Eisenbahn nach Hause und leitete uns in sieben Zügen in 24 Stunden um. Wir wurden sogar vom Stationsvorsteher durch den Bahnhof Birmingham geführt. Alles lief gut, bis wir um Mitternacht am Bahnhof von York wegen eines Bahnstreiks zum Stehen kamen. Ich packte die Schlafsäcke aus und wir schliefen, bis der Postzug um 5 Uhr morgens eintraf, der uns nach Hause brachte. Das waren glückliche Tage, dennoch gab es erstmal keine weiteren Bikepacking-Abenteuer, als wir das Kajakfahren entdeckten und die nächsten zwanzig Jahre im Kajak-Camping in Großbritannien und Polen verbrachten.

Kurzportrait | stefan schlegel Kurzportrait | stefan schlegel

Im Jahr 2004 machten Probleme mit meiner Netzhaut es mir unmöglich, eine Kajakfahrt zu machen, worauf mein Mann mir vorschlug, wieder mit dem Tandem zu fahren. Wir machten uns auf den Weg, um die “Coast and Castles” Route nach Edinburgh zu fahren, zurück kamen wir über Keilder. So wurde in mir die alte Liebe zum Rad-Camping wieder geweckt. Eines Tages erfuhr ich von dem Nordseeküsten-Radweg und eine neue Idee wurde geboren. So nahmen wir uns 2006 eine Auszeit, um durch sieben europäische Länder zu radeln – und natürlich auch zu campen. Ich bin so froh, dass wir es getan haben! Die Fähren fuhren zwischen Norwegen und Shetland, so dass wir in neun Wochen knapp 3000 Meilen zurücklegen konnten. Und es hat unseren Glauben an die Menschheit wiederhergestellt, als uns andere Radfahrer geholfen haben, wenn wir den Weg verloren oder eine Unterkunft benötigten.

Seitdem sind wir in Großbritannien und Europa viele Male mit dem Rad unterwegs gewesen. Wir haben das Radwanderfestival für uns entdeckt, das jedes Jahr im Mai in Clitheroe stattfindet, und wussten, dass wir „unsere Familie“ gefunden hatten.

Kurzportrait | stefan schlegel

Wir haben jetzt Klappfahrräder und einen holländischen Radical-Design-Anhänger. Damit konnten wir Teile der Orkney-Inseln erkunden und umrunden, die wir vorher nicht besucht hatten. Ich habe jetzt auch das Selbstvertrauen, auf Solo-Campingreisen zu gehen – mit der zusätzlichen Sicherheit eines OAP-Buspasses (ein gratis Buspass in Großbritannien). Damit weiß ich, dass ich jederzeit in einen Bus steigen kann, wenn es zu hart wird.

Kurzportrait | stefan schlegel

Im vergangenen Jahr haben mein Mann und ich uns Koga-World-Traveller-E-Bikes zugelegt und wir hoffen, dass wir noch viele Jahre auf Radtouren unterwegs sein können. Eine weitere Änderung unserer Touren ist die Nutzung von komoot in unsere Routenplanung. Die App wurde uns von einem unserer Söhne gezeigt, der technisch versierter ist. Wir haben zusätzlich immer noch gerne eine gute alte Papierversion, aber komoot ermöglicht uns auch, spontaner zu sein und bietet zudem eine Plattform, in der wir unsere Erinnerungen speichern können: Fotos, Routen und Highlights, die wir unterwegs finden.

Etwas, das sich über all die Jahre nicht geändert hat, sind die Freude und das Glück, das uns das Radfahren als gemeinsame Familienunternehmung bringt.”

Hier könnt ihr Brendas jahrelange Abenteuer auf komoot verfolgen: Brenda’s komoot Profil

Https://blog. komoot. de/60-jahre-bikepacking/12534

Weltweite Stopps für transkontinentale Radfahrer in Costa Rica

Kurzportrait | stefan schlegel

Der Trek von Nord – nach Südamerika ist noch nicht ganz vorbei

Mitte August 2018 wurde mein Traum wahr, mit dem Fahrrad von Nord – nach Südamerika zu fahren. Von Brooklyn aus, einem Paradies für Radfahrer, kaufte ich alles, was ich zu brauchen glaubte, und machte mich auf den Weg.

Mein ursprünglicher Plan bestand darin, durch den Bundesstaat New York nach Kanada zu fahren und zu sehen, ob ich der gewaltigen Herausforderung, der ich mich stellte, überhaupt gewachsen bin. Nach etwa einer Woche erreichte ich endlich eine friedliche Grenze und kreuzte mein Checklistenkästchen „internationales Radfahren“ an.

Mir wurde die Ungleichheit zwischen Arm und Reich immer bewusster.

Die Idee, sich auf ein solch gewaltiges Abenteuer einzulassen, war einige Monate zuvor geboren worden. Nachdem ich entlang der Ostküste Australiens getrampt und dann durch Israel gelaufen war, wurde mir klar, dass ich beide Arten des Reisens liebte. Allerdings war das Trampen zu schnell und das Wandern zu langsam. Da ich nie Radfahrer war, habe ich viel Zeit damit verbracht, online zu recherchieren. Ich hatte auch das Selbstvertrauen eines jungen 23-Jährigen, der gerade erst angefangen hat, die Welt zu entdecken.

Vernünftige Entscheidung

Wo war ich? Ach ja, die Ostküste Kanadas! Beim Blick auf die Karte gab es nur einen vernünftigen Weg: die 4,500 Kilometer (ca. 3,000 Meilen) bis zum anderen Ozean, nach Vancouver, zu radeln. Einige von Ihnen streiten sich bestimmt: Wer würde denken, dass DAS vernünftig wäre? Aber ich war fest entschlossen, es zu tun!

Aber oh Moment, der Winter kam. Kanadischer Winter … unerbittlich kalt und gefroren. Als ich nach Westen fuhr, mit einigen Umwegen nach Norden und Süden, warnten mich die Leute, dass ich ein lebensgefährliches Abenteuer vor mir habe und die Straße schnell verlassen sollte. Aber um es kurz zu machen: Nach einer endlos langen Reihe eiskalter Nächte und grauer, sonnenloser Tage berührte ich den Pazifik und darüber hinaus! Mein westlichster Punkt war Tofino auf Vancouver Island.

An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich zuvor so viel wie möglich gearbeitet habe, um Geld für diese Reise zu sparen. Da ich ein Zelt habe, habe ich die meisten Nächte unter freiem Himmel verbracht. Aber manchmal wurde ich von zufälligen Fremden eingeladen, einen heißen Kaffee und eine warme Dusche zu genießen. Ich bin der großen Zahl an Menschen, die ihre Herzen geöffnet und ein Stück ihres Himmels mit mir geteilt haben, für immer dankbar!

Vancouver im Januar war kalt. Aber bevor ich weiter nach Süden zu meinem auf dem Kontinent entfernten Ziel – Patagonien, Argentinien – weiterfuhr, musste ich noch etwas Verrücktes tun. Damit bin ich der einzige Mensch, von dem ich gehört habe, der im eiskalten Winter per Anhalter über den Alaska Highway gefahren ist. Was für eine Erfahrung! Die Tierwelt war atemberaubend und die Landschaft atemberaubend.

Die Räder drehen sich weiter

Im Februar 2019 hatte ich das Gefühl, dass es an der Zeit war, wieder auf den Sattel zu steigen, also radelte ich über die Grenze zurück in die USA. Die Westküste war so wunderschön und lebendig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte weiterhin das Glück, wunderbare Begegnungen mit Menschen zu haben, die mich auf der Straße sahen und anhielten, um Hallo zu sagen oder mich in ihrem Garten campen zu lassen.

Während meiner achtmonatigen Radtour durch die USA – von der Westküste nach Colorado, dann Chicago, den Mississippi hinunter nach New Orleans und schließlich Texas – habe ich gelernt, wie ich nachhaltiger werden kann. Ich habe kaum in Restaurants gegessen und versucht, am Ende des Tages Lebensmittel an Tankstellen, Bäckereien usw. einzusammeln. Mir wurde die Ungleichheit zwischen Arm und Reich immer bewusster.

Als ich Las Vegas besuchte, arbeitete ich ehrenamtlich in einer örtlichen Lebensmittelbank. Den Kontrast zwischen dem glamourösen Vegas Strip und dem alltäglichen Kampf der Obdachlosen, die unter Brücken leben, zu sehen, war überwältigend.

Obwohl ich die ganze Zeit über Kontakt zu meiner Familie hatte und immer noch habe, kam ich immer alleine zurecht, wann immer eine Herausforderung auftauchte, ich musste damit klarkommen. In Kalifornien wurden meine Sachen vom Fahrrad gestohlen, und noch sehr lange danach habe ich wertvolle Gegenstände vom Straßenrand aufgesammelt. Meine Reise durch die USA zeigte mir die schönsten Teile, die dieses Land zu bieten hat, und einige der weniger schönen. Oh, und besuchen Sie Nebraska!

Letztendlich war es Zeit für „bienvenido a Mexico.“ Wie einige von Ihnen wahrscheinlich nachvollziehen können, befand ich mich in den ersten Wochen dort in einem Schockzustand. Lateinamerika unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem, was ich gewohnt bin, obwohl ich schon seit mehr als einem Jahr mit dem Rad auf der Straße unterwegs bin. Plötzlich war Trinkwasser ein kostbares Gut und Warmwasser ein Luxus. Dann war da noch der Sprachunterschied. Unterwegs habe ich Spanisch gelernt.

Nachdem ich mich an das neue Tempo und die lateinamerikanische Kultur gewöhnt hatte, konnte ich es sehr genießen: vom Nevado de Toluca über die Riviera Maya bis zu den großen Vulkanen von Guatemala und El Salvador. Die Leute waren sehr nett und ich war jeden Tag voller Vorfreude, ohne zu wissen, welche Abenteuer auf mich zukommen würden, was ich essen und wo ich schlafen würde.

Planänderung in Costa Rica

Wie es das Schicksal wollte, erwischte mich der Coronavirus-Lockdown in Puerto Viejo, Limón, Costa Rica. So nah an Panama, hatte ich meine Bootsfahrt über den Darien Gap in Richtung des nächsten neuen Kontinents bereits geplant. Aber wie wir alle inzwischen wissen, ist die Welt einfach stehen geblieben.

Mit dem Rad durch Atenas, Palmares (wo die Bomber mich über Nacht bleiben ließen) und San José hatte ich vor, Costa Rica ziemlich schnell zu durchqueren. Aber oh Mann, ich habe mich geirrt.

In den letzten zwei Monaten hatte ich wieder einmal das große Glück, so viele tolle Menschen zu finden, die bereit waren, mein Fahrrad unterzustellen, mich zu beherbergen und mich im Austausch für Unterkunft und Verpflegung an meinen Fähigkeiten teilhaben zu lassen.

Reiner Genuss

Ich werde oft gefragt, WARUM ich tue, was ich tue. Die Leute hoffen vielleicht, dass ich antworte, indem ich eine edle Sache oder einen besonderen Grund beschreibe. Aber die Wahrheit ist, dass mir einfach Spaß macht, was ich tue. Jeder einzelne Tag, an dem ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, an dem ich darum kämpfen muss, billiges Essen und einen Platz zum Campen zu finden, ist ein Tag, an dem ich mich lebendiger fühle als am Tag zuvor. Der Zufall und die Menschen, die ich an Orten treffe, die viele Touristen nie besuchen, sind meine Leidenschaft.

Sicher, die Wasserfälle, Berge, Seen und Strände sind wunderschön, aber was mich antreibt, sind die zufälligen Begegnungen mit echten, authentischen Menschen, wo immer ich hingehe, sei es Kentucky, Mexiko-Stadt oder Honduras.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Zukunft bringen wird, wann die Grenzen geöffnet sind und wie die Dinge von nun an aussehen werden. Die Welt hat sich definitiv verändert, zumindest auf absehbare Zeit, und ich kann es kaum erwarten, mich wieder damit auseinanderzusetzen. Neue Leute, neue Abenteuer … los geht’s, Welt!

Bis dahin werde ich an meinem Aufenthaltsort in Atenas totes Gras pflücken und Bobby und Laoca, die Pitbull-Zwillinge, füttern. (Erfahren Sie hier, wie Sie dieses liebenswerte Hundepaar adoptieren können.)

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Moritz@Unbound 200 (USA) Race Recap

Ausführlicher und eindrucksvoller Bericht unseres RCB-Elitefahrers Moritz Dehnert über sein Gravel-Abenteuer in den USA! 6. Platz in seiner Altersklasse! Glückwunsch.

Kurzportrait | stefan schlegel

Falls ihr es nicht kennt, Unbound 200 – ehemals bekannt als Dirty Kanza 200- ist das wohl größte und vermutlich auch härteste Gravel – Rennen, das es gibt. Dabei steht die 200 für die Distanz in Meilen – also knapp 320km, von denen lediglich 6km asphaltiert sind. Der Rest ist feinster Gravel. Und dazu knappe 3000 hm.

Im Staat Kansas im mittleren Westen der USA trifft sich also einmal in Jahr die Gravel-Elite und viele Enthusiasten, die diese Strapazen auf sich nehmen wollen. Alles begann bei einer der DKS – Trainingsfahrten und einer Unterhaltung mit Karsten über das besagte Rennen und meiner Vermutung, dass ich in der Lotterie ohnehin kein Erfolg haben werde, also habe ich mich registriert und nun hieß es warten bis zum 26.01.22.
Das Rennen hatte ich schon länger im Auge – wobei es immer die sportliche Herausforderung war, die 320km – so schnell wie möglich zu absolvieren.
Wie es der Zufall wollte, kam dann am 26.01. die Email und die gute Nachricht, dass mir ein Startplatz zugelost wurde.
Knapp 5 Monate und unzählige Trainingseinheiten später, stand ich in den USA – mitten im Nirgendwo und war „bereit“ Unbound 200 zu starten.
Ich hatte viel geplant, überlegt, angepasst und dachte ich wäre auf relativ viel Vorbereitet – aber ich sollte mich irren.
Mein Rad für Unbound:
Rahmen: Canyon Inflite CF SLX
Gruppe: Shimano GRX / Dura-Ace Mix
Kurbel: Power2Max /Rotor ALDHU 50-34
Kassette: Shimano XT 11-40
Schaltwerk: GRX Di2 815
STI: GRX Di2
Laufräder Reynolds Assault LE
Reifen: Specialized Pathfinder Pro 38mm

Kurzportrait | stefan schlegel

Das Rennen
Topeka 3:30 Uhr Ortszeit – Wecker
Der Start war für 6 Uhr morgens angesetzt. Aufgrund der Lage meiner Unterkunft, hatte ich ca. 1 Stunde fahrt und wollte Frühzeitig am Start sein, damit ich eine gute Ausgangsposition unter den ca. 1200 Starten hatte.
Bis dahin lief alles Reibungslos und ich schaffte es, nach dem Start um 6 Uhr an Position 4 hinter dem Führungsfahrzeug zu sein.
Nachdem wir die ersten 4 km auf Asphalt absolviert hatten, startete das Rennen mit der Einfahrt auf den ersten Gravelsektor. Das Gefühl mit ca. 40 km/h in einem größeren Feld über Gravel zu donnern, muss man wohl selber erlebt haben – aber es ist schon ziemlich Verrückt.
Man hört es überall nur knallen, die Steine fliegen gegen die Rahmen, oder es werden auch mal Golfball-große Steine hochgeworfen – gegen Helm, Arme oder Beine. Bereits in der frühen Phase, sieht man links und rechts Fahrer anhalten, die bereits die ersten platten Reifen beheben müssen.
Nach ca. 20 Minuten bzw. 10km – passierte dann genau das, was ich nicht geplant und auch nicht gehofft hatte. Direkt vor mir wird eine große Welle gefahren, die mein Vorderrat abräumt und ich bei ca. 35km/h auf dem Schotter liege. – Klasse!
Nachdem ich schnell mein Rad eingesammelt und eine meiner zwei Flaschen noch schnell aufsammeln konnte, habe ich versucht wieder so viele Plätze wie möglich gut zu machen. Ich hatte zwar leichte Schmerzen, aber das Adrenalin und die kleine Freude, wenigsten weiter fahren zu können – haben mir geholfen.

Kurzportrait | stefan schlegel

Danach hieß es erstmal einfach weiter fahren und weitere Defekte und Stürze zu vermeiden. Das alles klappte auch sehr gut und der ersten Check-Point nach 77 Meilen, war nach etwas mehr als 4 Stunden passiert.
Nach dem Check-Point I war ich immer wieder in kleineren Gruppen unterwegs, habe jedoch einige Plätze und Gruppen durch zwei Platte Hinterreifen verloren und war zeitweise auch alleine Unterwegs. Bei Meile 100 bzw. nach 160 km fing es dann an richtig stark zu regnen. Die Schotterstraßen wurde mehr und mehr matschig und die Sicht zunehmend schlechter.

Kurzportrait | stefan schlegel

Zu der Zeit war ich in einer größeren Gruppe Unterwegs, wir passierten in strömendem Regen die zweite Wasser-Oase bei Meile 120 und
Waren auf zunehmend schlechteren Straßen unterwegs. Nach ca. 200 km fuhren wir nach einer kurzen Abfahrt in ein extrem schlammiges Teilstück, mein Vordermann stürzte und ich direkt hinterher. Klasse. 200km zweimal gestürzt, die Gruppe weg und der nächste Checkpoint noch 65km entfernt. Aber DNF war kein Option. Also habe ich mein Rad gerichtet, es einige Meter durch den Schlamm getragen und mich alleine weiter Richtung Checkpoint III gekämpft. Die vermutlich längsten 65km des Rennens. Es wollte einfach nicht rollen und die Motivation durch fehlende Mitfahrer und zwei Stürze war mehr als bescheiden. Aber ich bin einfach weitergefahren. Nach ca. weiteren 50km also 250km gesamt und ca. 9 Stunden auf dem Rad, erreichte ich eine Passage, die aufgrund des starken Regens nicht mehr zu fahren war. Mein Rad, ca. 5kg schwerer durch den ganzen Matsch, keine Option das Rad zu schieben bzw. zu fahren, musste also über eine ca. 1-2 Meilen lange „hike a bike“ Sektion getragen werden – da beim schieben sofort alles mit dem lehmartigen Matsch zugesetzt war.

Kurzportrait | stefan schlegel

Nach diesem Abschnitt, wurde dann der letzte Checkpoint bei KM 264 passiert und dann waren es ja nur noch knappe 60km.

Das Wetter ist mittlerweile besser geworden, der Regen hatte sich in Sonne gewandelt und die Strecke wurde auch zunehmen angenehmer und ich konnte ein wenig Strecke machen. Das einzig problematische war, dass die letzten 60km alles andere als flach waren und es ging weiterhin munter auf und ab. Die letzten zwei Stunden fühlten sich extrem schwer an, gefühlt bin ich 260-280 Watt gefahren – die Ernüchterung kam jedoch später – denn es waren nur 200. Es hat sich aber wesentlich härter angefühlt. Unterwegs habe ich noch ein paar weitere Fahrer eingesammelt, so dass wir als kleine Gruppe Richtung Ziel gerollt sind.

Kurzportrait | stefan schlegel

Nach 11:55:25 und einem Schnitt von ca. 27 km/h bin ich mehr oder weniger Glücklich, aber definitiv Stolz durchs Ziel gerollt.
Mit einem 155. Gesamt und AK P. 6 und dem Hinblick auf die ganzen Dinge, die nicht so liefen wie sie sollten – bin ich durchaus zufrieden. Man kann für viel Planen und es lohnt sich definitiv, aber bei einem 320km Gravel-Rennen, bei dem es lediglich 6km Asphalt gibt, kommt es eben doch anders.

Https://www. radtreffcampus. de/moritzunbound-200-usa-race-recap/

Mit dem Rad auf über 4300 Meter

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Burgstall (WZ) Er fährt Rad, gerne und viel, sehr viel. Jetzt hat der passionierte Radsportler Christian Reim aus Burgstall eine Herausforderung angenommen, die auch ihn an seine Grenzen brachte: Er war einer von 200 Startern auf der „Haute Route Rockies“, kämpfte mit härtesten Bedingung auf der zweithöchsten Straße der USA auf 4302 Metern, gab alles bei Schnee und Eis – und möchte im kommenden Jahr unbedingt wieder dabei sein. Mit noch besseren Zeiten.

Nicht ohne sein Fahrrad. Christian Reim ist leidenschaftlicher Radsportler – und das schon seit 27 Jahren. Rund 13000 Kilometer fährt der 42-Jährige im Jahr, tritt immer dann in die Pedale, wenn es seine Zeit erlaubt, sucht ständig neue Herausforderungen bei zahlreichen Hobbyradrennen. „Ich bin schon viel herumgekommen“, sagt er. Frankreich, Italien, die Alpen, kaum ein Radrennen in Europa, bei dem er sich keine Startnummer abgeholt hat.

Aber jetzt, jetzt hat er dort angefangen, „wo Europa aufhört“. Und das meint er nicht nur rein geografisch, sondern vielmehr höhenmäßig: „In Europa liegen die größten Radhöhen so bei 2800 Metern“, erzählt er. In den USA, da ist alles größer – und eben auch höher: Eine Etappe auf 4302 Metern Höhe, auf dem Pikes Peak, einem Berg in den Rocky Mountains nahe Colorado Springs, danach 40 Kilometer bergab – da wollte er hin, wollte in die USA, wollte teilnehmen an der „Haute Route Rockies“, einem legendären Hobby-Radrennen. Wobei das „Hobby“ hier genauer definiert werden muss, wie auch Christian Reim heute weiß: „Im Starterfeld finden sich Olympia – und WM-Teilnehmer, Rekordhalter – also richtig gute Leute.“

Ein hoher Anspruch, also, ein hartes Rennen, sieben Tage Radfahren, 800 Kilometer bei nicht einschätzbaren Bedingungen in den Bergen der Rocky Mountains. Sollte er das wirklich tun? Diese Frage ließ den Burgstaller nicht mehr los, seit er im vergangenen Jahr zum ersten Mal in Kontakt mit diesem legendären Rennen gekommen war. „Soll ich oder soll ich nicht?“, wochenlang quälte ihn diese Frage, bis am Ende dann eine Überzeugung siegte: „Man bereut doch immer die Dinge am meisten, die man nicht getan hat.“

Also meldete er sich heuer im Januar an, nahm das Rennen an – und alles was dazu gehört. Denn alleine schon die Anreise war für den allein reisenden Christian ein hartes Stück Arbeit, das ging schon mit banalen Dingen los: „Radkoffer, Handgepäck und den normalen Koffer schleppen, wenn man alleine reist, das ist nicht so einfach.“

Aber es ging alles gut. Christian und sein Gepäck kamen wohl behalten in Denver an – und dann folgte zunächst eine Überraschung: „Ich dachte schon, ich habe mich verflogen“, schmunzelt der 42-Jährige in der Erinnerung. „Weil zunächst alles so topfeben war.“ Wo waren sie nur, die Berge? Die Antwort folgte wenige Meilen weiter, gut 40 Kilometer Autofahrt später per Mietwagen nach Nordwesten zum Ziel in Boulder, dem Startpunkt des Radrennens.

Da waren sie, die Ausläufer der Rocky Mountains und gleichzeitig der Startpunkt zur ersten Etappe, einem Rundkurs über 112 Kilometer. Noch nicht sehr hoch ging es da, allerdings waren rund 15 Prozent der Strecke auf so genannten „Dirt Roads“, Schmutzstraßen, zu bewältigen: „Das Fahren auf unbefestigten Abschnitten ist dort sehr populär“, erklärt Reim, „ein Teil der Herausforderung“.

Nach „durchwachsenem Beginn“ fand sich der Hallertauer Starter unter den 200 Radsportlern aus 13 Nationen allerdings immer besser zurecht, kam hinein in den Rhythmus, ab dem frühen Morgen auf dem Fahrrad, genoss die Pausen, die Unterkunft, die hervorragende Organisation: „Da muss man sich wirklich um nichts kümmern“, sagt er. „Man muss da nur Rad fahren.“ Der Transport des Gepäcks zu den verschiedenen Hotels auf der Strecke, Essen, Massagen, medizinische Versorgung, Begleitfahrzeuge – „alles super“. Super war auch das Verhältnis zu seinem Zimmergenossen, einem australischen Rettungsschwimmer, der genauso wie er selbst sehr ambitioniert an den Start ging, allerdings zur tragischen Figur wurde. „Der Arme brach sich bei Kilometer 780, also kurz vor Schluss, den Knöchel und musste aufhören.“ Traurig war der Burgstaller für ihn, überhaupt erlebte er alle Teilnehmer als große Gemeinschaft, die ein großes Erlebnis teilten. Ein wirklich großes, denn an Tag 5 und 6, da radelten sie permanent in Höhen über 3000 Meter, atmeten dünne Luft, verbrauchten bis zu 4500 Kalorien pro Tag, kämpften sich durch unterschiedlichste Witterungsverhältnisse. Typisch für Colorado, sagt Reim: „Da kann es an einem Tag schon auch einmal alle vier Jahreszeiten haben.“ Doch auch Schneefall konnte ihn nicht stoppen, an Tag 7 begann die Schlussetappe „ganz oben“, auf 4300 Metern, dann ging es 40 Kilometer bergab, zum Teil erreichte der Hobbyradsportler da Geschwindigkeiten von 93 Kilometern pro Stunde, das Ziel vor Augen. Am Ende wurde Christian Reim 18. unter 200 Startern, ein tolles Ergebnis für ihn. „Ich bin schon sehr zufrieden“, sagt er bescheiden. „Aber dieses Rennen, das ganze Erlebnis drumherum, das hat schon einen besonderen Stellenwert.“

Jetzt ist Christian Reim wieder daheim in Burgstall, bereitet sich gerade für ein Radrennen am Comer See Ende Oktober vor. Und dann? „Dann geht es in den Keller.“ Die Außensaison ist dann für ihn vorbei, das Training im Keller beginnt. Denn er muss ja fit bleiben, weiter an sich arbeiten. Denn im nächsten Herbst möchte er wieder dabei sein bei der „Haute Route Rockies“. Dann mit einer noch besseren Platzierung.

Kurzportrait | stefan schlegel

Auf 3446,37 Metern Höhe im Schnee: Christian Reim am Berthoud Pass, der kontinentalen Wasserscheide. – Foto: Foto: privat

Https://www. donaukurier. de/archiv/mit-dem-rad-auf-ueber-4300-meter-2937996

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